Über mich

Rémy schließt die Augen. Er beißt ein Stück Käse ab und kaut es genüsslich. „Oh, mhmm, yea, unglaublich!“ Dann beißt die kleine Ratte aus dem Animationsfilm „Ratatouille“ in die Erdbeere. Und seufzt. Isssst das lecker! Aber dann… Rémy schaut erst das Stückchen Käse an, dann die Erdbeere. Der kleine, haarige Hobbykoch schließt die Augen und beißt gleichzeitig in die Erdbeere und den Käse. Rote und gelbe Kreise pulsieren über den Bildschirm, wir hören Trommel-Rhythmen untermalt mit französischen Akkordeon-Klängen.
Für mich gibt es keine schönere Szene, um zu beschreiben, was kulinarischer Genuss ist. (Wer den Film „Ratatouille“ nicht kennt: Hier geht’s zum offiziellen Trailer. Ein Augenschmaus!)

Was mich zu diesem Foodblog bewogen hat?

Julia Uehren, Foodbloggerin bei www.loeffelgenuss.de

Das bin ich, Julia. Beim Klick aufs Bild erfährst du mehr über mich.

Zunächst ist da meine Familie: Ich komme aus einer Familie in der Essen groß geschrieben wird und in der immer frisch gekocht wurde. (Wahrscheinlich stammen wir auch nicht nur zufällig aus der Stadt Essen…). Ich erinnere mich, dass es bei uns zu Hause immer lecker war – ganz zu schweigen von den kulinarischen Höhepunkten an Feiertagen. Wenn wir mit Bekannten essen gegangen sind und sie von dem leckeren Essen im Restaurant schwärmten, wunderten wir uns häufig: ähnlich kochten wir auch.

Aber was macht ein leckeres oder gutes Essen eigentlich aus? Diese Frage bringt mich zu einem weiteren Grund, der mich inspiriert hat, diesen Foodblog zu starten.

Auf der Suche nach der perfekten Mahlzeit.

Diese Frage hat sich nämlich auch Anthony Bourdain gestellt. Der Koch aus New York und Autor des Buches „A Cook’s Tour“ hat erlebt, was sich wie ein Traum anhört: Die Welt bereisen auf der Suche nach dem vollkommenen Genuss.
Bourdain reist durch zahlreiche Länder und probiert allerhand Gerichte. Beim Lesen läuft einem zuweilen das Wasser im Mund zusammen. Auch wenn vieles sehr verlockend klingt, merkt der Leser: Nee, das war es nicht, das „perfect meal“. Und wo findet der Koch schließlich den vollkommenen Genuss? Nicht in einem Sterne-Restaurant. Weder in der hochgelobten französischen, noch in der unbekannten asiatischen Küche.
Man ahnt es schon: Sein „perfect meal“ besteht aus einfachen Spearribs und fettigen Pommes mit einer Dose Heineken an einem Strand in der Karibik.
Ich kann es nicht besser ausdrücken, daher muss ich ihn hier zitieren: „Of course, I knew already that the best meal in the world, the perfect meal, is very rarely the most sophisticated or expensive one. I knew how important factors other than technique or rare ingredients can be in (…) making magic happen at a dinner table. Context and memory play powerful roles in all the truly great meals in one‘s life. (…).“ (A. Bourdain, A Cook`s tour in search of the perfect meal. Bloomsbury, 2002, S. 8)
Genau so geht es mir auch: Oft verbinde ich mit leckeren Gerichten schöne Erinnerungen, die immer dann wieder wach werden, wenn ich das Rezept nachkoche. Aus diesem Grund habe ich meinen Foodblog gestartet. Hier kann ich nicht nur meine Rezepte aufbewahren (und mit anderen teilen), sondern auch die Erinnerungen und Geschichten, die ich mit den einzelnen Gerichten verbinde, festhalten, wiedererleben und erzählen.

Soul Food: Essen, das glücklich macht.

In einem Seminar an der Uni habe ich mich zum ersten Mal mit dem Zusammenhang zwischen Essen und Identität befasst. Absolut spannend für jemanden, der gerne kocht. „Eating in America“ hieß das Seminar und darin ging es auch um die afroamerikanische Küche. Diese Kochtradition hat mich so fasziniert, dass ich das schließlich zum Thema meiner Abschlussarbeit gemacht habe.
Darin geht es um die afroamerikanische Küche der 1960er Jahre, in der die sogenannten Soul-Food-Mahlzeiten zu einem Bestandteil der afroamerikanischen Kultur geworden sind und eine Möglichkeit darstellten, sich mit dieser Kultur zu identifizieren.
Und das kam so: Zuvor, während der Sklaverei, waren die Essenszeiten für die Arbeiter die kostbarste Zeit des Tages. Die einzige Zeit, in der sie zusammen waren. Kochbücher kannten sie nicht und Rezepte wurden „erzählt“. Dabei ging es nicht nur um Zutaten und Zubereitungsmethoden, sondern auch um (Familien-)Geschichten von früher.
Als Zutaten für diese Mahlzeiten hatten die Arbeiter häufig nur das, was bei den „Masters“ (so nannte man die Sklavenhalter in den USA) übrig blieb: Kohlreste, Hühnerflügel, Fett, Innereien etc. – minderwertige Nahrung. Dennoch: Überhaupt die Möglichkeit zu haben, gemeinsam zu kochen und zusammen zu essen, war wichtiger als die Zutaten selbst. Das war food for the soul, Soul Food.
Außerhalb der afroamerikanischen Kultur impliziert der Begriff Soul Food heute entsprechend ein Essen, das das Wunder vollbringt, ein Wohlgefühl zu erzeugen. Da ist für mich was dran: Gutes Essen vermag einem schlechten Tag ein gutes Ende zu geben.

So, genug der Theorie. Ihr wisst jetzt, was mich zu dem Blog inspiriert hat. Ganz praktisch schreibe ich diesen Blog letztendlich, um meine drei Leidenschaften zu vereinen: Kochen, Fotografieren, Schreiben.

Ich hoffe, ihr findet ein paar Anregungen und es schmeckt euch. Ich wünsche euch auf jeden Fall viel Spaß beim Kochen und dass ihr am Ende nicht nur sagt „mhmlecker!“, sondern auch, dass das Essen aus eurem Tag einen guten Tag gemacht hat.

Viel Spaß beim Lesen und Kochen!
Eure Julia

(About)

10 Gedanken zu “Über mich

  1. Pingback: Mehr Reichweite für Dein Blog: Immer mehr? | Portionsdiät

  2. Liebe Julia,

    Ich muss Dir endlich sagen, daß ich ein großer Fan Deines Blogs bin.

    Heute gibt’s Lachsröllchen aus Deinem Blog.

    Weiterhin viel Freude beim kreieren neuer Rezepte.

    Gruß
    Ingrid

    • Liebe Ingrid,
      oh wie ich mich über diesen Kommentar freue! Vielen Dank! 🙂 Ich hab letztens noch bei Herrn Löffelgenuss gejammert, weil ich unsicher bin, wie mein Blog eigentlich bei den Lesern ankommt. Jeder Kommentar ist wie eine Art Belohnung für mich und freut mich natürlich sehr!!
      Dir weiterhin viel Freunde beim Lesen und Nachkochen! Ich hoffe, die Lachsröllchen schmecken…
      Liebe Grüße
      Julia

  3. Liebe Julia,
    ich bin heute durch Zufall in Deinen Blog geraten…auf der Google Suche nach einem guten vietnamesischen Salat. Und eins ist nach Durchblättern Deiner Seiten mal sicher: ich werde nun häufiger Gast sein, denn neben den tollen Gerichten finde ich sowohl Aufbau der Seite als auch Deine Fotos sehr gelungen! Viele Grüße aus Bremen

    • Liebe Kerstin,
      das freut mich sehr! Dann mal herzlich willkommen, ich hoffe, du findest hier ein paar kulinarische Inspirationen.
      Herzliche Grüße aus Köln
      Julia

  4. hallo Julia,

    ich war auf einer Suche nach einem Dressing für einen wunderbar frischen Lollo Bianco und stieß auf deine Zitronensenfsauce . Sie gab es jetzt schon mehrfach in Folge, weil sie so lecker ist. Selbst meine sonst eher salatmuffeligen Männer nehmen nach und freuen sich am tollen, runden Geschmack.
    Dein Blog ist sehr schön aufgemacht und ich bekomme Lust aufs Stöbern und Nachkochen.
    Herzlichen Dank dafür!
    Lieben Gruß aus Nordeutschland

    • Liebe Ulrike,
      vielen Dank für deinen netten Kommentar! Schön, dass euch das Dressing schmeckt. Gerade jetzt im Sommer finde ich es auch immer wieder fantastisch.
      Weiterhin viel Spaß beim Stöbern und Kochen!
      Liebe Grüße aus dem Rheinland nach Norddeutschland
      Julia

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