#BloggerFuerFluechtlinge

#BloggerFuerFluechtlinge

Eigentlich bin ich ja noch in meiner Blogpause, eigentlich ist mein Foodblog nicht politisch und eigentlich wollte ich hier nie allzu persönlich werden…. Aber unter dem Hashtag #BloggerFuerFluechtlinge muss ich mich jetzt doch mal kurz, politisch und persönlich melden:

Ich weiß nicht, wie lange ich nun schon darüber nachdenke, wie ich mich in der Flüchtlingsarbeit engagieren könnte. Ich glaube, seit ich auf der Kölner Gegendemo zu Pegida war. Das war im Januar. Übers Nachdenken habe ich aber irgendwie vergessen, aktiv zu werden. Kennt ihr das? Seit Jahren will man sich um seine Altersvorsorge kümmern und vor lauter Nachdenken und Recherchieren verstreicht immer mehr Zeit, in der man schon längst in seine Altersvorsorge hätte investieren können.

Als ich am Montag von der Aktion BloggerFürFlüchtlinge las, hat mich das wachgerüttelt. Bevor ich also – wie bei meiner Altersvorsorge – lange recherchiere, wo und wie ich zu welchem Zweck was spenden kann, habe ich spontan bei „Blogger für Flüchtlinge“ gespendet. Ein erster Schritt.

Ein zweiter:

„Mund aufmachen, Haltung zeigen“, fordert Anja Reschke in ihrem beachtenswerten Tagesthemen-Kommentar. Das tue ich hiermit:

Ich verachte Menschen zutiefst, die Gewalt (auch verbal!) üben an Menschen, die anders aussehen, anders denken, anders glauben, anders leben… Erst recht, wenn es sich – wie im Moment – um Flüchtlinge handelt. Daher schließen Herr Löffelgenuss und ich uns vielen anderen an und sagen: Hört nicht auf den braunen Mob. Ihr seid hier willkommen, wir helfen euch gerne!

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Mein dritter Schritt hat sogar richtig viel Spaß gemacht: Ich habe heute eine Postkarte mit einem Willkommensgruß ins Flüchtlingslager nach Heidenau geschickt. Damit die Flüchtlinge dort nicht denken, dass das, was sie da gesehen haben, „das Volk“ ist! Ist kostenlos und dauert gerade mal ein paar Minuten. Man muss noch nicht mal zur Post. Wollt ihr auch machen? Dann bitte hier entlang.

Vierter Schritt: Eine E-Mail mit meinem Hilfsangebot an eine Initiative in unserem Veedel ist verschickt und der Termin für ein erstes Treffen notiert. Ich gebe zu, dieser Schritt war mir am unheimlichsten. Ich weiß nicht, was mich erwartet und ob ich das kann. Aber ich möchten auch nicht zu denen gehören, zu denen unsere Kinder mal sagen „Mama, warum hast du damals denn nichts gemacht!?“

Fühlen sich gut an, die Schritte! 🙂

„Und wir fangen gerade erst an!“, wird Paul Huizing, einer der Organisatoren der Aktion, nicht müde, im Netzwerk der Blogger immer wieder zu betonen.
Es gibt so genannte Tagesaufgaben, an denen sich viele Blogger beteiligen und was die da auf die Beine stellen, so ganz ohne Budget und Hierarchie, das finde ich wahnsinnig beeindruckend.

Ein paar Beispiele? Die Aktion wurde vor nicht mal einer Woche (!) ins Leben gerufen und DAS wurde schon erreicht:

• Mehr als 83.000 Euro an Spenden! (Stand: 31.08.2015, 18.30 Uhr)
• Vernetzung von über 1.000 Bloggerinnen und Bloggern bei Facebook. (Stand: 28.09.2015, 16 Uhr)
• Beeindruckende Reichweite nicht nur in den Sozialen Medien (unter dem Hashtag #BloggerFuerFluechtlinge). Auch die Presse interessiert sich.*
• Eine professionelle Webseite, die alle Infos bündelt.
• Ein Logo, das die Aktion nach außen sichtbar macht.*
• Die oben genannte Postkarten-Aktion.*
Plakate zum Ausdrucken. Aufkleber sind in Arbeit.*

* Ja, es geht nicht nur ums Handeln, es ist auch wichtig, ein Zeichen gegen Fremdenhass zu setzen (für alle, die jetzt denken „Was soll denn das, das hilft ja keinem.“)

Und das sind nur ein paar Beispiele und es ist erst der Anfang. Die Ideen in der Facebook-Gruppe, wie man Flüchtlinge konkret unterstützen kann, sprudeln nur so. Ich bin gespannt, wie es weitergeht und freue mich darauf, mich an weiteren Aktionen zu beteiligen.

Mitmachen können natürlich auch Nicht-Blogger:

Als ich letzte Woche Sonntag die Nachrichten schaute, bekam ich Gänsehaut als ich sah, was in Heidenau und andernorts los ist. Heute bekomme ich wieder Gänsehaut: Weil es auch ganz viele Menschen (mehr bunte als braune) gibt, die den Mund aufmachen und anpacken.

Vielleicht habt ihr ja jetzt auch Lust bekommen? Egal wo oder wie ihr euch engagiert, fangt einfach an!

Eure Julia

Nachtrag: Zu Joko und Klaas mag man stehen, wie man will. Aber ihr Video „Das wird man wohl noch sagen dürfen…“ ist wirklich klasse und spricht mir aus der Seele.

4 Gedanken zu „#BloggerFuerFluechtlinge

  1. Toll geschrieben. Leite email sofort weiter. Denke doch mal über Facebook nach. Melde mich doch an. Für solche Aktionen doch lohnenswert. ☺

  2. Euer Engagement gefällt uns sehr gut. Wir haben auch schon des Öfteren überlegt hier in Essen uns in dieser Frage einzubringen. Ja, man muss Zeichen setzen.

    Klaus und Ute

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