Gartenglück // Teil 4

Ohjeoh! Eigentlich hatte ich ja vor, euch regelmäßig von unserem Gartenglück-Projekt zu berichten. Mein letzter Gartenglück-Beitrag ist von Anfang Juni!! 🙁 Aber unser Urlaub, eine Schreib-Unlust und eine doch etwas längere Blogpause haben mich davon abgehalten, weiter von unserem Projekt zu erzählen. Aber wir „ackern“ ( 😉 ) fleißig weiter. Euch jetzt zu berichten, wie es auf dem Feld vor Wochen (ja Monaten) aussah, erscheint mit unsinnig. Dabei habe ich fleißig Bilder geknipst… Egal, ich berichte heute einfach ein bisschen „querbeet“ ( 😉 ).

Fangen wir mal mit den Erbsen an:

Auf die habe ich mich am meisten gefreut. Ich liebe es nämlich, Erbsen zu pulen. Am liebsten gemütlich auf dem Sofa, wo ich sie gerne direkt esse. Roh. Einfach so. Direkt aus der Schote. Und das habe ich auch mit unseren Erbsen gemacht. Sie waren unglaublich lecker. Vor allem, wenn sie quasi noch warm von der Sonne waren. Zudem finde ich, dass Erbsenschoten total hübsch aussehen. Daher mussten sie, wie auch die Radieschen, zum Fotoshooting bei mir. Das ist das Ergebnis:

Erbsen

Unten seht ihr, wie die Erbsen aussahen, als sie noch auf dem Feld standen. Leider sind sie schnell trocken worden, so dass wir die Pflanzen rausrupfen mussten. An einem Ackersprechstundentermin erklärte mir Evgeny dann aber, dass wir die getrockneten Erbsen einfach wieder in den Boden stecken könnten, dann käme neue. Und tatsächlich, es wachsen neue! Ich hoffe, dass sie auch ohne die warme Sonne lecker schmecken…

Erbsen_klein Erbsen Woche 3 Erbsen Woche 4

Die Erbsen habe ich übrigens zu einem Erbsenpesto verarbeitet für das Gericht „Grüne Pasta mit Erbsenpesto, grünem Spargel und Manchego„.

Grüne Pasta

Nicht zum Essen, aber schön zum Anschauen sind die vielen Blumen, die auf unserem Feld wachsen. Wir haben jedes zweite Mal einen schönen Strauß mitgenommen. Diese hier finde ich am schönsten: Wahnsinn oder?

Blüte

Mindestens genauso hübsch sieht Mangold aus. Seht selbst:

 Mangold_rot    Mangold_gelb

Neu gepflanzt haben wir vor ein paar Wochen Feldsalat und Endiviensalat. Auf die Ernte der beiden freue ich mich sehr, weil sie perfekt zu unseren selbst geernteten Kartoffeln passen. Ich weiß auch schon, was ich damit koche: Endivieneintopf nach einem Rezept meiner Oma und Feldsalat mit Kartoffeldressing.

Endiviensalat  Feldsalat

Dann gab es auf unserem Feld noch Bohnen. Hiervon allerdings nicht so viele, wie ich es erwartet hätte. Ein paar wenige grüne und ein paar mehr gelbe Bohnen. Es waren gerade genug, um davon einen Bohneneintopf zu kochen. Aber der war dafür richtig gut! Ich habe ein Rezept von meiner Schwiegeroma nachgekocht, bei dem auch unsere Kartoffeln und unsere Zwiebeln ihren Auftritt hatten. Toll! Ein Gericht, bei dem die meisten Zutaten von unserm Feld kamen! 🙂

gelbe Bohnen  grüne Bohnen

Bohneneintopf nach Oma Inge

Apropos viele eigene Zutaten: Die Zucchinisuppe ist auch so ein Fall. Da konnte ich neben der vorletzten Zucchini auch ein paar Kartoffeln und Lauchzwiebeln verarbeiten. Die restlichen Lauchzwiebeln habe ich für ein ganz besonders Gericht reserviert: Ginger Scallion Noodles nach Momofuku (Rezept folgt).

Zucchinibluete Lauchzwiebeln Kartoffeln

Zucchinisuppe

Unsere Kürbisernte war recht reich. Wären nicht ein paar Kürbisse auf wundersame Weise verschwunden, hätten wir sicher noch mehr als die fünf Exemplare ernten können. Aber wahrscheinlich wären mir die Ideen ausgegangen, was ich damit alles kochen könnte. Den ersten Kürbis habe ich zu einer leckeren asiatischen Kürbissuppe verarbeitet, zwei weitere habe ich mit Couscous, Lammhackfleisch und Ziegenfrischkäse gefüllt (Rezepte folgen). Weitere Ideen für die zwei verbleibende Kürbisse sind herzlich willlkommen!

Kürbisblüte   Kürbisblüte

So, das war’s erst mal für heute. Ich halte euch weiter auf dem Laufenden!

Eure Julia

Grüne Pasta mit Erbsenpesto, Spargel und Manchego

Grüne Pasta

„Grün, grün, grün sind alle meine Nudeln, grün, grün, grün ist alles was ich hab’. Darum lieb’ ich alles was so grün ist, weil mein Schatz ein… Erbsenpesto ist.“ 😉 An dieses Kinderlied musste ich die ganze Zeit denken, als ich das Erbsenpesto zubereitet habe. Es ist so wunderbar grün wie die Natur im Moment.

Dass Kochen für mich Entspannung ist, wisst oder ahnt ihr ja schon. Aber ich setz’ noch einen drauf: Hülsenfrüchte zu pulen ist für mich Entspannung hoch zwei. Der Vorteil (im Gegensatz zum Kochen) ist, dass man das gemütlich auf dem Sofa machen kann. Rund eine Stunde hab’ ich für dieses Rezept hier so vor mich hin gepult. Pro Schote wandert allerdings eine Erbse in meinen Mund. Ich liiieebe rohe, frische Erbsen, sie erinnern mich an meine Kindheit im Garten meiner Großeltern… Ich hätte auch noch ein Stündchen länger pulen können… Also wer einen Pul-Auftrag hat: immer her damit! 😉 (Ich bin mir aber sicher, dass das Rezept auch mit tiefgefrorenen Erbsen und Bohnen schmeckt. Für alle diejenigen, die keine Muße haben zu pulen…).

Guten Appetit!
Eure Julia

Rezept „Frühlingspasta mit Erbsenpesto und Manchego“
(für 4 Personen)

200g dicke Bohnen*
500g grüner Spargel
1 Bund Lauchzwiebeln
1 Glas Artischockenherzen
120g Manchego-Käse
1 Zwiebel
3 EL Olivenöl
300g Erbsen*
Salz, Pfeffer, Zucker
250ml trockener Weißwein
400g Linguine

* Ohne Schote und Bohnen ohne Haut.

Bohnen und Erbsen (gemütlich auf dem Sofa) pulen. Die Bohnen dann für etwa 2 Minuten in kochendes Wasser geben. Mit eiskaltem Wasser abspülen und die Bohnen aus ihrer Haut lösen.

Den Spargel waschen, den unteren Teil wegeschneiden und ggf. schälen.

Die Lauchzwiebeln putzen, Wurzel und den oberen, dunkelgrünen Teil wegschneiden. Den Rest in feine Ringe schneiden.

Die Artischocken abtropfen lassen.

Den Käse grob reiben.

Das Pesto zubereiten:

Die Zwiebel schälen, fein würfeln und in etwas Olivenöl glasig dünsten.

Dreiviertel der Erbsen hinzugeben und etwa 2 Minuten mitdünsten.

Mit dem Weißwein ablöschen, mit Salz, Pfeffer und Zucker (etwa 1 TL) abschmecken und etwa 2 Minuten köcheln lassen.

Mit einem Mixer zu einer cremigen Masse pürieren.
Die Nudeln nach Packungsanleitung kochen.

Etwa 2 EL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und den Spargel darin etwa 3 Minuten bei kleiner Hitze dünsten. Lauchzwiebeln, Bohnen, Artischocken und die restlichen Erbsen hinzugeben und weitere 3-5 Minuten dünsten (das Gemüse soll noch etwas Biss haben).

Das Erbsenpesto unterrühren und ggf. noch mal mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Nudel abgießen und zurück in den Topf geben (sie dürfen ruhig noch etwas Feuchtigkeit mitnehmen). Die Gemüsesoße unterrühren.

Die Pasta auf dem Teller anrichten und etwas Käse darüber geben.

Das Rezept stammt übrigens aus der Kochzeitschrift „Lecker“ (April 2014).

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Radieschen-Bohnen-Salat

Radieschen-Bohnen-SalatHeute gibt’s mal wieder ein (etwas abgewandeltes) Ottolenghi-Rezept aus „Ottolenghi. The cookbook.“ Ich finde die Idee, beim Kochen mit saisonalem Gemüse zu arbeiten, immer verlockender. Die Gerichte schmecken einfach viel frischer, auch wenn es mitunter viel mehr Arbeit macht. Zum Beispiel wie bei diesem Rezept hier. 

Bohnen und Erbsen zu pulen und die blanchierten Bohnen nachher auch noch aus ihrer Haut zu befreien, dauert ziemlich lange. Viel länger, als wenn man sie tiefgefroren kauft. Aber dieses „mit der Bohne Zeit verbringen“ schmeckt man, finde ich (versteht ihr, was ich meine oder haltet ihr mich jetzt für bekloppt?). Abgesehen davon, ist so eine kontemplative Tätigkeit für mich genau richtig, um abzuschalten. Da brauche ich gar kein Yoga mehr 😉
Kurzum: Das hier ist ein herrliches Sommer-Gericht, das durch die Kräuter und die Salzzitrone eine ganz besondere, orientalisch-exotische Note bekommt.

Ich wünsche euch einen schönen Sommertag!
Eure Julia

Zutaten
(für 2 Beilagen-Portionen)

1 Bund Radieschen
150g dicke, frische Bohnen (ohne Schote gewogen)
150g frische Erbsen (ohne Schote gewogen)
½ rote Zwiebel
1 Handvoll frische Korianderblätter
1 Handvoll frische (glatte) Petersilienblätter
2 TL Salzzitrone*, fein gehackt
Saft einer halben Zitrone
2-3 EL Olivenöl
1-2 EL Sesampaste
1TL Cumin
Salz, Pfeffer

* Um Salzzitronen herzustellen, nehmt ihr (je nach Belieben und Größe des Einmach-Glases) 2-3 Bio-Zitronen, wascht sie unter heißem Wasser und schneidet mit einem scharfen Messer pro Zitrone vier Schlitze in die Haut – nicht zu tief, so dass die Zitrone nicht auseinander fällt. Dann gebt ihr vorsichtig, mit einem kleinen Löffel, in jeden Spalt so viel grobes Salz, wie in die Lücke passt.
Die Zitronen legt ihr dann in ein (sauberes) Einmachglas, streut noch mal etwas Salz darüber und verschließt es luftdicht. Nach ein paar Tagen wässern die Zitronen und sollten komplett mit dem Salzwasser bedeckt sein. Wenn das nicht der Fall sein sollte, gebt ihr noch etwas abgekochtes (kaltes) Wasser hinzu.
Das Ganze sollte etwa drei Wochen ziehen. Danach haben die Zitronen einen frischen, exotischen Geschmack und eignen sich hervorragend zum Würzen.

Die Bohnen und die Erbsen aus ihrer Schote befreien und die Bohnen für etwa 5 Minuten in kochendes Wasser geben, die Erbsen für etwa eine halbe Minute. Das Wasser abschütten und Bohnen und Erbsen in einen Topf mit Eiswasser geben (damit sie nicht nachgaren).
Wenn die Bohnen erkaltet sind, die Haut ablösen. (Ja, das ist viel Arbeit und es bleibt nicht viel übrig. Aber ich finde, es lohnt sich. Wo isst man schon so frisch!?)

Die Radieschen waschen und „Hut und Fuß“ wegschneiden und die Radieschen in dünne Scheiben schneiden.

Die Zwiebel schälen und in sehr feine Ringe schneiden.

Die Kräuter grob hacken.

Zitronensaft, die gehackte Salzzitrone, Cumin, Salz, Pfeffer, Sesampaste und Olivenöl gut vermengen.

Dann Radieschen, Bohnen, Erbsen, Zwiebel und Kräuter in einer Schale vermischen und die Soße hinzugeben. Nach Belieben nachwürzen.