Löffelgenuss im Gartenglück // Teil 2

Ich bin zutiefst traurig. Warum? Weil ich unsere erste Ente verpasst habe und es auf unserem Feld bisher nichts zu tun gab. Aber der Reihe nach:

Eine Woche nach der Acker-Übergabe war ich voller Tatendrang und konnte es nicht abwarten, auf Knien übers Feld zu robben und Unkraut zu jäten. Und was war? Nichts. Kein Unkraut! Wir haben dann hier und da ein bisschen gezuppelt, auch auf die Gefahr hin eine Zwiebel-to-be ausgerupft zu haben. 

Feld Woche 2
Aber immerhin lässt sich einiges Leckeres erahnen: zum Beispiel Erbsen, Radieschen und Salat. Was das da rechts ist, weiß ich nicht…

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Salat

Frustriert sind wir dann in den Baumarkt gefahren und haben uns mit Gärtnerwerkzeug eingedeckt. 😉 Meine Laune war danach wieder hergestellt, auch weil ich kleine Holzstäbe erstanden habe, die ich jetzt beschriften werde und neben die Reihen setzen will. Ich kann mir einfach nicht merken, was in welcher Reihe wächst. Und erkennen kann ich es sowieso nicht.

Die zweite Enttäuschung dann beim dritten Ackerbesuch: Aus Zeitgründen war Herr Löffelgenuss alleine auf dem Feld. Und was bring er mit nach Hause?!? Die erste Ernte!! Ich hatte mich so auf dieses „erste Mal“ gefreut… Zum ersten Mal etwas Essbares aus dem Boden zu ziehen… Nun ja, aber dafür kann ich berichten, dass diese hübschen Radieschen köstlich schmecken. Ich meine sogar aromatischer und auf jeden Fall schärfer als ihre Schwester aus dem Supermarkt. Mal sehen, was ich damit kochen werde, ich hab da schon so eine Idee…

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Ich finde, dass Radieschen unter allen Gemüsen ziemlich gut aussehen. Pink, Weiß, Grün, schöne Farben und von der Form her sehen sie ein bisschen wie kleine Herzen aus… Daher mussten sie auch direkt zum Fotoshooting bei mir. Haben sich gut gemacht:

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Morgen geht’s wieder aufs Feld. Bewaffnet mit beschrifteten Stöckchen, einer Rankhilfe für die Erbsen und einem großem Korb, in dem wir (hoffentlich) weiteres Gemüse mit nach Hause nehmen. Meine Kollegin berichtete nämlich schon von einer reichen Salat- und Spinat-Ernte… Ich halte euch auf dem Laufenden!
Eure Julia

 

Rezension & Verlosung: „Frisch aus dem Garten“

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Dass ich eine große Affinität zu Holland habe, wissen alle, die mich gut kennen. Als Kind habe ich fast jede Sommerferien an der holländischen Küste verbracht. Ich liebe die Dünen, das Meer, Grolsch und Pommes Spezial. Vielleicht mag ich auch deswegen die neueste Errungenschaft aus Holland: „Frisch aus dem Garten“ ist nach der Zeitschrift „Flow“ (die ich auch sehr gerne lese) das zweite Magazin, dessen Konzept ein deutscher Verlag aus Holland übernimmt. „Frisch aus dem Garten“ ist eine Zeitschrift für Gärtnerinnen und Gärtner „vollbepackt mit praktischen Tipps zum Anbau von Gemüse, Früchten und Kräutern“, wie die Chefredakteurin Anja Klein im Vorwort der ersten Ausgabe* schreibt. Sie ist übrigens der Kölner (!!) Kopf hinter dem Blog „Der kleine Horrorgarten“, über den ich – erst kürzlich entdeckt – überhaupt auf die Zeitschrift aufmerksam wurde.

Worum geht es?

Ein Magazin „für alle, die frisches Obst und Gemüse ernten und zu köstlichen Gerichten verarbeiten wollen – ganz gleich, ob auf dem Balkon, im kleinen Stadtgarten oder großen Landgarten angebaut“, beschreibt der Verlag die Idee der Zeitschrift. „Frisch aus dem Garten“ sei informativ und unterhaltend und will zeigen, dass Gärtnern keine Wissenschaft sei, sondern vor allem Spaß mache. OK. Mal sehen. Da ich ja dieses Jahr auch unter die Gärtnerinnen gehe, werde ich wohl bald beurteilen können, ob das stimmt (warum und wieso ich das meine, könnt ihr hier lesen).

Die Zeitschrift richte sich an Post-Materialisten, die sich an Werten wie Gesundheit, Freiheit, Kultur, Bildung und Naturschutz orientieren und nicht an klassischen materiellen Werten, heißt es da. Ehm…, nun ja, das klingt mir ein bisschen zu abgehoben. Ich liebe zum Beispiel mein iPhone und auch viele andere materielle Dinge. Bin ich jetzt materialistisch? Egal, vielleicht bin ich hier zu nah am Wort… Gucken wir uns lieber die Zeitschrift an, wie sie sich präsentiert und nicht wie sie sich beschreibt:

Gestaltung

Die Gestaltung der Zeitschrift hat mich direkt angesprochen: Vintage-Optik, superschöne Fotos, schönes Handlettering, kreative Gestaltung der Seiten, kleine Zeichnungen, stimmiges Farbkonzept, Einsatz verschiedener Schriftarten und -größen.

Zeitschrift Frisch auf den Tisch

Wie meine Leser wissen, kriegt man mich schnell mit guten Fotos. Und davon gibt’s in „Frisch aus dem Garten“ eine Menge. Beim Durchblättern bekommt man Lust auf Natur: Einblicke in Gärten, Details von Blumen und Gemüsesorten, Menschen beim Gärtnern, leckere Gerichte, kleine Setzlinge (bei denen man denkt „Och bist du klein, was wirst du bloß werden?“), traumhafte Gartenhäuschen. Ich hab direkt Lust bekommen, meine Gummistiefel anzuziehen und raus aufs Feld zu gehen (bzw. zu fahren, wohne ja Mitten in der Stadt).Zeitschrift Frisch auf den Tisch
Neben dem Inhalt ist mir bei einer Zeitschrift eine ansprechende Gestaltung wichtig. Generell bin ich ein Freund von Printprodukten, die verschiedene Schriftarten, -farben, -größen etc. kombinieren. Das macht das Heft lebendig und abwechslungsreich. Wie die Natur halt auch ist, wächst ja nicht alles gleich. So einen Eindruck macht auch die Gestaltung des Heftes: ein bisschen durcheinander, auf den ersten Blick erkenn man kein Konzept. Aber vielleicht ist genau das das Konzept. Versteht ihr was ich meine? So bunt und unterschiedlich wie die Pflanzen wachsen, ist auch das Heft, in dem es ja genau darum geht…

Zum Inhalt

Also zum Inhalt kann ich nicht so viel sagen, ist für mich als Stadtkind Neuland. Von Alys Fowler hab ich zum Beispiel noch nie gehört. Die ist in England sowas wie ein Gärtner-Star… Dann gibt’s da ein Portrait von Jungs, die mit dem Ziel „Selbstversorgung und Spaß“ gärtnern (die köpfen Mittags ne Falsche Wein…weisse Bescheid… 😉 ). Lustig…
Mit Tipps, was man beim Blumentopf-Kauf beachten sollte, hab ich mich auch noch nie beschäftigt (wir haben (leider) einen kleinen Nordbalkon, auf dem nix wächst). Und über die Frage, wie man seinen Garten vor Tauben schützt, hab ich auch noch nie nachgedacht. Aber gut, zu dieser Zielgruppe werde ich ja zukünftig auch gehören – sofern wir unser „Gartenglück“-Projekt auch wirklich bis zum Ende durchziehen.

Einen großen Part nehmen Gemüse und ihre Zubereitung ein. Das wiederum ist vertrautes Terrain, da fühl ich mich wohl. Über 20 Rezepte gibt’s in dem Heft. Damit wird es auch für alle Kochbegeisterten (wie mich) attraktiv. Was ich vielleicht mal ausprobieren will, sind die Quinoa-Blumenkohl-Bärlauch-Küchlein. Die sehen verdammt lecker aus und hören sich auch gut an. Die Foodfotos sind für meinen Geschmack (natürlich) etwas zu klein, aber dafür qualitativ (Foodstyling und Fotografie) echt gut.

Zeitschrift Frisch auf den Tisch
Was mir auch sehr gut gefällt ist, dass es – außer auf den Umschlagseiten – im Heft keine Werbung gibt.

Die Zeitschrift erscheint alle zwei Monate bei ausgewählten Händlern (in Köln gibt’s sie zum Beispiel in der Bahnhofsbuchhandlung) und wird 2,90 Euro kosten.

Verlosung

Wenn ihr Lust habt, die Zeitschrift kennenzulernen, dann hinterlasst mir bis zum 28.05.2015 (24 Uhr) einen Kommentar unter diesem Beitrag (dafür einfach oben auf die Sprechblase klicken). Ich verlose drei aktuelle Ausgaben. Teilnehmen kann jeder, der Volljährig ist.

Die Gewinner wähle ich am 29.5.2015 unter allen Teilnehmern mit Hilfe der Internetseite random.org aus und gebe sie dann hier bekannt. Die Gewinner mögen mir dann bitte innerhalb von einer Woche eine Email mit ihrer Post-Adresse schicken. Wenn ich bis zum 5.06.2015 (12 Uhr) keine Email von den Gewinnern erhalte, verlose ich neu.

Datenschutz: Wenn ihr bei mir einen Kommentar hinterlasse, sieht man nur den Namen, den ihr im Kommentarfeld eingebt (kann also auch ein Fantasiename sein). Die Email-Adresse sehe nur ich, sie ist nicht öffentlich. Jede Email-Adresse wandert nur einmal in den Lostopf (mehrere Kommentare erhöhen also nicht die Gewinnchance).

Ich gebe eure Adresse dann an den Verlag weiter, der euch die Zeitschrift zuschickt. Die Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben und auch nicht für weitere Zwecke genutzt. Für den Versand übernehme ich keine Haftung.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ich behalte mir vor, die Verlosung vorzeitig abzubrechen.

Viel Glück!
Eure Julia

* Diese Rezension bezieht sich auf die erste Ausgabe der Zeitschrift, da hieß sie noch “Frisch auf den Tisch”. 

Rindfleisch mit Asia-Frühlingsgemüse

Rind mit Asia-Frühlingsgemüse

Mhm, ich erinnere mich gar nicht mehr genau daran, wann wir dieses Rezept hier zum ersten Mal ausprobiert haben. Ich meine, es war kurz nachdem wir umgezogen sind…
Für die asiatische Küche sind wir ja immer zu begeistern und für Herrn Löffelgenuss ist ja erst ein Gericht, das Fleisch enthält, ein richtig leckeres Gericht. 😉 Das Kochbuch, aus dem dieses Rezept stammt, ist daher auch ganz nach seinem Geschmack: Es heißt schlicht „Fleisch“ und stammt aus der Brigitte-Kochbuchreihe.

Guten Appetit!
Eure Julia

Rezept: Rindfleisch mit Asia-Frühlingsgemüse
(für 3-4 Portionen)

300g Hüftsteak
125g frische Schiitake-Pilze, in Scheiben geschnitten
250g frische Austernpilze, in Scheiben geschnitten
125g Zuckerschoten, blanchiert und in feine Streifen geschnitten
1 Bund Lauchzwiebeln, den hellen Teil in dünne Streifen geschnitten
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
1 rote Paprikaschote, in feine Streifen geschnitten
1 grüne Chili, in feine Ringe geschnitten
1 kleiner Bund frischer Koriander, grob gehackt
2 Stängel frische Minze, fein gehackt
ca. 75g frische Sprossen
2 EL Sesamöl
2 EL Sonnenblumenöl

für die Soße:
1 EL Austernsoße
1 EL Weißwein
1 EL Sojasoße
1 TL Zucker
Brühe
Salz, Pfeffer

Das Rindfleisch waschen, abtrocknen, in fingerdicke Streifen schneiden und mit Salz und Pfeffer einmassieren.

In einem Wok die Öle erhitzen und das Fleisch darin scharf anbraten und herausnehmen. In dem verbliebenen Fett die Pilze, Knoblauch, Chili, Zuckerschoten, Paprika und Lauchzwiebeln kurz anbraten – das Gemüse sollte noch knackig bleiben. Kurz vor Ende noch die Sprossen und die Soße hinzugeben und für kurze Zeit mitgaren.

Vor dem Servieren Koriander und Minze untermischen.

Löffelgenuss im Gartenglück

Gartenglueck Mai 2015Juchuu! Herr Löffelgenuss und ich sind seit kurzem stolze Besitzer einer kleinen Parzelle Acker in Köln-Dellbrück, auf der wir zukünftig unser eigenes Bio-Gemüse anbauen werden.

Im Oktober erzählte mir eine Arbeitskollegin vom Projekt „Gartenglück“ und ich war direkt hin und weg von der Idee. Ich fühlte vorsichtig bei Herrn Löffelgenuss nach und er konnte sich mit dem Gedanken, unser eigenes Gemüse anzubauen, ebenfalls anfreunden. Die Parzellen sind in Köln ziemlich begehrt. Also saßen wir an einem Sonntag im Februar, an dem man sich im Internet für eine Parzelle registrieren konnte, ziemlich gespannt vorm Rechner. Und siehe da, wir hatten Glück:

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Die Köpfe hinter dem Projekt sind Katrin Ivanov-Below und Evgeny Ivanov. Die beiden haben ökologische Landwirtschaft in Kassel studiert und während des Studiums zum ersten Mal von der Idee gehört, Laien die Bewirtschaftung eines Ackers zu ermöglichen. Ihren Ursprung hat diese Idee in Österreich: Nach Tschernobyl habe sich eine Gruppe gegründet, die eine so genannte Gemüseselbstgartenernte betrieb, um gesundes Gemüse mit absoluter Herkunftsgarantie zu bekommen. Das Konzept gefiel den beiden. Und so fingen sie 2005 an, Ackerparzellen für Leute wie uns anzubieten. „Durch Gartenglück können wir unsere Begeisterung für die ökologische Landwirtschaft mit dem Spaß am Umgang mit Menschen verbinden“, erzählen sie. „Es ist uns wichtig, interessierten Menschen Einblicke in die Entstehung von Nahrungsmitteln zu geben.“ 700 Parzellen an vier Standorten in Köln verwalten die beiden mittlerweile. Außerdem betreiben sie ihren eigenen Bio-Bauernhof, auf dem sie auch einige Tiere halten, um Fleisch aus artgerechter Haltung verkaufen zu können. Klingt toll!

Was uns erwartet? Tjaaaaa, so genau weiß ich das auch nicht… Aber was ich weiß, ist Folgendes:

Unser Acker ist 50 Quadratmeter groß, zwei Meter breit und 25 Meter lang. 41 Reihen mit rund 35 Gemüsesorten sollen da wachsen. Kann ich mir noch gar nicht so richtig vorstellen… „Und was wächst da so auf eurem Acker?“, fragen Kolleginnen und Freunde. Ha, das kann ich euch sagen! Spinat, Kartoffeln, Zucchini, Salatgurken, Kürbis, Tomaten, Mangold, Ringelblumen, Rote Beete, Zuckererbsen, ein Sommerblumenmix, Marerbsen, Pflücksalat, Buschbohnen, Basilikum, Krulsalat, Speisezwiebeln, Früh- und Spät-Möhren, Lauchzwiebeln, Petersilie, Schnittlauch, Radieschen, Spitzkohl, Rosenkohl, Wirsing, Kohlrabi, Brokkoli, Kapuzinerkresse und Rucola.

Gartenglueck10052015_4Was das wohl wird, wenn’s groß ist..?

Sobald eine Reihe abgeerntet sind, können wir neu pflanzen. Da hab ich noch gar keine Ahnung von und da muss ich mich erst mal einlesen. Was ich schon weiß ist, dass man immer nur in der gleichen „Familie“ pflanzen darf: „Nachtschatten- und Kürbisgewächse“, „Gänsefußgewächse, Hülsenfrüchte und Krobblütler“ und „Liliengewächse, Doldenblütler und Kreuzblütler“ (von der Hälfte hab ich noch nie gehört…).

Investieren müssen wir neben 170 Euro pro Jahr für die Pacht (inklusive der Erstbepflanzung) etwa zwei Stunden pro Wochen fürs Unkrautjäten und Ernten. Wenn wir eine Reihe abgeerntet haben, müssen wir neue Pflänzchen kaufen und setzen.
Ich hoffe, wir können uns aufraffen, tatsächlich zwei Mal die Woche zum Acker zu fahren und dort Unkraut zu jäten. Gießen muss man wohl nicht. Hätte ich gar nicht gedacht… Aber auf dem Acker suchten sich die Wurzeln das Wasser in der Erde wohl selbst. Gießen sei sogar eher schädlich: „Dann denkt die Möhre, das Wasser komme regelmäßig von oben“, sagt Evgeny. „Einmal haken, ist wie zweimal gießen“, laute das Motto seiner Großmutter erzählt er. Er gieße seine Parzelle nie. Mhm. Sein Wort in Gottes Ohr. Ich hoffe, unsere Parzelle ist der gleichen Meinung…

Ich halte euch gerne über unser Gartenglück auf dem Laufenden. Drückt uns bitte die Daumen, dass es was zu berichten gibt! 😉 Ich bin ja so gespannt!

p.s. Hat einer von euch Erfahrung mit Gemüsegärten? Also nicht aufm Balkon, sondern aufm Beet oder Acker? Oder weiß, wo man sich gut informieren kann? Über Tipps würde ich mich sehr freuen!

p.p.s.: Auf dem Feld hab ich Nicole getroffen. Sie bloggt auf „Queerbeet natürlich kochen“ und berichtet auch über das Projekt. Sie ist schon ein “alter Hase” und ich hoffe, dass ich dort den ein oder anderen Tipp erhalte. 😉

Bis dahin macht’s gut!
Eure Julia

 

Frühlingssalat

Frühlingssalat

Mit diesem schnell gemachten, leichten Frühlingssalat habe ich das Geburtstagsgeschenk von meinen Schwestern eingeweiht: diese wunderhübsche Schale. :-)

Den Salat habe ich als Vorspeise zu den „Ravioli mit Spargel-Bärlauch-Füllung“ serviert – für zwei sehr nette ehemalige Arbeitskolleginnen (war schön mit euch!! 😉 ). Er ist eine Eigenkreation und schmeckt herrlich frühlingshaft! Hier trifft der erste Spargel (roh!) auf den letzten Bärlauch. 

Ich wünsche euch einen schönen Frühlingstag!
Eure Julia

Rezept: Frühlingssalat
für 4 Personen

1 Kopf Lollo Bionda
3 Lauchzwiebeln
4 Stangen weißer Spargel
2-3 Blätter Bärlauch
1 Bund Radieschen
30g Parmesan
Zitrone
Olivenöl
1 TL Zucker
Salz, Pfeffer

Salat waschen, trockenschleudern und in mundgerechte Stücke pflücken.

Die Zitrone auspressen und mit etwa 1 TL Zucker verrühren.

Von den Lauchzwiebeln die Wurzel und das dunkle Grün wegschneiden. Die Lauchzwiebeln säubern und in feine Ringe schneiden.

Den Spargel waschen, schälen und in dünne Scheiben schneiden. Er kommt roh am besten zur Geltung. Ich hab ihn beim ersten Mal blanchiert, war nicht so der Hit…

Den Bärlauch waschen, abtrocknen und in feine Streifen schneiden.

Die Radieschen waschen, abtrocknen und in feine Scheiben schneiden.

Den Parmesan grob reiben oder mit dem Sparschäler in feine Streifen schneiden.

Ein bisschen Salat auf einem Teller verteilen. Radieschen, Lauchzwiebeln und Spargel darauf verteilen. Zitronensaft und Olivenöl nach Belieben über den Salat geben. Mit Salz und Pfeffer würzen und zum Schluss den Bärlauch und den Parmesan darüber streuen.

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Grüner Spargel mit Ei

Grüner Spargel mit Ei

Das Ei und ich: eine qualvolle Geschichte. Ich mag eigentlich keine Eier. Mochte ich noch nie. Ich habe Eier wirklich in jeder erdenklichen Form probiert und verschweige euch lieber, dass ich als Kind Eier nur weichgekocht, gemanscht in einer Tasse mit viel Maggi gegessen habe. Soleier gehen heute noch am ehesten, mit viel Essig und Senf. Aber eigentlich auch nur an Ostern…

Wenn überhaupt, mag ich nur das Gelbe vom Ei. Das erklärt, warum mir dieses Rezept so gut schmeckt. Hier dippt man in Bacon gewickelten, kross gebackenen Spargel in Eigelb. Das Eiweiß isst dann Herr Löffelgenuss… Im Gegensatz zu mir verfügt Herr Löffelgenuss über einen sehr reichen Eier-Erfahrungsschatz. Wir haben gerade mal überschlagen: Er hat in seinem Leben etwa 6.300 Eier verspeist (meine verschmähten Eiweiß nicht mitgezählt… 😉 ).

Ein Hoch auf das Eigelb!
Eure Julia

Rezept „Grüner Spargel mit Ei“ nach Jamie Oliver
(als Vorspeise für 4 Personen)

12 Stangen grüner Spargel
12 Scheiben Bacon
4 sehr frische (Bio-)Eier
Olivenöl
grobes Salz
frischer Pfeffer

Den Spargel waschen und den unteren, holzigen Teil schälen.

Den Spargel mit dem Bacon umwickeln, in eine feuerfeste Form geben und ein bisschen Olivenöl darüber träufeln. Im Backofen bei 220 Grad (Umluft) etwa 10 Minuten backen bis der Bacon kross ist. Eventuell für die letzten zwei Minuten noch mal den Grill anmachen.

Die Eier wachsweich kochen (je nach Größe etwa 5 Minuten). Hier habe ich auf die langjährige Erfahrung von Herrn Löffelgenuss zurückgegriffen…

Zum Servieren die Eier „köpfen“, etwas pfeffern, salzen und sofort mit den Spargelstangen servieren. Den Spargel in die Eier dippen und hmmmm…

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Ravioli mit Spargel-Bärlauch-Füllung

Ravioli mit Bärlauch und Spargel

Seit einem Jahr schlummert dieses Rezept nun schon auf meiner Nachkoch-Liste. Aber frischen Bärlauch gibt es ja nun mal nur im Frühling. Als meine Schwester letztens fragte, wer frischen Bärlauch möchte, hab ich natürlich laut „hier!“ geschrien.

Diese tolle Idee für das Rezept stammt von Barbara und ihrem Foodblog „Barbaras Spielwiese“. Die Zutaten könnten nicht besser kombiniert sein, vielen Dank für die Inspiration, Barbara!

Das Rezept für die selbstgemachte Pasta habe ich von Robert vom Foodblog „La mia cucina“. Bei Barbara im Rezept stand was von Späzlemehl – das kenne ich als Rheinländerin nicht und unser Supermarkt auch nicht. Daher hab ich ein bisschen gegoogelt und das Rezept von Robert hat mir vor allem deswegen gut gefallen, weil er sehr ausführlich erklärt, wie ich den Teig auch ohne Maschine herstelle. Ja, das ist mächtig viel Arbeit und ich habe vom Kneten und Rollen tatsächlich auch Muskelkater in den Armen. Aber die Pasta schmeckt, vor allem wegen der vielen Eier schätze ich, wirklich sehr gut.

Falls ihr jetzt Bärlauch-Appetit bekommen habt, dann schaut mal bei Melissa vom Foodblog „Gourmandises Végétariennes“ vorbei. Da sammelt sie noch bis zum 1.5. Rezeptideen für vegetarische Gerichte mit Bärlauch. Bei mir ist schon wieder einiges auf meine (never ending) Nachkochliste gewandert. Mal sehen, ob der restliche Bärlauch, den ich eingefroren habe, dafür noch ausreicht.

Kulinarische Grüße!
Eure Julia

Rezept für Ravioli mit Spargel-Bärlauch-Füllung
(für 4 Portionen)

Für den Teig:
240 g Weißmehl (Typ 405)
60 g Hartweizengries
5 Eier *
1 EL Olivenöl
½ TL Salz
* Robert nimmt (typisch für Piemont) nur das Eigelb. Da ich das Eiweiß aber nicht anderweitig verwerten konnte und es nicht wegschmeißen wollte, hab ich einfach das ganze Ei benutzt.

Für die Füllung:
1-2 Handvoll grob gehackten Bärlauch
3 Stangen weißen Spargel
1 Bio-Zitrone
100g Frischkäse (Doppelrahm)
50g Parmesan
½ TL Paprikapulver
Muskatnuss
Salz, Pfeffer

Außerdem:
400g Cherry-Tomaten
Olivenöl
1 TL Zucker
Salz, Pfeffer
Weißwein (nach Geschmack)
Frischkäse (nach Geschmack)
1 Ei (zum Einpinseln der Ravioli-Ränder)

Den Teig für die Ravioli vorbereiten:

Die Eier aufschlagen und leicht verquirlen.

Das Mehl mit dem Hartweißengrieß mischen und etwas Salz hinzugeben. Nach und nach die Eier hinzugeben, zum Schluss das Olivenöl, und dabei schön kneten, kneten, kneten. Am Anfang hat mir die Mischung total an den Fingern geklebt, dann einfach etwas Mehl hinzugeben und kneten, kneten, kneten. Es dauert echt eine Weile und braucht viel Muskelkraft bis ein schöner Teig entsteht. Den formt ihr in eine Kugel, packt ihn in Frischhaltefolie (oder ein Küchentuch) ein und legt ihn für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank. In der Zwischenzeit habe ich die Füllung zubereitet:

Die Füllung zubereiten:

Den Spargel waschen, schälen und fein hacken.

Die Zitrone heiß abwaschen, abtrocknen und die Schale (nur das Gelbe) abreiben.

Den Parmesan fein reiben.

Spargel, Bärlauch (etwa 1 EL Beiseite legen), Zitronenabrieb (etwa 1 TL Beiseite legen), mit Frischkäse und Parmesan vermengen. Mit Salz, Pfeffer, Paprikapulver und etwas Abrieb der Muskatnuss abschmecken.

Die Tomaten abwaschen und halbieren. Die kommen erst am Ende zum Einsatz.

Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und möglichst dünn ausrollen. Nicht so, dass er beim Anfassen kaputt geht, aber schon recht dünn. Wenn ihr das, wie ich, mit dem Nudelholz macht, dann kann das schon mal 15 Minuten dauern.

1 Ei in einer Tasse verquirlen. Das habe ich als „Kleber“ genutzt, um die Ravioli am Rand zuzukleben.

Aus dem Teig mit einem Wasserglas (oder ähnlichem) Kreise ausstechen und den Rand mit dem Ei anfeuchten. In die Mitte etwa 1-1,5 TL von der Füllung geben und den Teig zuklappen. Die Ränder vorsichtig andrücken. Damit von der Füllung nichts rausläuft und weil es hübscher aussieht, habe ich die Ränder noch vorsichtig mit einer Gabel angedrückt.

In einem großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen. Die Hitze reduzieren bis das Wasser nur noch leicht köchelt. Die Ravioli hinzu geben und etwa 3-5 Minuten köcheln lassen. Ich mag die Ravioli nicht so gerne bissfest und wollte auch, dass die Eier-Pasta gut durch ist und habe sie länger köcheln lassen (etwa 10 Minuten).

Währenddessen die Tomatenhälften in etwas Olivenöl und Zucker anschmelzen lassen. Die Tomatenhälften sollen ihre Form behalten und eigentlich nur etwas warm werden und sich mit dem Zucker verbinden. Den restlichen Bärlauch, den Zitronenabrieb hinzugeben sowie etwas vom Nudelwasser. Alternativ könnt ihr auch einen Schluck Weißwein sowie etwas Frischkäse hinzugeben. Hab ich beim zweiten Mal so gemacht, war sehr lecker. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Tomaten zu den Ravioli geben und sofort servieren.

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Rezension & Verlosung: „Street Food“ von Mario Kotaska

Die Verlosung ist beendet!
Gewonnen hat… Rosa! Herzlichen Glückwunsch! Wie ich deinem Kommentar entnehme, wohnst du ebenfalls in Köln – na wenn das mal nicht passt. 😉 Bitte schicke mir deine Postadresse per Email zu (julia@loeffelgenuss.de), dann macht sich das Buch auf den Weg zu dir. 
An alle anderen: Vielen Dank fürs Mitmachen und die vielen tollen Inspirationen! Mir hat am besten der Tipp von Rabea gefallen: holländische Bitterballen. Die liebe ich auch und hab sie irgendwie gar nicht als “Street Food” wahrgenommen… Wir haben spontan beschlossen, heute Abend in Marias Eetcafe zu gehen (am Bahnhof Köln West), da gibt es nämlich Bitterballen – fehlt nur die Nordseeluft. 😉
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Zum „Welttag des Buches“ verlose auch ich, wie viele Hundert andere Blogger, ein … Buch (klar!).

Warum ich mich für “Street Food” von Mario Kotaska entschieden habe, habe ich hier ja schon angedeutet. Ich wollte gerne ein Kochbuch verlosen, in dem es irgendwie um Köln geht, nicht aber unbedingt ein Kochbuch mit typisch kölschen Gerichten (das gab’s mit „Kölsche Tapas“ ja schon). Die liebe Dorothée vom Foodblog “Bushcooks Kitchen” hat mich dann auf die Idee gebracht „Street Food“ von Mario Kotaska zu verlosen.

Street Food Mario Kotaska

Warum? Weil ich damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlage: Wer meine New York Street Food-Reihe verfolgt hat, weiß, dass ich auf das Konzept total abfahre. Zum anderen war Mario Kotaska von 2003 bis 2011 Küchenchef des Kölner Restaurants La Société (Köln-Bezug!), für das er sogar 2006 einen Stern „erkocht“ hat. Der ein oder andere von euch kennt ihn vielleicht aus der Sendung „Die Kochprofis – Einsatz am Herd“.

Da lag aber leider auch der Haken: Sterneköche, Fernsehköche, ihre Kochbücher, ihre Gerichte zu mögen, damit tue ich mich schwer („Das Gelbe vom Ei“ von Léa Linster ist vielleicht eine Ausnahme). Aber nach dem ersten Durchblättern stellte ich fest, dass das Buch ganz nach meinem Geschmack gestaltet ist und ich klebte direkt zahlreiche Post-its auf die Rezepte (was ein gutes Zeichen ist).

Gestaltung und Fotos

Ich starte mit meinem Lieblingsthema, der Gestaltung und den Fotos. Die personenzentrierte Titelgestaltung ist nicht so mein Ding, vielleicht muss das bei Kochbüchern von Fernsehköchen so sein? Dafür entschädigt die Gestaltung des Innenteils:

Sehr gut gefällt mir das Farbkonzept: Jede Rezepte-Seite hat eine andere Farbe, die farblich auf das Gericht auf der gegenüberliegenden Seite abgestimmt ist. Dazu kommen kleine Anekdötchen (sowas mag ich ja sehr!) und weitere Fotos, die im Polaroid-Stil (toll!) und wie eingeklebt gestaltet sind. Ein weiterer Pluspunkt: Das Foodstyling (steht leider nicht, wer das gemacht hat) und die Fotos gefallen mir seeeeehr gut! Hier mal zwei Beispiele:

Brötchen mit Kochkäse Speckpfannekuchen

Da ich das Foodstyling und die Fotos für meine Rezepte selbst mache, weiß ich, wie viel Arbeit es ist, die Gerichte so „einfach“ aussehen zu lassen.
Viel schwieriger als einen edlen Teller mit einem sexy Stück Fleisch zu fotografieren, ist es, eine schlichte Stulle anzurichten. Das gelingt zum Beispiel bei „Stulle mit Ahle Worscht“ gut. Man sieht das in Packpapier eingeschlagen Wurstbrot, ein rustikales Messer, darunter eine Landkarte und ein Gläschen Bier.
Oder der Sprossensalat im Reisblatt: Die Auswahl der Farben (grün, blau, weiß als Untergrund, rote Essstäbchen, dann die Summer Rolls im Fokus der Kamera) haben mich direkt angesprochen und ich musste sie unbedingt nachkochen. Gar nicht unbedingt, weil es so lecker klingt, sondern weil das Foto so schön aussieht. Das passiert mir häufiger. 😉

Tja. Die Fotos. Wenn ich mir die Fotos so angucke, wächst in mir ein bisschen das Frust-Tier. Das Fotografieren meiner Gerichte macht mir unheimlich viel Spaß und ich würde sagen, dass ich einige Fotos schon ganz passable hinbekomme, aber die Food-Fotos in „Street Food“ sind irre toll. Jedes einzelne. Aufgrund der Fotos möchte ich manche Gerichte nachkochen, obwohl ich schon weiß, dass sie mir vermutlich gar nicht schmecken werden. Der Ausschnitt, die Farbkombination (gut, das ist Sache des Foodstylings…), der Fokus, der Grad der Tiefenschärfe – alles erscheint mir genau richtig.

Inhalt & Texte

Im Vorwort scheibt Mario Kotaska „Traut euch einfach! … Die Rezepte sollen vor allem inspirieren. Sie sind Denkanstöße zum Experimentieren und nicht streng zu befolgende Anleitungen. Denn: Kochen ist ein kreativer Prozess.“ Das finde ich sehr sympathisch. Denn so koche ich auch. Sich eng an List zu halten, ist für mich nicht kochen. Ich brauche eher Inspiration statt Listen und Inspiration finde ich in diesem Kochbuch (man verzeihe mir dennoch die noch folgende Kritik).

Was mir sehr gut gefällt, sind die kleinen Anekdoten zu den Rezepten, zum Beispiel über die „Kölsche Erbsensupp“ und Kotaskas erste Begegnung mit einem „Halven Hahn“. Herrlich!!! (Sage ich natürlich vor allem auch als Kölnerin…)

Interessant finde ich das Kapitel über „bratwerk“. Peinlich. Ich wohne seit sieben Jahren in Köln und habe noch nicht mitbekommen, dass der Stand vorm Saturn, an dem ich schon unzählige Male vorbei gefahren bin, von Mario Kotaska ist. Dabei steht das sogar dran, hab ich letzten Mittwoch festgestellt. Nun ja. Auf jeden Fall ist die Geschichte zur Currywust nett und hat mich motiviert, beim nächsten Mal auf jeden Fall dort ein Currywurst zu probieren.

Spannend finde ich den Artikel „Aus der Sterneküche ins Fernsehen“. Hier hätte ich gerne noch mehr erfahren, aber dafür reicht der Platz in einem Kochbuch natürlich nicht aus. Vielleicht hätte ich dann aber noch ein bisschen mehr meine Vorurteile gegenüber Sterne- und Fernsehköche ablegen können…

Die Rezepte

Die Rezepte sind eingeteilt in „Suppen und Salate zum Mitnehmen“, „Herzhaftes für unterwegs“ (gegliedert in Fisch und Meeresfürchte, Fleisch und Vegetarisch) und „Süßes und Drinks“.

Ausprobiert habe ich „Herzhaftes Ayran“, die „Scharfe Entensuppe“ und den „Sprossensalat mit Limette und Chili im Reisblatt“. Auf meiner Nachkochliste stehen noch die Knollensuppe (aus Sellerie), unbedingt die Bärlauch-Forellen-Torte, der gerollte Speckpfannekuchen mit Schmand und Kopfsalat (weil er so schön aussieht 😉 ), Rievkooche mit Tatatar (wegen Köln), das Prosecco-Huhn (eine Aufgabe für Herrn Löffelgenuss), die Gebackenen Champignons mit Kräuterremoulade, das Brötchen mit heißer Kochkäsefüllung (ich liebe flüssigen Käse!) und die Ingwerlimo. Wie ihr seht, gefällt mir die Auswahl der Rezepte sehr gut. Kotaksa gibt schöne Anregungen und zeigt vieles, das mir auf die beschriebene Art und Weise noch nicht begegnetet ist (sage ich als Foodbloggerin, die viel im Netz unterwegs ist!).

Grünes Ayran  Scharfe Entensuppe  Sprossensalat mit Limette und Chili im Reisblatt

Ich war übrigens erst skeptisch und dachte, was ist denn an dem Kochbuch jetzt Street Food? Will hier ein Fernsehkoch einfach einem aktuellen Trend folgen? Bei genauerem Hinsehen muss ich diesen ersten Eindruck revidieren: Es sind schon fast alles Gerichte, die man „auf die Hand“ essen kann. Stellt sich ja auch die Frage, was eigentlich Street Food ist? Aber wenn ich versuchen würde, das zu definieren, würde ich wohl ein Fass ohne Boden aufmachen. Im Vorwort heißt es zu Street Food: „Schließlich meint das Wort nichts anders als Essen zu Mitnehmen. Leckereien, die man genießen kann, wo immer man gerade ist. Und die man einfach selbst zubereiten kann.“

Ein bisschen Kritik muss leider auch sein:

Der Gastrokritiker Jürgen Dollase kritisierte während der Lit.Cologne-Veranstaltung „Den Teller lesen“, dass einige Kochbücher „gehypter“ Köche am Schreibtisch entstünden. Hier, vermute ich, sind einige Rezepte auch eher nicht in der Küche entstanden. Ich will jetzt kein Pingel sein, aber mich stört es, wenn ich ein Rezept nachkochen will und das Rezept drei Mal durchlese, um festzustellen, dass ich nichts überlesen habe, sondern einfach Dinge fehlen. Die Rezepte in meinem Blog sind bestimmt auch nicht frei von Fehlern, aber ich bin auch (Hobby!)-Köchin, Rezept-Autorin, Foodstylistin, Fotografin und Lektorin in einem. Und meine Rezepte gibt es kostenlos. Bei einem Kochbuch für knapp 27 Euro erwartet ich schon ein bisschen mehr Präzision.

Mir gefällt nicht, dass im Rezept das eine steht, man auf den Fotos aber was anderes sieht. Beim Ayran zum Beispiel: „einige Limettenscheiben als Garnitur“ steht da. Im Bild sind die Gläser aber mit Gurken garniert. Warum schreibt man dann nicht „einige Gurkenscheiben als Garnitur“?

Im Rezept für den Sprossensalat fehlt in der Zubereitungsanleitung der Knoblauch. Und die Paprika soll man schälen. Hab ich noch nie gehört. Meint er häuten?

Oder bei der „Scharfen Entensuppe“, da tauchen im vorletzten Abschnitt die Karotten, die Zwiebeln und die Frühlingszwiebeln gar nicht mehr auf. Dabei sollte ich doch für die Suppenbasis jeweils nur einen Teil der in der Zutatenliste angegeben Zutaten verwenden. Außerdem sieht man auf dem Zutaten-Foto Zitronengras. In der Zutatenliste oder Zubereitung taucht es aber nicht auf. Das verunsichert mich. Soll da jetzt Zitronengras rein oder nicht? Ich hätte vermutlich vom Gefühl her eh Zitronengras hinzugefügt. Aber in einem Kochbuch erwarte ich schon präzise Angaben, ich will ja wissen, wie das vorgeschlagene Gericht schmecken soll, improvisieren kann ich dann immer noch…

Ja, vielleicht bin ich doch ein wenig pingelig… Aber, und das ist ja die Hauptsache, geschmeckt haben die Rezepte allesamt! Alles in allem kann ich dem Gewinner zu dem Kochbuch nur gratulieren und empfehle es gerne weiter. Abgesehen von dem furchtbaren Titelbild gefällt es mir wirklich gut.

Teilnahmebedingungen

Wenn ihr das Kochbuch „Street Food“ von Mario Kotaska gewinnen möchtet, hinterlasst unter dem Beitrag bitte bis zum 30.04.2015 (24 Uhr) einen Kommentar (dafür einfach oben auf die Sprechblase klicken), in dem ihr die Frage beantwortet, was euer liebstes Street Food- oder „auf die Hand“-Gericht ist. In den Lostopf wandern nur Lose, die auch diese Frage beantworten. Ich habe mir mit der Rezension und der Organisation der Verlosung viel Mühe gegeben und möchte verhindern, dass man hier einfach per Copy and Paste einen Kommentar hinterlässt, den man auf zig Blogs schon hinterlassen hat. Außerdem interessiert mich tatsächlich, was ihr gerne „auf die Hand“ esst :-)

Teilnehmen kann jeder, der Volljährig ist.

Den Gewinner/die Gewinnerin wähle ich unter allen Teilnehmern am 1.05.2015 mit Hilfe der Internetseite random.org aus und gebe ihn/sie dann hier bekannt. Der Gewinner/die Gewinnerin schicke mir dann bitte innerhalb von einer Woche eine Email mit seiner/ihrer Post-Adresse. Wenn ich bis zum 8.05.2015 (12 Uhr) keine Email erhalte, verlose ich neu.

Datenschutz: Wenn ihr bei mir einen Kommentar hinterlasst, sieht man nur den Namen, den ihr im Kommentarfeld eingebt (kann also auch ein Fantasiename sein). Die Email-Adresse sehe nur ich, sie ist nicht öffentlich. Jede Email-Adresse wandert nur ein Mal in den Lostopf (mehrere Kommentare erhöhen also nicht die Gewinnchance). Die Adresse, die ihr mir für den Versand des Buches zuschickt, gebe ich nicht an Dritte weiter und lösche sie anschließend.

Das Buch versende ich als Büchersendung über die Deutsche Post. Für den Versand übernehme ich keine Haftung.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ich behalte mir vor, das Gewinnspiel vorzeitig abzubrechen.

Vielen Dank an den AT-Verlag, der mir kostenlos ein Rezensions- und Verlosungsexemplar zur Verfügung gestellt hat!

Viel Glück und viele Grüße aus Köln!
Eure Julia

Sprossensalat mit Limette und Chili im Reisblatt

Sprossensalat mit Limette und Chili im Reisblatt

Hier kommt wie versprochen ein weiteres Rezept, das ich aus dem Kochbuch „Street Food“ von Mario Kotaska nachgekocht habe und das es im Rahmen von „Blogger schenken Lesefreude“ ab dem 24.04.2015 auf meinem Blog zu gewinnen gibt (also das Kochbuch, nicht das Rezpt, nä? 😉 ). 

Diesen Sprossensalat gab es als eine von verschiedenen Zutaten zum Hauptgericht: Vietnamesische Summer Rolls. Als Vorspeise habe ich, ebenfalls aus dem Kochbuch, eine Scharfe Entensuppe gekocht (wie uns die geschmeckt hat, könnt ihr hier nachlesen). Wir hatten spontan ein paar Gäste eingeladen, vietnamesische Summer Rolls kann man nämlich am besten mit mehreren Personen essen. Es ist total nett, wenn alle Zutaten in der Mitte des Tisches stehen und man sich das Essen gemeinsam am Tisch zubereitet. Der Sprossensalat war eine von mehreren Ideen, wie man die Reisblätter füllen kann. Bei uns gab es unter anderem noch mariniertes Schweinefilet, Garnelen, verschiedene Kräuter und Rice-Vermicelli. Der Sprossensalat passte hervorragend dazu und gab den Summer Rolls durch die gelungene Mischung an Zutaten eine ganz besondere Note.

Viel Spaß beim Ausprobieren!
Eure Julia

Rezept: Sprossensalat mit Limette und Chili im Reisblatt (nach Mario Kotaska)
Zutaten für 6 Personen

1 kleine rote Zwiebel
1 Karotte
1 Baby Pak Choy
1 Frühlingszwiebel
½ rote Paprika (ich habe eine ganze Paprika genommen)
1 kleine rote scharfe Chili
½ Knoblauchzehe
1 haselnussgroßes Stück Ingwer
2 TL geröstetes Sesamöl
100g Sprossen
1 EL Thai-Fischsoße
1 Limette, Saft
etwas braunen Zucker (ich habe 1 TL genommen)
12-16 Reisblätter

Die Zwiebel schälen, halbieren und in feine Ringe schneiden.

Die Karotte schälen und in kleine Stifte schneiden.

Den Pak Choy waschen und in feine Streifen schneiden.

Von der Frühlingszwiebel die Wurzel und das dunkle Grün wegschneiden, den Rest säubern und in feine Ringe schneiden.

Die Paprika und die Chili waschen, Stil und Kerne wegschneiden und die Chili in feine Ringe, die Paprika in kleine Stifte schneiden.

Den Knoblauch fein hacken.

Den Ingwer schälen und fein reiben.

Die Sprossen waschen und etwas abtrocknen oder im Sieb trockenschütteln.

Das Sesamöl in einer beschichteten Pfanne (oder im Wok) erhitzen. Zwiebel, Karotte, Pak Choy, Frühlingszwiebel, Paprika, Chili, Knoblauch und Ingwer darin kurz andünsten. So etwa 3 Minuten. Das Gemüse soll noch Biss haben und nicht butterweich werden – so mochten wir es zumindest.

Das Gemüse mit dem Limettensaft, der Fischsoße und etwas braunem Zucker (ca. 1 TL) abschmecken. Die Sprossen hinzu geben und gut vermengen.

Die Reisblätter kurz in kaltem Wasser einweichen, etwa 2 EL Sprossensalat (je nach Größe der Reisblätter) darauf verteilen und vorsichtig einrollen. Das ist ein bisschen fummelig, klappt aber spätestens nach dem dritten Päckchen ganz gut. 😉

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Scharfe Entensuppe

Scharfe Entensuppe

Eigentlich mache ich es bei Rezensionen ja umgekehrt: Erst gibt’s die Rezension, dann ein paar nachgekochte Rezepte. Dieses Mal mache ich es anders. Bevor ich euch das Kochbuch „Street Food“ von Mario Kotaska vorstelle, das ich am 24. April 2015 anlässlich des Welttags des Buches hier verlose, zeige ich euch ein paar Rezepte von ihm. Das Rezept für „Herzhaftes Ayran“ hab ich euch schon vorgestellt und es hat mir sehr gut gefallen.

Am Wochenende hab ich die „Scharfe Entensuppe“ nachgekocht. Wir haben spontan ein paar Gäste eingeladen (ich brauchte ja ein paar Kritiker…) und ich habe den ganzen Samstag in der Küche gewirbelt. Es sollte nämlich nicht nur diese Suppe geben, sondern auch den „Sprossensalat mit Limette und Chili im Reisblatt“, ebenfalls aus dem Buch (das Rezept stelle ich euch nächsten Freitag vor). Solche Tage liebe ich ja, wenn ich so vor mich hin schnibbeln und köcheln kann und anschließend ausreichend Zeit habe, die Gerichte schön in Szene zu setzten und zu fotografieren.

Die Suppe war, so wie ich sie zubereitet habe (etwas abgewandelt), wirklich köstlich – das meinten auch die Gäste. Das größte Kompliment von zwei Asien-Urlaubern: „Schmeckt echt authentisch!“. Das hat mich natürlich total gefreut. Ich fand’s auch sehr authentisch – und das, obwohl ich noch nie in Asien war… 😉 Aber zumindest kann man sich mit dieser Suppe ein bisschen Asien in die Wohnung holen.

Guten Appetit!
Eure Julia


Rezept: Scharfe Entensuppe (nach Mario Kotaska)
Zutaten für 6 Personen

1 große Ente, am besten Freiland*
etwas Sesamöl (zum Anbraten der Fleischteile)
300g Shimeji-Pilze (hab ich leider nicht gefunden und daher durch Shiitake-Pilze ersetzt)
5 Shiitake-Pilze (s.o., ich habe entsprechend 300g Shiitake genommen)
3 Karotten
2 Frühlingszwiebeln
2 rote Zwiebeln
5 Knoblauchzehen (ich habe „nur“ 3 Knoblauchzehen genommen)
3-7 rote Chili (ich habe 3 frische, rote Chili genommen – chön charf!)
1 kleiner Bund Koriander
1 daumendickes Stück Ingwer
3 Stängel Zitronengras (meine eigene Idee)
100ml Thai-Fischsoße (ich habe nur die Hälfte genommen)
50ml Sojasoße (auch hier habe ich nur die Hälfte genommen)
1-2 Limetten, Abrieb und Saft (ich habe nur den Saft genommen)
Salz

* Wir haben leider keine frische Ente bekommen (hätte man bestellen müssen, hab das Gericht aber spontan kochen wollen… und es sei auch grad nicht Enten-Saison, hab ich mir sagen lassen…).
Die Pilze putzen oder waschen und alle (bis auf etwa 4 Pilze) in Scheiben schneiden. Die 4 Pilze vierteln.

Die Karotten schälen, längs halbieren und in dünne Scheiben schneiden.

Die Frühlingszwiebeln waschen, die Wurzel wegschneiden, den Rest in dünne Ringe schneiden.

Die Zwiebeln schälen, halbieren und in feine Ringe schneiden.

Den Knoblauch schälen und in grobe Scheiben schneiden.

Die Chili waschen, den Stil wegschneiden und die Chili (samt Kernen) in Ringe schneiden.

Den Koriander waschen, trockenschütteln, die Wurzeln wegschneiden. Von der Hälfte der Stängel die Blätter abzupfen und Beiseite legen.

Den Ingwer schälen und grob in Scheiben schneiden.

Das Zitronengras waschen und in grobe Stücke schneiden. Mit einem Messergriff (o.ä.) fest andrücken, so löst sich der Saft/das Aroma besser aus (hab ich mal gelesen…).

Das Fleisch waschen und zerteilen und in einem großen Topf in etwas Sesamöl anbraten. Mit gut 2 Liter Wasser auffüllen und zum Kochen bringen.

Die 4 geviertelten Shiitake, die Hälfte der Karotten, die Hälfte der Frühlingszwiebeln und Zwiebeln, den Knoblauch, die Chili, den Koriander (alles außer die Beiseite gelegten Blätter), den Ingwer und das Zitronengras in den Topf geben. Fischsoße und Sojasoße hinzugeben und alles rund 2 Stunden sanft köcheln lassen.

Die Brühe durch ein feines Sieb gießen und zurück in den Topf füllen. Die Chili-Ringe sowie das Fleisch aus dem Sieb herausfischen, den Rest entsorgen. Die Kerne sollten sich mittlerweile aus den Chili-Ringen gelöst haben. Wenn nicht, übrig gebliebene Kerne aus den Chili-Ringen lösen. Das Fleisch von den Knochen lösen und in mundgerechte Stücke teilen.

Die restlichen Karotten, Frühlingszwiebeln und Zwiebeln, die Chili-Ringe sowie das Fleisch wieder in die Brühe geben und das Ganze noch mal so lange köcheln lassen, bis das Gemüse durchgegart ist, aber noch etwas Biss hat.

Die in Scheiben geschnittenen Pilze in etwas Sesamöl anbraten.

Vor dem Servieren die Korianderblätter, die Pilze und den Limettensaft hinzugeben. Eventuell mit Salz abschmecken.

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