Hamburger

Hamburger

Ein Gastbeitrag von Herrn Löffelgenuss

Erst Fußball-Nudeln und jetzt Burger. Werden in diesem Blog etwa Klischees bedient, wonach die Legitimität von Beiträgen männlicher Autoren auf klassischen (kulinarischen) Gender-Roles basiert? Vielleicht gibt’s dazu ja später ein Statement der für den Blog Verantwortlichen…

Burger haben es nicht leicht, seit die bestenfalls sehr mittelmäßigen Burger-Bräter-Platzhirsche Geschmack und Bild dieses Gerichts prägen. Michael Douglas ist seinerzeit ob der miesen Qualität dieser Produkte bei Fast-Food-Ketten zu Recht Amok gelaufen („Falling Down“, zum Nachsehen: http://www.youtube.com/watch?v=NeGk1bgBa7s). Aber seit einigen Jahren erleben wir vornehmlich im urbanen Milieu eine Auferstehung des Burgers aus dem – um in der christlichen Metapher zu bleiben – 7. Kreis der McDonalds-Hölle in beinahe himmlische Sphären. Halleluja!

Was in Köln mit den Hamburger-Manufakturen „Beef Brothers“ und „Freddy Schilling“ begann, hat sich schnell über die Stadt ausgebreitet. Meist sind es Läden in deren Logo gut gemeinte Wortspiele à la „Burger Meister“ oder den Fitness-Kult konterkarierende, vielleicht auch politisch nicht korrekte Namen wie „Die fette Kuh“ zu bewundern sind. (Erinnert irgendwie an das Phänomen, dass Friseure seit den 1990ern mit denglischen Wortspielen (hairlich, hair damit etc.) das Haareschneiden zu einem hippen Event verklären wollten, das man gefälligst teuer zu bezahlen hat, wenn man zur haarigen In-Crowd gehören will.) Vielleicht sehe auch nur ich da eine Parallele, obwohl der Preispolitik-Aspekt eine weitere ist.
Die Made-to-order-Burger sind zwar in der Regel echt lecker und auch sättigend, aber ob man nun zum liebgewonnen Veedel-Italiener (Italiener um die Ecke) geht und ein wochentagtaugliches Pasta-Vino-Espresso-Menü oder den Burger-Pommes-Bier-Standard ordert, die Rechnung beläuft sich auf ein ähnliches Saldo. Dabei ist ein ordentlicher Burger auch in der heimischen Küche leicht zuzubereiten und das Ergebnis erstaunt den an McDonalds gewöhnten Gaumen ganz sicher positiv.

Zutaten für 6 Burger
(sind halt meistens sechs Burger-Brötchen in einer Packung)

1 Packung Burger-Brötchen (sechser, die Brötchen aus der vierer finde ich zu groß)
ca. 600g Hackfleisch (Rind oder halb und halb)
Semmelbrösel
glatte Petersilie, ca. 10 Stängel
2-3 TL Dijon-Senf
1 Ei
Romanasalat
3 Romanatomaten
1-2 rote Zwiebeln
1-2 kleine Landgurken
Ketchup
Salz, Pfeffer, Olivenöl
evtl. Baconstreifen
evtl. Cheddarkäse in Scheiben

Hackfleich, fein gehackte Petersilie, Senf, Ei, Pfeffer, Salz und ne gute Handvoll Semmelbrösel (evtl. noch ’ne zweite) in eine Schüssel geben und hemmungslos mit den Händen durchkneten. Kalt stellen, damit sich die Burgerrohmasse später besser verarbeiten lässt. (Bei Zeitnot geht’s auch so.)

Die Fleischmasse in sechs gleich große Klumpen teilen und platt drücken. Dabei muss man bedenken, dass sich das Fleisch während des Bratens zusammenzieht, entsprechend die Dicke zu- und der Durchmesser abnimmt.
Jeden Rohburger mit Olivenöl bestreichen. (Falls man die Burger bis dahin vorbereiten und erstmal im Kühlschrank lagern möchte, empfiehlt es sich diese zu stapeln und mit Backpapierstückchen von einander zu trennen.)

Vorbereiten kann man natürlich auch die gesunden Elemente des Burgers. In Mis-en-Place-Manier Tomaten und Gurken in Scheiben und Zwiebeln in Ringe schneiden, die Salatblätter nach Gusto zerzupfen.

Wenn‘s ernst wird, die Brötchenhälften im Backofen unter dem Grill etwas antoasten, während die Burger (einer pro Pfanne) entsprechend dem bevorzugten Garungsgrad (rare, medium, well-done) gebraten werden.

Auf die untere Brötchenhälfte Ketchup schmieren und dann wird zusammengebaut: gebratener Burger, Zwiebelringe, Tomatenscheiben und Gurkenscheiben stapeln. 2. Brötchenhälfte drauf, lecker!

Wenn man die Cheeseburger-Variante bevorzugt, auf den heißen Burger eine Käsescheibe legen, dann wie gehabt stapeln. Noch leckerer!

Noch ein bisschen Bacon gefällig? Den kross gebratenen Bacon als erstes aufs geketchupte Brötchen legen, dann wieder in die Höhe bauen. Noch leckererer!

Wer noch eine Weinempfehlung benötigt, um das lukullische Erlebnis perfekt zu machen, dem sei hier geholfen: ein gut gekühltes Bier!

Guten Appetit!
Euer Felix

BLT-Sandwich

BLT Sandwich

Ein Bacon-Lettuce-Tomato-Sandwich: Unverkennbar mal wieder ein amerikanisches Rezept. Wie die meisten meiner amerikanischen Rezepte stammt auch dieses hier aus meiner Au-Pair-Zeit in San Diego. Das Sandwich ist eine schöne Alternative zum Burger, es schmeckt am besten mit Pommes und Cola :-), ist aber auch für sich alleine ein schöner kleiner Snack.

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