Yotam Ottolenghi – mein Lieblingskoch im Porträt, Teil II

Yotam Ottolenghi

(c) Jonathan Lovekin

Im ersten Teil meiner Beitragsreihe über meinen Lieblingskoch Yotam Ottolenghi habe ich versucht, zu beschreiben, was das Besondere an Ottolenghis Gerichten ist. In diesem zweiten Beitrag erzähle ich ein bisschen über Ottolenghis Wurzeln, bevor ich euch im dritten Teil einige Rezepte und seine Kochbücher vorstelle. Den krönenden Abschluss bildet dann die Rezension und Verlosung von NOPI 🙂

Yotam Ottolenghis Wurzeln

Yotam Ottolenghi wurde 1968 in Jerusalem geboren und wuchs auch dort auf – als Kind eines Vaters mit italienischen Wurzeln und einer Mutter mit deutschen Wurzeln.

Und wisst ihr, was das Spezialgericht seiner deutschen Großmutter war? Blumenkohl mit gebuttertem Paniermehl! Witzig. Das ist auch DAS Spezialgericht meiner Oma gewesen (Darüber habe ich hier berichtet (verlinken). Überhaupt, oft ist es ja so, dass man Personen sympathisch findet, bei denen man Parallelen feststellt, nicht wahr?

Ottolenghis: Komparatist und Journalist

Sympathisch ist mir daher auch, dass Ottolenghi in Tel Aviv Komparatistik, also Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, studiert hat. Genau wie ich 🙂 Und er schrieb während seiner Studienzeit für eine Tageszeitung in Tel Aviv (auch ich habe so mein Studium finanziert).

Ich finde übrigens, das merkt man seiner Art zu schreiben an: Anderes als andere Köche hat er eine sehr literarische, philosophische Art zu erzählen und einen guten journalistischen Schreibstil. Wenn er übers Kochen schreibt, hat das manchmal etwas Poetisches. Ein Beispiel? „The flavours and colours that shout at you, that grip you, that make everything else taste bland, pale, ordinary and insipid.“ So beschreibt er die Aromen, die er in seiner Küche verwendet.

Ottolenghis Weg zum Koch

Eigentlich strebte Ottolenghi (scheinbar eher dem Wunsch seiner Eltern folgend) auch eine Promotion an. Bevor er damit starten wollte, habe er eine Pause gebraucht. Er reiste erst nach Amsterdam und dann nach London, wo er schließlich eine Kochschule besuchte. Natürlich nicht irgendeine Kochschule, sondern das Cordon Bleu. Da war er knapp 30 Jahre alt.

In London traf Ottolenghi auf Sami Tamimi: auf den Stufen eines Restaurants, bei dem Ottolenghi sich gerade bewerben wollte und in dem Tamimi arbeitete. Nachdem sich beide eine halbe Stunde unterhalten hatten, entdeckten sie, dass sie beide die gleiche Sprache sprechen und in der gleichen Stadt aufgewachsen sind: Ottolenghi im israelischen Teil Jerusalems, Tamimi im palästinensischen Teil – und ihre gemeinsame Leidenschaft fürs Kochen bzw. gutes Essen. Sie wurden Freunde und eröffneten drei Jahre später, 2002, ihr erstes gemeinsames Restaurant: Ottolenghi – food shop, patisserie, deli, restaurant, bakery in Notthing Hill. Und das schlug ein wie eine Bombe. Es wurde schnell zum Kult und es folgten bis heute mehrere weitere Restaurants (leider alle in London).

Ottolenghi wird zur Marke

Über London hinaus wurde Ottolenghi durch seine vegetarischen Rezepte bekannt, die er ab 2006 für den Guardian schrieb – dabei war er gar kein Vegetarier. „Frevel!“, schrien später die Vegetarier, als das rauskam. Aber er schaffte durch seine Rezepte etwas, das vielleicht keinem Vegetarier gelungen wäre: Er hat damit viele Menschen davon überzeugt, Gemüse ins Zentrum ihrer Gerichte zu rücken. “I think I can win more people to vegetables than strict vegetarians“, sagt Ottolenghti in einem Interview mit der New York Times. Er esse gerne Fleisch und Fisch, ihm fehle aber nichts, wenn er es weglasse. Genau so geht es mir auch, seit ich sein Kochbuch „Genussvoll vegetarisch“ besitze.

Einige seiner Rezepte und seine Kochbücher stelle ich euch im folgenden, dritten Teil meiner Beitragsreihe vor.

Bis dahin!
Eure Julia

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