Foodblogbilanz 2019

Liebe Leserinnen und Leser,

am Ende des Jahres gibt es überall Jahresrückblicke. In Zeitschriften, im Fernsehen, und auch auf Foodblogs. Ich hätte auch gerne einen Rückblick geschrieben, zum Beispiel für die #Foodblogbilanz2019, die dieses Jahr Steffen und Sabrina von „Feed me up before you go-go“ ausrichten. Aber auf die meisten Fragen, wie zum Beispiel nach dem erfolgreichsten Blog-Artikel, welche anderen Blogs mich am meisten inspiriert haben oder was der lustigste Suchbegriff war, weiß ich dieses Jahr keine Antwort. In letzter Minute möchte ich aber doch noch eine kleine, sehr persönliche Foodblogbilanz ziehen:

Meine Foodblogbilanz 2019

2019 kam mein Foodblog leider viel zu kurz. Ich habe gerade mal 15 Rezepte veröffentlicht und nur sehr selten Zeit gehabt, in der Küche zu experimentieren, tolle Rezepte auszuprobieren oder aus Resten oder Ideen ganz eigene Rezepte zu entwickeln – also genau das, was mir am meisten Spaß macht. In anderen Foodblogs, in Kochzeitschriften und Kochbüchern habe ich leider kaum geschmökert, fürs (Food-)Netzwerken blieb auch wenig Zeit.

Stattdessen habe ich mich dieses Jahr – auch beruflich bedingt (ich habe mich Anfang des Jahres Selbstständig gemacht) – viel mit der Frage befasst, was ich eigentlich mit meinem Foodblog machen will. Will ich damit, wie so viele andere Foodblogs, Geld verdienen? Wenn ja, auf welche Art und Weise? Oder will ich meinen Foodblog als Spielwiese nutzen und mit ihm einfach aktiv miterleben, wie sich die Digitalisierung, das Internet, die Sozialen Medien weiterentwickeln?

Am meisten nervt mich am Bloggen, dass es so viel Arbeit ist, die Artikel unter die Leute zu bringen – also rein technisch gesehen: Keywords finden, Bildunterschriften texten, Hashtags suchen, Fotos für unterschiedliche Kanäle zurechtschneiden, den idealen Zeitpunkt zum Veröffentlichen auswählen etc. Auch wenn es für mich beim Bloggen in erster Linie ums Kochen, Schreiben und Kreativ sein geht, mache ich das ja öffentlich. Ich möchte gerne wissen, was andere Menschen denken, ob sie das Gericht genau so lecker finden wie ich, wie sie es zubereiten würden, was sie überhaupt gerne essen, wo sie ein Rezept her haben, was die Geschichte dahinter ist. Aber um das zu erfahren, muss mein Artikel ja gelesen werden. Und das ist leider gar nicht so einfach. Nur auf „Veröffentlichen“ zu klicken, reicht nicht. Ich muss der Welt ja sagen, dass es da ein neues Rezept gibt. Wie heißt es so schön? Klappern gehört zum Handwerk. Dafür sind Suchmaschinenoptimierung und Social Media unerlässlich. Aber auch aufwändig. So empfinde ich es zumindest.

Was passiert 2020?

Mein Foodblog wird auch 2020 ohne Kooperationspartner auskommen. Ich werde keine Werbung schalten und keine bezahlten Beiträge veröffentlichen. Mein Blog wird meine ganz persönliche Spielwiese bleiben.

Ich habe mir aber vorgenommen, mal auszuprobieren, wie sich das eigentlich auf den Foodblog auswirkt, wenn man in den Sozialen Medien aktiver ist. Wenn ihr also auf Instagram & Co. in den kommenden Wochen vermehrt von mir hört, wisst ihr Bescheid 😉 Ich bin gespannt, was passiert und wie mir das gefällt.

Ach ja, und meine Foodfotos sollen auch besser werden. Als kleine Perfektionistin bin ich ja nie ganz zufrieden mit meinen Fotos. Ich bin schon tief eingetaucht ins Selbststudium und hoffe, dass man das meinen Fotos bald ansieht.

Und da ist noch etwas: Ich überlege, meinen Foodblog neu auszurichten. Ich könnte mir vorstellen, dass ich ihn in zwei separate Blogs gliedere. Auf „Löffelgenuss“ würde man dann zukünftig alle Rezepte zum Löffeln finden, also Suppen und Eintöpfe, und – das wäre der neue Part – auch Rezepte für Kinder. Auf den zweiten Foodblog kämen alle anderen Rezepte, die ich eher der Kategorie „Moodfood“ zuordnen würde, nach dem Motto „Essen gut, alles gut“.

Was 2020 bleibt ist, dass ich weiterhin für die dpa das „Rezept der Woche“ schreibe und über Kulinarik-Themen berichte, die mich interessieren. Das „Rezept der Woche“ ist oft das einzige Rezept, das ich kreativ entwickele oder umsetze. Immerhin! Und durch meine Recherchen zu den Kulinarik-Beiträgen habe ich schon viele tolle Leute interviewt. Das macht mir unglaublich viel Spaß! Highlights waren dieses Jahr sicherlich das Interview mit Stevan Paul über Ramen und mit Björn Freitag über Risotto.

Puh, das war sehr persönlich. Jetzt zu euch, liebe Leserinnen und Leser:

Das war ein recht persönlicher Jahresrückblick. Mich würde brennend eure Meinung zu einigen Fragen interessieren:

Liebe Foodbloggerinnen und Foodblogger, wie ist das bei euch: Was bedeutet euch euer Foodblog? Ist euer Foodblog Einnahmequelle oder Hobby? Was spricht dafür, was dagegen? Wie viel Zeit investiert ihr in das Bewerben eurer Artikel? Wie plant ihr das? Ist das für euch Arbeit oder Vergnügen? Und was sagt ihr zu der Idee, meinen Foodblog neu auszurichten? Wenn ihr das nicht öffentlich schreiben mögt, freue ich mich auch über eine E-Mail 🙂

Liebe Leserinnen und Leser, was meint ihr zu der Frage: Sollte ein Foodblog frei von Werbung sein oder darf man durch Werbeeinnahmen seine Arbeit finanzieren? Warum reagiert ihr so relativ selten auf die Beiträge? Gibt es im Internet zu viele Inhalte? Und zu guter Letzt wüsste ich auch von euch gerne, was ihr von der Idee haltet, meinen Blog neu zu strukturieren?

Über Reaktionen würde ich mich freuen! 🙂

Ich wünsche euch allen ein wundervolles Jahr 2020!
Eure Julia

8 thoughts on “Foodblogbilanz 2019

  1. Pingback: Foodblogbilanz 2019 - ein Jahresrückblick | Feed me up before you go-go

  2. Pingback: Jahresrückblick #Foodblogbilanz2019 - kuechenlatein.com

  3. Liebe Schwester, das sind ja viele neue Gedanken fürs neue Jahr, klingt alles sehr interessant und spannend.
    Ich kann mir vorstellen, wie schwer es ist die Rezepte unter die Leute zu bringen. Es gibt einfach zu viele Plattformen, auf denen man Rezepte findet. Ich werbe auch schon fleißig wo ich kann
    Ich finde deine Gestaltung von Löffelgenuss, so wie es bisher ist, großartig! Ich kann mir vorstellen, dass es zu „kompliziert“ oder unübersichtlich wird, wenn du es weiter unterteilen würdest. Ich würde dann eher eine neue Rubrik unter „Rezepte“ machen, wo man dann diese Gerichte finden kann. Wenn ich etwas kochen will, dann muss es alles schnell gehen: Idee im Kopf haben und dann ganz schnell und einfach das Rezept finden (dazu sind deine Rubriken perfekt) oder in der jeweiligen Rubrik stöbern und das richtige finden!
    Außerdem finde ich es optisch auch immer noch toll und ansprechend!

    Was ich persönlich manchmal vermisse, sind so ganz simple und einfache „Alltagsgerichte“. Deine Gerichte sind sehr besonders und meist etwas „aufwendiger“ für den Alltag, daher sind das meist meine Wochenendgerichte

    Grundsätzlich ist es toll und angenehm, dass man auf deiner Seite keine Werbung weg klicken muss, doch ich fände es nicht schlimm.

    Ich bin nun ganz gespannt, wie die Gestaltung für Löffelgenuss 2020 weiter geht und bleibe treuer “Nachkocher“ und Genießer deiner Rezepte! Alles Liebe ♥️ Deine Elena
    (Genieße gerade übrigens deine eingelegten Paprikas- köstlich )

  4. Ein schöner und sehr persönlicher Rückblick, den ich gerne gelesen habe! 🙂 Und dieses ganze “Bewerben von Beiträgen” auf Social Media geht mir in letzter Zeit auch ziemlich auf die Nerven und wurde in den letzten Wochen von uns etwas schleifen gelassen. Vor allem, wenn man ohnehin gerade wenig Zeit hat, ist das ein ziemlicher Zeitkiller – und ob’s überhaupt was bringt, fragen wir uns natürlich auch.
    Hier ist der Blog vornehmlich (ein ganz schön aufwendiges) Hobby, das hin und wieder etwas Geld einbringt – immerhin ein ganz netter Nebeneffekt.
    Ich freue mich jedenfalls, demnächst wieder etwas mehr von dir auf Social Media zu sehen und wünsche dir ein schönes und genussvolles 2020!
    Liebe Grüße
    Sabrina

  5. Hi Julia, zu deinen Fragen in deinem Rückblick kann ich aus Sicht einer Nicht-Bloggerin nur sagen, dass ich als Werbejunkie absolut nix gegen Werbung hätte. Wenn sie dann auch noch thematisch zum Kochen passt, finde ich erst noch interessanter. Auch, dass du dabei Einnahmen hättest, wäre doch völlig in Ordnung!
    Eine Zweiteilung Löffelgenuss/ Moodfood finde ich gar nicht so nötig, da mich alle Gerichte und Richtungen erst mal interessieren und Abwechslung bringen. Und bei Kindergerichten scheiden sich oft die Geister und Theorie und Realität liegen oft weit auseinander…
    Was ich evtl. noch spannender finden würde wäre, wenn man manchmal mehr deiner Kreativität spüren würde und du mehr selbst experimentierst und mehr selbst entwickelst – das wird sicher immer super!!
    Aber toll, dass du 2020 weiter machen wirst! Viel Power und vor allem Spaß dabei!!!
    Liebe Grüße aus München

  6. Pingback: Auld Lang Syne – Vive la réduction!

  7. Pingback: Foodblogbilanz 2019 – magentratzerl.de

  8. Ein sehr persönlicher und schöner Rückblick.

    Ich betreibe mein Blog rein aus Hobby und mache kostenlose Werbung für Produkte, die mich wirklich überzeugen. Glücklicherweise kann ich mir diese Unabhängigkeit erlauben, weil ich meine Brötchen anders verdiene.

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