Buchrezension: „Gläser voller Glück“ von Irene Hager, Alice Hönigschmid

„Gläser voller Glück“ von Irene Hager und Alice Hönigschmid vereint drei wichtige Methoden zum Haltbarmachen von Lebensmitteln: Einkochen, Fermentieren und Dörren. In dieser Buchrezension stelle ich den umfangreichen Ratgeber vor, schaue mir Rezepte, Alltagstauglichkeit und Konzept genauer an und verrate, für wen sich das Buch rund ums Haltbarmachen, Meal Prep und nachhaltige Vorratshaltung besonders eignet.
Willkommen zu meinem großen Vorrats-Spezial! Auf Löffelgenuss dreht sich zurzeit alles um das Haltbarmachen von Lebensmitteln. Dieser Beitrag ist Teil einer 11-teiligen Buchreihe, in der ich euch Schritt für Schritt die für mich besten Werke rund ums Einkochen, Fermentieren, Dörren und Konservieren vorstelle.
Möchtet ihr wissen, welche Bücher ich noch getestet habe, oder sucht ihr nach dem perfekten Ratgeber für eure Vorratskammer? Alle Titel, Hintergründe und Empfehlungen findet ihr in meinem übergeordneten Hauptartikel: „Das große Vorrats-Spezial: Die besten Bücher übers Fermentieren, Einkochen und Haltbarmachen.“
In diesem Beitrag geht es um folgenden Titel:
Titel: Gläser voller Glück: Einkochen, Fermentieren, Dörren
Autorinnen: Irene Hager und Alice Hönigschmid
Verlag: Edition Raetia
Erscheinungsjahr: 2022
ISBN: 978-88-7283-835-8
Zusammenfassung, Zielgruppe & Niveau: Für wen eignet sich das Buch?
„Gläser voller Glück“ ist ein umfangreiches und liebevoll gestaltetes Buch, das drei zentrale Säulen der Haltbarmachung vereint: Einkochen, Fermentieren und Dörren. Die beiden Autorinnen zeigen, wie man aus frischen, regionalen Zutaten langlebige Vorräte kreiert, um auch im Winter blitzschnell gesunde Mahlzeiten zubereiten zu können. Es verbindet traditionelle Konservierungstechniken mit moderner Zero-Waste-Philosophie und Meal-Prepping.
Das Buch ist ein fundierter und dicker Begleiter, der sich sowohl an Einsteiger als auch an experimentierfreudige Hobbyköche richtet. Es bietet Hintergrundwissen zu den jeweiligen Konservierungstechniken, bleibt aber durch Zubereitungstipps und alltagsnahe Anleitungen praxisorientiert. Wer eine gesunde, müllvermeidende Ernährung anstrebt und gerne vorkocht, wird hier fündig. Spezialgeräte sind nicht nötig; der Fokus liegt auf dem handwerklichen Arbeiten mit klassischen Einmachgläsern.
Gliederung des Buches: Erst Methoden, dann alltagsnahe Kategorien
Im vorderen Teil des Buches stellen die Autorinnen zunächst die verschiedenen Methoden des Haltbarmachens vor: wie es geht, was es braucht und was zu beachten ist – jeweils bezogen auf das Einkochen, Fermentieren und Dörren.
Der umfangreiche Rezeptteil verlässt dann diese Einteilung nach Methoden und teilt die Rezepte nach ganz eigenen Kategorien auf: Frühstück, Marende (Zwischenmahlzeit), Seelenwärmer, „Mit und ohne Fleisch“, „Beilagen und Salat“, „Im Küchenkastl“, Süßes und Säfte ohne Zucker.
Dieses Buch bietet viele leckere Rezepte und außerdem trägt es dazu bei, unser Leben und unseren Planeten „gesünder“ zu gestalten. Einen großen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz sehen wir im Handeln in möglichst kleinen Kreisläufen. Während das bei vielen Dingen des täglichen Lebens gar nicht so einfach ist, geht das bei Lebensmitteln eigentlich sehr leicht und ist effektiv.
Irene Hager und Alice Hönigschmid
Rezepte, Alltagstauglichkeit und Vielfalt im Praxistest
Die kulinarische Vielfalt ist groß, da das Buch weit über das klassische „Gurken-Einlegen“ hinausgeht. Die Zutaten-Verfügbarkeit ist clever gelöst: Basisprodukte sind regional und saisonal, während für die exotischeren Rezepte (wie Kakis für Hoshigaki) gezielt auf dem Markt eingekauft wird. Die Alltagstauglichkeit ist dank des Meal-Prep-Gedankens sehr hoch – einmal Aufwand in der Küche bedeutet viele schnelle, gesunde Mahlzeiten.
Layout-Qualität, Haptik und Verarbeitung im Überblick
Der Titel ist ein hochwertig verarbeitetes, schweres Hardcover mit über 290 Seiten und Lesebändchen. Das Layout ist stringent (die einzelnen Kapitel haben unterschiedlich farbige Überschriften) und auf den meisten Seiten eher luftig. Jedes Rezept enthält ein großformatiges Foto vom fertigen Produkt. Die Foodfotos sind authentisch, einfach und rustikal, oft ohne weiteres Styling direkt nach dem Kochen aufgenommen.
Neben den Gerichten enthält das Buch auch weitere Bilder, die die beiden Frauen bei der Arbeit zeigen. Das macht die Autorinnen noch nahbarer.
Das Besondere an dem Buch
Die ganzheitliche Kombination aus Einkochen, Fermentieren und Dörren mit Fokus auf fertige Meal-Prep-Gerichte wie Knödel oder Gulasch im Glas. Es zeigt, wie nachhaltige Vorratshaltung ohne Lebensmittelverschwendung im Alltag funktioniert.
Über die Autorinnen: Wer sind Irene Hager und Alice Hönigschmid?
Irene Hager und Alice Hönigschmid sind erfahrene Praktikerinnen, Pädagoginnen und Expertinnen für traditionelles Handwerk, Kräuterwissen und Naturküche aus dem Alpenraum. Sie sind bekannt dafür, altes Autarkie-Wissen wiederzubeleben und es mit modernen Ansprüchen an Nachhaltigkeit, Ästhetik und gesunder Ernährung zu verknüpfen.
Mein persönliches Fazit zu „Gläser voller Glück“
Das Buch ist gut geeignet für alle, die sich nicht für eine Konservierungsmethode entscheiden wollen und eine All-in-one-Anleitung für Dörren, Fermentieren und Einkochen suchen. Rezepte für komplette, haltbare Mahlzeiten im Glas (wie Knödel, Gulasch oder Chili sin Carne) runden das Angebot ab.
Schreibt mir!
Seid ihr auf der Suche nach einem Buch über das Haltbarmachen von Lebensmitteln? Hat euch diese Rezension (oder eine der anderen Rezensionen) geholfen, euch zu entscheiden? Ich würde mich total freuen, wenn ihr mir unten in den Kommentaren ein Feedback zu meinem Text gebt.
Wenn ihr direkt loslegen möchtet, dann könnt ihr schon mal eines meiner Ferment-Rezepte ausprobieren: Ich habe Apfelessig selber gemacht und u.a. Kimchi und Radieschen fermentiert. Weitere Rezepte folgen. Schaut gerne ab und an in meiner neuen Kategorie „Haltbarmachen“ vorbei, da findet ihr zukünftig alle Rezept zum Thema.
Viel Spaß beim Schmökern und Ausprobieren!
Eure Julia
Hinweis: Das Buch wurde mir auf Anfrage zugeschickt, mit dem Ziel, es während eines Vortrags auf der Landesgartenschau 2026 in Neuss vorzustellen. Diese Rezension spiegelt meine persönliche Meinung als Food-Journalistin wider. Sie wurde weder beeinflusst, noch wurde ich für die Rezension bezahlt.
