Radieschen fermentieren: Einfaches Rezept für die knackige Garten-Ernte

Hast du meinen Beitrag über den Fermentationsworkshop gelesen? Dann weißt du sicher, dass ich seit einiger Zeit im absoluten Fermentationsfieber bin! Der Grund dafür ist wunderbar: In unserem Garten ernten wir mittlerweile mehr Obst und Gemüse, als ich frisch verarbeiten oder verschenken kann. Daher habe ich nach Wegen gesucht, um diese Köstlichkeiten haltbar zu machen.
Eine der spannendsten Methoden zur Haltbarmachung ist für mich das Fermentieren. Ich liebe den intensiv sauren Geschmack, den das Gemüse dabei annimmt! Außerdem ist die Milchsäuregärung eine sehr sichere Art der Konservierung: Gefährliche Bakterien wie Clostridium botulinum (Botulismus) haben in der sauren Umgebung keine Chance. Mein Kimchi und mein Apfelessig sind Beispiele für fermentiere Lebensmittel.
Vortrag auf der Landesgartenschau & neue Buchreihe
Warum ich mich aktuell so intensiv mit der Frage befasse, wie man Gemüse aus dem Garten haltbar machen kann, hat noch einen zweiten Grund: Im September werde ich auf der Landesgartenschau einen Vortrag zu genau diesem Thema halten Der Landesverband der Gartenfreunde Rheinland hat mich dazu eingeladen. Für deren Newsletter schreibe ich schon seit einer Weile regelmäßig das „Rezept aus dem Garten“.
In meinem Vortrag möchte ich unter anderem die besten Bücher vorstellen, die sich mit dem Haltbarmachen befassen. Da der Markt riesig ist, möchte ich gerne eine kleine Orientierung geben. Und davon profitierst du auch hier auf dem Blog! Ich habe aus dem ganzen Wissen eine neue Beitragsreihe gebastelt: In den kommenden Tagen stelle ich dir hier die besten Bücher rund um das Thema Haltbarmachung von Lebensmitteln vor.
Gemüse fermentieren: Meine 4 wichtigsten Grundregeln
Damit du direkt loslegen kannst, habe ich heute ein einfaches Rezept mitgebracht, an dem du dich ausprobieren kannst. Denn Radieschen fermentieren ist wirklich einfach! Es gibt nur ein paar wenige, aber entscheidende Regeln, die du beachten musst:
Sauberkeit statt Sterilität: Anders als beim klassischen Einkochen müssen die Gläser nicht sterilisiert werden. Es reicht, wenn sie sauber sind und einmal kurz mit kochendem Wasser ausgespült werden. Auch das Gemüse musst du nicht schrubben – wasche es einfach so, wie du es auch für einen frischen Salat tun würdest.
Das richtige Glas wählen: Die Art des Glases ist gar nicht so entscheidend. Wichtig ist nur, dass kein Sauerstoff an das Gemüse gelangt. Ich nutze am liebsten klassische Bügelgläser. Durch den Gummiring kann das Kohlendioxid, das beim Fermentieren entsteht, sicher entweichen.
Alles muss unter die Lake: Das ist die wichtigste Regel! Das gesamte Gemüse muss komplett mit der Salzlake bedeckt sein. Wenn Radieschen oder Gewürze an der Oberfläche schwimmen und Kontakt mit Sauerstoff bekommen, fangen sie an zu schimmeln. Nutze am besten ein Fermentationsgewicht.
Das richtige Salz: Beim Salz solltest du darauf achten, dass es unraffiniert (unverarbeitet) ist und keinerlei Zusätze (wie Jod, Fluorid oder Rieselhilfen) enthält. Ich verwende für meine Fermente reines Meersalz.
Wozu passen fermentierte Radieschen?
Wenn du diese Regeln einhältst, hast du in ein paar Wochen köstlich saure Radieschen, die sich perfekt als besonderes Topping eignen. Die Radieschen geben beim Fermentieren ihre pinke Farbe an die Lake ab und diese färbt die Radieschen komplett rosa. So sind sie auch im Salat ein schöner Hingucker.
Mein Genuss-Tipp: Hobel eine Salatgurke in feine Scheiben, gib die fermentierten Radieschen und ein paar eingelegte Zwiebeln dazu, verfeinere alles mit einem einfachen Dressing – und fertig ist ein leichtes, aber außergewöhnliches Mittagessen!
In diesen Rezepten kannst du die fermentierten Radieschen nutzen, indem du die frischen Radieschen ersetzt: Sie passen super in den Fattoush-Salat oder als Topping zu meinen Obatzda-Kartoffeln oder auf die Käsefondue-Suppe. Auch in den Radieschensalat mit Bohnen und Salzzitronen passen sie gut.
Habt ihr Erfahrung mit dem Haltbarmachen von Lebensmitteln? Welche Methode nutzt ihr gerne und habt ihr schon mal fermentiert? Wenn ja, was und wie schmecken euch fermentierte Lebensmittel? Ich freue mich auf den Austausch mit euch unten in den Kommentaren! Und über eure Bewertung, wenn ihr mein Rezept ausprobiert (einfach auf die Sterne in der Rezepte-Karte klicken). Fragen könnt ihr auch gerne in den Kommentaren stellen.
Viel Erfolg beim Fermentieren!
Eure Julia

