Buchrezension: „Die Welt im Einmachglas“ von Ursula Schersch

Die Welt im Einmachglas“ von Ursula Schersch zeigt, wie vielseitig Haltbarmachen sein kann – von klassischen Marmeladen und eingelegtem Gemüse bis zu internationalen Spezialitäten wie Kaya und Banh Mi Pickles. In dieser Buchrezension stelle ich das Einmachbuch vor, prüfe die über 90 Rezepte auf Vielfalt und Alltagstauglichkeit und verrate, für wen sich der Ratgeber rund ums Einkochen, Einlegen und Fermentieren besonders eignet.
Willkommen zu meinem großen Vorrats-Spezial! Auf Löffelgenuss dreht sich zurzeit alles um das Haltbarmachen von Lebensmitteln. Dieser Beitrag ist Teil einer 11-teiligen Buchreihe, in der ich euch Schritt für Schritt die für mich besten Werke rund ums Einkochen, Fermentieren, Dörren und Konservieren vorstelle.
Möchtet ihr wissen, welche Bücher ich noch getestet habe, oder sucht ihr nach dem perfekten Ratgeber für eure Vorratskammer? Alle Titel, Hintergründe und Empfehlungen findet ihr in meinem übergeordneten Hauptartikel: „Das große Vorrats-Spezial: Die besten Bücher übers Fermentieren, Einkochen und Haltbarmachen.“
In diesem Beitrag geht es um folgenden Titel:
Titel: Die Welt im Einmachglas: Hausgemachtes von nah und fern – einkochen, einlegen, fermentieren und vieles mehr
Autorin: Ursula Schersch
Verlag: Gräfe und Unzer Verlag
Erscheinungsjahr: 2020
ISBN: 978-3-8338-7338-6
Zusammenfassung, Zielgruppe & Niveau: Für wen eignet sich das Buch?
Dieses Buch verbindet traditionelle Formen der Haltbarmachung mit modernen, globalen Einflüssen und zeigt, wie man kulinarische Spezialitäten aus aller Welt zu Hause in Einmachgläsern konservieren kann.
Das Buch richtet sich an ambitionierte Hobbyköche und Einsteiger gleichermaßen. Es holt den Leser zu Beginn mit einem kleinen Guide zum Thema Haltbarmachen ab. Besondere Vorkenntnisse oder ein teurer Einkochautomat sind nicht erforderlich, da die Rezepte auf haushaltsübliche Gläser ausgelegt sind.
Das Besondere ist der konsequent internationale „Crossover“-Ansatz. Das Buch bricht mit dem Image des verstaubten, rein deutschen Kellerregals. Es stellt klassische, süße Obstmarmeladen und Essiggurken neben exotische Spezialitäten wie vietnamesische Banh Mi Pickles, asiatische Butter-Chutneys, Kaya (südostasiatischer Kokosaufstrich) oder Dulce de Leche.
Gliederung des Buches: Unterteilt in Geschmackswelten
Das Buch startet mit einem kurzen, übersichtlichen theoretischen Guide zu den verschiedenen Techniken (Einkochen, Einlegen, Fermentieren etc.), sinnvollen Küchenutensilien sowie einem Grundwissen zu Küchenhygiene.
Danach ist der Rezeptteil in Produkt- und Geschmackswelten unterteilt: Marmelade, Konfitüre und Co., „Aus dem Gemüsebeet“, „Saucen, Kräuter & Gewürze“, „Raffiniertes aus Milch & Eiern“, „Brot, Gebäck & Snacks“, „Sirup, Schnaps & Fermentiertes“.
Dieses Kochbuch verbindet meine zwei Lebenswelten: einerseits die Wertschätzung für regionale und saisonale Lebensmittel, andererseits meinen durch Auslandsaufenthalte und Reisen international geprägten Lebensstil.
Ursula schersch
Rezepte, Alltagstauglichkeit und Vielfalt im Praxistest
Die Vielfalt ist durch den globalen Fokus enorm hoch. Klassikern für Erdbeermarmelade stehen besondere Rezepte für Kaya, eine Kokoscreme aus Malaysia, gegenüber. Klassische Rezepte für Kimchi und Salzzitronen fehlen ebensowenig wie besondere Rezepte für eingelegte Wassermelonenschalen. Neben den Rezepten für verschiedene eingemachte Vorräte gibt es dann auch Rezeptideen, wie man sie einsetzen kann. Zum Beispiel Red Onion Pickles, die man dann zu Tacos mit Guacamole und Tex-Mex-Pilzen servieren kann.
Layout-Qualität, Haptik und Verarbeitung im Überblick
Das Werk ist als stabiles, wertiges Hardcover verarbeitet mit einem hellen, luftigen Layout. Jedes Rezept ist mit einem (oft ganzseitigen) Farbfoto versehen, das das fertige Glas oder das fertige Gericht präsentiert. Die Fotos sind wie das Layout hell, klar und minimalistisch mit einer ansprechenden Ästhetik.
Das Besondere an dem Buch
Es bricht aus dem gewohnten Muster deutscher Einmach-Klassiker aus und bringt internationale Aromen wie Banh Mi Pickles oder Kaya-Kokoscreme ins Vorratsregal. Perfekt für alle, die das Haltbarmachen mit einer kulinarischen Weltreise verbinden möchten.
Über die Autorin: Wer ist Ursula Schersch?
Ursula Schersch ist eine weitgereiste österreichische Foodjournalistin und Foodbloggerin. Durch ihren Blog www.tasteoftravel.at ist sie bekannt für ihre Leidenschaft für die internationale Küche. „Die Welt im Einmachglas“ war ihr erstes Buch. Genau wie im Namen ihres Blogs hat sie für das vorliegende Buch internationale Rezepte haltbar gemacht.
Mein persönliches Fazit zu „Die Welt im Einmachglas“
Da ich persönlich und auf meinem Blog ja auch eher ein Fan fremder Geschmackswelten bin, gefällt mir dieses Buch natürlich besonders gut. Außerdem hebt es sich dadurch, dass es den Fokus auf Gerichte weltweit legt, von den anderen Titeln in besonderer Weise ab. Mir gefällt auch, dass es einige Rezepte für komplette Mahlzeiten gibt, in denen die haltbar gemachten Lebensmittel direkt eingesetzt werden können. Wer auf der Suche nach einem Buch ist, das zeigt, wie man viele gleiche Produkte aus dem Garten oder der Gemüsekiste verwenden kann, greift aber lieber zu einem anderen Buch.
Schreibt mir!
Seid ihr auf der Suche nach einem Buch über das Haltbarmachen von Lebensmitteln? Hat euch diese Rezension (oder eine der anderen Rezensionen) geholfen, euch zu entscheiden? Ich würde mich total freuen, wenn ihr mir unten in den Kommentaren ein Feedback zu meinem Text gebt.
Wenn ihr direkt loslegen möchtet, dann könnt ihr schon mal eines meiner Ferment-Rezepte ausprobieren: Ich habe Apfelessig selber gemacht und u.a. Kimchi und Radieschen fermentiert. Weitere Rezepte folgen. Schaut gerne ab und an in meiner neuen Kategorie „Haltbarmachen“ vorbei, da findet ihr zukünftig alle Rezept zum Thema.
Viel Spaß beim Schmökern und Ausprobieren!
Eure Julia
Hinweis: Das Buch wurde mir auf Anfrage zugeschickt, mit dem Ziel, es während eines Vortrags auf der Landesgartenschau 2026 in Neuss vorzustellen. Diese Rezension spiegelt meine persönliche Meinung als Food-Journalistin wider. Sie wurde weder beeinflusst, noch wurde ich für die Rezension bezahlt.
