Alkoholfrei: Proxies, Shrubs & Fermente – Rezepte & Trinkideen

Alkoholfrei heißt längst nicht mehr nur Cola oder Wasser. Das wisst ihr sicher schon. Ich selbst habe schon einen ausführlichen Artikel über alkoholfreie Weine geschrieben. Aber wisst ihr, was sich hinter Begriffen wie „Proxies“ oder „Shrubs“ verbirgt?
Für einen neuen Artikel bin ich tief in die Welt zum Thema alkoholfrei eingetaucht – also jenseits von Cola & Co. Und ich muss zugeben: Ich war überrascht, wie komplex und kulinarisch anspruchsvoll es in diesem Bereich mittlerweile zugeht. Es ist eine Welt, in der fermentiert, destilliert und komponiert wird. Geschmacklich sind diese Getränke oft genauso spannend ist wie ein guter Wein.
Alkoholfrei: meine Interviewpartnerïnnen
Mein erster Interviewpartner war der Weinjournalist Christoph Raffelt, der Kopf hinter „Originalverkorkt“. Zusammen mit Anne Tenschert betreibt er den Podcast „Zwei über Null“ über „Getränke mit no und low Alkohol“. Von ihm habe ich gelernt, dass wir uns davon lösen müssen, eine ganz bestimmten Erwartung zu haben: nämlich, dass der alkoholfreie Drink wie Wein schmeckt. Stattdessen geht es darum, völlig neue Geschmackswelten zu entdecken. Ein wichtiger Tipp von Christoph: Auch alkoholfreie Alternativen gehören ins Weinglas! Sie brauchen Luft zum Atmen und das schmeckt dann auch wertiger.
Aber was trinkt man denn nun, wenn man keinen „entalkoholisierten Wein“ trinken möchte? Da kommt Jennifer Kießling ins Spiel. Sie ist Gründerin des „Mindful Drinking Club“ in Berlin und hat mir die verschiedenen Produkte erklärt. Jennifer sieht darin einen echten Kulturwandel: Es geht nicht um Verzicht oder eine Abwehrhaltung gegen Alkohol, sondern um ein genussvolles Pendant zum Anstoßen. Sie hat mir auch erklärt, warum diese Getränke ihren Preis haben (oft zwischen 12 und 28 Euro).
Spannend fand ich auch einen Blick in die Spitzenküche. Simon Schlachter, Sternekoch im Restaurant „Pavo“ im Allgäu, habe ich mal bei einem Workshop kennen gelernt und er hat gerade ein neues Buch veröffentlicht: „Drinks and Foods we love.“ In der Spitzenküche sind Getränke ohne Alkohol in der Menübegleitung längst fest verankert. Er hat mir erzählt, wie sie mit Infusionen, Fermenten und Techniken wie Fat-Washing arbeiten. In ihrem Buch gibt es Rezepte zum Nachmachen für zu Hause. Ich hab mir eins rausgesucht, das zeige ich euch!
Bei der Recherche habe ich wirklich viel gelernt. Zum Beispiel den kleinen, aber feinen Unterschied auf dem Etikett: „Alkoholfrei“ darf gesetzlich bis zu 0,5 Volumenprozent Alkohol enthalten (so viel wie eine reife Banane). Nur wo „ohne Alkohol“ draufsteht, sind wirklich 0,0 Prozent drin.
Wenn ihr also das nächste Mal im Restaurant seid oder für zu Hause einkauft: Traut euch mal an die Fermente und Proxies heran. Es lohnt sich!
Den fertigen Artikel mit vielen weiteren Infos zu Sparkling Teas und Co. findet ihr auf diversen Nachrichtenportalen und Tageszeitungen, unter anderem auf der Internetseite der Süddeutschen Zeitung.
Erzählt mir in den Kommentare gerne mal von euren Erfahrungen mit alkoholfreien Getränken!
Viele Grüße
Eure Julia
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PS: Alle meine Beiträge, die ich für die dpa geschrieben habe, findet ihr in der Kategorie „Textküche„.
