Kichererbsen mit Süßkartoffeln

Kichererbsen mit Süßkartoffeln

Meine Freundin S. hat recht, es ist schon merkwürdig: Da kleben lauter Post-Its in meinem Ottolenghi-Kochbuch, nur an diesem Rezept nicht. Im Nachhinein kann ich nicht verstehen, warum nicht… Aber zum Glück hat S. sich dieses Rezept für ihr Geburtstagsessen ausgesucht (ja ja, ich verschenke mittlerweile Kochabende zum Geburtstag ;-)). Das Rezept (etwas abgewandelt) stammt aus Ottolenghis „The Cookbook“. Vermutlich verdrehen jetzt einige von euch die Augen „Schon wieder dieser Ottolenghi!“. Genau. Und es wird auch nicht das letzte Rezept von ihm hier in meinem Foodblog sein. Bis jetzt war wirklich jedes seiner Gerichte großartig!

Dieses passt ganz hervorragend zum Blogevent „Vegetarisches Soulfood„. Das Gericht ist quasi Soulfood at its best! Wohlig wärmend, vegetarisch, sättigend, der Seele schmeichelnd: Kichererbsen in einer orientalisch anmutenden, würzigen Soße mit Tomaten und Blattspinat, darauf ein paar in Honig weich gekochte Süßkartoffeln. Das Tüpfelchen auf dem i: etwas Minze-Joghurt.

Sabine Schlimm, die auf „Schmeckt nach mehr“ bloggt, hat zu dem Event aufgerufen, weil sie selbst ein Kochbuch mit vegetarischen „Seelenfutter“-Gerichten veröffentlicht hat. Sie beschäftigt sich mit der Frage, warum wir gerne essen, was wir gerne essen, und was Essen mit Identität zu tun hat. Über diese Fragen habe ich damals in meiner Abschlussarbeit an der Uni auch lange nachgedacht und tue es heute noch gerne. Und ich bin immer noch der Meinung, dass im Aphorismus „Sag mir, was du isst und ich sag dir, wer du bist.“ von Jean Anthelme Brillat-Savarin, einem großen Gastrosophen, viel Warhheit steckt. Darüber könnte ich euch stundenlang was erzählen, vor allem über die afroamerikanische Küche, die eigentlich die wahre Soulfood-Küche hervorgebracht hat, aber ich schätze, das würde viel zu weit führen…

Für heute also „nur“ ein Rezept für ein Gericht, das ich persönlich unter dem Begrifff Soulfood abgespeichert habe.

Guten Appetit!
Eure Julia

Zutaten
(für 5-6 Portionen)

2 Dosen Kichererbsen (abgießen und abspülen)
2 Dosen stückige Tomaten
150-200g Blattspinat
2 Zwiebeln, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
2 EL Tomatenmark
1 TL Koriandersamen, grob mörsern
2 EL Cumin-Pulver
2 EL Koriander-Pulver
1 TL Tandoori-Gewürz
1 TL Kurkuma
10g frischer Koriander, Blätter grob gehackt
2 TL Zucker
Salz, Pfeffer
Olivenöl

1-2 Süßkartoffeln (insg. ca. 500g)
2 EL Honig
1 EL Butter
½ TL Salz

100g griechischer Joghurt
1 Knoblauchzehe, sehr fein gehackt
1 unbehandelte Zitrone
1 EL Olivenöl
2 TL getrocknete Minze (z. Bsp. frische Blätter einfach selbst trocknen)

Zwiebeln und Knoblauch in etwas Olivenöl anbraten. Koriandersamen, Koriander-Pulver, Cumin, Tandoori und Kurkuma hinzugeben und eine Weile mitrösten (Achtung: soll nicht anbrennen!). Das Tomatenmark hinzugeben und ebenfalls noch mal kurz anbraten.
Die Dosentomaten und die Kichererbsen hinzugeben und einmal aufkochen lassen. Mit Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken und etwa 30 Minuten köcheln lassen.
Kurz vor dem Servieren den Blattspinat und den Großteil der Korianderblätter hinzugeben und einige Minuten ziehen lassen.

In der Zwischenzeit die Süßkartoffeln schälen und würfeln. In einem Topf 500ml Wasser mit der Butter und dem Honig zum Kochen bringen. Die Süßkartoffeln hinzugeben und solange kochen bis sie weich sind. Am Ende das Wasser abgießen.

Für die Joghurt-Soße die Zitrone waschen und die Schale abreiben, anschließend die Zitrone pressen. Die Hälft des Zitronensafts und den Zitronenabrieb (der ganzen Zitrone) zum Joghurt geben. Ebenso wie das Olivenöl und die (klein gebröselte) Minze. Alles gut vermischen.

Zum Anrichten die Kichererbsen auf einen Teller geben. Dahinauf einige Stücke Süßkartoffeln, ein paar Korianderblätter und zum Abschluss einen Teelöffel Joghurtsoße.

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Radieschen-Bohnen-Salat

Radieschen-Bohnen-SalatHeute gibt’s mal wieder ein (etwas abgewandeltes) Ottolenghi-Rezept aus „Ottolenghi. The cookbook.“ Ich finde die Idee, beim Kochen mit saisonalem Gemüse zu arbeiten, immer verlockender. Die Gerichte schmecken einfach viel frischer, auch wenn es mitunter viel mehr Arbeit macht. Zum Beispiel wie bei diesem Rezept hier. 

Bohnen und Erbsen zu pulen und die blanchierten Bohnen nachher auch noch aus ihrer Haut zu befreien, dauert ziemlich lange. Viel länger, als wenn man sie tiefgefroren kauft. Aber dieses „mit der Bohne Zeit verbringen“ schmeckt man, finde ich (versteht ihr, was ich meine oder haltet ihr mich jetzt für bekloppt?). Abgesehen davon, ist so eine kontemplative Tätigkeit für mich genau richtig, um abzuschalten. Da brauche ich gar kein Yoga mehr 😉
Kurzum: Das hier ist ein herrliches Sommer-Gericht, das durch die Kräuter und die Salzzitrone eine ganz besondere, orientalisch-exotische Note bekommt.

Ich wünsche euch einen schönen Sommertag!
Eure Julia

Zutaten
(für 2 Beilagen-Portionen)

1 Bund Radieschen
150g dicke, frische Bohnen (ohne Schote gewogen)
150g frische Erbsen (ohne Schote gewogen)
½ rote Zwiebel
1 Handvoll frische Korianderblätter
1 Handvoll frische (glatte) Petersilienblätter
2 TL Salzzitrone*, fein gehackt
Saft einer halben Zitrone
2-3 EL Olivenöl
1-2 EL Sesampaste
1TL Cumin
Salz, Pfeffer

* Um Salzzitronen herzustellen, nehmt ihr (je nach Belieben und Größe des Einmach-Glases) 2-3 Bio-Zitronen, wascht sie unter heißem Wasser und schneidet mit einem scharfen Messer pro Zitrone vier Schlitze in die Haut – nicht zu tief, so dass die Zitrone nicht auseinander fällt. Dann gebt ihr vorsichtig, mit einem kleinen Löffel, in jeden Spalt so viel grobes Salz, wie in die Lücke passt.
Die Zitronen legt ihr dann in ein (sauberes) Einmachglas, streut noch mal etwas Salz darüber und verschließt es luftdicht. Nach ein paar Tagen wässern die Zitronen und sollten komplett mit dem Salzwasser bedeckt sein. Wenn das nicht der Fall sein sollte, gebt ihr noch etwas abgekochtes (kaltes) Wasser hinzu.
Das Ganze sollte etwa drei Wochen ziehen. Danach haben die Zitronen einen frischen, exotischen Geschmack und eignen sich hervorragend zum Würzen.

Die Bohnen und die Erbsen aus ihrer Schote befreien und die Bohnen für etwa 5 Minuten in kochendes Wasser geben, die Erbsen für etwa eine halbe Minute. Das Wasser abschütten und Bohnen und Erbsen in einen Topf mit Eiswasser geben (damit sie nicht nachgaren).
Wenn die Bohnen erkaltet sind, die Haut ablösen. (Ja, das ist viel Arbeit und es bleibt nicht viel übrig. Aber ich finde, es lohnt sich. Wo isst man schon so frisch!?)

Die Radieschen waschen und „Hut und Fuß“ wegschneiden und die Radieschen in dünne Scheiben schneiden.

Die Zwiebel schälen und in sehr feine Ringe schneiden.

Die Kräuter grob hacken.

Zitronensaft, die gehackte Salzzitrone, Cumin, Salz, Pfeffer, Sesampaste und Olivenöl gut vermengen.

Dann Radieschen, Bohnen, Erbsen, Zwiebel und Kräuter in einer Schale vermischen und die Soße hinzugeben. Nach Belieben nachwürzen.