Rezension und Verlosung „Wein muss rein!“

Wein muss rein

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Die Verlosung ist beendet!

Gewonnen hat Josi, Herzlichen Glückwunsch!
Wow, ich bin überwältigt von der regen Teilnahme. Das hätte ich nicht erwartet… Vielen Dank an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer – auch für eure kulinarischen (Wein-) Inspirationen!
Eure Julia
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Wenn ihr meine „Über mich“-Seite aufmerksam gelesen habt (oder ihr mich gut kennt), dann wisst ihr, dass ich beim Kochen gerne ein Gläschen Wein trinke.

„Angeblich kochen manche ja nur mit Wein, weil sie nebenbei immer ein bisschen daran nippen können… Aber so willkommen die Gelegenheit für ein Schlückchen in der Küche auch sein mag, sie ist natürlich nicht der eigentliche Sinn und Zweck des Kochens mit Wein“, schreibt Léa Linster im Vorwort zu ihrem neuen Kochbuch „Wein muss rein!“, das gerade im ars vivendi Verlag erschienen ist.

Ich fühle mich ertappt – aber daher auch dazu berufen, euch dieses Kochbuch vorzustellen. 😉 Und zwar aus zwei Gründen: Erstens koche ich tatsächlich gerne mit Wein und ich freue mich immer über neue Rezepte, zweitens hat mich bereits das erste Kochbuch, das die Luxemburger Sterneköchin gemeinsam mit dem Kölner Cartoonisten Peter Gaymann herausgegeben hat, sehr begeistert (da ging’s ums Ei bzw. um’s Huhn, meine ausführliche Rezension könnt ihr hier lesen).

Wie auch der erste Titel der beiden überzeugt mich dieses Kochbuch aufgrund der Gestaltung, der tollen Fotos und der leckeren Rezepte. Und wisst ihr, was das tollste an dem Buch ist? Dass ihr eins gewinnen könnt! So, aber jetzt erst mal zum Buch. Ihr wollt ja nicht die Katze im Sack kaufen… ähm.. gewinnen…

Die Rezepte

Die über 50 Rezepte sind im Inhaltsverzeichnis eingeteilt in folgende Kategorien: „Gruß aus der Weinküche“, „Beilagen für alle Weinlagen“, „Tierisches Weinvergnügen“, „Meer Wein!“, „Dessert-Wein“ und „Standards nicht nur für die Weinküche“. Kreative Titel, gefällt mir!
Eine kleine Kritik: Praktisch wäre gewesen, wenn man die Rezepte, die in die entsprechenden Kategorien gehören, im Inhaltsverzeichnis direkt dazu geschrieben hätte, statt sie im hinteren Teil des Buches zu verstecken…

Ich habe mir drei Rezepte ausgesucht, die ich euch in den vergangenen Tagen bereits vorgestellt habe:

(Zum Rezept gelangt ihr, wenn ihr aufs Bild klickt.)

Von allen drei Gerichten war ich positiv überrascht, geschmeckt haben sie uns alle sehr gut. Sie waren einfach nachzukochen und man benötigt nur wenige Zutaten.

Verlockend klingen noch die „Lammkoteletts mit Rotwein-Kräuter-Butter“, die „Seezunge mit Schampus-Krabben und Lauch-Linguine“ und das „Zarte Rehfilet mit Winterfrüchten und Schokoladen-Rotwein-Sauce“.

Die Cartoons

Peter Gaymann ist bekannt für seine lustigen gelben Hühner, sein „Huniversum“. Vielleicht kennt ihn auch die ein oder andere Brigitte-Leserin: die „Paar Probleme“ sind auch von ihm. (Das Ehepaar und auch das ein oder andere Huhn begegnet einem auch in dem Kochbuch.) Ich hatte die Ehre, Peter Gaymann in seinem Atelier in Köln zu besuchen als er mir netterweise das Ei-Kochbuch signiert hat. 🙂

Ich muss bei seinen Bildern manchmal laut lachen, zumindest aber schmunzeln. Das Kochbuch enthält viele ganzseitige Zeichnungen. Da füllt zum Beispiel ein beleibter Koch ein Huhn mit Wein ab: Während der Koch verschmitzt lächelt, sieht das Huhn mit rotem Gesicht und Sternen überm Kopf ziemlich beseelt aus.
Oder das Ehepaar in der Küche: Sie schaut in den offenen Kühlschrank und fragt ihren Mann: „Soll ich wieder mal chinesische Reispfanne machen?“ Er, während er vor seinem Weinregal steht: „Da hab ich nix Passendes zu.“ Herrlich!
Zum Rezept „Forelle blau“ serviert uns Gaymann einen leicht beschwipsten Fisch, der sich – ein Glas Wein in der Flosse – an einem Laternenfahl festhalten muss. Sympathisch!

Zusätzlich gibt es auf einigen Rezepte-Seiten ein paar kleinere Zeichnungen. Zum Beispiel sieht man eine Ente, bei deren Schatten es sich um eine Flasche Wein handelt. Oder eine Köchin und eine Flasche Wein, die sich wie ein verliebtes Pärchen in die Arme laufen.

Eine kleine Kritik soll mir erlaubt sein: Etwas schade ist, dass eine Flasche Wein einfach nicht so attraktiv aussieht und zu malen ist wie so ein Huhn. Liegt in der Natur der Sache, aber aus dem Grund find ich, bezogen auf die Cartoons, das Hühner-Kochbuch schöner.

Fotos & Gestaltung

Die ganzseitigen Fotos lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Die Gerichte sind perfekt in Szene gesetzt: Das Foodstyling ist edel, meist dezent und die Komposition der Bilder sehr stimmig. Was das Spiel mit Tiefenschärfe und Licht angeht, verblasse ich auch dieses Mal wieder vor Neid. Wie toll wäre es, wenn die Fotografin Justyna Krzyżanowska mich mal unter ihre Fittiche nähme, von ihr könnte ich noch vieles lernen!

Das Gleiche gilt für die Gestaltung des Kochbuches, für die auch Justyna Krzyżanowska verantwortlich zeichnet. Auch hier trifft sie meinen Geschmack: Die Seiten sind sparsam gefüllt. Neben den ganzseitigen Foodfotos findet man die Rezepte übersichtlich gegliedert in Zutatenlisten und Zubereitungsmethoden (die Zutaten darin praktischerweise fett gedruckt). Als Fußnote gibt’s hier und da „Léas Tricks“.

Neben den Rezepten, Fotos und Zeichnungen gibt es zwischendurch immer mal wieder Infos über Weine: Zum Beispiel über die Herkunft von Portwein, über die Frage, warum man zu Fisch eher Weißwein serviert oder was Strohwein ist (von dem ich bis dahin noch nie gehört habe…).

Teilnahmebedingungen

Wenn ihr das Kochbuch „Wein muss rein!“ gewinnen möchtet, hinterlasst unter diesem Beitrag hier bitte bis zum 7.11.2015 (24 Uhr) einen Kommentar (dafür einfach oben auf die Sprechblase klicken), in dem ihr mir verratet, bei welchen Gerichten für euch „Wein rein muss“.

Den Gewinner/die Gewinnerin wähle ich unter allen Teilnehmern am 8.11.2015 mit Hilfe der Internetseite random.org aus und gebe ihn/sie dann hier bekannt.

Datenschutz: Wenn ihr auf meinem Blog einen Kommentar hinterlasst, sieht man nur den Namen, den ihr im Kommentarfeld eingebt (kann also auch ein Fantasiename sein). Die Email-Adresse sehe nur ich, sie ist nicht öffentlich. Die Adresse, die ihr mir für den Versand des Buches zuschickt, gebe ich nicht an Dritte weiter und lösche sie anschließend. Das Buch versende ich als Büchersendung über die Deutsche Post. Für den Versand übernehme ich keine Haftung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Vielen Dank an den ars vivendi Verlag, der mir kostenlos ein Rezensions- und Verlosungsexemplar zur Verfügung gestellt hat!

Viel Glück!
Eure Julia

Rote Bete Püree

Rote Bete Püree

Zur Roten Bete hatte ich bisher ein, sagen wir mal, gespaltenes Verhältnis. Ich finde die Farbe total schön, hatte den Geschmack aber als etwas muffig, erdig in Erinnerung. Daher habe ich sie eigentlich auch nie wieder zubereitet (abgesehen von diesem Rote Bete Carpaccio).

Und wisst ihr, welches Gemüse auf unserem Acker uns die reichste Ernte beschenkt hat? Rote Bete. Ich habe zahllose Knollen verschenkt und nur einen Bruchteil eingefroren. Sehr dumm. Denn dieses Rezept habe ich erst jetzt entdeckt. Wieder war ich skeptisch… – bis ich schließlich den ersten Löffel probierte. Ich war baff. Dass dieses farblich hübsche Püree so köstlich ist, hätte ich nicht gedacht!
Die Rote Bete wird in rotem Portwein (!) ganz weich gekocht, bevor sie mit etwas Salz, Zucker, Balsamico, Butter und Olivenöl gewürzt wird. Das Püree ist ziemlich süß und Herr Löffelgenuss und ich haben überlegt, dass man es fast auch als Dessert servieren könnte. Ansonsten schmeckt es hervorragend zu dunklem Fleisch.
Das Rezept stammt aus dem Kochbuch „Wein muss rein“ (geiler Titel, nä?). Die Rezepte sind von Léa Linster, der Cartoonist Peter Gaymann hat das Buch ganz wunderbar illustriert. Neben diesem Rote Bete Püree hab ich noch die Artischocken in Weißwein nachgekocht und Garnelen in Cognac. Beide Gerichte schmecken ebenfalls fantastisch! Rezepte folgen.

Und wisst ihr, was das Beste ist? Ihr könnt das Kochbuch nächstes Wochenende auf meinem Blog gewinnen! Ich schreibe gerade an einer Rezension, sobald die veröffentlicht ist, könnt ihr euer Glück versuchen. Falls ihr schon mal eine Ahnung davon haben möchtet, wie die Kochbücher des Duos Linster/Gaymann aussehen, dann schaut mal hier: ihr erstes Werk, „Das Gelbe vom Ei“, hab ich schon rezensiert.

Bis dahin wünsche ich euch viel Spaß beim Nachkochen!
Eure Julia

Rezept für Rote Bete Püree
(für etwa 6 Portionen)

300g Rote Bete
½ Liter roter Portwein
Meersalz
1 großzügige Prise Zucker
50g Butter
einige Tropfen Balsamicoessig (ich hab etwa 1 EL benutzt)
1 TL Olivenöl

Die Rote Bete schälen, waschen und würfeln (Achtung: rote Hände! Ich find’s lustig, ihr könnt beim Verarbeiten aber auch Einweghandschuhe tragen).

Die Rote Bete in einen Topf geben und den Portwein hineingießen. Die Stücke sollten knapp mit dem Portwein bedeckt sein. Eine Prise Meersalz und Zucker hinzugeben und die Rote Bete bei mittlerer Hitze sehr weich kochen (dauert etwa 45 Minuten).

Die Rote Bete in einem Sieb abgießen und den Portwein auffangen. Dann könnt ihr (wie ich) später noch ein bisschen unter das Püree rühren oder kalt stellen und zum Beispiel fürs nächste Bratengericht nutzen.

Die Rote Bete etwas ausdampfen lassen und dann mit einem Pürierstab oder Mixer glatt pürieren (Achtung: wenn’s spritzt, die Farbe färbt ganz schön stark…). Léa Linster passiert das Püree noch mal durch ein feines Haarsieb (Sterneköchin halt). Das war mir eine zu große Sauerei. Das Püree schmeckt auch ohne diesen Arbeitsschritt.

Das Püree mit Butter, Balsamico, noch mal etwas Salz und ein wenig Olivenöl abschmecken und glatt rühren.

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Rezension: „Rezepte für einen italienischen Sommer“

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Wie ihr wisst, probiere ich gerne neue Rezepte aus. Gerne Rezepte aus fernen Ländern mit unzähligen exotischen Gewürzen. Aber wenn ihr mich fragt, welche der großen Welt-Küchen mir am besten gefällt, muss ich zugeben, dass ich die italienische (bzw. mediterrane) Küche am liebsten mag. Sie ist verlässlich gut, kreativ aber nicht sehr aufwendig, bietet viel Abwechslung und hat die besten Klassiker – nämlich Antipasti, Pasta und Pizza 🙂

Daher habe ich mich wahnsinnig gefreut, als ich vor einigen Wochen eine sehr nette Email von Edel Books in meinem Postfach fand, mit der Frage, ob ich mir ihr Kochbuch „Rezepte für einen italienischen Sommer“ mal anschauen möchte. Nachdem ich im Netz fast ausschließlich gute Besprechungen über den Nachfolger des Bestsellers „Der Silberlöffel“ („die Bibel der italienischen Küche“) fand, war ich neugierig…

Mein erster Eindruck
Als ich das Paket öffne, bin ich erst mal beeindruckt: Ich halte einen über 400 Seiten starken, schweren Brocken in meinen Händen, der mir auf den ersten Blick gefällt: Ein schlichtes, schön illustriertes, stabiles Cover mit Schutzumschlag (für die Küche ganz nützlich…), ein hochwertig verarbeitetes Buch mit Fadenbindung, Lesebändchen und festem Papier.
Beim ersten Durchblättern spricht mich das Layout an: die Schreibmaschinenschrift, das zarte hellgrau der weiß umrandeten Seiten sowie die großformatigen Fotos von der italienischen Landschaft und den Gerichten. Aber ich bin auch gleichzeitig erschlagen von so vielen Rezepten und weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Über 350 italienische Rezepte bietet das Kochbuch!

Struktur
Die Kapitel sind in interessante, ungewöhnliche Kategorien unterteilt: „Picknick“, „Salate“, „Grillen“, „Leichte Mittag- und Abendessen“, „Sommerfeste“, „Desserts“ und „Eiscreme und Getränke“. Das hört sich erst mal schön an, aber: Man kann doch sowohl auf Sommerfesten als auch bei einem Picknick Salate essen und auch grillen, oder? Und ist nicht Eiscreme auch ein Dessert? Die Einteilung der Rezepte erschließt sich mir nicht. Ich kann besser mit klassischen Kategorien wie „Suppen“, „Salate“, „Pasta“ oder „Fisch“ und „Fleisch“ arbeiten. Daher bin ich erst mal etwas überfordert und beschließe, mich einfach durch das Kochbuch treiben zu lassen.

Layout & Fotos
Das Layout des Kochbuchs ist sehr schlicht und konsequent. Alle Seiten haben, wie oben schon geschrieben, einen weißen Rand und die Textseiten einen hellgrauen Hintergrund. Das lässt das Layout sehr luftig und aufgeräumt wirken, gefällt mir sehr gut.
Die Darstellung der Rezepte ist klassisch: links die Zutatenliste, rechts wird die Zubereitung beschrieben.
Nett ist, dass unter jedem deutschen Rezept-Titel die italienische Übersetzung steht: „Spaghetti freddi al tonno ed erba cipollina“ klingt viel besser als „Kalte Thunfischspaghetti mit Schnittlauch“ oder? 🙂 So lernt man quasi nebenbei noch ein bisschen Italienisch und wenn man die Titel laut ausspricht, etwas Singsang einfließen lässt und das „r“ schön rollt, fühlt man sich gleich wie eine Italienerin. Bene, eh?! 😉

Leider wurden nur wenige Gerichte fotografiert. Im Kapitel „Leichte Mittag- und Abendessen“ sind es gerade mal zwölf von über 70 Gerichten. Schade, ich lasse mich am ehesten von „leckeren“ Fotos inspirieren – vor allem, wenn sie gut sind. Und das ist hier meistens der Fall:
Die großformatigen Fotos von Rezepten und Zutaten (Andy Sewell) und von Italien (Joel Meyerowitz) gefallen mir ausgesprochen gut. Die Landschaftsfotos wecken die Sehnsucht nach Italien und man möchte direkt den Koffer packen und Richtung Süden fahren.
Das Foodstyling der Gerichte ist klar, ohne viel Schnickschnack, rustikal, italienisch, appetitlich.
Die schlichten, fast stillleben-ähnlichen Bilder gefallen wir besonders gut (vielleicht gerade deshalb, weil sie mir selbst nie gelingen?). Zum Beispiel die roten Lauchzwiebeln auf einem einfachen Holzbrett oder das lodernde Feuer in einem Steingrill. Sehr schön.

Texte & Rezepte
Bei den Einleitungstexten zu den Kapiteln fehlen mir leider der gewisse Pfiff und ein roter Faden. Die Texte erzählen keine Geschichten und vermitteln keine Atmosphäre von Land und Leuten. Das finde ich schade. Man hätte den Leser mitnehmen können auf eine Reise in die alten und modernen Küchen Italiens – so wie es die Fotos tun. Ich erfahre gerne, woher ein Rezept kommt, warum es in ein Kochbuch aufgenommen wurde und vielleicht den ein oder anderen besonderen Trick bei der Zubereitung. Ich könnte mir vorstellen, dass es einfach keinen Platz mehr gab für ausschweifende Geschichten. Dafür enthält das Buch einfach zu viele Rezepte.

Auffällig ist, dass sich die Zutatenliste bei jedem Rezept in Grenzen hält. Ein tolles Gericht entsteht also schon aus einigen wenigen Zutaten. Die Zubereitungsmethoden sind gut verständlich beschrieben, da kann nix schiefgehen.

Folgende Rezepte habe ich nachgekocht und werde sie euch in den nächsten Tagen hier vorstellen. Soviel sei vorab verraten: Sie waren allesamt köstlich! 🙂

Crostini mit Salsiccia und Stracchino
Bresaolaröllchen mit Paprika
Sardische Brotsuppe
Basilikumsorbet

Mein persönliches Fazit
Alle Rezensionen von „Rezepte für einen italienischen Sommer“, die ich gelesen habe, waren positiv. Und dann handelt es sich auch noch um den Nachfolger eines Bestsellers. Meine Erwartungen waren vermutlich zu groß. Ich bin mir auch sicher, dass der ein oder andere meine Meinung nicht teilt. Und ich bin mir auch sicher, dass die Redaktion dieses Kochbuch mit großem Ehrgeiz gestaltet hat. Aber ich habe mir vorgenommen, ehrlich zu sein. Mir tut es Leid, das zu schreiben, aber meinen Geschmack trifft das Kochbuch als Gesamtkunstwerk bedauerlicherweise nicht 🙁
Mich erschlägt die Menge an Rezepten, das Buch wirkt auf mich eher wie ein Nachschlagewerk als wie ein (inspirierendes) Kochbuch. Und mir fehlt bei den Rezepten die persönliche Note, das „Gesicht“ hinter dem Rezept. Solche Geschichten machen Rezepte – neben den Fotos – für mich authentisch und ich habe Lust, sie nachzukochen.
Was Kochbücher angeht, bin ich sehr visuell. Ich brauche Bilder, um mich inspirieren zu lassen. Die meisten Bilder gefallen mir zwar gut, aber es sind einfach viel zu wenig. Bei Löffelgenuss (wie auch in allen anderen Foodblogs) hat jedes Rezept ein eigenes Foto. Klar kann man in einem Kochbuch (dieser Größe) nicht jedes Gericht fotografieren, aber dann lieber weniger Gerichte, aber dafür mehr Fotos, finde ich.
So. Jetzt fühle ich mich schlecht, weil ich so wenig Positives schreiben konnte. Aber es war nun mal meine Meinung gefragt. Am besten ihr bildet euch eine eigene Meinung. Vielleicht kennt der ein oder andere das Kochbuch auch schon? Wie ist eure Meinung?

Liebe Grüße
Eure Julia

p.s. Das Kochbuch wurde mir kostenlos und unaufgefordert vom Verlag zur Verfügung gestellt. Für die Rezension habe ich kein Honorar bekommen und sie spiegelt meine ganz persönliche Meinung wider. 

Rezension „Die portugiesische Küche“

Portugiesische Küche
Heute möchte ich euch ein ganz wunderbares Kochbuch vorstellen: Und zwar „Die portugiesische Küche“ von Alexandra Klobouk und Rita Cortes Valente de Oliveira, das erst kürzlich im Kunstmann-Verlag erschienen ist.

Als der Verlag mich fragte, ob ich das Kochbuch unverbindlich anschauen wollte, habe ich direkt zugesagt: Wir waren letzten Sommer in Portugal und da war ich natürlich neugierig, was es in dem Kochbuch so zu entdecken gibt.

Das Cover
Das warme, fröhliche Gelb des Covers springt einem schon von Weitem ins Auge und macht direkt gute Laune. Und die Zeichnung der reich gedeckten Familien-Tafel auf dem Titel macht Lust auf mediterrane Küche. Das gebundene Buch lässt sich gut anfassen und macht einen hochwertigen Eindruck: Fadenbindung, festes Cover, eingestanzter Titel, dickes Papier (solche haptischen Sachen mag ich gerne).

Inhaltsverzeichnis & Einleitung
Die Gestaltung des Inhaltsverzeichnisses spricht mich leider nicht so sehr an. Bisschen… wie soll ich sagen? Langweilig? Oder es liegt an der gewählten Schriftart? Finde aber auch, dass Inhaltsverzeichnisse generell schwer zu gestalten sind…
Darüber hinaus enthält das Inhaltsverzeichnis nur die Besonderheiten eines jeden Kapitels (z.B. „Bacalhau selber machen“ oder „Kleine Sprachkunde: Paprika auf Portugiesisch“), nicht aber eine Übersicht aller Rezepte. Schade, so kann man nicht mal eben nach einem Gericht suchen.

Los geht’s mit einer Einführung in die Küche Portugals. „Portugiesisches Essen ist traditionell bodenständig und pur. Hier dürfen die Zutaten noch so schmecken, wie sie sollten – nach sich selbst“, schreibt Rita Cortes Valente de Oliveira und erzählt uns von den geographischen Voraussetzungen für diese Küche (viiieeel Küste, grüne Hügel, kalte Winter im Norden, fast nordafrikanische Wärme im Süden). Dann erklärt sie, wie das Kochbuch aufgebaut ist. Schade. Ich hätte mir hier noch mehr Einblicke in die portugiesische Küche oder Kultur gewünscht. Den Aufbau hätte man besser ins Inhaltsverzeichnis nehmen können.

Das Kapitel „Über dieses Kochbuch“ von der Kulturillustratorin Alexandra Klobouk beschreibt auf schöne Art, wie das Kochbuch entstanden ist: „Diesem (…) ersten gemeinsamen Kochen mit anschließendem Gelage folgten viele weitere Abende, an denen Rita wunderbare Rezepte und deren Geschichten mit mir teilte – sowie viele Flaschen guten portugiesischen Weins, von dem man nie Kopfweh, aber immer gute Ideen bekommt.“. (Das mit den Ideen kann nur unterstreichen!) Genau so wie diese Entstehungsgeschichte wirkt dieses Buch übrigens auch: authentisch.

Die Illustrationen
Ich habe ja gerade erst ein anderes Kochbuch rezensiert, das mit Illustrationen daherkommt („Das Gelbe vom Ei“). Man kann die beiden Kochbücher aber überhaupt nicht vergleichen.
Die Illustrationen von Alexandra Klobouk sind – wie die von Peter Gaymann – auch witzig, aber auf ganz andere Weise. Sie sind gröber, wirken spontan, als hätte sie sie einfach aus dem Handgelenk geschüttelt. Man sieht den Bildern die Leidenschaft fürs Zeichnen und für Genuss an, finde ich. Klingt komisch, ist schwer zu beschreiben… Ich versuch’s mal:

Bei den „Grünen Bohnen im Teigmantel“ hat sie eine Schale lächelnder Bohnen in die Bildmitte gezeichnet. Unten auf der Seite sieht man einen Angler, der sich die Bohnen vom Teller angelt (mit einer Gabel als Köder 😉 ) und genüsslich in seinen Mund befördert. Der Angler hat die Augen geschlossen und sieht aus, als würde er die Bohnen richtig genießen.
Noch ein schönes Beispiel ist die Illustration zu Pica-Pau (pikante Fleischhappen), mit der Alexandra Klobouk eine Theorie zur Namensgebung des Rezeptes entwickelt (Pica-Pau heißt ‚Specht’ auf Portugiesisch). „Wenn der Hunger wie in kleiner Specht am Bauch pickt, gibt es am besten Pica-Pau“, steht handschriftlich neben der Zeichnung, auf der man einen Mann „mit Bauch“ sieht, auf dem ein kleiner Specht sitzt und am Bauch pickt. Darunter die weitergedachte Konsequenz: eine Pfanne mit Pica-Pau (auf einen Baumstumpf gestellt) auf der wieder der kleine Specht sitzt und die Fleischhappen mit seinem spitzen Schnabel aufpickt. „Mit Zahnstochern kann man die Happen picken wie ein kleiner Specht“, steht daneben.

Die Fotos
Die Fotos muss man in zwei Kategorien einteilen: einmal gibt’s da die fotografierten Gerichte und einmal „Impressionen“, nenne ich es mal (Fotos: Mariana Veloso und Ricardo Jorge Pereira).

Die Fotos der Gerichte (sind nicht so viele, nicht jedes Gericht wurde fotografiert) passen vom Foodstyling her sehr gut zum Buch und zur portugiesischen Küche: Allesamt sind sie sehr rustikal, ohne viel Schnickschnack. Sehen aus als hätte der Fotograf mal eben abgedrückt und direkt ein gutes Bild im Kasten (vermutlich ist es nicht so…). Mir persönlich gefallen zugegebenermaßen die „inszenierten“ Bilder besser, aber hier sind die authentisch wirkenden Bilder genau passend.

Die „Impressionen“-Bilder geben dem Kochbuch Atmosphäre und machen Lust auf Portugal. Sehr schön finde ich zum Beispiel diese Doppelseite: links eine ganzseitige Nahaufnahme von frischen Sardinen auf einem Grill, rechts davon zwei große Querformat-Fotos: eine junge Frau, die einen Teller in der einen Hand hält (auf dem man gegrillten Fisch, Brot und Salat sieht) und die sich mit der anderen Hand die Finger ableckt. Total natürlich, wie ein Schnappschuss. Darunter ein Foto von einem Mann und einer Frau, die sich mit rustikalen Wein-Gläsern zuprosten, im Hintergrund erkennt man verschwommen einen Strand.
Jetzt hätte ich Lust, Fisch zu grillen und dazu ein Glas Weißwein zu trinken. Wenn Fotos genau das schaffen, finde ich, sind sie gut.

Aufbau, Gestaltung und Texte
Jedes Kapitel – wie zum Beispiel Suppen, Fisch, Fleisch, Beilagen – beginnt mit einer kleinen Einführung. Mit sehr sehr schönen Texten. Wie zum Beispiel im ersten Kapitel: Es widmet sich den „Petiscos“, den Appetithappen (schönes Wort!): „Petieschkuusch – das klingt nach kleinen, feinen Dingen, nach picken, knabbern und probieren…. Eine wörtliche Übersetzung gibt es dafür nicht. Es bedeutet soviel wie: kleine Leckerei. Und das sind sie – kleine Portionen von kalten und warmen Vorspeisen, regional und saisonal unterschiedlich. Sie vereinen auf köstliche Weise zwei der liebsten Beschäftigungen der Portugiesen: essen und beisammen sein.“

Ein anders Beispiel ist der letzte Satz in der Einleitung des Suppen-Kapitels: „Blättern Sie um und lassen Sie sich Bauch und Herz erwärmen!“ Wie schön geschrieben! Der Einladung folge ich gerne :-).

Die Präsentation der Rezepte ist recht klassisch, jedes Rezept bekommt eine ganze Seite: links eine Zutatenliste, rechts daneben die Anleitung für die Zubereitung. Dass die Seite somit eine große Weißfläche hat, finde ich gut (gibt nix schlimmeres als „Bleiwüsten“…). Ab und zu gibt es auf der Seite noch eine kleine Schwarz-Weiß-Zeichnung von im Rezept verwendeten Zutaten. Nett. Manchmal stehen unter dem Rezept noch ein paar Tipps oder kleine Anekdoten. Auch nett.

Die Rezepte stehen immer auf der linken Seite des Buches, rechts gibt es ganzseitig entweder eine Zeichnung oder ein Foto vom Gericht. Diese Konsequenz mag ich. So kann man das Kochbuch gut durchblättern und gezielt nach Rezepten gucken (das Auge muss dann nicht immer von rechts nach links oder oben nach unten springen).

Zwischen den Rezepten gibt es immer mal wieder Doppelseite mit den oben beschriebenen „Impressionen“- Fotos oder Zeichnungen, zum Beispiel wie man Bacalhau selber zubereitet. Sehr schön!

Die Rezepte
Jedes Rezept, das eine Chance hat, nachgekocht zu werden, bekommt ein Post-it.
Je mehr Post-its ein neues Kochbuch also von mir bekommt, desto besser gefällt es mir in der Regel. „Die Portugiesische Küche“ steht mit 25 Post-its an zweiter Stelle (die meisten Post-its hatte bisher das „Genussvoll vegetarisch“).

Drei Rezepte habe ich direkt am ersten Abend für ein „petiscar“ (=gesellige Runde, die kleine Köstlichkeiten miteinander teilt) nachgekocht: eine Gaspacho mit Erdbeeren , Pica-Pau und Gambas Piri-Piri. Die Tage habe ich dann noch zwei weitere Rezepte ausprobiert: Schweinefilet in Portwein, dazu einen Reis mit dunklen Zwiebeln.
Soviel kann ich schon verraten: Alle Gerichte waren köstlich und erhalten das „mhmlecker-Siegel“ 😉 Und ich werde sie euch natürlich in den nächsten Tagen hier vorstellen.

Gaspacho mit ErdbeerenPica-PauGambas Piri Piri Schweinefilet in Portwein Zwiebel-Reis

Falls ihr wissen möchtet, welche Rezepte mir u.a. noch gefallen haben: Die folgenden Gerichte werde ich im Laufe des Sommers sicherlich noch ausprobieren und wenn sie gut sind, dürft ihr euch auch hier auf einen Bericht freuen.

  • Marinierte Sardinen
  • Tomatensuppe aus dem Alentejo (mit Bauchspeck und Chourico)
  • Reis mit Meeresfrüchten (hat Herr Löffelnuss in Lissabon gegessen, köstlich!)
  • Gegrillter Bacalhau mit Knoblauch-Olivenöl-Sauce
  • Caldeirada (berühmter geschichteter Fischtopf)
  • Degenfisch mit gebackenen Bananen (haben wir auf Madeira gegessen, genial!)
  • Frango Piri-Piri (gegrilltes, plattes Huhn. Gibt es in Portugal an jeder Ecke…)

Hach, ich könnte noch stundenlang weiterschreiben. Aber euch brennen sicher schon die Augen vom Lesen (bissl lang geworden der Text…). Ein Fazit brauche ich wohl nicht zu ziehen, ihr habt sicherlich gemerkt, dass mir das Buch richtig gut gefällt. Es macht Lust auf die Küche und Kultur Portugals, es wirkt ehrlich und die nachgekochten Gerichte haben uns alle wirklich gut geschmeckt. Das Kochbuch kostet im Handel 30 Euro. Ich finde, es ist seinen Preis wert.

(Der Ordnung halber schreibe ich noch mal, dass ich das Kochbuch kostenlos und unaufgefordert vom Verlag erhalten habe (ohne Honorar). Selbstverständlich habe ich mir aber vorbehalten, das Buch ganz unabhängig zu besprechen – ob positiv oder negativ.)

Tchau e bom apetite!
Eure Julia

 

Blogger schenken Lesefreude

Blogger_Lesefreude_2014_Logo
Liebe Leserinnen und Leser,

ich bin ganz hibbelig… Euch erwartet nämlich etwas ganz Tolles, etwas „Huhnglaubliches“ 😉
Nächste Woche Mittwoch, am 23. April 2014, findet hier auf meinem Foodblog eine ganz tolle Aktion statt: Wie schon im letzten Jahr nehme ich an der Aktion „Blogger schenken Lesefreude“ teil, die zwei Bloggerinnen anlässlich des „Welttag des Buches“ ins Leben gerufen haben. Und ich kann selber kaum glauben, welch’ besonderen Schatz ich dieses Jahr verlose! Aber dafür muss ich ein bisschen ausholen:

Ich wusste schon seit Mooonaten, dass ich wieder an der Aktion teilnehmen möchte. Vor einigen Wochen fing ich dann an, darüber nachzudenken, was ich eigentlich diesmal verlosen wollte. Ich dachte und dachte und dachte… Mir fiel nix ein. Langsam wurde ich schon nervös… Aber dann spielte mir der Zufall in die Hände:
Letzte Woche lag ich (ziemlich erschöpft von einer Dienstreise) auf dem Sofa und schaute die WDR-Lokalzeit Köln. Ich döste so vor mich hin bis plötzlich so ein gelbes Huhn und Léa Linster über den Bildschirm flimmerten. Das Huhn kannte ich, die Köchin natürlich auch. Aber wieso kommt das in der Kölner Lokalzeit? Was ist an den beiden kölsch!? Ich stellte den Fernseher etwas lauter und fand ganz toll, was ich da erfuhr: Der Cartoonist Peter Gaymann, dessen lustige Hühner sicher einige von euch kennen (wahlweise kennt ihr auch die „Paar Probleme“ aus der Brigitte, die zeichnet er nämlich auch) hat anscheinend zusammen mit der luxemburgischen Köchin ein Kochbuch rund ums Huhn herausgegeben. In meinem Kopf machte es „ping“. Genau! Das ist DAS Buch, das ich gerne bei „Blogger schenken Lesefreude“ vorstellen und verlosen möchte. Vor allem deswegen, weil ich gerne wieder einen kölschen Bezug in meiner Kochbuchvorstellung hätte (letztes Jahr habe ich „Kölsche Tapas“ verlost, könnt ihr hier nachlesen). verlinken
Ganz spontan, noch vom Sofa aus, habe ich Peter Gaymann und dem Ars Vivendi Verlag eine Email geschrieben, ihnen die Aktion erklärt und mich und meinen Blog kurz vorgestellt mit der Frage, ob sie mir für die Aktion ein Exemplar zur Verfügung stellen könnten. Tja, was soll ich sagen? Machen sie gerne! Zu gewinnen gibt es hier nächste Woche das druckfrisch erschienene Kochbuch „Das Gelbe vom Ei. Huhnglaubliche Rezepte“ von Léa Linster und Peter Gaymann. Juchu!!

Also, ich freue mich, wenn ihr teilnehmt! Alle weiteren Infos zum Gewinnspiel sowie eine ausführliche Rezension gibt’s hier am Mittwoch. Ach ja: Ich bin natürlich nicht die einzige Bloggerin, die ein tolles Buch verlost. Es machen wieder rund 1.000 Bloggerinnen und Blogger aus ganz Deutschland mit – und die verlosen auch ganz wunderbare Bücher. Schaut mal auf der Internetseite der Aktion, dort gibt es eine Liste mit allen Büchern, die verlost werden. Vielleicht habt ihr ja woanders (auch) Glück.

Bis dahin wünsche ich euch ein schönes Osterfest!
Eure Julia