Eine neue, genussvolle Reise …

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Ihr habt sicher schon bemerkt, dass es auf meinem Foodblog seit einigen Wochen etwas ruhiger zugeht. Das hat einen guten Grund: Seit Kurzem gibt es einen Herrn „Mini-Löffelgenuss“ in unserem Feinschmecker-Kreis! 🙂 Ich befürchte, es wird hier auch noch eine Weile ruhig bleiben, da wir voll und ganz mit „Genießen“ dieses kleinen Wunders beschäftigt sind. Kulinarischer Genuss steht im Moment nur an zweiter Stelle, aber ich verspreche euch, dass es nach der Babypause hier mit leckeren Rezepten weitergeht.

Glückselige Grüße
Eure Julia

Dan-Dan Noodles nach Jamie Oliver

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Am Vormittag von Silvester stand ich mit einem riesigen Berg Bügelwäsche vor dem Fernseher und bügelte so vor mich hin. Herr Löffelgenuss lümmelte auf dem Sofa und zappte durch das Programm. Dann flimmerte plötzlich Jamie Oliver über den Bildschirm und wir starrten beide gebannt auf das, was er da zubereitete. (Ja, so ist das im Hause Löffelgenuss, während andere Paare sich romantische Spielfilme anschauen, gucken wir Kochsendungen. 😉 Kleiner Scherz…).

Was Jamie da fabrizierte ließ uns beiden das Wasser im Mund zusammenlaufen und wir waren uns sofort einig, dass das das erste Gericht im neuen Jahr seinen würde, das wir kochen. Jamie verkauft das als 30-Minuten-Gericht. Da hatten wir so unsere Zweifel… Auch wenn die Zutatenliste echt lang ist, ist das Gericht doch erstaunlich schnell fertig. Ein Besuch im Asia-Laden bleibt wohl vorher nicht aus… Es lohnt sich aber, das Gericht ist geschmacklich echt spitze! Wir haben es etwas anders zubereiten, wie ich finde unkomplizierter. Hier könnt ihr das Video anschauen, wie Jamie das Gericht zubereitet.

Also, runter vom Sofa und ab in den nächsten Asia-Laden! 😉 Kann man das neue Jahr schöner starten als mit einem leckeren Essen? Eben! Ich wünsche euch allen ein schönes, glückliches, genussvolles neues Jahr!

Eure Julia

Dan Dan Noodles nach Jamie Oliver

Rezept für Dan Dan Noodles nach Jamie Oliver
(4 Portionen)

Für das Fleisch:
2 x 250g Rib-Eye Steaks
1 TL Szechuan Pfeffer
1 kleine getrocknete Chili
2 TL Chinesisches 5-Gewürze-Pulver
1 TL grobes Salz
Öl zum Anbraten

Für das Gemüse:
200g Sprossen (z.B. Bambus- oder Bohnensprossen)
1 Bund frischer Koriander
200g Brokkoli
2 Pak Choy
150g Zuckerschoten

Für die Nudelsoße:
ca. 2cm Ingwer
1 Knoblauchzehe
8 Frühlingszwiebeln
1 Limette
6 TL Öl (z.B. Sesam- oder Nussöl)
2 EL Black Bean Sauce (gibt’s im Asia-Laden)
4 EL Sojasoße
1 TL Gemüsebrühe
1 TL Honig

400g Eiernudeln (diese Nudelnester…, gibt’s beim Asiaten)

Das Fleisch vorbereiten:

Das Fleisch abspülen und gut abtrocknen.

Den Szechuan Pfeffer, das Salz und die Chili mörsern.

Das Fleisch mit dem Pfeffer, dem Salz, dem Chili und dem 5-Gewürze Pulver einmassieren und Beiseite legen.

Die Nudelsoße vorbereiten:

Den Ingwer schälen und mit einer Reibe fein reiben.

Die Knoblauchzehe schälen und durch eine Knoblauchpresse drücken.

Von den Frühlingszwiebeln die Wurzel und das obere, dunkle Grün wegschneiden, die Zwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden.

Die Limette auspressen.

In einem sehr großen Topf (z.B. Wok) die Frühlingszwiebeln, die Knoblauchzehe und den Ingwer in 6 TL Sesam-/Nussöl kurz bei mittlerer Hitze andünsten. 4 EL Sojasoße, 2 EL Black Bean Sauce, 1 TL gekörnte Gemüsebrühe, den Limettensaft und 1 TL Honig hinzugeben, gut verrühren und auf kleiner Flamme warm halten.

Das Gemüse und die Nudeln vorbereiten:

Die Sprossen gut waschen und trockenschütteln. Beiseite stellen.

Den Koriander waschen, gut abtrocknen und die Blätter von den Stilen zupfen. Beiseite stellen.

Vom Brokkoli möglichst kleine Röschen abteilen und gut waschen.

Vom Pak Choi den unteren, harten Teil wegeschneiden, gut waschen und grob in Streifen schneiden.

Von den Zuckerschoten ggf. die Enden abschneiden, gut waschen und halbieren.

In einem Topf reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und das Gemüse darin kurz kochen: Erst die Zuckerschoten und den Brokkoli für etwa 2 Minuten ins kochende Wasser geben, dann den Pak Choi (der dunkelgrüne Teil sollte möglichst nicht vom Wasser bedeckt sein) und etwa für 1 Minute kochen lassen.
Das Gemüse mit einer Schöpfkelle aus dem Topf nehmen, Beiseite stellen und warm halten (z.B. in einem vorgewärmten Topf oder einfach in einer Tupperdose).

Die Nudeln in das noch kochende Gemüsewasser geben und kochen bis sie gar sind (siehe Packungsanleitung, etwa 5 Minuten).

Finale:

Während die Nudeln kochen das Fleisch in einer Pfanne mit etwas Öl von beiden Seiten scharf anbraten. Es sollte außen schön dunkel und innen noch rosa sein.

Die Nudeln (mit reichlich (!) Nudelwasser), das Gemüse, die Sprossen und die Korianderblätter in den Wok geben und alles gut vermengen. Vielleicht noch mal mit etwas Limettensaft, Black Bean Sauce oder Sojasoße (je nach Geschmack) nachwürzen.

Die Nudeln mit dem Gemüse portionsweise in tiefe Teller oder Schalen füllen.

Das Fleisch in fingerdicke Stücke aufschneiden und auf den Tellern verteilen.

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Frohe Weihnachten und alles Gute für 2016!

Weihnachtsgruß 2015

Liebe Löffelgenuss-Leserinnen und -Leser!

Ich wünsche euch allen ein paar schöne Weihnachtsfeiertage und einen guten Start ins neue Jahr!

Für die vielen netten Kommentare hier und bei Facebook möchte ich mich bei euch bedanken! Mir macht es nach wie vor großen Spaß, meine Rezepte hier mit euch zu teilen und ich bin gespannt darauf, welche Gerichte mich 2016 inspirieren und ihren Weg auf meinen Blog finden.

Lasst es euch gut gehen!
Eure Julia

Tagliatelle al ragù// Tagliatelle mit Bolognese

Tagliatelle al ragù

Um euch die Wartezeit bis zur Ziehung der Gewinner für das Kochbuch „Wein muss rein!“ etwas zu verkürzen, hab ich hier ein sehr leckes, allerdings etwas zeitintensives Rezept: Selbstgemachte Tagliatelle mit Bolognese:

Ich habe mal bei Netflix die sehenswerte Reihe „Chefs Table“ geguckt, in der sechs der weltbesten Köche vorgestellt werden. Zu sehen war dort eine italienische ältere Dame, die bei Massimo Borutta in Modena die Pasta zubereitet. Man sieht sie in weißer Schürze an einem riesigen massiven Holztisch stehen und frisch gerollte, bemehlte Tagliatelle-Streifen in die Luft werfen. Das wollte ich auch! Bemehlte Tagliatelle durch die Luft wirbeln! Ein Rezept dafür fand ich bei „La mia cucina, von dem auch das Rezept für meinen ersten Pasta-Versuch stammte (das waren diese Ravioli hier).

Fehlte noch eine Idee, womit ich die Tagliatelle servieren wollte. „Tagliatelle al ragù“ fiel mir direkt ein. Wie der Zufall es wollte, hatte das ZEIT Magazin just in dem Moment „Küchenklassiker zum Selbermachen“ zum Thema. Und siehe da, es gab auch ein Bolognese-Rezept. Von Iris Berben. Das hörte sich gut an, zumal es ein klein bisschen anders war als mein eigenes (hier findet ihr meine Version). Dass Sellerie, Möhren, Speck und Wein in eine gute Bolognese gehören, ist mir klar. Aber Iris Berben verwendet statt Rotwein (wie ich) Weißwein, nutzt statt Schweinehackfleisch Kalbsfleisch und fügt noch Hühnerleber hinzu. Da war ich neugierig – zumal ich nach einer kurzen Recherche im Internet mehrere Hinwiese darauf fand, dass Hühnerleber auf dem Land in Italien eine klassische Zutat für traditionelle Bolognese ist.

Mein Fazit: Das mit der Hühnerleber ist Geschmacksache und unser Ding nicht so. Wie ist das bei euch? Mögt ihr Innereien? Ansonsten ist die selbstgemachte Pasta mit der zart-gekochten Bolognese ein Traum!

Guten Appetit!
Eure Julia

Rezept für Tagliatelle al ragù// Tagliatelle mit Bolognese
(für 6 Personen)

Für die Tagliatelle:

600 g Hartweizendunst
12 Eier
1 EL Olivenöl
3 g Salz

Für die Bolognese:

300g Zwiebeln
300g Staudensellerie
300g Möhren
150g Pancetta (italienischer, mild-geräucherter Speck)
Olivenöl
3 Knoblauchzehen
900g Hackfleisch gemischt (Rind und Schein, wahlweise Kalb statt Schwein)
50g Tomatenmark
150ml trockener Weißwein
2 Dosen Tomaten
1 EL Fenchelsamen
1 kleine getrocknete Chili
1 Lorbeerblatt
2 Rosmarin-Zweige
2 Thymian-Zweige
1 Prise Muskat
Salz und Pfeffer
Wasser
50ml Sahne

200g Hühnerleber (wir haben nur etwa die Hälfte genommen, uns war der Leber-Geschmack sonst zu dominant)
Butter

Parmesan und Basilikum zum Servieren
Den Parmesan grob hobeln und das Basilikum in feine Streifen schneiden. Fürs Servieren Beiseite stellen.

Die Tagliatelle zubereiten:

Ich besitze weder eine Nudelmaschine noch ein gutes Handrührgerät. Aber gute Oberarm-Muskeln ;-), daher habe ich die Pasta in reiner Handarbeit hergestellt:

Die Eier verquirlen, 1 EL Olivenöl und eine Priese Salz hinzugeben und vermengen.

Die Eiermasse nach und nach zum Mehl geben und mit den Händen so lange verkneten bis ein weicher, homogener Teig entsteht. Das dauert ein Weilchen….

Den Teig in Frischhaltefolie packen und etwa drei Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

Die Bolognese zubereiten:

Das Gemüse (Zwiebeln, Sellerie, Möhren) fein raspeln. Den Knoblauch in feine Scheiben schneiden.

Den Pancetta fein würfeln.

Fenchelsamen und Chili im Mörser fein mahlen.

Das Gemüse mit dem Pancetta in einem sehr großen Topf in etwas Olivenöl andünsten (etwa 10 Minuten), am Ende den Knoblauch hinzugeben.

Parallel in einer großen Pfanne das Hackfleisch knusprig braun anbraten, zuletzt das Tomatenmark hinzugeben und etwas mitbraten lassen.

Das Hackfleisch zum Gemüse geben und das Ganze mit der Hälfte des Weißweins ablöschen und einkochen lassen. Die Dosentomaten hinzugeben.

Salz, Pfeffer, eine Prise Muskat, die gemahlene Chili und die gemahlenen Fenchelsamen, das Lorbeerblatt, die Rosmarin- und Thymian-Zweige hinzugeben.

Die Hitze reduzieren und mit offenem Deckel 3-4 Stunden köcheln lassen. Immer wieder Wasser und Weißwein hinzugeben und umrühren.

In der Zwischenzeit könnt ihr die Tagliatelle weiterverarbeiten:

Dafür rollt ihr den Teig möglichst dünn und großflächig auf einer bemehlten Fläche aus. Dann rollt ihr aus der Längsseite vom Teig eine lockere Schnecke.
Daraus schneidet ihr dann mit einem sehr scharfen Messer in schnellen Schnitten kleine Schnecken. Achtet dabei darauf, dass ihr den Teig nicht zu fest drückt, damit er nicht zusammenklebt. Das geht gut, wenn man mit einem richtig scharfen Messer arbeitet und es schnell durch den Teig sausen lässt.
Dann friemelt ihr die Schnecken auseinander; ihr solltet jetzt Tagliatelle-Nester vor euch liegen haben. Die mehlt ihr etwas ein und werft sie so in die Luft, dass sie nicht mehr aneinander kleben. Yea, enjoy!! 😉

Bringt einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen und kocht die Tagliatelle so lange, bis sie eine Konsistenz habt, die euch gut gefällt. Ich hab sie etwa 10 Minuten kochen lassen.

In der Zwischenzeit die Hühnerleber fein hacken und kurz in Butter anbraten und die letzten 10 Minuten in der Bolognese mitkochen lassen.

Am Ende einen guten Schuss Sahne in die Bolognese einrühren.

Das Nudelwasser abgießen und die Tagliatelle auf dem Teller anrichten. Ordentlich Bolognese darüber geben und mit etwas frisch geriebenem Parmesan und frischem, in Streifen geschnittenen Basilikum servieren.

Das Bolognese-Rezept ist (leicht abgewandelt) von Iris Berben aus dem ZEIT Magazin vom 16. April 2015.

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