Rezension & Verlosung: „Street Food“ von Mario Kotaska

Die Verlosung ist beendet!
Gewonnen hat… Rosa! Herzlichen Glückwunsch! Wie ich deinem Kommentar entnehme, wohnst du ebenfalls in Köln – na wenn das mal nicht passt. 😉 Bitte schicke mir deine Postadresse per Email zu (julia@loeffelgenuss.de), dann macht sich das Buch auf den Weg zu dir. 
An alle anderen: Vielen Dank fürs Mitmachen und die vielen tollen Inspirationen! Mir hat am besten der Tipp von Rabea gefallen: holländische Bitterballen. Die liebe ich auch und hab sie irgendwie gar nicht als „Street Food“ wahrgenommen… Wir haben spontan beschlossen, heute Abend in Marias Eetcafe zu gehen (am Bahnhof Köln West), da gibt es nämlich Bitterballen – fehlt nur die Nordseeluft. 😉
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Zum „Welttag des Buches“ verlose auch ich, wie viele Hundert andere Blogger, ein … Buch (klar!).

Warum ich mich für „Street Food“ von Mario Kotaska entschieden habe, habe ich hier ja schon angedeutet. Ich wollte gerne ein Kochbuch verlosen, in dem es irgendwie um Köln geht, nicht aber unbedingt ein Kochbuch mit typisch kölschen Gerichten (das gab’s mit „Kölsche Tapas“ ja schon). Die liebe Dorothée vom Foodblog „Bushcooks Kitchen“ hat mich dann auf die Idee gebracht „Street Food“ von Mario Kotaska zu verlosen.

Street Food Mario Kotaska

Warum? Weil ich damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlage: Wer meine New York Street Food-Reihe verfolgt hat, weiß, dass ich auf das Konzept total abfahre. Zum anderen war Mario Kotaska von 2003 bis 2011 Küchenchef des Kölner Restaurants La Société (Köln-Bezug!), für das er sogar 2006 einen Stern „erkocht“ hat. Der ein oder andere von euch kennt ihn vielleicht aus der Sendung „Die Kochprofis – Einsatz am Herd“.

Da lag aber leider auch der Haken: Sterneköche, Fernsehköche, ihre Kochbücher, ihre Gerichte zu mögen, damit tue ich mich schwer („Das Gelbe vom Ei“ von Léa Linster ist vielleicht eine Ausnahme). Aber nach dem ersten Durchblättern stellte ich fest, dass das Buch ganz nach meinem Geschmack gestaltet ist und ich klebte direkt zahlreiche Post-its auf die Rezepte (was ein gutes Zeichen ist).

Gestaltung und Fotos

Ich starte mit meinem Lieblingsthema, der Gestaltung und den Fotos. Die personenzentrierte Titelgestaltung ist nicht so mein Ding, vielleicht muss das bei Kochbüchern von Fernsehköchen so sein? Dafür entschädigt die Gestaltung des Innenteils:

Sehr gut gefällt mir das Farbkonzept: Jede Rezepte-Seite hat eine andere Farbe, die farblich auf das Gericht auf der gegenüberliegenden Seite abgestimmt ist. Dazu kommen kleine Anekdötchen (sowas mag ich ja sehr!) und weitere Fotos, die im Polaroid-Stil (toll!) und wie eingeklebt gestaltet sind. Ein weiterer Pluspunkt: Das Foodstyling (steht leider nicht, wer das gemacht hat) und die Fotos gefallen mir seeeeehr gut! Hier mal zwei Beispiele:

Brötchen mit Kochkäse Speckpfannekuchen

Da ich das Foodstyling und die Fotos für meine Rezepte selbst mache, weiß ich, wie viel Arbeit es ist, die Gerichte so „einfach“ aussehen zu lassen.
Viel schwieriger als einen edlen Teller mit einem sexy Stück Fleisch zu fotografieren, ist es, eine schlichte Stulle anzurichten. Das gelingt zum Beispiel bei „Stulle mit Ahle Worscht“ gut. Man sieht das in Packpapier eingeschlagen Wurstbrot, ein rustikales Messer, darunter eine Landkarte und ein Gläschen Bier.
Oder der Sprossensalat im Reisblatt: Die Auswahl der Farben (grün, blau, weiß als Untergrund, rote Essstäbchen, dann die Summer Rolls im Fokus der Kamera) haben mich direkt angesprochen und ich musste sie unbedingt nachkochen. Gar nicht unbedingt, weil es so lecker klingt, sondern weil das Foto so schön aussieht. Das passiert mir häufiger. 😉

Tja. Die Fotos. Wenn ich mir die Fotos so angucke, wächst in mir ein bisschen das Frust-Tier. Das Fotografieren meiner Gerichte macht mir unheimlich viel Spaß und ich würde sagen, dass ich einige Fotos schon ganz passable hinbekomme, aber die Food-Fotos in „Street Food“ sind irre toll. Jedes einzelne. Aufgrund der Fotos möchte ich manche Gerichte nachkochen, obwohl ich schon weiß, dass sie mir vermutlich gar nicht schmecken werden. Der Ausschnitt, die Farbkombination (gut, das ist Sache des Foodstylings…), der Fokus, der Grad der Tiefenschärfe – alles erscheint mir genau richtig.

Inhalt & Texte

Im Vorwort scheibt Mario Kotaska „Traut euch einfach! … Die Rezepte sollen vor allem inspirieren. Sie sind Denkanstöße zum Experimentieren und nicht streng zu befolgende Anleitungen. Denn: Kochen ist ein kreativer Prozess.“ Das finde ich sehr sympathisch. Denn so koche ich auch. Sich eng an List zu halten, ist für mich nicht kochen. Ich brauche eher Inspiration statt Listen und Inspiration finde ich in diesem Kochbuch (man verzeihe mir dennoch die noch folgende Kritik).

Was mir sehr gut gefällt, sind die kleinen Anekdoten zu den Rezepten, zum Beispiel über die „Kölsche Erbsensupp“ und Kotaskas erste Begegnung mit einem „Halven Hahn“. Herrlich!!! (Sage ich natürlich vor allem auch als Kölnerin…)

Interessant finde ich das Kapitel über „bratwerk“. Peinlich. Ich wohne seit sieben Jahren in Köln und habe noch nicht mitbekommen, dass der Stand vorm Saturn, an dem ich schon unzählige Male vorbei gefahren bin, von Mario Kotaska ist. Dabei steht das sogar dran, hab ich letzten Mittwoch festgestellt. Nun ja. Auf jeden Fall ist die Geschichte zur Currywust nett und hat mich motiviert, beim nächsten Mal auf jeden Fall dort ein Currywurst zu probieren.

Spannend finde ich den Artikel „Aus der Sterneküche ins Fernsehen“. Hier hätte ich gerne noch mehr erfahren, aber dafür reicht der Platz in einem Kochbuch natürlich nicht aus. Vielleicht hätte ich dann aber noch ein bisschen mehr meine Vorurteile gegenüber Sterne- und Fernsehköche ablegen können…

Die Rezepte

Die Rezepte sind eingeteilt in „Suppen und Salate zum Mitnehmen“, „Herzhaftes für unterwegs“ (gegliedert in Fisch und Meeresfürchte, Fleisch und Vegetarisch) und „Süßes und Drinks“.

Ausprobiert habe ich „Herzhaftes Ayran“, die „Scharfe Entensuppe“ und den „Sprossensalat mit Limette und Chili im Reisblatt“. Auf meiner Nachkochliste stehen noch die Knollensuppe (aus Sellerie), unbedingt die Bärlauch-Forellen-Torte, der gerollte Speckpfannekuchen mit Schmand und Kopfsalat (weil er so schön aussieht 😉 ), Rievkooche mit Tatatar (wegen Köln), das Prosecco-Huhn (eine Aufgabe für Herrn Löffelgenuss), die Gebackenen Champignons mit Kräuterremoulade, das Brötchen mit heißer Kochkäsefüllung (ich liebe flüssigen Käse!) und die Ingwerlimo. Wie ihr seht, gefällt mir die Auswahl der Rezepte sehr gut. Kotaksa gibt schöne Anregungen und zeigt vieles, das mir auf die beschriebene Art und Weise noch nicht begegnetet ist (sage ich als Foodbloggerin, die viel im Netz unterwegs ist!).

Grünes Ayran  Scharfe Entensuppe  Sprossensalat mit Limette und Chili im Reisblatt

Ich war übrigens erst skeptisch und dachte, was ist denn an dem Kochbuch jetzt Street Food? Will hier ein Fernsehkoch einfach einem aktuellen Trend folgen? Bei genauerem Hinsehen muss ich diesen ersten Eindruck revidieren: Es sind schon fast alles Gerichte, die man „auf die Hand“ essen kann. Stellt sich ja auch die Frage, was eigentlich Street Food ist? Aber wenn ich versuchen würde, das zu definieren, würde ich wohl ein Fass ohne Boden aufmachen. Im Vorwort heißt es zu Street Food: „Schließlich meint das Wort nichts anders als Essen zu Mitnehmen. Leckereien, die man genießen kann, wo immer man gerade ist. Und die man einfach selbst zubereiten kann.“

Ein bisschen Kritik muss leider auch sein:

Der Gastrokritiker Jürgen Dollase kritisierte während der Lit.Cologne-Veranstaltung „Den Teller lesen“, dass einige Kochbücher „gehypter“ Köche am Schreibtisch entstünden. Hier, vermute ich, sind einige Rezepte auch eher nicht in der Küche entstanden. Ich will jetzt kein Pingel sein, aber mich stört es, wenn ich ein Rezept nachkochen will und das Rezept drei Mal durchlese, um festzustellen, dass ich nichts überlesen habe, sondern einfach Dinge fehlen. Die Rezepte in meinem Blog sind bestimmt auch nicht frei von Fehlern, aber ich bin auch (Hobby!)-Köchin, Rezept-Autorin, Foodstylistin, Fotografin und Lektorin in einem. Und meine Rezepte gibt es kostenlos. Bei einem Kochbuch für knapp 27 Euro erwartet ich schon ein bisschen mehr Präzision.

Mir gefällt nicht, dass im Rezept das eine steht, man auf den Fotos aber was anderes sieht. Beim Ayran zum Beispiel: „einige Limettenscheiben als Garnitur“ steht da. Im Bild sind die Gläser aber mit Gurken garniert. Warum schreibt man dann nicht „einige Gurkenscheiben als Garnitur“?

Im Rezept für den Sprossensalat fehlt in der Zubereitungsanleitung der Knoblauch. Und die Paprika soll man schälen. Hab ich noch nie gehört. Meint er häuten?

Oder bei der „Scharfen Entensuppe“, da tauchen im vorletzten Abschnitt die Karotten, die Zwiebeln und die Frühlingszwiebeln gar nicht mehr auf. Dabei sollte ich doch für die Suppenbasis jeweils nur einen Teil der in der Zutatenliste angegeben Zutaten verwenden. Außerdem sieht man auf dem Zutaten-Foto Zitronengras. In der Zutatenliste oder Zubereitung taucht es aber nicht auf. Das verunsichert mich. Soll da jetzt Zitronengras rein oder nicht? Ich hätte vermutlich vom Gefühl her eh Zitronengras hinzugefügt. Aber in einem Kochbuch erwarte ich schon präzise Angaben, ich will ja wissen, wie das vorgeschlagene Gericht schmecken soll, improvisieren kann ich dann immer noch…

Ja, vielleicht bin ich doch ein wenig pingelig… Aber, und das ist ja die Hauptsache, geschmeckt haben die Rezepte allesamt! Alles in allem kann ich dem Gewinner zu dem Kochbuch nur gratulieren und empfehle es gerne weiter. Abgesehen von dem furchtbaren Titelbild gefällt es mir wirklich gut.

Teilnahmebedingungen

Wenn ihr das Kochbuch „Street Food“ von Mario Kotaska gewinnen möchtet, hinterlasst unter dem Beitrag bitte bis zum 30.04.2015 (24 Uhr) einen Kommentar (dafür einfach oben auf die Sprechblase klicken), in dem ihr die Frage beantwortet, was euer liebstes Street Food- oder „auf die Hand“-Gericht ist. In den Lostopf wandern nur Lose, die auch diese Frage beantworten. Ich habe mir mit der Rezension und der Organisation der Verlosung viel Mühe gegeben und möchte verhindern, dass man hier einfach per Copy and Paste einen Kommentar hinterlässt, den man auf zig Blogs schon hinterlassen hat. Außerdem interessiert mich tatsächlich, was ihr gerne „auf die Hand“ esst 🙂

Teilnehmen kann jeder, der Volljährig ist.

Den Gewinner/die Gewinnerin wähle ich unter allen Teilnehmern am 1.05.2015 mit Hilfe der Internetseite random.org aus und gebe ihn/sie dann hier bekannt. Der Gewinner/die Gewinnerin schicke mir dann bitte innerhalb von einer Woche eine Email mit seiner/ihrer Post-Adresse. Wenn ich bis zum 8.05.2015 (12 Uhr) keine Email erhalte, verlose ich neu.

Datenschutz: Wenn ihr bei mir einen Kommentar hinterlasst, sieht man nur den Namen, den ihr im Kommentarfeld eingebt (kann also auch ein Fantasiename sein). Die Email-Adresse sehe nur ich, sie ist nicht öffentlich. Jede Email-Adresse wandert nur ein Mal in den Lostopf (mehrere Kommentare erhöhen also nicht die Gewinnchance). Die Adresse, die ihr mir für den Versand des Buches zuschickt, gebe ich nicht an Dritte weiter und lösche sie anschließend.

Das Buch versende ich als Büchersendung über die Deutsche Post. Für den Versand übernehme ich keine Haftung.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ich behalte mir vor, das Gewinnspiel vorzeitig abzubrechen.

Vielen Dank an den AT-Verlag, der mir kostenlos ein Rezensions- und Verlosungsexemplar zur Verfügung gestellt hat!

Viel Glück und viele Grüße aus Köln!
Eure Julia

Sprossensalat mit Limette und Chili im Reisblatt

Sprossensalat mit Limette und Chili im Reisblatt

Hier kommt wie versprochen ein weiteres Rezept, das ich aus dem Kochbuch „Street Food“ von Mario Kotaska nachgekocht habe und das es im Rahmen von „Blogger schenken Lesefreude“ ab dem 24.04.2015 auf meinem Blog zu gewinnen gibt (also das Kochbuch, nicht das Rezpt, nä? 😉 ). 

Diesen Sprossensalat gab es als eine von verschiedenen Zutaten zum Hauptgericht: Vietnamesische Summer Rolls. Als Vorspeise habe ich, ebenfalls aus dem Kochbuch, eine Scharfe Entensuppe gekocht (wie uns die geschmeckt hat, könnt ihr hier nachlesen). Wir hatten spontan ein paar Gäste eingeladen, vietnamesische Summer Rolls kann man nämlich am besten mit mehreren Personen essen. Es ist total nett, wenn alle Zutaten in der Mitte des Tisches stehen und man sich das Essen gemeinsam am Tisch zubereitet. Der Sprossensalat war eine von mehreren Ideen, wie man die Reisblätter füllen kann. Bei uns gab es unter anderem noch mariniertes Schweinefilet, Garnelen, verschiedene Kräuter und Rice-Vermicelli. Der Sprossensalat passte hervorragend dazu und gab den Summer Rolls durch die gelungene Mischung an Zutaten eine ganz besondere Note.

Viel Spaß beim Ausprobieren!
Eure Julia

Rezept: Sprossensalat mit Limette und Chili im Reisblatt (nach Mario Kotaska)
Zutaten für 6 Personen

1 kleine rote Zwiebel
1 Karotte
1 Baby Pak Choy
1 Frühlingszwiebel
½ rote Paprika (ich habe eine ganze Paprika genommen)
1 kleine rote scharfe Chili
½ Knoblauchzehe
1 haselnussgroßes Stück Ingwer
2 TL geröstetes Sesamöl
100g Sprossen
1 EL Thai-Fischsoße
1 Limette, Saft
etwas braunen Zucker (ich habe 1 TL genommen)
12-16 Reisblätter

Die Zwiebel schälen, halbieren und in feine Ringe schneiden.

Die Karotte schälen und in kleine Stifte schneiden.

Den Pak Choy waschen und in feine Streifen schneiden.

Von der Frühlingszwiebel die Wurzel und das dunkle Grün wegschneiden, den Rest säubern und in feine Ringe schneiden.

Die Paprika und die Chili waschen, Stil und Kerne wegschneiden und die Chili in feine Ringe, die Paprika in kleine Stifte schneiden.

Den Knoblauch fein hacken.

Den Ingwer schälen und fein reiben.

Die Sprossen waschen und etwas abtrocknen oder im Sieb trockenschütteln.

Das Sesamöl in einer beschichteten Pfanne (oder im Wok) erhitzen. Zwiebel, Karotte, Pak Choy, Frühlingszwiebel, Paprika, Chili, Knoblauch und Ingwer darin kurz andünsten. So etwa 3 Minuten. Das Gemüse soll noch Biss haben und nicht butterweich werden – so mochten wir es zumindest.

Das Gemüse mit dem Limettensaft, der Fischsoße und etwas braunem Zucker (ca. 1 TL) abschmecken. Die Sprossen hinzu geben und gut vermengen.

Die Reisblätter kurz in kaltem Wasser einweichen, etwa 2 EL Sprossensalat (je nach Größe der Reisblätter) darauf verteilen und vorsichtig einrollen. Das ist ein bisschen fummelig, klappt aber spätestens nach dem dritten Päckchen ganz gut. 😉

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Scharfe Entensuppe

Scharfe Entensuppe

Eigentlich mache ich es bei Rezensionen ja umgekehrt: Erst gibt’s die Rezension, dann ein paar nachgekochte Rezepte. Dieses Mal mache ich es anders. Bevor ich euch das Kochbuch „Street Food“ von Mario Kotaska vorstelle, das ich am 24. April 2015 anlässlich des Welttags des Buches hier verlose, zeige ich euch ein paar Rezepte von ihm. Das Rezept für „Herzhaftes Ayran“ hab ich euch schon vorgestellt und es hat mir sehr gut gefallen.

Am Wochenende hab ich die „Scharfe Entensuppe“ nachgekocht. Wir haben spontan ein paar Gäste eingeladen (ich brauchte ja ein paar Kritiker…) und ich habe den ganzen Samstag in der Küche gewirbelt. Es sollte nämlich nicht nur diese Suppe geben, sondern auch den „Sprossensalat mit Limette und Chili im Reisblatt“, ebenfalls aus dem Buch (das Rezept stelle ich euch nächsten Freitag vor). Solche Tage liebe ich ja, wenn ich so vor mich hin schnibbeln und köcheln kann und anschließend ausreichend Zeit habe, die Gerichte schön in Szene zu setzten und zu fotografieren.

Die Suppe war, so wie ich sie zubereitet habe (etwas abgewandelt), wirklich köstlich – das meinten auch die Gäste. Das größte Kompliment von zwei Asien-Urlaubern: „Schmeckt echt authentisch!“. Das hat mich natürlich total gefreut. Ich fand’s auch sehr authentisch – und das, obwohl ich noch nie in Asien war… 😉 Aber zumindest kann man sich mit dieser Suppe ein bisschen Asien in die Wohnung holen.

Guten Appetit!
Eure Julia


Rezept: Scharfe Entensuppe (nach Mario Kotaska)
Zutaten für 6 Personen

1 große Ente, am besten Freiland*
etwas Sesamöl (zum Anbraten der Fleischteile)
300g Shimeji-Pilze (hab ich leider nicht gefunden und daher durch Shiitake-Pilze ersetzt)
5 Shiitake-Pilze (s.o., ich habe entsprechend 300g Shiitake genommen)
3 Karotten
2 Frühlingszwiebeln
2 rote Zwiebeln
5 Knoblauchzehen (ich habe „nur“ 3 Knoblauchzehen genommen)
3-7 rote Chili (ich habe 3 frische, rote Chili genommen – chön charf!)
1 kleiner Bund Koriander
1 daumendickes Stück Ingwer
3 Stängel Zitronengras (meine eigene Idee)
100ml Thai-Fischsoße (ich habe nur die Hälfte genommen)
50ml Sojasoße (auch hier habe ich nur die Hälfte genommen)
1-2 Limetten, Abrieb und Saft (ich habe nur den Saft genommen)
Salz

* Wir haben leider keine frische Ente bekommen (hätte man bestellen müssen, hab das Gericht aber spontan kochen wollen… und es sei auch grad nicht Enten-Saison, hab ich mir sagen lassen…).
Die Pilze putzen oder waschen und alle (bis auf etwa 4 Pilze) in Scheiben schneiden. Die 4 Pilze vierteln.

Die Karotten schälen, längs halbieren und in dünne Scheiben schneiden.

Die Frühlingszwiebeln waschen, die Wurzel wegschneiden, den Rest in dünne Ringe schneiden.

Die Zwiebeln schälen, halbieren und in feine Ringe schneiden.

Den Knoblauch schälen und in grobe Scheiben schneiden.

Die Chili waschen, den Stil wegschneiden und die Chili (samt Kernen) in Ringe schneiden.

Den Koriander waschen, trockenschütteln, die Wurzeln wegschneiden. Von der Hälfte der Stängel die Blätter abzupfen und Beiseite legen.

Den Ingwer schälen und grob in Scheiben schneiden.

Das Zitronengras waschen und in grobe Stücke schneiden. Mit einem Messergriff (o.ä.) fest andrücken, so löst sich der Saft/das Aroma besser aus (hab ich mal gelesen…).

Das Fleisch waschen und zerteilen und in einem großen Topf in etwas Sesamöl anbraten. Mit gut 2 Liter Wasser auffüllen und zum Kochen bringen.

Die 4 geviertelten Shiitake, die Hälfte der Karotten, die Hälfte der Frühlingszwiebeln und Zwiebeln, den Knoblauch, die Chili, den Koriander (alles außer die Beiseite gelegten Blätter), den Ingwer und das Zitronengras in den Topf geben. Fischsoße und Sojasoße hinzugeben und alles rund 2 Stunden sanft köcheln lassen.

Die Brühe durch ein feines Sieb gießen und zurück in den Topf füllen. Die Chili-Ringe sowie das Fleisch aus dem Sieb herausfischen, den Rest entsorgen. Die Kerne sollten sich mittlerweile aus den Chili-Ringen gelöst haben. Wenn nicht, übrig gebliebene Kerne aus den Chili-Ringen lösen. Das Fleisch von den Knochen lösen und in mundgerechte Stücke teilen.

Die restlichen Karotten, Frühlingszwiebeln und Zwiebeln, die Chili-Ringe sowie das Fleisch wieder in die Brühe geben und das Ganze noch mal so lange köcheln lassen, bis das Gemüse durchgegart ist, aber noch etwas Biss hat.

Die in Scheiben geschnittenen Pilze in etwas Sesamöl anbraten.

Vor dem Servieren die Korianderblätter, die Pilze und den Limettensaft hinzugeben. Eventuell mit Salz abschmecken.

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Blogger schenken Lesefreude 2015

Wisst ihr, was noch viel schön ist, als ausschlafen zu können? Abends Zeit fürs Lesen zu haben! 😉 Ich liebe es, wenn ich am Ende eines langen Tages mit einem Buch in der Hand in eine andere Welt eintauchen kann.

Gestern war ich zum Beispiel in der Bretagne, an der Seite von Commisaire Dupin. Wir saßen im Restaurant „Quatre Vents“ und haben uns wahnsinnig über den Sturm da draußen geärgert, der drohte, unsere Ermittlungen zunichte zu machen. Erst als die Wirtin verkündete, dass es einen heißen Fischeintopf auf Kosten des Hauses gäbe, entschied sich Dupin, die Ermittlungen Ermittlungen sein zu lassen und sich zu der köstlich duftenden Suppe ein Gläschen Wein zu gönnen. Das war für mich der Moment, in dem es heikel wird: Es war nach Mitternacht, ich lag im Bett und hatte Appetit auf Fischsuppe. Und ein Glas Wein. Oder beides…

So geht es mir auch immer mit Kochbüchern. Deswegen lese ich die natürlich auch nicht vorm Schlafengehen. Und immer nur dann, wenn ich schon gegessen habe. Alles andere ist Quälerei.

Bald ist es wieder soweit: Am 24. April ist Welttag des Buches. Da ich mir, wie ihr oben sicherlich schon bemerkt habt, ein Leben ohne Bücher nicht vorstellen kann (ich hab ja nicht umsonst Literaturwissenschaft studiert), bin ich auch dieses Jahr wieder bei der Aktion „Blogger schenken Lesefreude“ dabei.

Kennt ihr noch nicht? Ausgedacht haben sich diese Aktion Christina und Dagmar. Es geht darum, dass alle Bloggerinnen und Blogger, die mitmachen, am Welttag des Buches ein Buch verlosen. Ich auch. Und was könnte es bei mir anderes geben als ein Kochbuch?

Natürlich nicht irgendein Kochbuch. Ein Bezug zu Köln sollte es haben. Warum? Weiß ich auch nicht. Der Zufall wollte es bei den letzten beiden Aktionen so. Vor zwei Jahren habe ich „Kölsche Tapas“ verlost, das der Sänger der Höhner (ihr wisst schon, „Viva Colonia“ und so) geschrieben und sogar signiert hat. Im vergangenen Jahr konnte ich den Kölner Illustrator Peter Gaymann für die Aktion gewinnen. Er hat „Das Gelbe vom Ei“, ein Kochbuch von Léa Linster, bebildert und ich habe mich sehr gefreut, ihn in seinem Atelier in Köln-Sülz zu besuchen, wo er für die Gewinnerinnen die Bücher signiert hat.

So. Jetzt fragt ihr euch sicher schon, was ich denn dieses Jahr verlose. Ich hab was richtig Tolles für euch organsiert! Vor allem, wenn euch meine Street Food-Reihe gefallen hat, ist dieses Buch genau richtig für euch. Denn um Street Food geht es auch in dem Kochbuch von Mario Kotaska. Was der und sein Kochbuch mit Köln zu tun haben?

StreetFoodMarioKotaska

Erzähl ich euch: Ich stelle euch das Buch am 24. April 2015 hier ausführlich vor, ihr habt dann bis zum 1. Mai Zeit, das Buch zu gewinnen. Ich wünsche euch viel Vorfreude auf die Aktion!

Eure Julia

Grünes Ayran

Grünes Ayran

Ich gehe sonntags für gewöhnlich am Rhein joggen. Also wenn es nicht regnet. Und wenn es nicht zu kalt ist. Zu warm sollte es aber auch nicht sein. Und die Chance ist größer, wenn die Sonne scheint. Und wenn ich weiß, dass es später etwas Leckeres zu essen gibt. Und wenn nicht halb Köln am Rhein spazieren gehen will… Wenn das alles erfüllt ist und ich meinen inneren Schweinehund dann auch noch überzeugen kann, gehe ich also joggen. 

Und soll ich euch sagen, was auch noch hilft? Dieser gehaltvolle Power-Drink! Ich habe ihn vorm Joggen zubereitet und mir anschließend ein großes Glas davon gegönnt. Danach hätte ich glatt noch mal laufen gehen können. 😉 Durch den reichhalteigen Joghurt wirkt der Drink fast wie so ein Protein-Shake, das man aus Fitnessstudios so kennt. Nur halt natürlich. Und viel gesünder. Und erst die ganzen grünen Kräuter! Vitamin-Bombe!

Die Kölner Haie haben angeblich sechs Mal hintereinander gewonnen, nachdem ihnen Mario Kotaska dieses herzhafte Ayran serviert hat. Das Rezept stammt aus dem Kochbuch „Street Food“ des Kölner Sternekochs. Falls euch das Rezept gefällt und ihr Lust auf mehr habt, dann schaut zum Welttag des Buches (24. April) noch mal auf meinem Blog vorbei. Dann gibt’s das Buch hier nämlich zu gewinnen.

Ich musste etwas länger suchen, bis ich ein herzhaftes Rezept gefunden habe, das ein Sauermilchprodukt enthält (mit Süß kommt man bei mir ja nicht weit, wie ihr wisst…). Ich wollte nämlich unbedingt mal wieder an einem Blogevent teilnehmen. Und zwar an dem Event „Sauer macht lustig„, bei dem es nicht etwa um Zitronen geht, sondern eben um Sauermilchprodukte. Zorra, vom Foodblog „Kochtopf“ hat das Event gemeinsam mit der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft organisiert, um daran zu erinnern, dass Sauermilchprodukte voller Nährstoffe stecken und gut sind für Haut, Darm und Knochen. Oder eben als Powerdrink nach dem Joggen. 😉

Blog-Event CVI - Sauer macht lustig (Einsendeschluss 15. März 2015)

Jetzt aber erst mal viel Spaß beim …. Joggen? 😉
Eure Julia

Zutaten
(für 4 große Portionen)

1 Salatgurke (möglichst unbehandelt)
Salz
Pfeffer aus der Mühle
Zucker
1 EL Senf
1 unbehandelte Limette, abgerieben und Saft
2 Knoblauchzehen (habe ich weggelassen)
500g Sahnejoghurt
1 kleiner Bund glatte Petersilie
1 kleiner Bund Dill
10 Blätter Minze
2 Msp. Raz el-Hanout*
Limettenscheiben zum Garnieren

Die Gurke mit heißem Wasser gut abwaschen, die Enden knapp wegschneiden. Die Gurke längs vierteln und in grobe Stücke schneiden.

Die Gurkenstücke salzen, etwas Pfeffer, Zucker, Senf, Limetten-Abrieb und -saft hinzugeben und etwa 30 Minuten ziehen lassen.

Die Kräuter waschen, abtrocknen und von den Stilen zupfen.

Die Gurke zusammen mit dem Joghurt, den geschälten Knoblauchzehen und den Kräutern in einem Mixer bei höchster Stufe pürieren.

Die Gläser mit einer Limettenscheibe garnieren und den Drink kalt servieren. 

* Ich hatte leider kein Raz el-Hanout zur Hand und hab kurzerhand aus meinem Gewürz-Fundus eine eigene Mischung hergestellt: je eine Messerspitze Cumin, Ingwerpulver, gemahlener Koriander, Zitronenpfeffer, Zitronengrassalz.

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