Tkemali Rezept: Intensiv würzig-süße Sauce aus Mirabellen

Tkemali ist eine intensiv würzige Sauce aus Kirschpflaumen, die in Georgien zu vielen Gerichten gereicht wird. Die Basis bilden gekochte Früchte, die mit frischem Koriander, Dill, Knoblauch, Schabizgerklee und Chili verfeinert werden. Da die originalen wilden Kirschpflaumen bei uns schwer zu bekommen sind, zeige ich dir, wie du ein Tkemali aus Mirabellen selber machen kannst. Die Sauce eignet sich hervorragend zu gegrilltem Fleisch oder gegrilltem Gemüse.
Mirabellen herzhaft verarbeiten: Die Alternative zu Marmelade
Letztes Jahr hatten wir eine seeeehr reiche Mirabellenernte, davon hatte ich schon in meinem Rückblick aufs Gartenjahr erzählt. Wir haben über 15 kg Mirabellen geerntet und daraus unzählige Gläser Mirabellenmarmelade und einen Mirabellenkuchen gemacht. Da ich ja nicht so gerne süß esse, war für mich die Erntezeit damit auch schon vorbei, und ich hatte den Baum für unsere Gartennachbarn freigegeben.
Als ich an einem sonnigen Nachmittag im August im Liegestuhl im Garten saß (super selten, sonst muss ich immer irgendwas machen) und durch Instagram scrollte, fiel mir der Beitrag eines Kollegen auf. Sebastian Bordthäuser ist Sommelier und schreibt ganz wunderbar über Wein. Ich habe ihm schon auf einigen Veranstaltungen zugehört und ihn auch schon mal interviewt: einmal für einen Beitrag über Fruchtsäfte als Essensbegleiter und einmal zur Frage, welches Getränk gut zu Pilzgerichten passt. Außerdem hat er auch einen Schrebergarten in Köln, und ich beobachte einfach gerne, wie andere über ihren Garten berichten. Und, er hat mir geholfen, mich auf die Verkostungsprüfung meiner Weiterbildung zur Assistant Sommelière vorzubereiten. Ich schweife ab…
Die Entdeckung: Georgischer „Ketchup“ aus dem Schrebergarten
Auf jeden Fall habe ich auf Instagram gesehen, dass er seine Mirabellen fermentiert und daraus ein Tkemali macht. Kannte ich nicht, klang aber köstlich! Tkemali ist eine Art georgischer Ketchup – eine würzige Sauce, deren Basis gekochte Kirschpflaumen sind, die mit reichlich Knoblauch, Koriander, Dill und Chili gewürzt werden. Alles Aromen, die ich ohnehin liebe.
„Fetzt!“, hat Sebastian geschrieben. Absolut!
Ich kann mir vorstellen, dass das Rezept mit fermentierten Mirabellen geschmacklich noch einmal einen draufsetzt. Bei meinem ersten Versuch sind mir die Mirabellen leider verschimmelt, weil sie nach oben gestiegen sind und Kontakt mit Sauerstoff hatten (ich hatte zum Beschweren den Boden eines kaputten Weinglases genommen – der war leider nicht breit genug 😂).
Aber dennoch: Diese schnelle, unfermentierte Sauce ist auch so wirklich köstlich! Sie passt hervorragend zu gegrilltem Lamm oder zu gegrilltem Gemüse wie Kohlrabi oder Roter Bete . Ein kleines bisschen erinnert mich die Konsistenz an mein jeminitisches Schug, wobei das Tkemali viel süßer, etwas weicher und runder schmeckt.
Schreib mir!
Ich freue mich riesig über eine Bewertung (unten beim Rezept, die gelben Sterne), wenn du mein Rezept ausprobierst. Noch mehr freue ich mich, wenn du mir in einem Kommentar schreibst, wie es dir geschmeckt hat. Dort kannst du auch gerne noch ein paar Ideen notieren, was ich dieses Jahr mit meiner Mirabellen-Schwemme machen kann.
Viel Spaß beim Ausprobieren!
Deine Julia

