Buchrezension: „Gemüse fermentieren“ von Amanda Feifer

„Gemüse fermentieren“ von Amanda Feifer ist ein unkomplizierter Ratgeber für alle, die Gemüse selbst fermentieren möchten. In dieser Buchrezension erfährst du, wie verständlich die Grundlagen erklärt sind, welche Rezepte für Sauerkraut, Kimchi, Pickles, Salsas und Kwass enthalten sind und warum sich das Buch besonders für Einsteiger eignet. Ich habe die Alltagstauglichkeit und einige Rezepte selbst ausprobiert.
Willkommen zu meinem großen Vorrats-Spezial! Auf Löffelgenuss dreht sich zurzeit alles um das Haltbarmachen von Lebensmitteln. Dieser Beitrag ist Teil einer 11-teiligen Buchreihe, in der ich euch Schritt für Schritt die für mich besten Werke rund ums Einkochen, Fermentieren, Dörren und Konservieren vorstelle.
Möchtet ihr wissen, welche Bücher ich noch getestet habe, oder sucht ihr nach dem perfekten Ratgeber für eure Vorratskammer? Alle Titel, Hintergründe und Empfehlungen findet ihr in meinem übergeordneten Hauptartikel: „Das große Vorrats-Spezial: Die besten Bücher übers Fermentieren, Einkochen und Haltbarmachen.“
In diesem Beitrag geht es um folgenden Titel:
Titel: Gemüse fermentieren: Kimchi, Pickles, Kwass & Co. selbst herstellen
Autorin: Amanda Feifer
Verlag: Hans-Nietsch-Verlag
Erscheinungsjahr: 2022
ISBN: 978-3-86264-377-6
Zusammenfassung, Zielgruppe & Niveau: Für wen eignet sich das Buch?
Das Buch „Gemüse fermentieren“ von Amanda Feifer ist ein praxisnaher Ratgeber, der sich auf die klassische Milchsäuregärung von heimischen Gemüsesorten konzentriert. Es vermittelt das notwendige Basiswissen, um Sauerkraut, Salzgurken und anderes Gemüse ohne künstliche Zusätze in der eigenen Küche haltbar zu machen.
Das Handbuch richtet sich in erster Linie an Einsteiger und gesundheitsbewusste Hobbyköche, die eine einfache und verlässliche Anleitung für den Start in die Fermentation suchen. Die Erklärungen sind bewusst unkompliziert gehalten, sodass Neulinge ohne Vorwissen direkt loslegen können; der Fokus liegt klar auf Küchenhygiene, einfachen Salz-Verhältnissen und Gelinggarantie. Es gibt eine kurze, verständliche Einführung in die Wirkungsweise von Milchsäurebakterien, jedoch werden „Food-Nerds“ auf der Suche nach tiefen mikrobiologischen Analysen oder hochkomplexen chemischen Prozessen hier eher nicht fündig. Spezielles Equipment ist nicht zwingend erforderlich, da die Rezepte primär auf die Nutzung von haushaltsüblichen Gläsern ausgelegt sind.
Das Besondere an diesem Buch ist sein bodenständiger, fokussierter Ansatz: Es verzichtet auf ablenkende Trends und konzentriert sich ganz essenziell auf die reine, natürliche Gemüsefermentation. Zudem wird der enge Bezug zwischen der traditionellen Haltbarmachung und einer modernen, darmgesunden Ernährung besonders anschaulich und alltagsnah herausgearbeitet.
Gliederung des Buches: Von Theorie und Grundlagen zu variablen Rezepten
Die Struktur des Buches ist schlank und zielgerichtet. Es beginnt mit einem kompakten Theorieteil, der die Vorteile der Fermentation, die grundlegenden Techniken sowie das benötigte Zubehör erklärt und die wichtigsten Fragen beantwortet. Feifer erzählt ganz undogmatisch, aber mit einem manchmal schelmischen Ton überzeugt sie von den Vorteilen der Fermentation.
Danach folgt der Rezeptteil „Sauergemüse im Glas“. Die sind sortiert nach Pickles, Sauerkraut, Kimchi, Saucen, Salsas, Dips und Kwass. Davon gibt es jeweils verschiedene Varianten: beim Sauerkraut vom Grundrezept über Asiatisches Satay-Sauerkraut bis zu Sauerkraut Mediterran. Das Gleiche gilt für Kimchi, dazu gibt es viele verschiedene Varianten sowie Saucen und Kwass (Getränke).
Im letzten Kapitel geht es um weitere Methoden der Gemüsefermentation: Fermentieren im Gärtopf sowie Fermentieren ohne Salz.
Eigentlich ist das Fermentieren von Gemüse ganz einfach: Man schneidet es klein, gibt es in ein Glas, gießt Salzlake darüber und wartet.
Amanda Feifer
Rezepte, Alltagstauglichkeit und Vielfalt im Praxistest
Das Buch enthält insgesamt rund 100 Rezepte; viele davon sind Variationen eines Grundrezeptes (siehe oben). Die Zutatenverfügbarkeit ist extrem alltagstauglich, da fast ausschließlich regionale und saisonale Gemüsesorten verwendet werden, die in jedem herkömmlichen Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt zu finden sind; der Kauf von exotischen Zutaten oder Starterkulturen entfällt.
Kulinarisch liegt der Fokus eher auf klassischen Fermenten (klassisches Sauerkraut, Salz-Dill-Gurken, eingelegte Möhren), während internationale Ausflüge eher im Hintergrund stehen.
Das Buch konzentriert sich vor allem auf die reine Herstellung der Fermente; Rezepte zur Weiterverarbeitung in warmen Gerichten gibt es zwar, sie sind aber eher selten.
Layout-Qualität, Haptik und Verarbeitung im Überblick
Das Buch ist als kompaktes, leichtes Softcover gestaltet und hochwertig verarbeitet. Das Layout ist schlicht, klar und führt daher das Auge angenehm durchs Buch. Die ganzseitigen Fotos fertiger Fermente bringen Farbe ins Buch und laden zum Innehalten ein – denn die Fotos sind schlicht, hell, klar und stylisch. Kleine Zutaten-Icons – schwarz auf weißem Grund – individualisieren die Rezepte und lockern den Druck auf.
Das Besondere an dem Buch
Ein erfrischendes Praxisbuch, das beweist, dass man für knackiges Sauerkraut oder Kimchi nur einfache Schraubgläser, Gemüse und Salz braucht. Ein hürdenfreie Start für jeden, der ohne Theorieballast direkt loslegen möchte.
Über die Autorin: Wer ist Amanda Feifer?
Amanda Feifer lebt in Philadelphia und schreibt auf www.phickle.com über fermentierte Lebensmittel. Durch einen Unfall und einen damit einhergehenden Lebenswandel kam sie zum Fermentieren – und macht das heute hauptberuflich, indem sie Kurse dazu gibt.
Mein persönliches Fazit zu „Gemüse fermentieren“
Ich schätze an dem Buch, dass es ohne langes Drumherumreden direkt auf den Punkt kommt und die wichtigsten Grundlagen sehr verständlich erklärt. Die Verwendung von heimischem Gemüse und Standard-Gläsern macht den Einstieg hürdenfrei und kostengünstig. Die Beschränkung auf die bewährtesten Techniken sorgt bei Anfängern für schnelle und frustfreie Erfolgserlebnisse. Ich habe direkt ein paar Rezepte ausprobiert, weil sie so einfach sind. Außerdem gefallen mir der sympathische und flotte Schreibstil von Feifer sowie die helle, schlichte und klare Aufmachung des Buches.
Schreibt mir!
Seid ihr auf der Suche nach einem Buch über das Haltbarmachen von Lebensmitteln? Hat euch diese Rezension (oder eine der anderen Rezensionen) geholfen, euch zu entscheiden? Ich würde mich total freuen, wenn ihr mir unten in den Kommentaren ein Feedback zu meinem Text gebt.
Wenn ihr direkt loslegen möchtet, dann könnt ihr schon mal eines meiner Ferment-Rezepte ausprobieren: Ich habe Apfelessig selber gemacht und u.a. Kimchi und Radieschen fermentiert. Weitere Rezepte folgen. Schaut gerne ab und an in meiner neuen Kategorie „Haltbarmachen“ vorbei, da findet ihr zukünftig alle Rezept zum Thema.
Viel Spaß beim Schmökern und Ausprobieren!
Eure Julia
Hinweis: Das Buch wurde mir auf Anfrage zugeschickt, mit dem Ziel, es während eines Vortrags auf der Landesgartenschau 2026 in Neuss vorzustellen. Diese Rezension spiegelt meine persönliche Meinung als Food-Journalistin wider. Sie wurde weder beeinflusst, noch wurde ich für die Rezension bezahlt.
