Nachhaltigkeit in der Küche

Nachhaltigkeit beim Einkauf

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Wir benutzen Baumwollbeutel statt Plastiktüten und verschenken Kleidung, die wir nicht mehr mögen. Aber Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist oder ausgepresste Zitronen landen wie selbstverständlich im Müll. Dabei gibt es so viele Idee, wie man auch beim Kochen zur Nachhaltigkeit beitragen kann.

Ich hatte bisher immer das Gefühl, dass ich nicht sehr nachhaltig lebe. Dabei beschäftigen mich als Foodbloggerin natürlich besonders die Themen Lebensmittelverschwendung und Nachhaltigkeit in der Küche. Daher habe ich beschlossen, mal ein bisschen zu recherchieren. Für die dpa habe ich dann schließlich einen Artikel dazu geschrieben, den unter anderem ZEIT Online veröffentlicht hat.

Sophia Hoffmann

Sophia Hoffmann mit ihrem Kochbuch “Zero Waste Küche” (Foto: Annabell Sievert)

Für den Beitrag habe ich zum Beispiel Sophia Hoffmann interviewt. „Die Null-Prozent-Ökobilanz ist eine Illusion“, sagt die Köchin, die das Buch „Zero Waste Küche“ geschrieben hat. Puh, da war ich erst mal erleichtert. Vielleicht lebe ich ja doch nachhaltiger als ich dachte… Aus dem Interview mit der sympathischen Aktivistin, und auch aus ihrem Kochbuch, habe ich einige Informationen und Tipps mitnehmen können, die mir neu waren. Zum Beispiel friere ich Brotscheiben nicht mehr in Gefrierbeuteln, sondern gut eingewickelt in Brotpapier ein. Und ich versuche, Lebensmittel in größere Mengen zu kaufen, das Kochen besser zu planen und damit etwas Müll zu sparen.

In meinen dpa-Beiträgen lasse ich ja auch gerne Foodblogger*innen zu Wort kommen. Meine Wahl fiel für diesen Beitrag auf Eva und Philipp von Ye Olde Kitchen. Sie versuchen so viel wie möglich aus den Lebensmitteln rauszuholen: Zitronenschalen landen zum Beispiel in einem Salz- oder Zuckertopf, aus Kohlrabiblättern wird ein Krautsalat, aus Radieschenblättern eine Gremolata. „Gemüsereste sammeln wir im Gefrierschrank und kochen daraus dann hin und wieder eine Gemüsebrühe“, verrät Eva. Eine weitere Idee: ein Kilo Tomatenmark im Glas kaufen, in kleine Eiswürfel portionieren und einfrieren. Das spart nicht nur Verpackungsmüll, sondern auch Geld. Super einfach. Irre oder?

Foodblogger Ye Olde Kitchen

Die Foodblogger Eva und Philipp von Ye Olde Kitchen (Foto: Peter Hartung)

Meine dritte Quelle war Maren Teichert vom Zero Waste Köln Verein. Ich habe mich mit ihr in Köln auf einen Café verabredet und Maren sprudelte nur so vor Ideen, so viel Platz hatte ich in meinem Beitrag leider gar nicht. Sie hat mir unheimlich viel Hintergrundwissen vermittelt. Dem Verein geht es nämlich  genau darum: Wissen zu vermitteln. „Nachhaltigkeit kostet erst mal nicht mehr Geld. Man muss nur wissen, was man tun kann“, sagt Maren. Wie auch meine anderen beiden Interviewpartnerinnen sagt Maren, dass es nicht darum gehe, perfekt nachhaltig zu leben. Jeder kleine Schritt könne was bewirken, auf die Masse komme es an. Wenn viele Leute Obst und Gemüse möglichst unverpackt kaufen, für den Kaffee auf die Hand den eigenen Becher nutzten oder zumindest auf den Plastikdeckel verzichten, dann spart das ja schon eine Menge Müll!

Zero Waste Köln Vorstand

Maren Teichert (Mitte) und der Vorstand vom Zero Waste Köln e.V. (Foto: Frederik Löwer)

Außerdem haben wir über Möglichkeiten gesprochen, wie man Lebensmittel davor retten kann, auf dem Müll zu landen, zum Beispiel durch folgende Konzepte:

  • Mundraub“: Auf einer interaktiven Karte sind öffentliche Obstbäume und Sträucher markiert, an denen man sich bedienen darf.
  • Foodsharing“: Privatpersonen oder Betriebe, die  Lebensmittel übrig haben, können diese über die Plattform verschenken.
  • Too good to go“: Eine App, in der Gastrobetriebe ihre Überschussware am Ende des Tages zu einem günstigen Preis anbieten.
  • Die Retterkiste „Sirplus“: Abo-Boxen mit Lebensmitteln, die nicht der Norm entsprechen oder deren Mindesthaltbarkeitsdatum (fast) abgelaufen ist.
  • Marktschwärmer“: Konzept, das regionale Lebensmittel verschiedener Bauern an einem Ort vermarktet, lokal und online.
  • Solidäre Landwirtschaft“: Hier tragen mehrere private Haushalte die Kosten eines landwirtschaftlichen Betriebes, dafür erhalten sie einen Teil der Ernte.

Die Recherche zu Fragen der Nachhaltigkeit in der Küche hat mir unglaublich viel Spaß gemacht und ich habe mich gefreut, als ich am Ende festgestellt habe, dass ich immerhin nachhaltiger lebe als ich dachte – auch wenn da noch viel Luft nach oben ist.

Wie schätzt ihr euren Lebensstil und euren Umgang mit Lebensmitteln ein? Erzählt mal! Wenn ihr konkrete Tipps habt, Ideen, Anregungen, hinterlasst gerne einen Kommentar!

Liebe Grüße
Eure Julia

p.s. Weitere Beiträge zu kulinarischen Themen könnt ihr in der Rubrik “Textküche” lesen.

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