Thunfischdip aus San Diego

Thunfischdip, amerikanisch

Von diesem Thunfischdip kenne ich zwei Varianten: eine aus den USA und eine aus Spanien. Beide schmecken total unterschiedlich.

Die amerikanische Variante gehörte zum Lieblingsgericht meiner Gastkinder in San Diego, Rachel und Ryan, als ich dort nach dem Abitur ein spannendes Jahr als Au Pair verbrachte.

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“New York Street Food”
Chicken Quesadillas

Die dritte Station unserer Flitterwochen-Reise führte uns nach North Conway, New Hampshire. Wir wollten dort nach den doch recht anstrengenden Tagen in New York City und Boston ein bisschen die Seele baumeln lassen und den Indian Summer genießen. Wir wurden nicht enttäuscht, seht selbst:

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Auch in den White Mountains haben wir es uns nicht nehmen lassen, die amerikanische Küche weiter zu inspizieren. Zu den Highlights gehörten auf jeden Fall frische Blueberry Pancakes und French Toasts mit Walnüssen. Jessica, die Besitzerin des Cabernet Inn, in dem wir gewohnt haben, hat das Frühstück jeden Morgen nach Wunsch zubereitet (hier gibt’s ihr Rezept für das French Toast mit Walnüssen!). Ein gelungener Start in den Tag!

Gleich zwei Mal waren wir Abends in der „Moat Mountain Brewing Comnpany“, einer kleinen Brauerei mit Küche direkt um die Ecke unseres Inns. Dort habe ich am ersten Abend Quesadillas mit Hühnchen und Käse bestellt, wie sie auch im „New York Street Food“ vorgestellt werden. Sehr lecker! Das Rezept aus dem Buch haben wir zu Hause direkt ausprobiert und waren begeistert. Dazu habe ich diesen Avocado-Salat serviert, den ich spontan aus Resten zusammengeschnibbelt habe. Der Salat zu diesem Gericht passt wie Faust auf Auge. Ich sach nur Geschmacksexplosion! Das Rezept für den Avocadosalat gibt’s im nächsten Beitrag. Hier erst mal das Rezept für die Quesadilla:

Lasst es euch schmecken!
Eure Julia

QuesadillasHuhn

Zutaten
(für 4 Portionen)

4 Tortillas (möglichst Weizen- und Maismehl gemischt)
2 Hähnchenbrustfilets (ca. 400g)
250g Hartkäse, fein gerieben (ich hab Parmesan und Cheddar gemischt)
1 Zwiebel, fein gewürfelt
1 Knoblauchzehe, fein gewürfelt
1 EL Paprikapulver
½ TL Kreuzkümmel, gemahlen (ich hab etwas mehr genommen)
½ TL Chilipulver
¼ TL Salz
Öl

Einen Topf Wasser aufsetzen und zum Kochen bringen. Die Hitze reduzieren, das Hähnchenfleisch ins köchelnde Wasser geben und so lange garen lassen, bis es durch ist.

Das Fleisch aus dem Topf nehmen, abkühlen lassen und in feine Streifen reißen.

Bei geringer Hitze etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und darin die Zwiebeln und den Knoblauch glasig dünsten. Die Gewürze hinzugeben und verrühren.
Die Hitze reduzieren, das Fleisch hinzugeben und alles vermengen. Das gewürzte Fleisch aus der Pfanne nehmen und Beiseite stellen.
Die Pfanne säubern.

Bei mittlerer Hitze eine Tortilla in die Pfanne legen und zur Hälfte mit dem Fleisch befüllen (etwa 3 EL) und ordentlich Käse über das Fleisch streuen (etwa 2 EL). Die Tortilla zuklappen, den Deckel auf die Pfanne legen und etwa zwei Minuten backen. Dann wenden und auch von der anderen Seite noch mal etwa zwei Minuten backen. Der Käse soll innen zerlaufen sein und die Tortilla außen leicht knusprig.

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“New York Street Food”
Hot Dog

New York Streetfood

Sagte ich im vorherigen Beitrag, dass der Bagel für mich wie kein anderes Gericht zu New York gehört? Das gleiche könnte ich eigentlich auch über den Hot Dog sagen (…wobei der vielleicht eher nach Chicago gehört. Warum, könnt ihr hier nachlesen). In New York gibt es so viele Hot Dog-Stände wie es im Ruhrgebiet und Rheinland Büdchen gibt.

Passenderweise war der Hot Dog auch das erste Streetfood, das wir in New York gegessen haben – allerdings etwas ungeplant. Dazu eine kleine Geschichte:

An unserem ersten Tag in New York hat es in Strömen geregnet. Und wenn ich sage in Strömen, dann meine ich das auch. Das einzig vernünftige war, ein Museum zu besuchen und so landeten wir klatschnass im MoMa – so wie Hunderte anderer Menschen. Immerhin hatten unsere Klamotten in den vier Stunden, in denen wir uns der modernen Kunst widmeten, Zeit zu trocknen. Als wir nach draußen kamen, schien die Sonne und ich war erleichtert (ich hatte schon die Sorge, dass nach unserem Südtirol-Urlaub auch diese Reise ins Wasser fallen würde…).

Meine erste Mission: einen Waffle & Dingers Foodtruck fürs Mittagessen finden. Über die hatte ich im New York Street Food viel gelesen und wollte unbedingt die im Buch vorgeschlagene Waffel mit Chili sin Carne probieren. Da Foodtrucks jeden Tag woanders stehen, muss man sich vorher im Internet informieren, wo man wann einen findet. Irgendwie hatte ich mir nur sehr wage die Adresse aufgeschrieben und wir irrten etwas planlos die 5th Avenue entlang des Central Parks rauf und runter. Da ich die ganz Zeit über nach einem gelben Foodtruck Ausschau hielt, übersah ich fast den kleinen Imbissstand von Waffles & Dingers. Was wiederum nicht sooo schlimm war, denn er hatte keine Waffeln mit Chili sin carne.

Waffles and Bangers

Stattdessen entschieden wir uns für einen Hot Dog auf die Hand mit dem wir durch den Central Park schlendern wollten. Ich schätze, wir wurden da übers Ohr gehauen, denn wir haben 7 Dollar für den Hot Dog bezahlt. 7 Dollar! Pro Hot Dog! Blöd. Allerdings: Wir haben uns für eine Chili con Carne-Soße als Topping entschieden, die echt lecker war. Das hat etwas entschädigt. Und außerdem hatten wir ja einen schönen Ausblick. Den zahlt man bestimmt mit, redeten wir uns den Preis schön…

Centralpark1 

Im „New York Street Food“ gibt es leider kein Rezept für einen „Chili-Dog“ (so hieß das Teil), dafür aber ein Rezept für eine Zwiebel-Sauce – angeblich nach einem Rezept von Arthur Schwartz, einem New Yorker Gastrokritiker. Dass ein vermeintlicher Gourmet in seinem Rezept Fertigsoße benutzt, finde ich ja etwas komisch. Aber sie hat ganz gut geschmeckt, wenn auch nicht so gut wie die Chili-Soße, die ich versucht habe freischnauze nachzukochen. Wir haben beide Varianten zu Hause bei einem schönen USA-Foto-Abend mit der Familie ausprobiert. Entscheidet selbst, welche besser ist.

Eure Julia

Hotdog_Chilisoße Hotdog_Zwiebelsoße
Hot Dog-Chilisoße
(für 8 Hot Dogs)

8 Hot Dog-Brötchen
8 Bockwürstchen
500g Hackfleisch (gemischt)
400g Chili-Bohnen (Dose)
500g passierte Tomaten
1 EL Cumin
1 EL Paprikapulver
1 TL – 1 EL Chili-Pulver (je nachdem wie scharf euer Chili-Dog werden soll)
Salz

Das Fleisch in einer beschichteten Pfanne kross anbraten (es soll ruhig richtig braun werden, so dass es ein bisschen Röstaroma bekommt).

Die Chili-Bohnen und die passierten Tomaten sowie die Gewürze hinzugeben, gut vermengen und mindestens 3 Stunden auf kleiner Flamme köcheln lassen bis alles schön eingekocht und das Fleisch schön weich geworden ist.


Hot Dog-Zwiebelsoße
(für 8 Hot Dogs)

8 Hot Dog-Brötchen
8 Bockwürstchen
3 große (milde, süße) Zwiebeln, geschält und in Ringe geschnitten
500g passierte Tomaten
200ml Chilisoße, Fertigprodukt*
1 TL Paprikapulver
½ TL Oregano
½ TL Tabasco (geht auch ohne)
Olivenöl
Salz

* Steht so, ohne nähere Angabe, im Buch. Wir haben die von Alnatura genommen.

Die Zwiebeln in dem Öl bei geringer Hitze schmoren lassen, nicht braten und nicht anbrennen lassen (dauert etwa 15 Minuten).

Die restlichen Zutaten hinzugeben und die Sauce etwa 30 Minuten köcheln lassen.

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Corn Chowder

MaissuppeIch hab euch ja versprochen, dass ich euch noch ein Rezept zu meinem „Kulinarischen Roadtrip durch die USA“ liefere, zu dem mich Bella und Zorra inspiriert haben.

Also warum es jetzt diese Corn Chowder geworden ist, kann ich nicht mehr genau sagen. Eine Maissuppe wollte ich aber schon länger mal ausprobieren. Außerdem geht es für uns im Oktober nach Neuengland, daher passt ein Rezept aus dieser Region ganz gut.

Ich hab grad mal ein bisschen recherchiert und kann euch Folgendes zur Corn Chowder erzählen: Eine chowder ist eine sehr dickflüssige Suppe, sie hat fast die Konsistenz einer Soße. Woher der Name kommt, darüber streitet man, es gibt zwei Varianten: Die einen sagen, der Begriff komme vom Französischen „chaudiere“ (Kessel). Das lassen sich die Engländer natürlich nicht gefallen und meinen, dass das Wort chowder von dem altenglischen Wort „jowter“ (Fischhändler) kommt.
Wenn man mich fragt, glaube ich auch eher an die englische Variante, denn die clam chowder (Muschelsuppe) ist schließlich bekannteste Vertreterin der chowders.

Eine traditionelle Chowder besteht aus Brühe, Sahne oder Milch und Stärke, durch die sie ihre charakteristische Konsistenz erhält. Klassischerweise enthält wie wohl Meeresfrüchte und geräuchertes Schweinefleisch. Nun, meine Variante hier ist so was von schlicht und schnell gemacht, dass es fast food im wahrsten Sinne des Wortes ist. Sie stammt aus dem Kochbuch „So kocht Amerika. Tex-Mex, Barbecue, Salads & Co.“ von Nicole Constabel (Lingen Verlag, 2005). Das Rezept ist angeblich aus Vermont. Ich hab versucht, es zu googeln, aber ohne Erfolg. Mich wundert etwas, dass sie Currypulver benutzen… Nun ja, geschmeckt hat unsere Variante auf jeden Fall. Im Oktober werde ich dann eine Vor-Ort-Recherche starten und berichten, wie die corn chowder in Vermont tatsächlich schmeckt 😉

Zutaten
(für 2 Portionen)

1 Dose Mais (abgießen und abspülen)
1 rote Chili, grob gehackt (im Original: rote Paprika)
1 Zwiebel, fein gehackt
250ml Milch (im Original: Crème Fraiche)
200ml Gemüsebrühe
1 TL Currypulver
1 EL Mehl
Salz, Pfeffer
Butter

Die Zwiebeln in etwas Butter andünsten bis sie weich sind. Den Mais und die Chili hinzugeben und einige Minuten mitbraten.

Das Gemüse mit dem Mehl bestäuben und gut vermischen. Milch und Gemüsebrühe hinzugießen und kurz aufkochen lassen.

Mit Curry, Salz und Pfeffer würzen und etwa 10 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen.

Cheers!
Yours Julia

Kulinarischer Roadtrip durch die USA

DSC_5252Als ich gelesen habe, dass Zorra und Bella ein US-Kochevent planen, war ich Feuer und Flamme. Weil ich Bella nämlich nur zustimmen kann: Die USA sind nicht nur Fastfood & Co.! Wenn ihr Lust habt, nehme ich euch heute mit auf eine kulinarische Reise durch die USA, die euch einen kleinen Einblick in die köstliche Vielfalt des Landes gibt.

Diese „Reise“ liegt schon einige Jahre zurück: Ich hatte damals (das war 2002) während meines Studiums in Bochum das wahnsinnige Glück, einen der wenigen Plätze in dem sehr begehrten Seminar „Eating in America“ bei Professor David Galloway zu ergattern. Darin ging es nicht nur um Theorie (Esskultur in Amerika), sondern dazu gehörten auch mehrere Kochabende, an denen wir uns durch die Küche einiger US-Staaten kochten.

DIE amerikanische Küche gibt es nicht. Am einfachsten lässt sich die Küche Nordamerikas beschreiben, wenn man sie in Regionen einteilt, die durch bestimmte Nationalitäten oder regionaltypische Zutaten beeinflusst werden und wurden. So haben wir es damals zumindest gemacht…

Neuengland
Unser Neuengland-Kochkurs begann mit einer Kuriosität: Wir haben Boston Brown Bread gebacken – in einer Kaffeedose! Da staunten wir nicht schlecht… Das Brot besteht aus Mais-und Weizenmehl, Buttermilch, Rosinen und Ahorn-Sirup. Den Teig füllt man in eine Blechdose, die in einen Topf mit kochendem Wasser kommt. Nach etwa zwei Stunden ist das Brot durchgegart.
Dazu gab es Wildreis (laut Professor Galloway übrigens eine Zutat der Native Americans) und Boston Beaked Beans, eine Variante des Neuengland Klassikers. Auch hier kommt dunkler Sirup zu den weißen Bohnen, die mit gemahlenen Nelken, geräuchertem Speck und Zwiebeln gewürzt werden und vier Stunden in diesem Sud im Ofen backen.
Eine weitere Besonderheit waren Salt Cod Cakes, kleine Klippfischküchlein. Getrockneter, eingeweichter Kabeljau wird, fein gehakt, mit Kartoffeln, Eiern und Sahne vermengt, zu kleinen Küchlein geformt und in Fett hellbraun ausgebacken. Erinnert mich im Nachhinein ein wenig an die Fischkroketten, auf die ich in unserem letzten Portugal-Urlaub ganz verrückt war…

Southern Cooking & Soulfood 
Kulturell und geschichtlich fand ich den Kochabend mit Gerichten aus der Südstaatenküche am spannendsten – vor allem die Soulfood-Küche (über die ich später dann auch meine Magisterarbeit geschrieben habe).
Kurios, aber nicht sonderlich lecker, fand ich Grits. Das sind getrocknete Maiskörner, die in Salzlauge eingeweicht, gekocht und dann geschält werden. Gibt’s in den US natürlich fertig zu kaufen und heißt dann Hominy (Maisgrütze). Wir haben uns an einem Rezept für „Überbackene Maisgrütze mit Käse“ probiert, bei dem die Maisgrütze gespickt wird mit geriebenem Cheddar, Butter, Eiern und Frühlingszwiebeln, mit Tabasco abgeschmeckt, und dann im Backkofen gebacken wird. Nun ja… nicht so meins…
Viel leckerer fand ich hingegen das Cornbread (Maismehlbrot), das ich später auch noch mal Zuhause ausprobiert hab. Der Teig besteht hauptsächlich aus Maismehl, Butter, Zucker und Buttermilch. Ich habe noch fetten Speck, goldgelb angebraten, hinzugetan – typisch für die afroamerikanische Küche.
Cornbread gebe es in den Südstaaten häufig als Beilage zu collard greens (wie zum Beispiel Grünkohl), weil man es so schön in den Saft tunken könne… Diese grüne Gemüse auf Südstaaten-Art ist auch nicht gerade kalorienarm: Auf 1 Kg Grünkohl kommen 200g Bauchspeck, gewürzt mit Zucker, Salz, Tabasco und Essig.
Eine weitere klassische Beilage in der Südstaatenküche sind Blackeyed Peas und frittierte Okrashoten (kannte ich bis dahin beides nicht).
DER Klassiker aus der Region schlechthin, den wohl jedes Kind kennt, ist Fried Chicken. Ein echtes Fried Chicken southern style ist echt schwer hinzugekommen. Damit es richtig knusprig wird, benutzt man Cornflakes für die Panade.
Zum Nachtisch gab es einen Pecan Pie (Pecannuss Kuchen). Köstlich! Auf einen Mürbeteigboden kommt eine Masse aus Eiern, Zucker, Sirup, Zitronenabrieb, Butter und gehackten Pecannüssen. Darauf werden dann ganze Pecannüsse verteilt und der Kuchen wird eine Dreiviertelstunde im Ofen gebacken.

Cajun & Creole Cooking
Die Cajun- und kreolische Küche lernten wir im Wesentlichen durch drei Gerichte kennen: Gumbo, Jambalaya und Sweet Potatoe Pie.
Von dem Eintopf Gumbo gibt es zahlreiche Varianten, aber er besteht klassischerweise aus Okra und Garnelen; der besonderes Geschmack kommt durch die Gewürze: Als klassische Cajun-Gewürzmischung gelten Knoblauchpulver, Zwiebelpulver, weißer und schwarzer Pfeffer, Cayennepfeffer, getrockneter Thymian und Oregano. Darüber hinaus gibt Roux einen unverwechselbaren Geschmack: eine Schwitze aus Mehl und Öl, die meist sehr lange und unter ständigem Rühren langsam zubereitet wird – je dunkler sie wird, desto intensiver schmeckt sie. Man muss nur aufpassen, dass sie nicht anbrennt, dann schmeckt das Ganze nämlich bitter. Ich erinnere mich, dass wir im Seminar drei Anläufe gebraucht haben, bis wir eine halbwegs authentische Roux hatten (unser Dozent stammt aus Memphis und wusste daher ziemlich genau, wie eine authentische Roux schmecken muss…). Außerdem kamen in unsere Gumbo noch Tomaten, Zwiebeln, Sellerie, grüne Paprika, Knoblauch, Lorbeerblätter, gemahlener Piment, getrocknete Chilischoten und ein Meeresfrüchtefond. Mhmlecker! Wo ich das gerade so lese, müsste ich das eigentlich noch mal nachkochen….(Nachtrag: Hier ein  Gumbo-Rezept von „Aus meinem Kochtopf„, das sich ganz gut anhört und das Peter im Rahmen der Aktion veröffentlich hat).
Als zweites typisches Gericht dieser Region hat Galloway Jambalaya benannt, ebenfalls ein Eintopf. Diesmal aber mit Hühnerteilen, geräuchertem Schinken, geräucherter Wurst und ähnlichen Gemüsezutaten und Gewürzen wie im Gumbo. (Nachtrag: Ich sehe gerade, dass Simone von „S-Küche“ ein leckeres Jambalaya-Rezept veröffentlicht hat…).

Tex-Mex cooking 
Der Exkurs in die Tex-Mex-Küche hat mir kulinarisch am besten gefallen. Da haben wir zum Beispiel Mais-Tortillas selber gemacht. Die gibt’s hier in Deutschland leider nicht im Supermarkt, wobei sie viel besser schmecken als die Weizentortillas. Dazu gab’s eine Tomatillo Salsa, eine Salsa aus grünen Tomaten, die mindestens genauso lecker ist wie die klassische Salsa aus roten Tomaten, die man so kennt. Sie schmeckt durch ihre Zutaten und dadurch, dass sie gekocht wird, einfach noch mal ausgewöhnlicher. Neben den grünen Tomaten kommen Jalapeños, Hühnerbrühe und Knoblauch mit in den Topf. Abgerundet wird das Ganze mit frischen Koriander und Limettensaft.
Dazu haben wir einen Black Bean Dip gemacht. Den fand ich so großartig, dass er bis heute regelmäßig auf den Tisch kommt (allerdings in dieser etwas abgewandelten Version). Typischerweise wird er aus Schwarzen Bohnen und zusätzlich mit Käse (Monerey Jack und Ziegenkäse) zubereitet.
Ein wirkliches Highlight dieser Region waren für mich Cheese & Chile Tamales. Maisblätter werden mit einer Masse aus Maismehl-Teig, Käse und Chilis gefüllt und in Wasserdampf gedünstet. Unser Rezept war nicht so der Hit, aber ich hab das grad mal gegoogelt und einige Rezepte gefunden, die echt lecker klingen. Wäre vielleicht mal ein Versuch wert…
Witzig und sehr ungewöhnlich fanden wir auch das Navajo Blue Bread. Kleine Brotküchlein, die aus blauem Maismehl gebacken werden.

So, das war mein persönlicher, kleiner kulinarischer Roadtrip. Ich habe alle Rezepte zu den oben beschriebenen Gerichten noch abgeheftet. Falls ihr also Lust habt, etwas auszuprobieren, sagt Bescheid, ich schicke euch gerne das gewünschte Rezept.

Und noch was: Wer neugierig auf Geschichten rund um die amerikanische Küche ist, dem empfehle ich das Buch „Hidden Kitchens“. Zwei US-Radioreporterinnen spüren für ihre gleichnamige Radiosendung Küchen auf, die unentdeckt, unbekannt oder auf eine andere Art Besonders sind. Sie treffen dabei auf eine fahrbare Straßen-Küche, in der eine Brasilianerin nachts für Taxifahrer in San Francisco kocht, hören von einem Gefangenen, der im Gefängnis heimlich Pralinen herstellt, oder beschreiben eine „Wohnzimmer-Küche“ in Alabama, die das Civil Rights Movement unterstützt hat. Ich habe das Buch im Rahmen der Aktion „Jeden Tag ein Buch“ rezensiert (könnt ihr hier nachlesen) und während meiner Studienzeit mal einen Radiobeitrag darüber produziert (den könnt ihr hier anhören).

Um den Beitrag abzurunden, hatte ich eigentlich eine leckere Maissuppe nach einem Rezept aus Vermont geplant. Aber leider war ich heute krank und nicht in der Lage zu kochen 🙁 Ich hoffe, dass ich euch das Rezept am Wochenende vorstellen kann. Wenn ihr aber jetzt Lust auf einen amerikanischen Snack bekommen habt, dann schaut mal hier, da gibt’s Rezepte für die folgenden amerikanischen Klassiker: BLT-Sandwich, Breadsticks mit Dips, Caesar Salad, Chicago Hotdog.

Cheers!
Eure Julia