

War jemand von euch vielleicht kürzlich in Neuengland? Zum Indian Summer? Wir haben das vor fünf Jahren mal gemacht und waren ziemlich begeistert von der Region. Ein Highlight bei solchen Reisen ist für mich immer, auch die regionale Küche zu erkunden. Ist allerdings gar nicht so einfach, etwas über die Küche Neuenglands zu erfahren. Es gibt nicht ein einziges deutschsprachiges Kochbuch!! Könnt ihr euch das vorstellen? Ist einfach nicht interessant für den deutschen Markt, sagt mir Stephanie Wenzel. Sie ist die ehemalige Verlagsleiterin für den Bereich Kochen und Verwöhnen beim Verlag Gräfe und Unzer. Daher habe ich die Küche mal genauer unter die Lupe genommen und einen Beitrag über diese unentdeckte Küche Neuenglands für die dpa geschrieben.

Klar, es ist keine sexy Küche mit großen Namen oder aufregenden Gerichten. Meist stehen deftige, gehaltvolle Speisen auf dem Tisch: Suppen, kräftige Eintöpfe, oft mit Fisch und Meeresfrüchten. Die Küche der amerikanischen Ostküste ist geprägt von den indigenen Völkern und auch die ersten Siedler, die im 16. Jahrhundert aus England kamen, hatten einen Einfluss auf die Küche. Genuss war bei den religiösen Pilgervätern verpönt. Vielleicht auch eine Erklärung…


Das erzählte mir auch Gabi Frankemölle, die ich für den Beitrag interviewt habe. Sie bloggt auf http://www.usa-kulinarisch.de und ist wirklich eine Expertin für die amerikanische Küche. Auch sie beschreibt die Küche Neuenglands eher als bodenständig und als das Gegenteil von Hipp. Gut entdecken kann man sie allerdings mit der Clam Chowder, quasi das ‚Signiture Dish‘ Neuenglands. Sie hat dafür ein tolles Rezept auf ihrem Blog, falls ihr Lust habt, die Region mal zu „erschmecken“, hier findet ihr Gabis Rezept für eine Clam Chowder.


Die amerikanischen Verlage haben die Küche übrigens sehr wohl auf dem Schirm. Also habe ich mir ein Kochbuch schicken lassen und es durchgearbeitet. Meine Wahl fiel auf „New England Invite: Fresh Feasts to savor the seasons“ von Kate Bowler. Da sieht man, dass die Küche Neuenglands auch modern kann. Spannend ist vor allem das Clambake, das Bowler beschreibet. Bei einem Clambake werden Hummer, Muscheln und andere Zutaten übereinander geschichtet – eigentlich in einem Erdofen am Strand. Bowler hat ein Rezept entwickelt, mit dem das Event auch zu Hause möglich ist. Alltagstauglich sind auf jeden Fall auch ihre Rezepte für Crab Cakes, gebratene Fischfrikallen aus Krebsfleisch, die Berry Crostini, Baguette mit Ricotta getoppt mit frischen Blaubeeren, oder die Kürbis-Butter.
Ich habe schon vieles verraten, was auch in meinem dpa-Beitrag steht. Wenn ihr neugierig seid, könnt ihr den Beitrag zum Beispiel bei ZEIT Online lesen.
Ich hoffe, ich konnte euch ein bisschen für die Küche Neuenglands begeistern!? Falls ihr schon mal da wart, würde mich interessieren, wie ihr die Küche wahrgenommen habt? Was habt ihr gegessen? Findet ihr die Küche tatsächlich langweilig und bodenständig? Was für kreative Gerichte habt ihr entdeckt und vielleicht auch nachgekocht? Berichtet mal, ich würde mich freuen!
Liebe Grüße
Eure Julia
p.s. Über unsere Rundreise durch Neuengland habe ich – im Rahmen einer Buchvorstellung – auch ein paar Beiträge geschrieben:
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PS: Alle meine Beiträge, die ich für die dpa geschrieben habe, findet ihr in der Kategorie „Textküche„.

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