Buchrezension: „Fermentieren“ von Kirsten K. und Christopher Shockey

„Fermentieren: Gemüse einfach und natürlich haltbar machen“ von Kirsten K. Shockey und Christopher Shockey ist ein umfangreiches Nachschlagewerk für alle, die Gemüse selbst fermentieren möchten. In dieser Buchrezension erfährst du, wie verständlich die Grundlagen erklärt sind, welche über 60 Gemüsesorten und Fermente vorgestellt werden und warum das Buch sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Fermentier-Fans interessant ist. Ich verrate außerdem, wie gut die Rezepte in der Praxis funktionieren.
Willkommen zu meinem großen Vorrats-Spezial! Auf Löffelgenuss dreht sich zurzeit alles um das Haltbarmachen von Lebensmitteln. Dieser Beitrag ist Teil einer 11-teiligen Buchreihe, in der ich euch Schritt für Schritt die für mich besten Werke rund ums Einkochen, Fermentieren, Dörren und Konservieren vorstelle.
Möchtet ihr wissen, welche Bücher ich noch getestet habe, oder sucht ihr nach dem perfekten Ratgeber für eure Vorratskammer? Alle Titel, Hintergründe und Empfehlungen findet ihr in meinem übergeordneten Hauptartikel: „Das große Vorrats-Spezial: Die besten Bücher übers Fermentieren, Einkochen und Haltbarmachen.“
In diesem Beitrag geht es um folgenden Titel:
Titel: Fermentieren: Gemüse einfach und natürlich haltbar machen
Autorïnnen: Kirsten K. Shockey, Christopher Shockey
Verlag: Löwenzahn in der Studienverlag GmbH
Erscheinungsjahr: 2025
ISBN: 978-3-7066-2575-3
Zusammenfassung, Zielgruppe & Niveau: Für wen eignet sich das Buch?
Das Autorenduo Shockey teilt in seinem Buch das gesammelte Wissen aus 15 Jahren Profi-Erfahrung. Neben einer sehr tiefgründigen Vermittlung der handwerklichen Grundtechniken bietet das Werk nicht nur Rezepte für Fermente, sondern zeigt auch, wie man diese auf den Teller bringen kann.
Dieses Handbuch bedient ein breites Spektrum: Es ist durch seine lückenlosen Schritt-für-Schritt-Anleitungen und die integrierte „Fermentier-Pannenhilfe“ gut geeignet für Anfänger, die vor allem nach Sicherheit suchen. Es vermittelt das biologische Grundwissen über Vitamine, Enzyme und nützliche Bakterien sehr fundiert, bleibt dabei aber immer ein praxisnahes Arbeitsbuch für die Küche. Spezialequipment wird nicht zwingend vorausgesetzt – einfache Einmachgläser, Salz und Gemüse genügen für den Start.
Gleichzeitig ist es aufgrund seiner enormen Tiefe und dem Fokus auf so viele verschiedene Gemüsesorten auch ein Standardwerk für Fortgeschrittene und „Food-Nerds“.
Hinweis: Das Buch ist im österreichischen Löwenzahn Verlag erschienen. Daher sind manche Gemüsesorten unter dem österreichischen Begriff zu finden.
Gliederung des Buches: A-bis-Z-Nachschlagewerk und Praxis-Guide
Das Buch ist als Nachschlagewerk und Inspirationsquelle gleichermaßen aufgebaut.
Los geht es mit zwei Kapiteln zu den Grundlagen: Nach einem kurzen Plädoyer fürs Fermentieren und einer Beschreibung, was da im Glas passiert, sowie einem gut strukturierten Guide über das Handwerk und Utensilien geht es um die Grundlagen des Fermentierens. Diese werden anhand von Beispielrezepten zu Sauerkraut, Gewürzbeilagen, Pickles und Kimchi erklärt. Abgeschlossen wird der Teil mit einem Kapitel zu Aufbewahrung und Pannenhilfe.
Teil 3 ist das Herzstück des Buches: Hier gibt es, sortiert von A bis Z, über 60 Rezepte bzw. Anleitungen, wie man diese fermentiert. In dem anschließenden, letzten Teil gibt es Ideen mit Rezepten, wie man das fermentierte Gemüse auf den Teller bringen kann.
Unseren Schülern geben wir ein Mantra mit, das ihnen bei den ersten Versuchen hilft: „Alles ist gut, wenn’s unter Lake ruht.“ Dieses Sätzchen müssen Sie sich nur in Erinnerung rufen, damit Ihr Gärgut genießbar bleibt.
Kirsten K. und Christopher Shockey
Rezepte, Alltagstauglichkeit und Vielfalt im Praxistest
Da das Buch so viele heimische und gängige Gemüsesorten einzeln durchgeht, kann man genau das verarbeiten, was man im Garten hat oder saisonal günstig kauft. Exotische Starterkulturen werden für das Gemüse nicht gebraucht, da rein mit „wilder Fermentation“ gearbeitet wird. Die Alltagstauglichkeit ist hoch, erfordert aber durch die schiere Fülle an Ideen etwas Einlesezeit. Kulinarisch deckt das Buch alles ab: von urdeutschen Traditionen über scharfe Salsas bis hin zu asiatischen Fermenten.
Layout-Qualität, Haptik und Verarbeitung im Überblick
Das Buch ist ein schweres, sehr stabiles und hochwertiges Hardcover mit festem, weißem Papier. Das Layout ist minimalistisch und konsequent: wenig Farbe, ruhige Schriftart. Das macht es einfach, darin zu navigieren. Grafisch abgesetzte „Fermentista-Tipps“ und Einschübe wie „Christopher erzählt“ lockern die textlastigen Seiten grafisch und inhaltlich auf.
Das Buch enthält kaum Fotos. Wenn, dann sind es eher ganzseitige Bilder, auf denen mehrere Fermente abgebildet sind, bzw. vereinzelt sind die Rezepte im hinteren Teil bebildert. Ich denke, das geht zugunsten der Handlichkeit und passt zum Nachschlagewerk, sonst wäre es ein noch dickerer Wälzer geworden.
Das Besondere an dem Buch
Das übersichtlichste A-bis-Z-Nachschlagewerk auf dem Markt, geordnet direkt nach Gemüsesorten. Dank der integrierten „Fermentier-Pannenhilfe“ ist es die verlässliche Rettung bei Ernteüberschüssen und Gärfragen.
Über die Autoren: Wer sind Kirsten K. und Christopher Shockey?
Kirsten K. Shockey und Christopher Shockey leben auf einer Farm in den USA und betreiben dort ein großes Fermentations-Zentrum. Sie gelten als führende Experten für handwerkliche Gärmethoden und haben jahrelange Erfahrung in der Ausbildung von Hobbyköchen und Profis. Ihre Bücher zeichnen sich durch Praxiserprobtheit und eine Liebe zum mikrobiellen Leben aus.
Mein persönliches Fazit zu „Fermentieren“ von Shockey
Die alphabetische Sortierung nach Gemüsesorten macht es für mich zum besten Nachschlagewerk, wenn ich spontan Überschüsse verarbeiten will. Ich habe schon ein paar Rezepte ausprobiert (die Radieschen, den Knoblauch und die Möhren zum Beispiel). Die waren gut erklärt und sind gut gelungen.
Schreibt mir!
Seid ihr auf der Suche nach einem Buch über das Haltbarmachen von Lebensmitteln? Hat euch diese Rezension (oder eine der anderen Rezensionen) geholfen, euch zu entscheiden? Ich würde mich total freuen, wenn ihr mir unten in den Kommentaren ein Feedback zu meinem Text gebt.
Wenn ihr direkt loslegen möchtet, dann könnt ihr schon mal eines meiner Ferment-Rezepte ausprobieren: Ich habe Apfelessig selber gemacht und u.a. Kimchi und Radieschen fermentiert. Weitere Rezepte folgen. Schaut gerne ab und an in meiner neuen Kategorie „Haltbarmachen“ vorbei, da findet ihr zukünftig alle Rezept zum Thema.
Viel Spaß beim Schmökern und Ausprobieren!
Eure Julia
Hinweis: Das Buch wurde mir auf Anfrage zugeschickt, mit dem Ziel, es während eines Vortrags auf der Landesgartenschau 2026 in Neuss vorzustellen. Diese Rezension spiegelt meine persönliche Meinung als Food-Journalistin wider. Sie wurde weder beeinflusst, noch wurde ich für die Rezension bezahlt.
