Rezension: Kochzeitschrift „Lecker“

Rezension: Kochzeitschrift „Lecker“

Vor ein paar Wochen bin ich von zeitschriften-abo.de angeschrieben worden mit der Frage, ob ich Lust hätte, drei Ausgaben der Zeitschrift „Lecker“ kostenlos auszuprobieren und darüber in meinem Blog zu berichten. Da ich die Zeitschrift bisher nur von der Supermarktkasse kannte, hab ich mich darüber gefreut und zugesagt (natürlich nur unter der Voraussetzung, dass ich meine ehrliche Meinung sagen kann).

So, dann mal los:

Das Format ist außergewöhnlich (Querformat), aber nicht unbedingt ansprechender als andere Kochzeitschriften.

Der Preis von 3,30 Euro ist noch OK. Sie ist damit teurer als viele einfache Kochzeitschriften (z.B. die neue „Chefkoch“ für 1,50 Euro), aber etwas günstiger als die „Lust auf Genuss“ für 4,- Euro.

Auf der 1. Seite empfängt den Leser das Redaktionsteam: Sie haben Polaroids von jedem Teammitglied in einen Setzkasten-Haus geklebt. Das finde ich sympathisch. Auch nett: Die Redaktion hat auf Spotify eine Christmas Playlist angelegt. I like! Praktisch ist die Doppelseite am Anfang mit allen Rezepten im Heft auf einen Blick – mit Tags wie Fleisch, Pasta, Süßes etc.; sehr übersichtlich.

Rezension: Kochzeitschrift „Lecker“

Das Seiten-Layout bzw. Design ist ganz nett, aber für meinen Geschmack ein bisschen too much von allem (viele Grafikelemente, Sterne, Baumkugeln, Beschreibungen…). Das lässt die Fotos untergehen. Und: Die Zeitschrift enthält mir zu viel Werbung: rund 35 Anzeigen (teils ganzseitig) bei 134 Seiten (zum Vergleich: die „Lust auf Genuss“ 6/2013 enthält „nur“ 18 Anzeigen auf 110 Seiten).

Rezension: Kochzeitschrift „Lecker“

Es gibt einen witzigen Entscheidungstest, was für ein Weihnachtsmenü-Typ man ist. Drei Mal dürft ihr raten, ob ich eher „Mr. Easy Peasy“, „Schwiegermutters Liebling“ oder der „Angeber“ bin 😉 Von den Zeichnungen gefällt mir Mr. Easy Peasy am besten, aber nun ja… Eigentlich bin ich ja nicht so der Schwiegermuttertyp, aber hier würde meine Wahl tatsächlich auf das „Schwiegermutter Liebling“-Essen fallen: Scampi Häckerle als Vorspeise, Rinderfiletsteak mit Pilzhäubchen und Rotweinäpfeln als Hauptgang und Minipavlovas mit Schoko-Malaga-Parfait als Nachspeise. Aber ganz ehrlich? Für mich ist keines Menüs das richtige, denn unser Weihnachtsmenü steht schon fest: Als Vorspeise gibt es diese leckere Maronensuppe und als Hauptspeise Schweinefilet in Rotweinjus mit Steinpilzkartoffelpüree und Feldsalat. Als Dessert leckeren Portwein.

In der Rubrik „Was gibt’s denn heute?“ sind die Rezepte nach Kategorien wie „Blitzschnell“, „Kleines Geld“, „Zwergenglück“, „Männerwirtschaft“ und „Fast fertig“ eingeteilt. Da hören sich die Nudeln in Spinat-Pilz-Soße und das After-Work-Röstbrot mit Pilzen ganz gut an. Aber ich finde diese Kategorie ehrlich gesagt etwas klischeehaft: Neben dem Gericht „Männerwirtschaft“ prangt eine Werbung mit einem stämmigen Mann, als Rezept gibt es einen Malzbierbraten. Für die Kids gibt es Rentier-Muffins. Damit bedient man Klischees (die nicht mal unbedingt stimmen müssen), statt echte Trends zu entwickeln oder diese Zielgruppe für Neues zu interessieren. (Ich kenne eine 2-Jährige, die Aioli liebt, und nicht nur einen Mann, der Vegetarier ist).

In der Kategorie „Kochschule“ wird die Zubereitung einer Weihnachtsente erklärt. Nicht so interessant für mich (aber da kann die Lecker-Redaktion ja nichts für…), denn ich mag keine Enten. Zumindest nicht diese. Die auf dem Weiher und vom Thailänder schon (aber NUR Nr. 62!).

Als ich gelesen habe, dass es ein Rubrik „Soul Food“ gibt, schlug mein Herz direkt höher. Zu Soul Food habe ich nämlich eine besondere Beziehung (warum könnt ihr auf meiner About-Seite nachlesen). Hier schlägt die Redaktion zum Beispiel eine Kartoffel-Pilz-Rolle mit Wintergemüse in Gruyèresoße vor. Das klingt zwar sehr köstlich, hat für mich aber nichts mit Soul Food zu tun. Soul Food ist für mich ein Gericht, das es schafft, mich aus einem Tief zu holen. Und das sind (ähnlich wie bei dem echten Soul Food Konzept) eher einfache, preiswerte, nahrhafte Gerichte (wie zum Beispiel mein Endiviengemüse, Kartoffelbrei oder einfache Nudeln in Tomatensoße). Dass ein Gericht lecker und gesund ist, reicht nicht aus, um als Soul Food zu gelten – meine Meinung.

„Home Sweet Home“ ist eine Bastel-Kategorie, in der es schöne Deko-Ideen zum Selbermachen gibt: Zum Beispiel gibt es einen kleinen Winterwald aus verschiedenen Tannen und Sträuchern in unterschiedlichen Vasen. Der wird auf jeden Fall nachgemacht! Den Türkranz finde ich auch ganz hübsch.

Keksrezepte gibt es ja im Moment in jeder Zeitschrift – so auch in dieser Ausgabe. Da ich nicht backe, reizt mich die Kategorie „Süßes“ nicht und ich kann dazu auch nichts sagen. Da gibt es aber zum Beispiel Rezepte für Nussmakronen oder Dominosteine mit Portweinpflaumen. Zu guter Letzt gibt es noch ein paar Punsch-Rezepte.

So. Nun dann ein Fazit: Wenn ich mir das, was ich oben geschrieben habe so durchlese, fällt das Fazit nicht so grandios aus. Aber dass doch immerhin einige Rezepte auf meiner Nachkochliste gelandet sind, ist ein gutes Zeichen (Rigatoni mit Tomaten-Orangen-Soße, Papadelle mit Hähnchenragout, After-Work-Röstbrot mit Pilzen, Spicy BBQ-Garnelen). Noch müssen sie allerdings den Praxistest bestehen. Die Garnelen werde ich auch auf  jeden Fall probieren und auch das Röstbrot mit Pilzen, vielleicht auch eines der Pasta-Gerichte. Ich lasse euch auf jeden Fall wissen, wie’s schmeckt!

Und jetzt ihr: Kennt ihr die „Lecker“? Wie gefällt sie euch? Wenn gut: Was gefällt euch daran? Wenn nicht: Welche Kochzeitschriften lest ihr gerne?

Liebe Grüße
Eure Julia

p.s. Die Rezension bezieht sich übrigens auf die Ausgabe Dezember 2013.
pp.s. Zur Verfügung gestellt wurde mir das Abo unaufgefordert und kostenlos von zeitschriften-abo.de. Für den Text habe ich kein Honorar oder sonstige Vergütungen erhalten.

3 Gedanken zu “Rezension: Kochzeitschrift „Lecker“

  1. Ich mag die Zeitschrift von Lecker ganz gern. Ich gebe zu, dass mir natürlich nicht jedes Heft bzw. Rezept gefällt aber ich kaufe mir die Zeitschrift oft. Auch das Format finde ich sehr handlich. Hauptsächlich kaufe ich es aber wegen der Rezepte. Denn die finde ich genauso Klasse, wie die in der Onlineversion von http://www.lecker.de.
    Ich finde immer wieder eine Idee für ein Pasta-Rezept, was ich so vorher noch nicht gesehen habe.
    Im Großen und Ganzen gefällt mir einfach die Zusammenstellung der Rezepte. Es ist eine schöne Mischung aus Pasta, Fleisch, Gemüse und Menüvorschlägen.
    Es gibt Hefte da würde ich am Liebsten 80% nachkochen.
    Aber wie immer ist das natürlich Alles subjektiv. 🙂

    • Hey Katrin,

      danke für deine Rückmeldung! Stimmt, Geschmack ist immer subjektiv… Ich hoffe, mein Beitrag ist nicht zu negativ rübergekommen, aber mein erster Eindruck war so la la. Es folgen noch zwei Hefte und ich bin sehr gespannt, wie mir diese gefallen. Noch hab‘ ich keine Zeit gehabt, was nachzukochen, aber ich hoffe ich komme noch dazu… Hast du die Zeitschrift im Abo oder kaufst du dir sie je nach Thema?

      Liebe Grüße
      Julia

  2. Nein, Dein Beitrag ist nicht zu negativ rüber gekommen. 🙂 Ich habe die Zeitungen ein Jahr als Abo gehabt und jetzt kaufe ich sie mir hin und wieder mal. Ich nehme aber auch gern die Hefte der vergangenen Jahre und schaue nach, wenn ich mal wieder eine Rezeptidee benötige.

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