Schweinefilet in Portwein-Soße mit Zwiebel-Reis

Schweinefilet in Portwein

Hier kommt ein weiteres Gericht aus „Die portugiesische Küche“. Und auch dieses Mal muss ich wieder sagen: Köstlich! Ach was… Genial!

Dass das Fleisch gut schmecken würde, hatte ich mir schon gedacht. Beim Reis, der ganz dunkle Zwiebeln (fast schwarz) als Geschmacksgeber hat, war ich neugierig. Herzhaft-süß schmeckt der Reis, und sehr lecker, wenn man ihn etwas bissfest lässt. Zu dem Schweinfilet kann ich mir keinen besseren Begleiter vorstellen.

Das Fleisch-Gericht hat mich vor allem wegen des Portweins angesprochen. Der kommt ja aus Porto. Eine wunderschöne Stadt im Norden Portugals! Von dort haben wir letztes Jahr unseren Portugal-Trip entlang der Küste (und ein bisschen durchs Landesinnere) bis Lissabon gestartet. Porto hat Herrn Löffelgenuss und mir besonders gut gefallen. Es ist noch nicht so überlaufen und herausgeputzt wie andere südeuropäische Stadt und hat einen morbiden Charme, der uns sehr gut gefallen hat – ebenso wie das köstliche Essen! Und der Wein erst!

Kennt ihr portugiesische Weine? Ist in Deutschland nicht unbedingt so populär (zu Unrecht!) und im Supermarkt gibt’s außer Vinoh Verde nur sehr wenige Weine aus Portugal. Ich kann euch aber ans Herz legen, mal einen Rotwein aus dem Douro-Gebiet (das ist der Fluss, der durch Porto fließt) zu probieren. Das Rezept empfiehlt zum Fleisch den „Fabelhaft“ Tinto von Niepoort, „eine Rotweincuvée, die neben douro-typischem Tiefgang auch eine ordentliche Portion Fröhlichkeit besitzt“, heißt es da. Bissl teuer, aber jeden Cent wert und hervorragend zu diesem Gericht.

Guckt mal, aus unserem Mini-Ferienzimmer haben wir direkt auf den Douro und die Altstadt geguckt. Traumhaft oder?

Porto

Zutaten für das Schweinefilet
(für 4 Personen)

1 großes oder zwei kleine Schweinefilets (insgesamt etwa 600g)
6 EL Olivenöl
4 Knoblauchzehen, in der Schale zerdrückt
2 Zweige Rosmarin
2 EL Honig
5-6 EL Portwein
2 EL Balsamico-Essig
Meersalz und Pfeffer
Alufolie

Zutaten für Reis mit dunklen Zwiebeln
(für 4 Personen)

240g Langkornreis (z.B. Agulha)
4 EL Olivenöl
2-3 Zwiebeln, fein gehackt (ich habe die Zwiebeln ziemlich grob gehackt, so schmeckt man mehr, finde ich…)
450ml Hühner- oder Gemüsebrühe (ich habe Gemüsebrühe verwendet)
Etwas Salz

Zuerst das Fleisch zubereiten:

Backofen auf 120 Grad vorheizen (im Rezept wird betont, dass man Ober- und Unterhitze nimmt, keine Umluft. Warum weiß ich nicht….).

Das Fleisch waschen und gut abtrocknen, Fett und Sehnen entfernen.

Pro Fleischstück ein Stück Alufolie beiseite legen (sollte etwa doppelt so lang sein wie das Stück Fleisch). Darauf den Knoblauch und die Rosmarinzweige legen und die Seiten so hochwickeln, dass ein kleines Schiffchen entsteht.

In einer Pfanne etwas Öl stark erhitzen und das Fleisch von allen Seiten scharf anbraten. Von allen Seiten ordentlich mit Salz und Pfeffer würzen und auf die vorbereitete Alufolie legen. Etwas Olivenöl, Honig, Portwein und Balsamico-Essig darüber geben und das Päckchen luftdicht verschließen und in den Ofen geben.

Die Päckchen in den Ofen geben und etwa 20 Minuten backen. Das Fleisch sollte am Ende innen noch rosa sein, so ist es schön zart, aber noch saftig. Jeder Ofen ist anders: Guckt nach etwa 20 Minuten mal nach, ggf. lasst ihr das Fleisch noch ein wenig länger im Ofen.

Den Reis zubereiten:

Den Reis waschen und gut abtrocken lassen.

Die Zwiebeln in dem Öl bei mittlerer Hitze solange anbraten bis sie richtig dunkel, fast schwarz, werden. Das kann ne ganze Weile dauern… zwischendurch immer mal wieder umrühren.

Den Reis und die Brühe hinzugeben, alles einmal aufkochen lassen und dann die Hitze reduzieren und den Reis mit geschlossenem Deckel solange kochen lassen, bis das Wasser weg und der Reis gar (aber noch bissfest) ist. Dauert etwa 15 Minuten.

Noch eine Sache: Auch wenn das Schweinefilet richtig lecker war: Ich habe schon mal ein ähnliches Rezept probiert. Das fand ich einen Tacken besser: Schweinfilet in Rotweinjus (nicht erschrecken, gruseliges Foto…).

Ich wünsche euch guten Appetit!
Eure Julia

Pica-Pau // Mariniertes Schweinefleisch

Pica-PauDas dritte Gericht, das ich aus „Die portugiesische Küche“ zubereitet habe, sind Pica-Pau (pikante Fleischhäppchen), die ich vor allem wegen der Zeichnung einfach nachkochen musste. Ihr erinnert euch? Der kleiner Specht, der dem dicken Mann erst auf den knurrenden Bauch pickt und dann diese kleinen Pica-Pau naschst…

Vom Geschmack her sehr ausgewöhnlich. Ich weiß nicht, ob es an den Lorbeerblättern oder an der Worcestershiresauce liegt. Oder aber an der Kombi mit dem sauer eingelegten Gemüse? Egal, auf jeden Fall ist es nach meinem Geschmack und eine schöne Konkurrenz zu Tapas. Dass ich auf so etwas stehe, wisst ihr ja spätestens seit meinem Tapas-Beitrag, gelle?

Zutaten
(für 6-8 Personen)

4 Knoblauchzehen
1 EL Butter
1 EL Olivenöl
400g magereres Schweinefleisch, in feine Streifen geschnitten (Nuss oder Oberschale)
200ml Weißwein
2-3 TL Rosenpaprika
2 Lorbeerblätter
1 TL Worcestershiresauce
Salz und Pfeffer

Sauer eingelegtes Gemüse: z.B. Blumenkohl, Paprikaschoten, Karotten, Cornichons …

Die Knoblauchzehen schälen, mit einem Messerrücken andrücken und in Butter und Olivenöl bei mittlerer Hitze goldgelb werden lasen. Aus der Pfanne nehmen.

Das Fleisch in die Pfanne geben und bei hoher Hitze kurz anbraten, dann die Hitze reduzieren.

Den Knoblauch wieder hinzugeben, ebenso wie den Weißwein, die Lorbeerblätter sowie den Rosenpaprika und die Worcestershiresauce. Das Ganze für etwa 10 Minuten bei kleiner Hitze köcheln lassen.

Zum Servieren das Gemüse in eine Schale geben und das Fleisch mit der Soße darüber geben. Das Pica-Pau könnt ihr (wie ein kleiner Specht) mit Zahnstochern aus der Schüssel picken.

Guten Appetit!
Eure Julia

Gaspacho mit Erdbeeren

Gaspacho mit Erdbeeren
Das erste Rezept, das ich euch aus dem Kochbuch „Die portugiesische Küche“ vorstellen möchte ist doch recht ungewöhnlich: Eine Gaspacho mit Erdbeeren. Warum ich ausgerechnet das ausgewählt habe? Obwohl ich doch gar nicht so der süße Typ bin? Wahrscheinlich weil ich einfach neugierig war. Und insgeheim wollte ich auch wissen, ob das vielleicht doch schmeckt. Vor allem, ob es besser schmeckt als meine geliebte Gazpacho aus Andalusien oder meine selbst kreierte Grüne Gazpacho. Auch wenn ich positiv überrascht war, schmecken mir „meine“ Gazpacho besser. Aber wer gerne Erdbeeren mag und die Kombination von Obst und Gemüse nicht scheut, der darf sich auf diese Suppe freuen. Sie ist bei hochsommerlichen Temperaturen, wie wir sie letzte Woche hatten, eine köstliche, kulinarische Abkühlung.

Zutaten
(für 8 Personen)

135ml Olivenöl
2 Knoblauchzehen, geschält
2 Stängel Thymian
50g Weißbrot (aus Weizensauerteig), ohne Kruste, gewürfelt (ich hab ein altes Brötchen genommen)
1kg Erdbeeren, gewaschen und geviertelt (ich habe nur etwa 200g Erdbeeren genommen, war trotzdem sehr erdbeerig…)
250g Gurke, geschält, entkernt und gewürfelt (ich habe etwa die doppelte Menge genommen)
120g rote Paprika, entkernt und gewürfelt (auch hier habe ich die doppelte Menge genommen)
70g grüne Paprika, entkernt und gewürfelt
120ml Tomatensaft
45ml guter Rotweinessig
1TL Salz

Für die Garnitur*:
Confierte Erdbeeren:
16 kleine Erdbeeren, halbiert
1½ EL Olivenöl
1 gehäufter EL Puderzucker

Croutons:
3 EL Olivenöl
2 Knoblauchzehen, geschält
200g Weißbrot (aus Weizensauerteig), ohne Kruste, klein gewürfelt (auch hier habe ich einfach ein altes Brötchen genommen)
Basilikumblätter
Pfeffer

* Die confierten Erdbeeren habe ich weggelassen. Klang mir zu süß und zu erdbeerlastig.

Ich habe (anders als im Rezept) erst mal die Croutons zubereitet. Und zwar alle zusammen, also die, die in die Suppe reinkommen und die, die oben drüber kommen.
Dafür das Brot zunächst in Würfel schneiden, den Knoblauch in Scheiben.
In einer Pfanne ordentlich Olivenöl heiß werden lassen und die Brotwürfel und den Knoblauch darin anbraten bis sie kross sind. Kurz vorm Ende habe ich die Thymianblätter hinzu gegeben.

Für die Suppe wascht ihr das Gemüse und die Erdbeeren und würfelt alles grob. Die Gurke wird geschält, die Paprika entstielt und entkernt, von den Erdbeeren das Grün entfernt.

Dann gebt ihr alle Zutaten sowie etwa ein Drittel der Croutons in einen Küchenmixer und püriert das Ganze bis eine schöne Mixtur entsteht. Wenn euch das zu flüssig ist, gebt ihr einfach noch ein paar Croutons hinzu. Wenn es zu breiig ist etwas Wasser.
Je nach Gusto schmeckt ihr mit Salz und Pfeffer ab und stellt die Suppe ein paar Stunden kalt.
Wenn es so richtig heißt draußen ist, könnt ihr, wenn ihr die Suppe serviert, noch ein paar Eiswürfel hinzugeben. Ist herrlich erfrischend!

Zum Servieren streut ihr ein paar Basilikumblätter und die restlichen Croutons darüber.

Ich bin gespannt, was ihr dazu sagt! Oder habt ihr sowas schon mal probiert? Lese gerade im Internet unzählige herzhafte Erdbeer-Gerichte… Also falls ihr eines habt, das ich unbedingt probieren sollte, immer her damit! 🙂

Ich wünsche euch guten Appetit!
Eure Julia