Südtiroler Spinat-Knödel

Südtiroler Spinatknödel
Dieses Rezept für Südtiroler Spinat-Knödel habe ich tatsächlich nicht aus Südtirol mitgebracht. Wir haben es schon vor der Reise (quasi zur Einstimmung) gekocht. In der ZEIT gab es irgendwann eine Südtirol-Beilage, in der dieses Rezept stand. Es hatte meine Aufmerksamkeit erregt, weil es zu dem Rezept eine schöne Geschichte gab (ähnlich wie hier auf Löffelgenuss jedes Rezept seine Geschichte hat) und schöne Fotos aus Südtirol. Die Autorin erzählte von ihrer Großmutter, dem Leben in Südtirol und dass sie bei diesen Spinatknödeln immer an ihre Großmutter denken müsse. Tue ich ab jetzt auch 😉

Dieses Rezept ist das letzte Rezept meiner Südtirol-Reihe. Ich hoffe, der kleine Einblick in die Südtiroler Küche hat euch gefallen. Oder kennt ihr diese Küche bereits? Gefällt sie euch? Habt ihr vielleicht noch weitere leckere Rezepte? Darüber würde ich mich freuen!

Guten Hunger!
Eure Julia

DSC_8711

Zutaten
(für etwa 6-8 große Knödel)

500g Weißbrot, in kleine Würfel geschnitten
500g frischer Spinat
3 Zwiebeln, klein gewürfelt
3 Knoblauchzehen, fein gewürfelt
7 Eier
50g Parmesan, grob gerieben
150ml Milch
80g Butter
7 EL Weizenmehl
Muskat
Salz, Pfeffer

Die Brotwürfel mit dem Mehl und dem geriebenen Parmesan vermischen (ca. 2 EL Parmesan Beiseite stellen).

Den Spinat 3 Minuten in kochendes Salzwasser geben, abschrecken und gut auspressen und grob kleinschneiden.

Die Zwiebeln und den Knoblauch in etwa der Hälfte der Butter sanft andünsten, den klein geschnittenen Spinat hinzufügen, kurz mitdünsten, und die Masse dann zum Brot geben.

Die Milch (leicht erwärmt), Eier und die Gewürze nach Belieben untermischen, gut vermengen, und den Teig zugedeckt etwa 30 Minuten ruhen lassen.

Aus der Teigmasse die Knödel formen und für etwa 15 Minuten in kochendes Salzwasser geben.

Kurz vor dem Servieren die restliche Butter in einem kleinen Topf braun werden lassen.

Die Spinatknödel mit der Schaumkelle herausnehmen, gut abtropfen lassen, und vor dem Servieren etwas braune Butter und Parmesan über jeden Knödel geben.

Print Friendly, PDF & Email

p.s. Dieses Rezept ist Teil meiner „Südtirol-Reihe“, in der ich euch einige Gerichte aus der Südtiroler Küche vorstelle, die ich dort kennengelernt habe.

Südtiroler Schlutzkrapfen

Südtiroler SchlutzkrapfenUnsere allererste Wanderung in Südtirol ist leider im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen: Wir sind am ersten Tag los, obwohl der Wetterdienst Regen angesagt hatte. Ich in meinen neuen Shorts und voller Motivation den Berg zu erklimmen! 😉 

Als wir nach etwa 30 Minuten an der ersten Hütte ankamen, zogen schon ein paar dunkle Wolken über den Himmel. Auf der Hütte trafen wir unsere Ferienhaus-Nachbarn, die uns dann überzeugten, erst mal einzukehren und später tatsächlich umzukehren.
Als ich dann also notgedrungen die Speisekarte studierte, stieß ich auf das Wort „Schlutzkrapfen“. Was soll das denn sein, dachte ich? Nie gehört… Unsere Nachbarin erklärte mir dann, dass das eine Art Ravioli seien, die mit Spinat gefüllt sind und mit brauner Butter und Parmesan serviert werden. Und dass sie seeehr lecker seien. Bestellte ich also. Und sie hatte recht: Eine sehr leckere Südtiroler Spezialität! Nach dem köstlichen Essen war es dann auch nicht mehr ganz so schlimm, dass wir wieder zurückgelaufen sind, statt den Berg, der vor uns lag, zu erklimmen. 

Viele Grüße!
Eure Julia

DSC_8823 

Zutaten
(für 4 Portionen)

150g Roggenmehl
100g Weizenmehl
1 Ei
60-70ml lauwarmes Wasser
1 EL Öl

300g frischer Blattspinat, fein gehackt
1 Zwiebel, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
ca. 1 EL Butter
100g Ricotta
1 EL Parmesan, fein gerieben
1 EL Schnittlauch, fein geschnitten
Muskatnuss
Salz, Pfeffer

2 EL Parmesan, fein gerieben
1 EL Schnittlauch, fein geschnitten
50g Butter, braun geschmolzen

Für den Teig beide Mehlsorten mischen und etwas salzen.
Das Ei mit dem Öl und dem Wasser verquirlen.
In die Mitte der Mehlmischung eine Mulde graben und dahinein das Ei geben und von innen nach außen zu einem glatten Teig verrühren bzw. kneten.
Den Teig zugedeckt etwa 30 Minuten ruhen lassen.

Für die Füllung die Zwiebeln und den Knoblauch in Butter andünsten. Den Spinat hinzugeben, die Hitze reduzieren und einige Minuten garen lassen bis der Spinat in sich zusammengefallen ist. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen.

Den Ricotta mit dem Parmesan und dem Schnittlauch vermischen, mit Salz, Pfeffer und frisch geriebener Muskatnuss (eine gute Messerspitze) nach Geschmack würzen. Die Masse unter den abgekühlten Spinat geben und gut vermischen.

Den Teig mit einem Nudelholz dünn ausrollen und mit einem runden, glatten Ausstecher (der etwa 7cm Durchmesser haben sollte) Kreise ausstechen.
Die Spinat-Ricotta-Masse mit einem kleinen Löffel in die Mitte geben. Den Rand mit Wasser anfeuchten und den Teigkreis zusammenfalten. Sofort mit den Fingern und/oder mit einer Gabel (sieht schöner aus) die Ränder andrücken.

Die Schlutzkrapfen (bei dem Wort muss ich immer noch schmunzeln…) ins kochende Salzwasser geben und etwa 4 Minuten kochen lassen. Mit einer Schaumkelle rausnehmen und auf einem flachen Teller anrichten.

Etwas geschmolzene, braune Butter über die Schlutzkrapfen geben und mit Parmesan und Schnittlauch garnieren.

Print Friendly, PDF & Email

p.s. Dieses Rezept ist Teil meiner „Südtirol-Reihe“, in der ich euch einige Gerichte aus der Südtiroler Küche vorstelle, die ich dort kennengelernt habe.

Südtiroler Kasnocken

Südtiroler KasnockenEin bisschen skeptisch war ich der Südtiroler Küche gegenüber ja schon. Deftig, dachte ich, wenig fein, wenig kreativ. ABER, stimmt nicht! Das, was ich an Südtiroler Spezialitäten probiert habe, hat mir nicht nur gut geschmeckt, es war auch durchaus kreativ und hochwertig. 

Und: Nach einer Wanderung, bei der man rund 800 Höhenmeter meistert (jea!), hab selbst ich keine Lust mehr auf einen leichten Salat oder ein feines Pasta-Gericht. Dann muss ich meine Energiespeicher wieder auftanken. Und das geht mit diesen Kasnocken ganz prima. Sie schmecken aber auch nach einem anstrengenden Tag im Büro sehr gut… 😉

Guten Appetit!
Eure Julia

DSC_8705

Zutaten
(für 4 Portionen)

150g altes Weißbrot, klein gewürfelt
100g Käse (z.B. Bergkäse, Graukäse oder Tilsiter), klein gewürfelt
20g Parmesan, fein gehobelt
1 Zwiebel, fein gewürfelt
ca. 4 EL Schnittlauch, fein geschnitten
2 Eier
ca. 100ml Milch
ca. 50g Butter
1 EL Mehl
Salz, Pfeffer

Die Zwiebel in etwa 20g Butter andünsten.

Die gedünsteten Zwiebeln mit dem gewürfelten Käse zu den Brotwürfeln geben.

Die Eier mit der Milch verrühren. Zusammen mit ca. 2 EL Schnittlauch über das Brot gießen.

Mit Salz und Pfeffer würzen, Mehl hinzu geben und die Masse gut durchkneten. Wenn sie nicht zusammenhält, noch etwas Mehl hinzu geben.

Den Teig 10 Minuten ruhen lassen.

Mit nassen Händen den Teig zu Nocken formen.

In einem großen Topf reichlich Salzwasser zum Kochen bringen, die Nocken in das siedende Wasser geben und etwa 15 Minuten kochen lassen.

In der Zwischenzeit die restliche Butter (ca. 30g) in einem kleinen Topf braun werden lassen.

Die Kasnocken aus dem Topf nehmen, abtropfen lassen und die heiße, braune Butter über die Kasnocken gießen. Mit Parmesan und dem restlichen Schnittlauch bestreuen und heiß servieren.

Print Friendly, PDF & Email

p.s. Dieses Rezept ist Teil meiner „Südtirol-Reihe“, in der ich euch einige Gerichte aus der Südtiroler Küche vorstelle, die ich dort kennengelernt habe.

Sesamlachs auf lauwarmen Spaghetti-Zucchini

SesamlachsDieses Rezept hier schlummerte schon ein Weilchen auf meiner „Nachkochliste“. Aber da die so unübersichtlich und unattraktiv war, hatte ich es schlichtweg vergessen. Dabei habe ich von der Autorin bereits ein leckeres Rezept nachgekocht, von dem ich ganz begeistert war (dieses Couscous-Scampi-Päckchen mit Gemüse hier)…

Rezepte, die mir in Kochbüchern, Zeitschriften oder im Internet begegnen, und mir gut gefallen, versehe ich mit einem Lesezeichen und speichere Titel und Quellenangabe in einer Exceltabelle – praktisch, aber nicht schön (vor allem, da ich mich am ehesten durch leckere Fotos inspirieren lasse).

Daher hab ich kürzlich mal in die Facebook-Runde gefragt, wie andere Foodblogger so ihre Nachkochlisten gestalten. Da fiel immer mal wieder das Stichwort „Evernote“.
Die (kostenlose) App hab ich mir dann am Wochenende mal runterladen und bin dann in einen kleinen Rausch verfallen 😉 : Ich habe mir alle (!) meine Kochbücher und Kochzeitschriften geschnappt, die Gerichte, die ich nachkochen möchte, abfotografiert, sie in Evernote gespeichert, verschlagwortet und die Quelle notiert. Es sind knapp 300 Rezepte zusammenkommen. Ich saß geschlagene drei Tage daran. Ehm ja… Ein bisschen verrückt vielleicht… Aber wenn ich mal nicht weiß, was ich kochen will…
Das Tollste daran ist, dass ich jetzt verschieden Kategorien habe, nach denen ich Rezepte suchen kann: zum Beispiel nach der Art des Rezeptes (Suppen, Fleischgerichte, Pastagerichte etc.), nach Länderküchen (zum Beispiel asiatisch oder mediterran) oder nach Jahreszeit.
Was sagt ihr? Ist doch toll oder? Ich bin jedenfalls begeistert 😉

Eure
(jetzt sehr aufgeräumte) Julia

Zutaten
(für 4 Personen)

400g Spaghetti
4 Lachsfilets
2 Zucchini
Saft von 1-2 Bio-Zitronen (nach Belieben auch etwas Zitronenabrieb)
200g frischer Parmesan, fein gerieben
1 Bund frische Petersilie, grob gehackt
2-5 kleine Knoblauchzehen
ca. 6 EL Sesamsaat (hatte ich nicht, hab ich durch Schwarzkümmel ersetzt)
Butter
Olivenöl
Salz, Pfeffer

Die Lachsfilets waschen, trocknen und von beiden Seiten mit etwas Zitronensaft, Salz und Pfeffer würzen und von beiden Seiten mit Sesamkörnern bestreuen und diese festdrücken. Beiseite stellen.

Die Zucchini gut waschen, halbieren und in feine Streifen schneiden (z. Bsp. mit einem Sparschäler).

Die Spaghetti nach Anleitung kochen. Kurz vor Ende der Kochzeit die Zucchini-Streifen hinzugeben und einige Minuten mitkochen. Das Wasser abgießen (etwa 1 Tasse vom Nudelwasser auffangen).

Die Zucchini-Nudeln mit dem Parmesan, dem Zitronensaft (ggf. auch etwas Zitronenabrieb), dem frisch gepressten Knoblauch, der Petersilie, dem Olivenöl, dem restlichen Nudelwasser und etwas Salz und Pfeffer würzen. Warm halten.

Die Lachsfilets in einer Butter-Öl-Mischung anbraten, so dass der Fisch außen etwas knusprig-braun, innen aber noch glasig bleibt. Ich habe immer zu viel Angst, dass der Fisch innen noch nicht durch ist und nehme ihn immer zu spät aus der Pfanne, er gart ja noch nach, und so ist er immer ein wenige zu trocken. Ich hoffe, es gelingt euch besser! 😉

Print Friendly, PDF & Email

Vielen Dank an die Foodbloggerin „Saskia rund um die Uhr“ und an die Kochzeitschrift „Sweet Paul“ für die Inspiration!

Pesto Rosso mit gegrillten Paprika und Walnüssen

Pesto RossoHier in Köln-Nippes gibt es ein ganz wunderbares Weinlokal, das Morio. Da ist es im Sommer wie im Winter gleichermaßen schön. Denn sie haben einen sehr netten Wintergarten, in dem man an kalten Winterabend herrlich einen Rotwein genießen kann, und im Sommer stehen auf dem Schillplatz zahlreiche Tische im Freien – dann schmeckt mir dort im Mai die Maibowle am besten.

Sie haben nicht nur eine sehr gute (erschwingliche) Auswahl an leckeren Weinen, sondern auch eine kleine, aber feine Speisekarte mit selbstgemachten Kleinigkeiten. Meine beiden Favoriten sind das Dal und das geröstete Brot mit rotem Pesto. Es ist jedes Mal ein Krampf zu überlegen, für was ich mich entscheiden soll, weil beides so lecker ist. Meist gewinnt das Pesto-Brot. Irgendwann hab ich mal nachgefragt, was da drin ist: Paprika, Tomaten, Walnüsse, Kürbiskernöl berichtete mir der Keller (guten Service haben die übrigens auch!). Ich wollte das Pesto schon soooo lang mal selber machen… bis ich vor kurzem auf dem Foodblog mit dem lustigen Namen „Feed me up… before you go go“ ein Rezept entdeckte, das meinem Morio-Favorit erstaunlich ähnelte. Und siehe da: es schmeckt genauso! Vielen Dank für die Inspiration Sabrina und Steffen! Ein Besuch auf ihrem Blog kann ich guten Gewissens empfehlen. Sie haben nicht nur tolle Rezeptideen, ihre Fotos sind auch richtig spitze – ganz zu schweigen von den schönen Geschichten, die sie rund um die Gerichte erzählen.

Pesto Rosso auf geröstetem Brot mit Tomaten

Sehr lecker schmeckt das Pesto auf in Butter geröstetem Brot, belegt mit ein paar Scheiben Tomaten.

Viele Grüße
Eure Julia 


Zutaten
(für etwa 300ml)

3 rote Paprika
70 g Walnüsse
80 g getrocknete Tomaten
(ohne Öl)
1 große Knoblauchzehe
5-7 Zweige Thymian
(Blätter abgezupft)
30 g geriebener Parmesan
Olivenöl
1 Spritzer Zitronensaft
Salz, Pfeffer

Die Paprika waschen, entkernen, „Hut und Fuß“ wegschneiden und mit der Schnittseite nach unten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und im Ofen bei ca. 200 Grad grillen bis die Haut der Paprika schwarz wird und Blasen wirft.

Anschließend stelle ich das Backblech an einen luftigen Ort und lege für ein paar Minuten ein (sauberes) nasses Geschirrtuch über das Backblech. So kann man die Haut von den Paprika anschließend leichter lösen.

In der Zwischenzeit werden die Wallnüsse in einer Pfanne (ohne Öl) leicht angeröstet.

Dann gebt ihr die Paprika, die Walnüsse, die Tomaten, Knoblauch und die Thymianblätter in einen Mixer und püriert die Masse so lange bis ihr einige geschmeidige Creme habt (oder nutzt, wie ich, einen Pürierstab). Unter die Masse rührt ihr dann den geriebenen Parmesan und würzt mit Zitronensaft, Olivenöl, Salz und Pfeffer.

Falls ihr nicht gleich in den ersten zwei Tagen das ganze Pesto verputzt, könnt ihr es in sterilen Gläsern (mit einer Schicht Olivenöl bedeckt) im Kühlschrank aufbewahren. Wie lange weiß ich leider nicht, bei uns war es ein paar Tage später aufgebraucht 😉

Print Friendly, PDF & Email