Gartenglück in Nippes #8: Mein Erntedank-Bericht & leckere Ernte-Rezepte

Das Gartenjahr neigt sich dem Ende – Zeit für meinen jährlichen Erntedank-Bericht aus unserem Schrebergarten in Köln-Nippes. Wie in jedem Jahr bin ich im Frühjahr voller Ideen und Tatendrang gestartet. Doch der heiße, trockene Sommer hat mir einmal mehr gezeigt, wie spürbar der Klimawandel im eigenen Beet ist: Ohne Wasser fällt die Gemüseernte magerer aus.
Trotz der Herausforderungen gab es dieses Jahr neben einigen Rückschlägen echte Ernte-Highlights, überraschende Kürbis-Kreuzungen und jede Menge Motivation zum Haltbarmachen und Fermentieren von Lebensmitteln. Was bei Salat, Zucchini, Roter Bete und Beeren gut geklappt hat und welche leckeren Sommer-Rezepte daraus entstanden sind, erfährst du in diesem Rückblick!
Durchwachsene Erträge im Gemüsebeet

Der Salat hat gut geklappt, den haben wir schon geerntet, bevor es so heiß wurde (einen Kopf hatten wir vergessen, der sah lustig aus, siehe Foto). Wir haben Kopfsalat gepflanzt. Nicht unbedingt mein Favorit, nächstes Jahr möchte ich eine andere Sorte ausprobieren.
Sellerie und Blumenkohl sind ganz gut angegangen, haben die Hitze und das fehlende Wasser aber leider nicht überlebt. Der Kohlrabi – ich habe diesmal eine lila Sorte gepflanzt – hat tapfer durchgehalten. Allerdings konnte ich nur drei Knollen ernten. Die habe ich einfach roh gegessen, so mag ich sie am liebsten. Wenn ich nächstes Jahr mehr ernte, möchte ich sie gerne fermentieren.


Die Möhren sind gut angegangen, aber nicht größer als mein Ringfinger geworden. Die habe ich einfach mit einer Gemüsebürste gereinigt und auch roh gegessen – angemacht mit meinem selbstgemachten Apfelessig, Olivenöl, Salz, Pfeffer und ein paar Ringen Frühlingszwiebeln. Lecker! Leider mit gekauften Frühlingszwiebeln, denn meine Saat ist gar nicht erst angegangen. Auch die Radieschen hatten dieses Jahr keinen guten Start und sind nicht angegangen. Schon kurios, wie anders jedes Gartenjahr verläuft.
Meine Ernte-Highlights: Rote Bete, Rettich & Beeren


Was dieses Jahr richtig gut lief, waren Rote Bete und Rettich. Und hier bin ich richtig kreativ geworden: Aus der Roten Bete habe ich ein wahnsinnig leckeres Hummus gemacht, in das ich auch noch ein bisschen vom Rettich gerieben habe. Köstlich! Außerdem gab es ein Rote-Bete-Carpaccio aus roher Roter Bete und ein Rote-Bete-Salatdressing. Die Rezepte veröffentliche ich nächste Woche. Das Rezept für den gepickelten Rettich ist schon online.
Obst habe ich ebenfalls wieder in großen Mengen geerntet: Von den schwarzen und weißen Johannisbeeren gab es mehr, als ich ernten konnte. Aus den schwarzen Johannisbeeren habe ich noch mal ein Johannisbeer-Gelee gemacht,diesmal habe ich es aber mit Rosmarin verfeinert (hier findet ihr das Rezept für das klassische Johannisbeer-Gelee). Aus den weißen Johannisbeeren ist ein wunderbar cremiges Johannisbeer-Curd entstanden, mit einer feinen Balance aus Säure und Süße.


Falls ihr auch so viele Johannisbeeren im Garten habt, könnt ihr euch auch die Rezepte für Johannisbeer-Likör, Cassis-Eis (mit Tonkabohne aromatisiert!) und dieses würzige Johannisbeer-Chutney schon mal abspeichern. Außerdem habe ich noch ein weißes Johannisbeergelee mit Tonkabohne auf Lager und ein Rezept für Johannisbeer-Sirup. Die veröffentliche ich nächstes Jahr, wenn wieder Erntesaison ist.
Süße Mirabellen & Experimente im Beet


Und dann haben wir ja noch Mirabellen im Garten. Wie jedes Jahr gab es auch hier wieder viel zu viele Früchte, als dass wir sie alleine hätten ernten können. Die Rezepte für die Mirabellen-Marmelade und das Tkemali sind ja schon online. Dieses Jahr habe ich aus den Mirabellen einen ganz köstlichen Mirabellen-Essig gemacht, einen Mirabellen-Likör und ein Mirabellen-Chutney. Die Rezepte veröffentliche ich nächstes Jahr, bevor die Saison losgeht.
Was gab’s noch? Ach ja, Tomaten. Auch die waren dieses Jahr leider wieder innen sehr weich mit fester Schale. Einen Teil der Tomaten habe ich eingekocht, aus dem Rest haben wir eine Tomaten-Quiche gemacht. Rezept folgt. Auf die Chilis warte ich noch.
Sorgenkinder Zucchini, Gurken und die Kürbis-Überraschung



Ach, dann gab’s ja noch das linke Feld. Die Himbeeren sind dieses Jahr eher spärlich gewachsen. Ich warte diesmal mit dem Zurückschneiden bis zum Frühjahr, vielleicht hat das einen Einfluss auf deren Wachstum. Aber aus den Früchten, die ich geerntet habe, habe ich Fruchteiswürfel gemacht. Perfekt für die Sommerhitze! Das Rezept kommt nächsten Sommer.
Hinter den Himbeeren haben wir dieses Jahr zum ersten Mal Auberginen gepflanzt. Ich war ja skeptisch, ob das funktioniert. Aber siehe da! Wir haben 3 Mini-Auberginen geerntet. Allerdings habe ich mich wahnsinnig über mich selber geärgert, weil ich die nach dem Ernten im Kühlschrank vergessen habe und sie dann verdorben waren. Ätzend.
Die Gurken und Zucchini haben geschwächelt Eigentlich untypisch, denn normalerweise wachsen sie an derselben Stelle selbst mit wenig Wasser ganz gut. Die Gurken wollte ich gerne in Salz einlegen. Das habe ich dann mit Gurken aus dem Supermarkt gemacht. Sind toll geworden, Rezept folgt! Aus den wenigen Zucchini, die ich dieses Jahr geerntet habe, haben wir dieses köstliche Zucchini-Carpaccio gemacht.
Wenn ihr viele Zucchini habt, dann könnt ihr euch diese Rezepte schon mal abspeichern:
- Zucchini-Salat mit Feta, Tomaten und Kräuter-Dressing
- Feta-Zucchini-Röllchen auf Kräuteröl mit karamellisierten Tomaten
- Zucchini-Bällchen mit Hähnchenhackfleisch
- Zucchini-Antipasti
- Spaghetti mit Zucchini & Feta
- Samtige Zucchinicremesuppe
- Lachs mit Zucchini und Spaghetti
Das mit dem Kürbis hat dieses Jahr so gar nicht geklappt. Ich habe die Samen aus den letzten Jahren direkt in den Boden gesteckt und alle Pflanzen sind auch angegangen. Aber was da gewachsen ist, war kein Hokkaido. Eine Leserin hatte mich schon darauf aufmerksam gemacht, dass man nicht einfach die Kerne alter Kürbisse in die Erde stecken sollte, weil dabei Kreuzungen entstehen. Das habe ich dieses Jahr dann auch gesehen: Es waren kleine, bunt gefleckte Kürbisse, die da wuchsen. Aber immerhin: Die liegen jetzt bei uns im Wohnzimmer auf der Fensterbank und machen sich gut als Herbst-Deko.
Von Haltbarmachung und der Freude am Erntedank

Als Kind war ich fasziniert vom Erntedankfest, das wir mit den Pfadfindern gefeiert haben. Diese Faszination hält sich bei mir bis heute. Ich finde es unglaublich, was aus einem Samenkorn entstehen kann, und bin dankbar für jedes selbst angebaute Stückchen Obst und Gemüse, das ich verwerten kann.
Wer mich kennt, weiß, dass ich es hasse, Lebensmittel wegzuschmeißen. Daher habe ich mich dieses Jahr verstärkt dem Thema Fermentieren, Einmachen und Einlegen gewidmet. Ich habe einen Fermentationskurs gemacht und zahlreiche Bücher zum Thema gelesen und rezensiert. Das könnt ihr in meinem großen Vorrats-Spezial nachlesen.
Das Highlight war dann, dass ich mit diesem ganzen Wissen und mit selbst haltbar gemachten Lebensmitteln im Gepäck auf der Landesgartenschau Neuss einen Aktionsstand zum Thema bespielen durfte. Das war eine ganz wundervolle Erfahrung! So viele Besucherinnen und Besucher waren begeistert von den Zucchini, die ich vor Ort zubereitet habe, und den mitgebrachten Fermenten (zum Beispiel den Radieschen). Sie schienen motiviert, sich auch mal ans Fermentieren zu wagen.
Huch, ist schon wieder lang geworden, mein Erntedank-Bericht. Ich hoffe, ich konnte euch zeigen, wie schön es ist, selbst Obst und Gemüse zu ernten und welche leckeren Rezepte daraus entstehen können. Wenn ihr auch einen Gemüsegarten habt, erzählt mir gerne mal, wie es bei euch läuft und welche Gerichte ihr aus eurer Ernte zubereitet.
Liebe Grüße
Eure Julia
