Ein französischer Küchenklassiker: Coq au vin

Coq au vin

//Ein ganz besonderer Gastbeitrag von Herrn Löffelgenuss//

Coq au vin – ein Klassiker der französischen Küche ist ja per se erhaben über jedwede Legitimationsnot bezüglich der Aufnahme in einen Koch-Blog. Dass dieses Gericht nun aber seinen Weg in den löffelgenussschen Kanon verbloggenswerter Gerichte findet und ich den neuerlichen Ruf erhielt, hier ein Rezept gastbeizutragen hat aber einen – und damit ruiniere ich mein mit Fußballnudeln und Burgern auf den Weg gebrachtes Image – romantischen Grund. Aber sind wir ehrlich, seit Dr. Oetker mit penetranter Werbegewalt seinen Finger-Food-für-Fäuste-Pizza-Burger in den Markt zu drücken versucht und dafür männliches Essverhalten als nur knapp dem von Primaten überlegen darstellt, ist es Zeit für einen Imagewechsel…

Die Zeitreise führt in eine Zeit als mein Facebook-Status „Single“ lautete und die Inhaberin dieses Blogs bei mir zum Essen eingeladen war. Und da ich in Ermangelung an Virtuosität nicht damit rechnen konnte, mit Chopin-Etüden am Flügel zu beeindrucken (ok, auch in Ermangelung eines entsprechenden Instruments) oder mit romantischer Rilke-Rezitation (wirkt bei mir irgendwie unglaubwürdig, außerdem muss ich dabei an den Loriot-Sketch im Flugzeug denken, in dem Heinz Meier stilsicher einen Rilke-Vers mit dem Reim: „Ich muss die Nase meiner Ollen an jeder Grenze neu verzollen“ kontert. Zum Nachschauen, ca. bei Minute 5 bei Youtube), musste ich alle Hoffnung in meine Koch-Kunst setzen. Die Tatsache, dass ich diese Zeilen hier als Herr Löffelgenuss verfasse, zeigt, dass dieses Gericht offenbar überzeugen konnte. Und haben wir es nicht schon immer gewusst? – Liebe geht eben doch durch den Magen!

Bon Appétit!
Felix

Rezept Coq au vin:

Zutaten

(für 4-6 Portionen)

Butter und Olivenöl zum Anbraten

6-8 Hähnchenkeulen, halbieren (man kann auch Hähnchenbrust ergänzen, falls jemand am Tisch Probleme mit Knochen hat)

100g Bacon (als Streifen oder Würfel)

4-5 Schalotten, geviertelt

300-400g (je nach Pilzaffinität) braune Champignons, je nach Größe halbiert oder geviertelt

2 Knoblauchzehen, hauchfein aufgeschnitten oder durch eine – in der haute cuisine verpönte – Knoblauchpresse drücken

Cognac oder Weinbrand zum flambieren

400ml trockener Rotwein

Brühe zum Aufgießen (ca. 200-300ml)

Frische Kräuter, the usual suspects wie Thymian, Oregano, Majoran, Lorbeer (darf auch getrocknet sein), Rosmarin (kann recht dominant auftreten, wenn dann eher konservativ dosieren) wer’s mag auch Estragon und/oder Basilikum (ich find’s zu diesem Gericht eher unpassend)

Salz, Pfeffer

etw. Mehl, kalte Butter für die Bindung

Zubereitung:

Ein offenes Wort zum Thema Hähnchenkeulen bevor es losgeht: Ich gehe grundsätzlich davon aus, dass dem Einzelhandel kein wirtschaftlich selbstzerstörerischer Altruismus innewohnt. Daher ist es mir ein Rätsel, wie es möglich ist, Hähnchenkeulen für 2,99 Euro anzubieten und dabei noch etwas zu verdienen. Also tut mir den Gefallen, und nehmt Hähnchenteile, die für einen nachvollziehbaren Preis angeboten werden, was bei Hähnchenkeulen ab ca. 8 Euro der Fall ist. Das Gericht funktioniert sonst einfach nicht und ihr solltet es doch mit Chopin oder Rilke versuchen. Der Zusatzhinweis bei Keulen „ca. 25% Rückenanteil“ ist definitiv kein Qualitätsmerkmal, versucht „reine“ Keulen zu bekommen.
Jetzt aber…

Einen schweren Schmortopf nehmen und Öl mit Butter erhitzen.

Hähnchenteile mit Salz und Pfeffer würzen, rundherum goldbraun anbraten (ca. 5-8 Min, ab und zu wenden) und wieder aus dem Topf nehmen.
Hitze auf Mittel reduzieren und Bacon, Zwiebeln und Pilze unter Rühren anbraten. Knoblauch hinzugeben und weitere 2-3 Minuten dünsten. Die Hähnchenteile zurück in den Topf legen und wieder etwas Hitze annehmen lassen.

Nun den Weinbrand hinzugeben (ca. nen Doppelten) und flambieren. Im Idealfall mit einem entsprechend langem Feuerzeug, sonst mit einem Streichholz. Vorsicht, das gibt eine kapitale Stichflamme, also schnell sein. Für den Effekt kann man natürlich vorher das Licht ausmachen, aber im Ernst, das Flambieren hat nicht nur einen Show- sondern tatsächlich auch einen geschmacklichen Effekt. Wer sich das Flambieren nicht zutraut, lässt den Weinbrand lieber komplett weg. (Haftung übernehmen wir nicht!!!)

Hähnchenteile nun ganz leicht mit Mehl bestäuben (durch ein Sieb), vorsichtig mit Wein aufgießen (evtl. Brühe ergänzen falls zu wenig Flüssigkeit im Topf ist) und aufkochen. Hitze reduzieren, Kräuter zugeben, Deckel drauf, eine Stunde schmoren lassen.

Nach einer Stunde die Kräuter entfernen, evtl. noch etwas den Sud reduzieren und am Ende etwas eiskalte Butter einrühren, um eine stärkere Bindung zu erreichen; aber auch für den Geschmack. Das Gericht im Schmortopf servieren und am Tisch vorlegen oder zur Selbstbedienung aufrufen.

Dazu einfaches französisches Bauernbrot und Feldsalat reichen.

Im Sommer eignet sich auch Weißwein als Grundlage. Dieser sollte dann aber eher kräftiger Natur sein wie z.B. ein Chardonnay oder wenn man es geografisch festmachen will, ist man mit einem Weißwein aus warmen Regionen relativ auf der sicheren Seite.

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“New York Street Food”
Green Smoothies

GreenSmoothie

Smoothie-Läden gibt es in den USA wirklich an jeder Ecke, nicht nur in New York. Eine ziemlich tolle Sache so ein Vitaminkick auf die Schnelle (vor allem, wenn man den ganzen Tag zu Fuß unterwegs ist…). Ich bin direkt dem Grünen Smoothie verfallen, der auch in dem kulinarischen Reiseführer New York Street Food vorgestellt wird. Ihr wisst ja, ich stehe nicht so sehr auf süße Sachen, da ist dieser eher herzhafte Drink für mich genau richtig.
Praktisch, dass unsere Gastgeberin in New York ebenfalls auf Grüne Smoothies stand und mir den Tipp gab, dass es direkt um die Ecke von unserem Apartment einen Laden gibt, der wirklich gute „grüne Energie-Bomben“ herstellt. So gab es für mich zum Start in den Tag erst mal einen Grünen Smoothie to go 🙂 Ohne den hätte ich vermutlich nicht so viele Kilometer zurücklegen können… Belohnt wurden wir aber mit tollen Eindrücken, wie hier zum Beispiel vom Empire State Building: 

  New York City Empire State Building  New York City Empire State Building New York City Empire State Building bei NachtNew York City Empire State Building bei Nacht 
So richtig neu war der Grüne Smoothie für mich allerdings nicht. Letztes Jahr tauchten Rezepte dafür in diversen Foodblogs auf und auch ich habe mich schon an einen grünen Smoothie gewagt. Allerdings unter dem Titel „Grüne Gazpacho“, weil meiner doch sehr herzhaft war und ein bisschen wie eine Gazpacho schmeckte…

Die Autoren von „New York Street Food“ schlagen folgendes Grundrezept vor, das in einem Standmixer zu einem sämigen Getränk gemischt wird:

Zutaten
(für 2 große Smoothies)

2 Handvoll frischer Blattspinat, geputzt und harte Stile entfernt
nach Geschmack Petersilie, Minze oder Koriander (ich hab ne Handvoll frische Minze und ein paar Blätter Koriander genommen)
1 reife Banane, geschält
½ Grapefruit (hab ich weggelassen)
100ml Orangensaft (ich hab 300ml frisch gepressten genommen)
100ml Milch

Zusätzlich hab ich noch einen Apfel (Granny Smith) und eine halbe (geschälte) Schlangengurke dazu gegeben.

In den USA hab ich noch diverse Zutaten probiert: Gut gefallen hat mir der Smoothie wahlweise noch mit Sellerie, mit Mandelmilch oder mit frischem Ingwer.

Lasst eurer Kreativität freien Lauf!
Eure Julia

P.s.: Ich musste gerade laut lachen: Wisst ihr, dass smoothie im Englischen auch „aalglatter Bursche“ heißt? Ich stelle mir gerade einen smoothie mit einem Smoothie vor… hihi…

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Gemüse-Couscous

GemüseCouscousIch verstehe nicht, warum ich dieses Gericht nicht öfter koche. Es lässt sich ganz fix zubereiten, schmeckt wirklich gut (ein bisschen ungewöhnlich) und ist dazu auch noch gesund. Aber irgendwie ist es in Vergessenheit geraden…, dabei habe ich es früher sehr häufig gekocht…. Heute also mein Gemüse-Couscous-Revival!

Guten Appetit!
Eure Julia

Zutaten
(für 3-4 Portionen)

125g Couscous
300g Zucchini, in dünne Scheiben geschnitten
300g Champignons (braun), in dünne Scheiben geschnitten
1 Bund Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
1 EL gelbe Currypaste
2 EL Limettensaft
1 Handvoll Basilikum-, Petersilien-, Korianderblätter
Salz
Olivenöl

Den Couscous nach Packungsanleitung zubereiten. Dafür zuvor die Currypaste in der Gemüsebrühe, die man fürs Couscous nutzt, auflösen.

Frühlingszwiebeln und Knoblauch in etwas Olivenöl andünsten. Zucchini und Champignons hinzu geben und 3-4 Minuten anbraten. Das Gemüse soll knackig bleiben und noch Biss haben.

Den Couscous hinzufügen und das Ganze bei kleiner Hitze etwa 5 Minuten schmoren lassen, dabei gelegentlich umrühren.

Vor dem Servieren die Kräuter untermischen und mit Limettensaft und Salz abschmecken.

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Rührei mit Lachs und Kräutern

Rührei mit Lachs und KräuternDas Ei und ich. Eine leidvolle Geschichte. Ich mochte bis vor kurzem keine Eier. Schon beim Geruch wurde mir komisch. Außerdem sehen Eier irgendwie merkwürdig aus…. Als Kind habe ich Eier nur weich gekocht, in einer Tasse zerkleinert mit Maggi zugeschüttet gegessen (schlimm nä?). Herr Löffelgenuss aber LIEBT Eier. Ein Ei am Morgen muss es MINDESTENS sein.

Ich wurde nach über 30 Jahren also langsam wieder an das Ei herangeführt. Das geht am besten in einer Form, in der man weder erkennt, dass es sich um Eier handelt, noch in der die Eier nach Eiern schmecken. Zum Beispiel als Rührei. Zum Beispiel mit diesem Rezept hier.

Das Rezept stammt ebenfalls aus dem Kochbuch „Mini-Cocottes“ und hat uns (mir als Eier-Skeptikerin!) wirklich gut geschmeckt. Einziger Kritikpunkt (eher an dem Kochbuch als an dem Rezept): Es ist mal wieder ein Gericht, das ich nicht in der Cocotte selbst zubereite, sondern bei dem die Cocotte einfach nur dafür sorgt, dass das Gericht schön serviert werden kann. Ich bin mir aber sicher, dass es sich in jeder anderen schönen Schüssel auch gut macht.

Ich wünsche euch noch einen schönen Sonntag!
Eure Julia

Zutaten
(für 4 Portionen)

4 Scheiben Baguette, getoastet
8 Eier
1 Zwiebel, fein gehackt
4 EL gemischte Kräuter, fein gehackt (ich habe mich für Schnittlauch, Dill und Liebstöckel entschieden)
100g Räucherlachs, in Streifen geschnitten
ca. 3 EL Frischkäse
3 EL Milch
ca. 30g Butter
Salz, Pfeffer

Die Cocottes im Ofen anwärmen und warm halten. 

Die Eier mit der Milch und den Kräutern verquirlen.

Die Butter in einer Pfanne bei niedriger Hitze zerlassen, die Zwiebelwürfel hinzugeben und andünsten bis sie glasig und weich sind (nicht knusprig und braun).

Die Eier sowie den Frischkäse (am besten löffelweise) hinzugeben und die Masse stocken lassen. Hin und wieder umrühren und am Ende mit wenig Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Lachsstreifen hinzu geben und alles zusammen in den Cocottes servieren.

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Tomatensuppe

TomatensuppeTomaten sind ja angeblich des Deutschen liebstes Gemüse. Also ich kann das bestätigen. Ich lieeebe Tomaten. Vor allem jetzt, wenn sie vollreif, saftig und richtig geschmackvoll sind. 

Tomatensuppe war schon als Kind eines meiner Lieblingsgerichte (ich erinnere mich, dass ich mir immer Tomatensuppe gewünscht habe, wenn ich vom Pfadfinderlager zurück kam…) und die Zeit für eine selbstgekochte Tomatensuppe ist jetzt genau richtig. Daher habe ich die Tage tonnenweise Tomaten angeschleppt: Ochsenherztomaten, Flaschentomaten, Romanatomaten, grüne Tomaten, schwarze Tomaten, gelbe Tomaten, Cocktailtomaten… – ich wollte dieses herrliche Frucht  gerne in ihrer vollen Schönheit und Vielfalt ablichten (Herr Löffelgenuss hat sich darüber sehr lustig gemacht. Gemein!). Die Fotos sind mir leider nicht so gelungen, wie ich sie mir vorgestellt habe… 🙁  

Aber dafür hatten wir gleich so viele Tomaten zur Hand, dass ich Unmengen an Tomatensuppe kochen konnte und nun vier Pakete fertiger Tomatensuppe im Tiefkühler liegen (herrlich!).

Tomatensuppenrezepte gibt es im Netz und Bekanntenkreis unzählige verschiedene. Zum Glück fiel mir in letzter Minute noch ein, dass ich in „Deutschland vegetarisch“ ein Rezept gelesen hatte, das mir gut gefiel (kennt ihr das Kochbuch? Stevan Paul und Katharina Seiser haben es herausgegeben, zwei sehr erfolgreiche Foodblogger. Ein tolles Buch! Mehr Infos gibt es auf dem Blog von Stevan Paul). Hier nun also ein Rezept für eine traditionelle deutsche Tomatensuppe.

Lasst es euch schmecken!
Eure Julia

Zutaten
(für 4 Personen)

800g reife Tomaten
1 Möhre
80g Fenchel
1 Zwiebel
4 EL Sonnenblumenöl (ich habe Olivenöl genommen)
1 EL Zucker
1 EL Tomatenmark
1 Lorbeerblatt
4 getrocknete Tomaten
1 L Gemüsebrühe (ich habe die Brühe weggelassen und daher mehr Tomatensaft genommen)
500ml Tomatensaft
Salz, Pfeffer
Kräuteressig (ich habe Rotweinessig genommen)
150g Schmand (ich habe Frischkäse genommen, den cremigen 😉 )
½ Bund Schnittlauch
je 4 Zweige Petersilie, Kerbel und Dill

Die Tomaten waschen, Strunk entfernen und grob würfeln.
Die Möhre schälen und in Scheiben schneiden.
Fenchel waschen und in Streifen schneiden.
Die geschälte Zwiebel grob würfeln.

Möhre, Fenchel und Zwiebel in etwas Öl glasig dünsten. Tomatenmark, getrocknete Tomaten, Zucker und Lorbeerblatt unterrühren und noch mal ein paar Minuten mitdünsten.

Die Tomaten sowie den Tomatensaft hinzugeben und im offenen Topf bei mittlerer Hitze etwa 50 Minuten köcheln lassen. 

Das Lorbeerblatt herausnehmen und die Suppe mit einem Mixer pürieren – je nach gewünschtem „Flüssigkeitsgrad“ noch etwas Gemüsebrühe oder Tomatensaft hinzu geben (ich mag es lieber etwas dickflüssiger).

Mit etwas Essig, Salz und Pfeffer nach Geschmack würzen. 

Die Kräuter waschen und grob hacken, Schnittlauch in Röllchen schneiden.

Die Suppe in tiefen Tellern servieren und in die Mitte einen Klecks Frischkäse (oder Schmand) geben und die Kräuter drüberstreuen.

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