Thailändischer Fastfood-Nudelsalat

Thailändischer Fastfoodnudelsalat

Unter Foodbloggern ist es ziemlich verpönt, mit Fertigprodukten zu kochen. Verständlich, denn die meisten von uns verstehen unter Kochen das kreative Arbeiten mit frischen Lebensmitteln. Aber es gibt Tage, an denen auch bei mir mal ein Fertigprodukt auf dem Teller landet. Wie zum Beispiel bei diesem Thailändischen Fastfood-Nudelsalat.

Es ist schon komisch, ich esse tatsächlich einfach gerne frische Zutaten und Fertigprodukte schmecken mir einfach nicht. Das hat, meine ich, auch nichts mit meinem Kopf zu tun (also dass ich darüber nachdenken würde, was in Fertigprodukten so drin ist…). Sie schmecken mir einfach nicht. Das stelle ich oft in der Mittagspause fest: Für den „Notfall“ (wenn es vom Vortag keine Reste gab oder ich zu faul war, etwas vorzubereiten) habe ich zum Beispiel Pastasoße aus dem Glas neben ein paar Aktenordnern versteckt, die dann über meine eingefrorenen (und wieder aufgetauten) Nudeln kommt. Oder halt diese Tüten-Ramen-Noodle Soup hier, idealerweise gepimt mit diesen Zutaten.

Noch ein Anekdötchen zum Thema Fertigprodukte:
Meine Schwester erzählte mir mal, dass die Mutter von ihrem Freund neulich mal auf meinem Foodblog war. Und sie war etwas verwundert „Ich dachte, deine Schwester kocht nicht mit Dosen- oder Fertigprodukten…“, meinte sie. Sie hat wohl mein Chili con carne-Rezept gelesen. Das war (bis heute) das einzige Rezept auf meinem Blog, in dem ich Fertigprodukte genutzt habe! Hoffentlich denkt sie nicht „Kennste einen, kennste alle.“ Hach…

Wie ist eure Einstellung zu Fertigprodukten? Was, meint ihr, kann man ganz gut essen, was geht gar nicht?

Viele Grüße
Eure Julia

Rezept „Thailändischer Fastfood-Nudelsalat“
(für 1 Person)

1 Paket Ramen Noodle Soup Typ „Shrimp“
4 Stängel frischer Koriander, Blätter grob gezupft
3 braune Champigons, halbiert und in feine Scheiben geschnitten
½ rote Zwiebel, in feine Ringe geschnitten
1 rote Chili (entkernt), in feine Ringe geschnitten
½ rote Paprika (entkernt), in feine Stifte geschnitten
1 Möhre, in feine Stifte geschnitten
Saft einer ½ Limette

Die fertige Gewürzmischung aus der Packung in eine Suppenschüssel geben und mit kochendem Wasser übergießen, das Nudelnest da hinein legen, den Limettensaft und gerade so viel Wasser hinzugeben, dass das Nudelnest gerade bedeckt ist. Zugedeckt etwa 5 Minuten ziehen lassen, bis die Nudeln die Brühe komplett aufgesogen haben.

Das Gemüse unter die warmen Nudeln mischen und servieren.

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Momofuku: Ginger Scallion Noodles nach David Chang

Ginger Scallion Noldes nach David Chang, Momofuku

Hier kommt der letzte Beitrag meines kulinarischen Reiseberichts durch den Südwesten der USA.

Nachdem wir nach unserer Flitterwochen-Reise so begeistert von New York waren, und da wir nun schon mal in den USA waren, hatten wir beschlossen, auf dem Rückweg noch ein paar Tage in dieser tollen Stadt zu verbringen.

Ein Restaurant, das ich in New York unbedingt ausprobieren wollte, war das Momofuku. Kurz vor unserer Reise habe ich ein paar Folgen von Anthony Bourdain geguckt, der auf ganz interessante Weise kulinarische Highlights in verschiedenen Städten vorstellt. Darunter war auch das Momofuku. Je mehr ich darüber las, desto doller wollte ich dahin. Die Spezialität von David Chang sind Ramen, eine Art japanische Nudeln. Die kannte ich bisher nur als Fertigprodukt für Notfälle in der Mittagspause.

Herr Löffelgenuss und ich haben uns also während unserer Stippvisite in dieser genialen Stadt zur Momofuku Noodle Bar im East Village aufgemacht. Dort angekommen, stellten wir fest, dass wir nicht die einzigen waren. Wartezeit etwa eine Stunde. Ehrlich gesagt hatte ich nichts anderes erwartet, nach all den begeisterten Berichten im Internet… Aber es gab keine Diskussion, wir haben unsere kostbare Zeit in New York also ein bisschen mit Warten verbracht.

Belohnt wurden wir mit einem Platz direkt an der Bar, von der wir einen perfekten Blick in die Küche hatten. Echt! Direkt vor unseren Augen wurden alle Gerichte angerichtet, einen halben Meter dahinter wurde geschnibbelt, gebraten, gekocht. Super toll!

Momofuku, New York City

Die Menükarte im Momofuku ist recht klein, was ich aber mag: lieber wenige gute, als viele schlechte Gerichte. Herr Löffelgenuss entschied sich für die Momofuku Ramen (links), ich mich für die Ginger Scallion Noodles (rechts). Und ich muss sagen, dass ich den Hype um diese Noodle Bar jetzt verstehen kann: Beide Gerichte waren super lecker! Etwas Vergleichbares habe ich bisher noch nicht gegessen. Erst dachte ich, dass es vielleicht die tolle Atmosphäre in der Bar und das Wissen um das Konzept des Ladens war.

Aber nachdem ich die Ginger Scallion Noodles kürzlich nachgekocht habe, weiß ich, dass es nicht nur das ist, sondern dass es tatsächlich ein wirklich superleckeres Gericht ist. Zurück in Köln habe ich mir natürlich sofort das Momofuku-Kochbuch gekauft und die Geschichte von David Chang direkt am ersten Abend verschlungen. Sehr interessant! Das Rezept habe ich etwas improvisiert (so wie es David Chang scheinbar auch oft getan hat) und war verwundert, dass es doch recht ähnlich schmeckt. Here it is, enjoy!

Eure Julia

Rezept für Ginger Scallion Noodles nach David Chang (Momofuku)
(für 3 Portionen)

400g Ramen Noodles
300g frische Shiitake Pilze
1 Möhre
1 Zwiebel
4 Stangen Lauchzwiebeln
3 daumendicke Stücke Ingwer
2 kleine Landgurken
300g Bambussprossen (in der Dose oder im Glas)
Sherry
Weißweinessig
Sojasoße
neutrales Pflanzenöl
Sesamöl
Salz
Zucker
Die Gurken heiß waschen, abtrocknen und in sehr feine Scheiben schneiden. Etwa 2 TL Salz und 2 TL Zucker zu den Gurken hinzufügen und in einer Tupperdose gut vermengen und etwa 2 Stunden ziehen lassen.

Die Pilze putzen und die harten Stile wegschneiden. Die Pilze in Streifen schneiden.
Zwiebel, Möhre und 1 daumendickes Stück Ingwer schälen. Den Ingwer vierteln, die Zwiebel halbieren und die Möhre in Scheiben schneiden. 4 EL Sherry, 4 EL Weißweinessig, 5 EL Wasser, 3 EL Sojasoße, 3 TL Zucker und das Gemüse zum Kochen bringen. Die Hitze reduzieren und etwa 30 Minuten bei kleiner Hitze köcheln lassen.

Die Frühlingszwiebeln putzen, die Wurzeln und das dunkle Grün wegschneiden und die Lauchzwiebeln in feine Scheiben schneiden.

Den restlichen Ingwer schälen und fein reiben. Mit den Lauchzwiebeln vermengen und mit 1 EL Pflanzenöl, 2 TL Sojasoße, 1 EL Sherry, 1 EL Weißweinessig vermengen und Beiseite stellen.

Aus dem Pilzsud die Zwiebel, die Möhren und den Ingwer rausfischen und wegwerfen (oder naschen). Mit einer Schöpfkelle die Pilze rausfischen und in eine große Schüssel geben. Die Gurken ebenfalls mit einer Schöpfkelle herausnehmen und in diese Schüssel geben, ebenso wie die Ingwer-Frühlingszwiebel-Mischung.

Für die Nudeln Wasser zum Kochen bringen (ihr könnt für etwas Extra-Geschmack, das Pilz-Wasser hinzugeben) und die Ramen nach Anleitung oder solange kochen bis die Nudeln die Konsistenz haben, wie ihr sie gerne esst.

Mit einer Schöpfkelle in die Schüssel mit den restlichen Zutaten geben und gut vermengen. Direkt servieren.

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