Rote Bete mit Ziegenkäse

Rote Bete mit Ziegenkäse

Um euch zu erzählen, wie dieses köstliche Rezept entstanden ist, muss ich etwas weiter ausholen…


Gestern war mal wieder so ein typischer „Julia-Koch-Experimente-Tag“: Wenn ich mal etwas mehr Zeit habe, möchte ich direkt mehrere neue Sachen auf einmal ausprobieren. Eigentlich weiß ich schon, dass das nur schief gehen kann, aber nun ja, wenn ich mir einmal was in den Kopf gesetzt habe….

Ich bin im Moment irgendwie ganz wild aufs Einmachen. Gedanklich habe schon ein ganzes Regal mit den leckersten Einmach-Gläsern gefüllt. Vorgenommen hatte ich mir gestern: in Essig-Öl eingelegte Pilze, eine Gewürzsoße namens Schug und Knoblauch Confit. Und da ich ja auch noch was essen musste, wollte ich – Premiere! – ein Rote Bete Gericht probieren, das ich im „stern““ entdeckt hatte. Vier neue Gerichte an einem Freitagabend. Mhm… keinen Kommentar bitte! 😉

Zum Glück hatten wir doch nicht mehr ausreichend viel Knoblauch, so dass dieses Rezept schon mal ausfiel. Und gegen das Shug hatte ich mich spontan im Supermarkt entschieden – als hätte ich eine Eingebung gehabt…

Während ich die Einmachgläser im Ofen sterilisierte, Olivenöl auf 75 Grad erhitzte, die Pilze im Essig-Sud köchelten, die Pinienkerne anröstete, parallel dazu die Rote Bete anbriet und den Ziegenkäse aus der Frischhaltefolie befreite und zwischendurch mein „Foto-Set“ im Esszimmer aufbaute, dachte ich: Uff.

Zurück in der Küche warf ich den Käse schnell in die Pfanne und wartete, dass er goldgelb wurde. Als ich ihn wenden wollte sah ich, dass ein paar Zitronenzesten daran klebten (die sollten eigentlich mit in die eingemachten Pilze, hatte ich wohl vergessen…). Als ich sie vom Käse zupfte und gedankenverloren in den Mund steckte, dacht ich, och, das schmeckt ganz gut und warf kurzer Hand einen Teil der Zitronenzesten in die Pfanne.

Als die Fotos der beiden Gerichte im Kasten waren, lies ich alles stehen und liegen (Küche und Esszimmer sahen aus wie ein Schlachtfeld) und zog mit einem Glas Rotwein aufs Sofa, legte eine DVD Greys Anatomy ein und wollte nun endlich mein erstes Rote Bete Gericht probieren – es war mittlerweile 22 Uhr!

Und was soll ich sagen? Ein Bissen und … bumm… gelbe und rote Kreise pulsierten vor meinem inneren Auge. Kennt ihr die Szene aus dem Film Ratatouille? Die kleine Ratte, die eine Geschmacksexplosion erlebt? So ging es mir bei diesem Gericht. Die Mischung aus dem erdigen Geschmack der Roten Bete, die Frische der Zitronenzesten, der cremige Käse, die würzigen Thymianblättchen, die nussigen Pinienkerne. Voll genial!

Den Knoblauch habe ich übrigens dann heute eingelegt und auch das Schug habe ich gemacht. Beides spitze!

Ich bin ein bisschen stolz, denn dieses Zufallsgericht kann ich ja nun eine Eigenkreation nennen 🙂 Ich hoffe, es schmeckt euch auch!
Eure Julia

Rezept für Rote Bete mit Ziegenkäse
(für 1 Portion)

1 Rote Bete
1 Stück Ziegenkäserolle
1 Bio-Zitrone
1 Handvoll Pinienkerne
1 Zweig Thymian, die Blättchen abgezupft
Olivenöl
Salz

Rote Bete schälen, in dünne Scheiben schneiden und in etwas Olivenöl von beiden Seiten jeweils etwa fünf Minuten bei mittlerer Hitze anbraten.

Die Zitrone waschen und auspressen. Von der Schale einige Streifen abschneiden und in feine Streifen schneiden.

Die Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne ohne Öl anrösten.

Die Rote Bete mit dem Zitronensaft übergießen, etwas salzen und ziehen lassen.

Den Ziegenkäse in etwas Öl von beiden Seiten anbraten bis er goldgelb wird.
Den Käse aus der Pfanne nehmen und die Hälfte der Zitronenzesten im restlichen Öl anbraten bis sie knusprig sind.

Den Ziegenkäse auf die Rote Bete-Schieben legen, darüber die Pinienkerne, Zitronenzesten (die frischen und die angebratenen) sowie die Thymianblättchen über das Gericht geben.

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2 Gedanken zu “Rote Bete mit Ziegenkäse

  1. Also beim Anblick der Roten Beete hab ich gedacht, dass ich auf dieses Rezept verzichten kann. Deine Beschreibung mit dem „bummmm-Effekt“ hat mich allerdings so neugierig gemacht, dass die Zutaten schon auf meiner Einkaufsliste gelandet sind 🙂
    So viel dazu: ich bin soooo leicht zu beeinflussen!!!

    • Liebe Lucia,
      ging mir genauso. Aber ich habe gedacht, ich gebe dem hübschen Gemüse noch mal eine Chance. Es hat sich echt gelohnt. Ich weiß auch nicht, was die ausschlaggebende Zutat ist, ich schätze einfach die Kombi der Zutaten. Echt mhmlecker! Ich hoffe, dir schmeckt es auch! 😉
      Liebe Grüße
      Julia

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