Kulinarischer Reisebericht und Rezension: „New York Street Food“

 
New York Street Food CoverHeute möchte ich euch ein ganz besonderes Buch vorstellen – ein Kochbuch, das gleichzeitig auch ein kulinarischer Reiseführer ist: „New York Street Food“ von Tom Vandenberghe, Jacqueline Goossens und Luk Thys, das im vergangenen Jahr im Hädecke Verlag erschienen ist. Gleichzeitig gestatte ich euch einen kulinarischen Einblick in unsere Hochzeitreise :-)

Unsere Flitterwochen haben wir in New York City und Neuengland verbracht. Kurz vor Reisebeginn lese ich in der Kochzeitschrift „Sweet Paul“ über das Buch „New York Street Food“ und bin angefixt. Das ist der perfekte Reiseführer für mich als Foodbloggerin, denke ich, und frage im Verlag an, ob sie mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung stellen können. Das trudelt dann auch prompt ein paar Tage später bei mir ein. Da es bis zur Reise nur noch ein paar Tage sind, verschlinge ich das Buch noch am selben Tag auf dem Sofa und plane den kulinarischen Teil unserer Reise.

Auf dem Rückflug reift in meinem Kopf die Idee, das Buch in Form eines kulinarischen Reiseberichts vorzustellen – unserer Reise! Macht euch auf was gefasst, der Bericht verlangt euch einiges ab: Er ist lang (es gibt einfach sooo viel zu erzählen), ihr bekommt Fernweh (das tut weh) und Hunger (dagegen gibt’s ein paar Rezepte). Und ein kleines Highlight hab ich auch noch für euch: Da mir die Fotos im Buch so gut gefallen, hab ich spontan den Fotografen Luk Thys angeschrieben und um ein kleines exklusives Interview gebeten.

Na dann man los… 

Das Buch im Tablet-Format hat 215 Seiten und obwohl es kein Hardcover hat, ist es erstaunlich stabil, was vermutlich am festen Papier und einer guten Verarbeitung liegt.
Beim ersten Durchblättern bekomme ich sofort Gänsehaut und werde vor lauter Vorfreude ganz hibbelig: Bilder von Foodtrucks, schlemmenden New Yorkern, appetitlichen Gerichten. Was mir sofort auffällt: keine Fotos von klassischen Sehenswürdigkeiten, stattdessen atmosphärische Bilder, die kochende Menschen zeigen, Märkte, belebte Straßen – es fühlt sich an, als würde man direkt nach New York gebeamt. Hinzu kommt, dass es keine Hochglanzfotos sind und die  Fotos „ungestylt“ sind – alle wirken wie Schnappschüsse und vermitteln mir den Eindruck, hinter dem Fotografen zu stehen und die Szenen zu beobachten.

Konzept und Layout

New York Street Food Karte

Im Untertitel von „New York Street Food“ steht: „Kulinarische Reiseskizzen mit mehr als 60 Rezepten“. Das beschreibt das Konzept schon mal ganz gut. Das Buch enthält Rezepte, die gleichzeitig auch „Ausflugsziel“ sind, das heißt zu jedem Rezept gibt es einen Tipp, wo man das Gericht in New York probieren kann (praktischerweise mit einem Stadtplan in der Umschlagsseite).

In der Einleitung heißt es: „Um alle Street-Food-Küchen dieser Welt zu besuchen, fliegen Sie einfach direkt nach New York. (…) Das Street-Food-Angebot in New York spiegelt die vielfältigen Essenskulturen der hier lebenden Nationalitäten wider.“ Dem kann ich nur beipflichten. Ich habe während unserer USA-Reise selten so authentisch, vielfältig und kreativ gegessen wie dort. Ich war in Mexiko, El Salvador, China, Japan, Italien, Texas, Louisiana… und das alles in ein paar Tagen. ;-) „Die US-amerikanische Küche kann nicht auf eine lange kulinarische Tradition und Stellung zurückblicken“, schreibt Tom weiter. „Hemmungslos werden gänzlich verschieden Zutaten miteinander kombiniert. Daraus entstehen überraschende Gerichte und grenzüberschreitende Kombinationen.“ Sowas liebe ich ja!

Neben den Rezepten erzählen Tom und Jaqueline ein bisschen was über die Geschichte des Street Food und der Foodtrucks, über die Stadt, über einige Street Food Verkäufer und über die Entstehung des Buches.
Den Text von Tom finde ich ein bisschen schwierig zu lesen. Er zieht sich auf knapp zehn Seiten wie ein roter Faden durch das Buch – leider auch in roter Schrift, was auf Dauer echt anstrengend zu lesen ist. Dafür aber sehr spannend! Er erzählt von all den Straßenverkäufern, die er getroffen hat, ihren Geschichten und Gerichten…
Die Texte von Jaqueline kommen häppchenweise thematisch daher und sind so etwas angenehmer zu lesen. Der Bericht über Red Hook hat mir besonders gut gefallen, davon berichte ich an anderer Stelle noch.

Pro Rezept gibt es eine Doppelseite: auf der einen Seite das Rezept, auf der anderen Fotos vom Gericht. Eigentlich bin ich ja kein Freund von verschiedenen Schriftarten, -größen und -farben in einer Publikation, aber hier geht das Konzept voll auf. Die Layouterinnen Natasja Billiau bzw. Julia Graff (deutsche Ausgabe) haben für jedes Rezept eine besonders gestaltete Überschrift gewählt. Mal fette, mal gestreifte oder gepunktete Buchstaben, mal kursiv, auch farblich jeweils anders gestaltet, die deutsche Übersetzung unter dem amerikanischen Titel dann nochmal in einer anderen Schriftart. Das bringt Unruhe in das Buch, die aber sehr wohl zum Thema passt.

New York Street Food Doppelseite Rezept

Neben Zutatenliste und Anleitung beinhaltet jedes Rezept noch zwei weitere Elemente: Zum einen liest man kleine Anmerkungen der Autoren, zum Beispiel „Unter der Brücke von Jackson Heigths entdeckte ich diesen sättigenden und preisgünstigen Snack“ bei den Scallion Pancakes oder kurze Tipps wie „Als Füllung eignen sich auch hart gekochte Eier, Rosinen oder Oliven“ bei den Papas Rellenas. Das gibt den Rezepten eine persönliche Note, sowas mag ich.

Das zweite Elemente sind Hinweise, wo man das Gericht essen kann: der Namen der nächstgelegenen Subway Station ist angegeben, die Preiskategorie und ein Hinweis auf die Adresse. Hier muss ich ein großes Veto einlegen und Kritik üben:

New York Street Food Hinweise

1. Das, was die Autoren hier als Subway Station bezeichnen, ist eher der Stadtteil. Die Haltestelle muss man sich dann selbst raussuchen. Zumindest die Subway-Linie hätte man angeben können. Schade. So ist diese Info eher überflüssig.  

2. Die Preise zu den Gerichten vor Ort in Stufen von 0 bis 15 Euro anzugeben, finde ich unnötig. Wenn Reiseführer das machen, weil sie zwischen günstigem Streetfood und teurer Sterneküche unterscheiden, ist das nützlich. Aber ob ich jetzt 5 oder 7 Dollar zahle ist mir ehrlich gesagt egal, wenn ich schon dabei bin, New York kulinarisch zu entdecken.

3. Die Adresse selbst muss man im hinteren Teil nachschlagen. Das ist unpraktisch, weil man dann hin und her blättern muss. Warum nicht die Adresse einfach auf die Seite schreiben? Hätte man sicherlich mit einem kleinen Stadtplanausschnitt hübsch gestalten können…

Die Fotos

Meine Leser wissen: Ich bin ein sehr visueller Typ und ich liebe gute Foodfotos. Sind sie ansprechend, sind sie der Hauptgrund für mich, ein Rezept nachzukochen.

Die Fotos von Luk Thys zeichnen sich durch eine Besonderheit aus: Sie sind allesamt nicht im Kochstudio gestylt und fotografiert worden, sondern „aus der Hand“ auf der Straße. Daher beeindruckt es mich um so mehr, dass die Gerichte trotzdem so aussehen, als würde ich gerne direkt zugreifen – obwohl viele in Plastikschälchen, Alufolie oder Papier daherkommen. Das zeigt mir mal wieder, wie wichtig Licht, Komposition, Farben, Strukturen etc. sind. Hach, bei Luk würde ich gerne mal in die Foto-Schule gehen…

New York Street Food Beispiel Foodfoto

Ist ein Gericht mal nicht so fotogen (der Oxtail Stew zum Beispiel), wird aus dem Foto eine Fotokollage gemacht, mit Fotos von Menschen oder Läden, die den Blick vom Essen weglenken. Überhaupt sind es nicht immer ganzseitige Fotos vom Gericht. Die Gerichte wirken attraktiv (auf mich), weil sie eingebettet sind in Kollagen von essenden Menschen, Gebäuden, Zutaten, Details etc.

Dass ein Buch über New York Street Food nicht nur mit Foodfotos auskommt ist klar. Man braucht auch den New York-Aspekt. Nach dem Empire State, Miss Liberty oder (meinem Favoriten) der Brooklyn Bridge, sucht man aber vergeblich. Und das ist gut so. Als Leser wird man durch die Fotos mittenhinein gezogen in das New Yorker Leben abseits von Tourismus-Pfaden. Man sieht Anzugträger, die in Schlagen vor Foodtrucks stehen (haben wir nahe der Wall Street auch beobachtet) oder junge Leute, die im Bryant Park lunchen. Damit man nicht vergisst, dass man in New York ist, sind immer mal wieder ein paar Elemente dabei, die einen daran erinnern: zum Beispiel die gelben Taxen oder halt doch das Empire – aber nicht als Hochglanzfoto wie man es aus Reiseführern kenn, sondern versteckt hinter einer Häuserfassade. Und natürlich immer wieder Foodtrucks, kleine Garküchen oder mobile Essensstände, die man genau so tatsächlich an jeder Straßenecke in New York antrifft.

New York Street Food Impressionen

Rezepte und kulinarische Reiseziele

Das Buch enthält 60 Rezepte und somit auch 60 Empfehlungen, wo man in New York Street Food kosten kann. Ich hätte ja nur zu gerne alles ausprobiert, aber wir hatten ja nur fünf Tage Zeit für diese Wahnsinnsstadt und Herr Löffelgenuss war schon sehr geduldig und hat meinen Wunsch, dieses und jenes zu probieren, heroisch ertragen.

In den folgenden Beiträgen berichte ich euch von den Empfehlungen aus dem Buch, denen wir gefolgt sind (nicht immer an den vorgeschlagenen Orten) und stelle euch einige Gerichte vor, die wir zu Hause nachgekocht haben (die Gerichte mit Sternchen sind inklusive Rezept).

  • Pastrami-Sandwich bei Katz’s (ihr wisst schon, da wo Harry und Sally…)
  • Pupusa (in Red Hook)*
  • Salted Beef Taco (in Red Hook)*
  • Steve’s authentic Key Lime Pie (in Red Hook)
  • Green Smoothie (an verschiedenen Orten)*
  • Bagels (bei Lenny’s Bagel auf dem Broadway)*
  • Hot Dog (im Central Park)*
  • Waffle with Chili sin carne (leider nicht im Original probiert…)*
  • Clam Chowder (in Boston, Massachusetts)
  • Chicken-Quesadilla mit Avocado-Salat (in North Conway, New Hampshire)*
  • Lobster Roll (in Camden, Maine)

Los geht’s nächsten Montag mit dem Pastrami-Sandwich. Dann gibt’s alle drei Tage einen neuen Bericht. Den krönenden Abschluss bildet dann das Interview mit dem Foodfotografen Luk Thys.

Ich wünsche euch viel Spaß mit meinen kulinarischen Reiseskizzen und würde mich sehr über euer Feedback freuen! Die Vorbereitung der Street Food-Reihe hat total viel Spaß gemacht und ist mir zu einer Herzensangelegenheit geworden…, bin ein bisschen aufgeregt, wie ihr es findet… ;-)

Eure Julia

P.s. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass ich für die Rezension kein Geld bekomme, oder?

Kichererbsen mit Süßkartoffeln

Kichererbsen mit Süßkartoffeln

Meine Freundin S. hat recht, es ist schon merkwürdig: Da kleben lauter Post-Its in meinem Ottolenghi-Kochbuch, nur an diesem Rezept nicht. Im Nachhinein kann ich nicht verstehen, warum nicht… Aber zum Glück hat S. sich dieses Rezept für ihr Geburtstagsessen ausgesucht (ja ja, ich verschenke mittlerweile Kochabende zum Geburtstag ;-)). Das Rezept (etwas abgewandelt) stammt aus Ottolenghis „The Cookbook“. Vermutlich verdrehen jetzt einige von euch die Augen „Schon wieder dieser Ottolenghi!“. Genau. Und es wird auch nicht das letzte Rezept von ihm hier in meinem Foodblog sein. Bis jetzt war wirklich jedes seiner Gerichte großartig!

Dieses passt ganz hervorragend zum Blogevent “Vegetarisches Soulfood“. Das Gericht ist quasi Soulfood at its best! Wohlig wärmend, vegetarisch, sättigend, der Seele schmeichelnd: Kichererbsen in einer orientalisch anmutenden, würzigen Soße mit Tomaten und Blattspinat, darauf ein paar in Honig weich gekochte Süßkartoffeln. Das Tüpfelchen auf dem i: etwas Minze-Joghurt.

Sabine Schlimm, die auf “Schmeckt nach mehr” bloggt, hat zu dem Event aufgerufen, weil sie selbst ein Kochbuch mit vegetarischen “Seelenfutter”-Gerichten veröffentlicht hat. Sie beschäftigt sich mit der Frage, warum wir gerne essen, was wir gerne essen, und was Essen mit Identität zu tun hat. Über diese Fragen habe ich damals in meiner Abschlussarbeit an der Uni auch lange nachgedacht und tue es heute noch gerne. Und ich bin immer noch der Meinung, dass im Aphorismus “Sag mir, was du isst und ich sag dir, wer du bist.” von Jean Anthelme Brillat-Savarin, einem großen Gastrosophen, viel Warhheit steckt. Darüber könnte ich euch stundenlang was erzählen, vor allem über die afroamerikanische Küche, die eigentlich die wahre Soulfood-Küche hervorgebracht hat, aber ich schätze, das würde viel zu weit führen…

Für heute also “nur” ein Rezept für ein Gericht, das ich persönlich unter dem Begrifff Soulfood abgespeichert habe.

Guten Appetit!
Eure Julia

Zutaten
(für 5-6 Portionen)

2 Dosen Kichererbsen (abgießen und abspülen)
2 Dosen stückige Tomaten
150-200g Blattspinat
2 Zwiebeln, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
2 EL Tomatenmark
1 TL Koriandersamen, grob mörsern
2 EL Cumin-Pulver
2 EL Koriander-Pulver
1 TL Tandoori-Gewürz
1 TL Kurkuma
10g frischer Koriander, Blätter grob gehackt
2 TL Zucker
Salz, Pfeffer
Olivenöl

1-2 Süßkartoffeln (insg. ca. 500g)
2 EL Honig
1 EL Butter
½ TL Salz

100g griechischer Joghurt
1 Knoblauchzehe, sehr fein gehackt
1 unbehandelte Zitrone
1 EL Olivenöl
2 TL getrocknete Minze (z. Bsp. frische Blätter einfach selbst trocknen)

Zwiebeln und Knoblauch in etwas Olivenöl anbraten. Koriandersamen, Koriander-Pulver, Cumin, Tandoori und Kurkuma hinzugeben und eine Weile mitrösten (Achtung: soll nicht anbrennen!). Das Tomatenmark hinzugeben und ebenfalls noch mal kurz anbraten.
Die Dosentomaten und die Kichererbsen hinzugeben und einmal aufkochen lassen. Mit Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken und etwa 30 Minuten köcheln lassen.
Kurz vor dem Servieren den Blattspinat und den Großteil der Korianderblätter hinzugeben und einige Minuten ziehen lassen.

In der Zwischenzeit die Süßkartoffeln schälen und würfeln. In einem Topf 500ml Wasser mit der Butter und dem Honig zum Kochen bringen. Die Süßkartoffeln hinzugeben und solange kochen bis sie weich sind. Am Ende das Wasser abgießen.

Für die Joghurt-Soße die Zitrone waschen und die Schale abreiben, anschließend die Zitrone pressen. Die Hälft des Zitronensafts und den Zitronenabrieb (der ganzen Zitrone) zum Joghurt geben. Ebenso wie das Olivenöl und die (klein gebröselte) Minze. Alles gut vermischen.

Zum Anrichten die Kichererbsen auf einen Teller geben. Dahinauf einige Stücke Süßkartoffeln, ein paar Korianderblätter und zum Abschluss einen Teelöffel Joghurtsoße.

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Bulgursalat
mit Cranberries und Entenbrust

Bulgursalat

Kennt ihr Cranberries? Hier sind sie noch nicht sooo populär, aber in den USA trifft man sie an jeder Ecke und in vielen Gerichten. Ich hatte schon lange vor, mal mit dieser Frucht, die übrigens aus der Gattung der Heidelbeeren stammt, zu kochen. Aber irgendwie hab ich sie vor allem als Zutat für Süß- und Backwaren abgespeichert, die ja nicht so mein Ding sind.

Als ich dann mal ein bisschen recherchiert habe, war ich erstaunt, wie viele herzhafte Rezepte es mit Cranberries gibt! Da war die Wahl gar nicht so einfach… Ich hab mich schließlich für dieses Rezept hier entschieden, da ich im Moment total auf Orangen stehe. Herr Löffelgenuss war natürlich von der Idee angetan, dass der Salat mit Entenbrust serviert wird… ;-)
Eine gute Wahl: Das Gericht hat uns sehr gut geschmeckt. Die leichte Säure der Cranberries passt perfekt zu der Süße der gegrillten Paprika und zur knusprig gebratenen Entenbrust.

Mit dem Rezept nehme ich an der Blogparade „Cranberry-Rezepte“ von Gabriele teil. Sie steckt hinter dem Blog „USA kulinarisch“. Den mag ich, weil er zeigt, dass Amerika sehr wohl eine kulinarische Tradition hat. Viele denken ja Amerikanische Küche = Fastfood. Das ist totaler Quatsch. Ich war gerade erst wieder in den USA und musste einmal mehr feststellen, dass ich selten in so kurzer Zeit so viele, kreative, leckere Gerichte probiert habe wie dort. Aber davon will ich euch ein andermal berichten (ich plane gerade eine kulinarische Berichterstattung unserer Flitterwochen, die wir in New York City und Neuengland verbracht haben). Heute gibt’s also ein orientalisch angehauchtes Gericht mit einer sehr amerikanische Frucht (übrigens typisch für die USA: die Kombination von Zutaten und Kochtraditionen verschiedener Länder…).

Guten Appetit!
Eure Julia

Zutaten
(für 6 Portionen)

Zubereitungszeit: ca. 1,5 Stunden

3 rote, frische Paprika
400ml Gemüsebrühe
1 TL Currypulver
200g Bulgur
2 Bio-Orangen
3 Frühlingszwiebeln
1 kleiner Bund glatte Petersilie (etwa 30g)
80g getrocknete Cranberries
1 EL (hochwertiges) Olivenöl
Salz, Pfeffer
1 Entenbrustfilet (ca. 350g)
3 EL Pflanzenöl zum Anbraten der Entenbrust
ein Stück Alufolie

Die Paprika waschen, halbieren und das Kerngehäuse entfernen.
Mit der Schnittseite nach unten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und bei 220 Grad im Backofen grillen (oder Ober- und Unterhitze nutzen) bis die Haut schwarz wird und Blasen wirft.
Etwas auskühlen lassen und vorsichtig die schwarze Haut entfernen. Die Paprika in Streifen schneiden.

Die Gemüsebrühe mit 1 TL Currypulver aufkochen und den Bulgur hinzugeben. Zugedeckt auf der ausgeschalteten Herdplatte etwa 15 Minuten quellen lassen. Auskühlen lassen.

Eine der Orangen heiß waschen, abtrocknen und etwa 1 TL Schale abreiben. Diese Orange schälen (auch das Weiße entfernen) und aus der Frucht Orangenfilets schneiden.
Die andere Orange auspressen.

Den Bulgur mit etwa 2 EL Olivenöl, dem Saft der Orange, Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Frühlingszwiebel putzen, die Wurzeln und das dunkle Grün wegschneiden. Die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden.

Die Petersilie waschen, die Blätter abzupfen und grob hacken.

Die Cranberries, die Paprikastreifen, die Frühlingszwiebeln, die Petersilie und die Orangenfilets vorsichtig unter den Bulgur mischen.

Den Backofen auf 100 Grad vorheizen (vielleicht könnt ihr die Wärme von den Paprika noch nutzen…).

Die Hautseite der Entenbrust über Kreuz einschneiden (nicht zu tief!), beide Seiten salzen und pfeffern. Zuerst mit der Hautseite nach unten in etwas Öl bei sehr hoher Hitze kurz anbraten (etwa 2 Minuten), wenden und die Fleisch-Seite ebenfalls noch mal etwa 2 Minuten scharf anbraten.

Das Stück Fleisch auf die Alufolie legen und so einpacken, dass das Fleisch versteckt ist, aber die Hautseite oben rausguckt.

Bei 100 Grad (Ober-/Unterhitze) auf mittlerer Schiene etwa 40-45 Minuten garen. Das Fleisch sollte durchgegart, aber noch zart rosa sein. Ich dachte immer, das ist kompliziert. Aber das hier war meine erste Entenbrust und sie ist direkt geglückt. ;-)

Die Entenbrust in dünne Scheiben schneiden.

Den Bulgursalat auf einem Teller anrichten, die Entenbrust-Scheiben darauf verteilen.
Das Rezept hab ich bei „Essen und Trinken“ entdeckt.

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Gemüse-Couscous

GemüseCouscousIch verstehe nicht, warum ich dieses Gericht nicht öfter koche. Es lässt sich ganz fix zubereiten, schmeckt wirklich gut (ein bisschen ungewöhnlich) und ist dazu auch noch gesund. Aber irgendwie ist es in Vergessenheit geraden…, dabei habe ich es früher sehr häufig gekocht…. Heute also mein Gemüse-Couscous-Revival!

Guten Appetit!
Eure Julia

Zutaten
(für 3-4 Portionen)

125g Couscous
300g Zucchini, in dünne Scheiben geschnitten
300g Champignons (braun), in dünne Scheiben geschnitten
1 Bund Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
1 EL gelbe Currypaste
2 EL Limettensaft
1 Handvoll Basilikum-, Petersilien-, Korianderblätter
Salz
Olivenöl

Den Couscous nach Packungsanleitung zubereiten. Dafür zuvor die Currypaste in der Gemüsebrühe, die man fürs Couscous nutzt, auflösen.

Frühlingszwiebeln und Knoblauch in etwas Olivenöl andünsten. Zucchini und Champignons hinzu geben und 3-4 Minuten anbraten. Das Gemüse soll knackig bleiben und noch Biss haben.

Den Couscous hinzufügen und das Ganze bei kleiner Hitze etwa 5 Minuten schmoren lassen, dabei gelegentlich umrühren.

Vor dem Servieren die Kräuter untermischen und mit Limettensaft und Salz abschmecken.

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Chili-Bohnen-Suppe mit Zitrone

ChiliBohnenSuppeDiese Suppe hier ist eine Abwandlung meines Chili-Bohnen-Dips, den ich gerne zu Nachos esse. So gerne, dass ich die Reste auch gerne mal einfach so auslöffele. Irgendwann kam ich dann mal auf die Idee, daraus eine Suppe zu machen. Und Violá! Hier ist sie, meine für gut befundene, selbstkreierte Chili-Bohnen-Suppe. Sehr lecker, sehr wärmend und tatsächlich auch sättigend. Selbstverständlich esse ich diese Portion alleine :-)

Guten Appetit!
Eure Julia

Zutaten
(für 1 Portion)

1 Dose Chili-Bohnen
1 kleine Zwiebel, sehr fein gehackt
2 kleine Knoblauchzehen, sehr fein gehackt
Saft von 1-2 Zitronen
ca. 5 EL Olivenöl
Wasser
Salz, Pfeffer

Die Bohnen in einem Mixer zu einem feinen Brei pürieren.

Die Zwiebeln und den Knoblauch im Olivenöl andünsten, die Zwiebeln dürfen ruhig noch etwas Biss haben.

Die Bohnenmasse hinzugeben und – unter ständigem Rühren – aufkochen lassen, Hitze reduzieren und den Zitronensaft hinzugeben. Schön weiter rühren, da die Masse am Boden sonst schnell festbackt.

So viel Wasser hinzufügen bis eine cremige Suppe entsteht. Ich mag Suppen lieber etwas breiiger als wässrig, nehme also eher etwas weniger Wasser. 

Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

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Reisnudelsalat mit Gurken und Kräutern

Reisnudelsalat Gurke Kräuter
Wie im vorherigen Beitrag zu den Vietnamesischen Rindfleischröllchen schon geschrieben, habe ich diesen Salat als Beilage serviert und finde, er passt ganz hervorragend zu dem Fleisch.

Da ich noch recht viel übrig hatte, habe ich ihn am nächsten Tag mit ins Büro genommen und als Lunch verzehrt. Ich kann daher berichten, dass er auch alleine sehr gut schmeckt und, wenn man ein paar mehr Reisvermicelli hinzugibt, auch sättigt :-)

Der tolle Geschmack kommt, glaube ich, durch die Kräuter, vor allem durch die Minze und den Koriander. Den letzten Kick bekommt der Salat aber durch die Soße. Die ist eine Eigenkreation :-). Im Rezept heißt es nämlich nur Limettensaft und Fischsoße. Hatte ich probiert, fand ich aber zu fad…

Guten Appetit!
Eure Julia

Zutaten
(für 4 Personen)

½  Salatgurke
100g Reisvermicelli
einige Salatblätter (z.B. Eisberg)
100g Mungo-Bohnensprossen
je eine Handvoll frische Kräuter: Basilikum, Koriander, Minze, Oregano, Kresse (grob hackt)
5 Lauchzwiebeln

Für’s Dressing:
1 Limette, frisch gepresst
1 EL Ingwer, frisch gerieben
1 EL Fischsauce
2 EL Sojasoße
2 EL Erdnussöl
1 TL Tamarinde

Die Reisvermitcelli nach Anleitung zubereiten und auskühlen lassen.

Die Gurke schälen, längs halbieren, von den Samen befreien und in dünne Stifte schneiden.

Die Kräuter und den Salat waschen und grob hacken. 

Die Bohnensprossen gut waschen und trocknen.

Von den Lauchzwiebeln die Wurzel und das dunkle Grün wegschneiden, die äußere Haut säubern oder entfernen und die Lauchzwiebeln in feine Ringe schneiden.

Für’s Dressing alle Zutaten gut verrühren. Eventuell von der ein oder anderen Zutaten, je nach Geschmack, mehr oder weniger benutzen.

Kurz vorm Servieren die Soße unter den Salat geben.

Das Rezept stammt, leicht abgewandelt, aus „Die Küche aus Vietnam & Kambodscha“ von Chillie Basan.

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Vietnamesische Rindfleischröllchen

Vietn RindSpeckRöllchen_2
Heute gibt es bei mir mal wieder ein vietnamesisches Rezept. Ich mag diese Küche richtig gerne, nur leider gibt es sie bei uns viel zu selten. Eigentlich ist jedes Rezept immer wieder eine Überraschung, und das meist positiv. Die Küche schmeckt würzig, aufregend, frisch, finde ich. Für mich ist es immer ein bisschen wie eine Reise dorthin, wo ich noch nie war. Daher kann ich auch nicht sagen, ob es authentisch schmeckt oder nicht. Ist mir aber auch egal. Hauptsache lecker.

Dieses Rezept hier ist aus dem Kochbuch „Die Küche aus Vietnam & Kambodscha“ von Ghillie Basan aus dem Christian Verlag. Ich habe mittlerweile schon einige Rezepte daraus nachgekocht (zum Beispiel die Vietnam-Nudeln mit dreierlei Kostbarkeiten und die Hühner-Zitronengrassuppe) und sie waren alle ganz furchtbar lecker (klar, sonst wären sie ja auch nicht auf meinem Blog gelandet).

Ich habe die Rindfleischspieße im Schinkenspeckmantel zusammen mit einem Reisnudelsalat mit Gurken und vielen Kräutern serviert (Rezept folgt). Die beiden Gerichte passen perfekt zusammen.

Lasst es euch schmecken!
Eure Julia

Zutaten
(für 4 Personen)

225g Rumpsteak
12 dünne Scheiben Schinkenspeck
1 EL Erdnussöl
2 EL Fischsauce
2 EL Sojasoße
4 Knoblauchzehen, fein gehackt
2 TL Zucker
frisch gemahlener Pfeffer
Holzspieße (in Wasser einweichen, damit sie nicht verbrennen)

Zunächst die Zutaten für die Marinade vorbereiten. Dafür einfach Erdnussöl, Fischsoße, Sojasoße, Knoblauch, Zucker und den frisch gemahlenen Pfeffer gut vermengen.

Das Fleisch waschen und abtrocknen und in etwa 12 gleichgroße Stücke schneiden.

Ich habe Fleisch und Marinade dann in einen Gefrierbeutel gegeben, gut durchmassiert und etwa 2 Stunden ruhen lassen. 

Das Fleisch aus der Marinade nehmen, mit dem Schinkenspeck umwickeln und auf einen Holzspieß spießen.

Die Fleischspieße in einer beschichteten Pfanne ohne Fett solange von jeder Seite braten bis der Schinkenspeck goldbraun und knusprig ist. Das Fleisch sollte innen noch zwar rosa sein, dann schmeckt’s am besten.

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Südtiroler Spinat-Knödel

Südtiroler Spinatknödel
Dieses Rezept hier habe ich tatsächlich nicht aus Südtirol mitgebracht. Wir haben es schon vor der Reise (quasi zur Einstimmung) gekocht. In der ZEIT gab es irgendwann eine Südtirol-Beilage, in der dieses Rezept stand. Es hatte meine Aufmerksamkeit erregt, weil es zu dem Rezept eine schöne Geschichte gab (ähnlich wie hier auf Löffelgenuss jedes Rezept seine Geschichte hat) und schöne Fotos aus Südtirol. Die Autorin erzählte von ihrer Großmutter, dem Leben in Südtirol und dass sie bei diesen Spinatknödeln immer an ihre Großmutter denken müsse. Tue ich ab jetzt auch ;-)

Dieses Rezept ist das letzte Rezept meiner Südtirol-Reihe. Ich hoffe, der kleine Einblick in die Südtiroler Küche hat euch gefallen. Oder kennt ihr diese Küche bereits? Gefällt sie euch? Habt ihr vielleicht noch weitere leckere Rezepte? Darüber würde ich mich freuen!

Guten Hunger!
Eure Julia

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Zutaten
(für etwa 6-8 große Knödel)

500g Weißbrot, in kleine Würfel geschnitten
500g frischer Spinat
3 Zwiebeln, klein gewürfelt
3 Knoblauchzehen, fein gewürfelt
7 Eier
50g Parmesan, grob gerieben
150ml Milch
80g Butter
7 EL Weizenmehl
Muskat
Salz, Pfeffer

Die Brotwürfel mit dem Mehl und dem geriebenen Parmesan vermischen (ca. 2 EL Parmesan Beiseite stellen).

Den Spinat 3 Minuten in kochendes Salzwasser geben, abschrecken und gut auspressen und grob kleinschneiden.

Die Zwiebeln und den Knoblauch in etwa der Hälfte der Butter sanft andünsten, den klein geschnittenen Spinat hinzufügen, kurz mitdünsten, und die Masse dann zum Brot geben.

Die Milch (leicht erwärmt), Eier und die Gewürze nach Belieben untermischen, gut vermengen, und den Teig zugedeckt etwa 30 Minuten ruhen lassen.

Aus der Teigmasse die Knödel formen und für etwa 15 Minuten in kochendes Salzwasser geben.

Kurz vor dem Servieren die restliche Butter in einem kleinen Topf braun werden lassen.

Die Spinatknödel mit der Schaumkelle herausnehmen, gut abtropfen lassen, und vor dem Servieren etwas braune Butter und Parmesan über jeden Knödel geben.

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p.s. Dieses Rezept ist Teil meiner „Südtirol-Reihe“, in der ich euch einige Gerichte aus der Südtiroler Küche vorstelle, die ich dort kennengelernt habe.

Südtiroler Speckknödel-Suppe

Südtiroler SpeckknödelsuppeNachdem unsere Wanderung am Vortag ja ins Wasser gefallen war, wagten wir uns am Tag danach früher auf und wollten es noch einmal probieren. Wir passierten also die „Schlutzkrapfen-Alm“ und machen uns an den Aufstieg. Ich muss zugeben, es war schon mächtig anstrengend, aber auch irre toll: das Panorama, die Natur, die Luft, die körperliche Anstrengung… Auf dieser Wanderung passierten wir blühende Wiesen, rauschende Bäche, eine Kuhherde und vereiste Berge bis wir endlich in einer Hütte ankamen, um uns aufzuwärmen und zu verschnaufen. Dort habe ich dann diese Speckknödelsuppe gegessen, die einfach köstlich war. Um uns herum liefen Hasen, Hühner und Ziegen und wir blickten erschöpft, aber zufrieden in das Tal hinab, aus dem wir gekommen waren. Herrlich! 

Der Abstieg war leider nicht ganz so prickelnd: Auch an diesem Tag hatten sie Regen vorhergesagt, allerdings erst ab 15 Uhr – vorauf wir uns natürlich verlassen hatten. Aber als wir gerade mal die Hälfte des Weges hinter uns hatten, fing es an, in Strömen zu regnen. Als wir am Auto ankamen, waren wir nass bis auf die Knochen. Im Nachhinein, wo ich das hier so schreibe, finde ich es amüsant, aber ich war zu dem Zeitpunkt ziemlich genervt, es war nämlich auch ziemlich kalt. Vor allem machte ich mir Sorgen, wie wir unsere Klamotten bis zum nächsten Tag wieder trocken kriegen würden. Aber Herr Löffelgenuss war pragmatisch: Er föhnte unsere Hosen und Jacken trocken und unsere Schuhe trocknete er bei 50 Grad Umluft im Backofen :-)

Guten Hunger!
Eure Julia

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Zutaten
(für 4 Personen)

1L Fleischbrühe (shame on me: Ich habe eine fertige Brühe gekauft…)
150g altes, schnittfestes Weißbrot
1 Zwiebel, fein gewürfelt
100g Speck (am besten Südtiroler Speck), fein gewürfelt
50g Kaminwurz (oder geräucherte Salami), fein gewürfelt
2-3 EL Petersilie, fein gehackt (etwas zum Garnieren Beiseite legen)
1 EL Schnittlauch, fein geschnitten
2 Eier
100ml Milch
mind. 40g Mehl (eher mehr, soviel es braucht, dass die Knödel fest werden)
20g Butter
Salz, Pfeffer

Das Weißbrot in kleine Würfel schneiden.

Die Zwiebel in etwas Butter glasig dünsten, über die Brotwürfel geben und den Speck und die Kaminwurz hinzugeben.

Die Eier mit der Milch verrühren und sie mit der Petersilie und dem Schnittlauch zu der Brot-Speck-Kaminwurz-Mischung geben und gut vermengen. So lange Mehl hinzugeben bis eine feste Masse entsteht, aus der man Knödel formen kann. Mit Salz und Pfeffer würzen.
15 Minuten ziehen lassen und dann daraus Knödel formen (mit nassen Händen, dann klebt’s nicht…).

Die Speckknödel etwa 15-20 Minuten (je nach Größe der Knödel) in Salzwasser kochen.

Die Fleischbrühe erhitzen und die Knödel darin servieren. Mit der restlichen Petersilie garnieren.

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p.s. Dieses Rezept ist Teil meiner „Südtirol-Reihe“, in der ich euch einige Gerichte aus der Südtiroler Küche vorstelle, die ich dort kennengelernt habe.

Südtiroler Schlutzkrapfen

Südtiroler SchlutzkrapfenUnsere allererste Wanderung in Südtirol ist leider im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen: Wir sind am ersten Tag los, obwohl der Wetterdienst Regen angesagt hatte. Ich in meinen neuen Shorts und voller Motivation den Berg zu erklimmen! ;-) 

Als wir nach etwa 30 Minuten an der ersten Hütte ankamen, zogen schon ein paar dunkle Wolken über den Himmel. Auf der Hütte trafen wir unsere Ferienhaus-Nachbarn, die uns dann überzeugten, erst mal einzukehren und später tatsächlich umzukehren.
Als ich dann also notgedrungen die Speisekarte studierte, stieß ich auf das Wort „Schlutzkrapfen“. Was soll das denn sein, dachte ich? Nie gehört… Unsere Nachbarin erklärte mir dann, dass das eine Art Ravioli seien, die mit Spinat gefüllt sind und mit brauner Butter und Parmesan serviert werden. Und dass sie seeehr lecker seien. Bestellte ich also. Und sie hatte recht: Eine sehr leckere Südtiroler Spezialität! Nach dem köstlichen Essen war es dann auch nicht mehr ganz so schlimm, dass wir wieder zurückgelaufen sind, statt den Berg, der vor uns lag, zu erklimmen. 

Viele Grüße!
Eure Julia

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Zutaten
(für 4 Portionen)

150g Roggenmehl
100g Weizenmehl
1 Ei
60-70ml lauwarmes Wasser
1 EL Öl

300g frischer Blattspinat, fein gehackt
1 Zwiebel, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
ca. 1 EL Butter
100g Ricotta
1 EL Parmesan, fein gerieben
1 EL Schnittlauch, fein geschnitten
Muskatnuss
Salz, Pfeffer

2 EL Parmesan, fein gerieben
1 EL Schnittlauch, fein geschnitten
50g Butter, braun geschmolzen

Für den Teig beide Mehlsorten mischen und etwas salzen.
Das Ei mit dem Öl und dem Wasser verquirlen.
In die Mitte der Mehlmischung eine Mulde graben und dahinein das Ei geben und von innen nach außen zu einem glatten Teig verrühren bzw. kneten.
Den Teig zugedeckt etwa 30 Minuten ruhen lassen.

Für die Füllung die Zwiebeln und den Knoblauch in Butter andünsten. Den Spinat hinzugeben, die Hitze reduzieren und einige Minuten garen lassen bis der Spinat in sich zusammengefallen ist. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen.

Den Ricotta mit dem Parmesan und dem Schnittlauch vermischen, mit Salz, Pfeffer und frisch geriebener Muskatnuss (eine gute Messerspitze) nach Geschmack würzen. Die Masse unter den abgekühlten Spinat geben und gut vermischen.

Den Teig mit einem Nudelholz dünn ausrollen und mit einem runden, glatten Ausstecher (der etwa 7cm Durchmesser haben sollte) Kreise ausstechen.
Die Spinat-Ricotta-Masse mit einem kleinen Löffel in die Mitte geben. Den Rand mit Wasser anfeuchten und den Teigkreis zusammenfalten. Sofort mit den Fingern und/oder mit einer Gabel (sieht schöner aus) die Ränder andrücken.

Die Schlutzkrapfen (bei dem Wort muss ich immer noch schmunzeln…) ins kochende Salzwasser geben und etwa 4 Minuten kochen lassen. Mit einer Schaumkelle rausnehmen und auf einem flachen Teller anrichten.

Etwas geschmolzene, braune Butter über die Schlutzkrapfen geben und mit Parmesan und Schnittlauch garnieren.

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p.s. Dieses Rezept ist Teil meiner „Südtirol-Reihe“, in der ich euch einige Gerichte aus der Südtiroler Küche vorstelle, die ich dort kennengelernt habe.

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