“New York Street Food”
Hot Dog

New York Streetfood

Sagte ich im vorherigen Beitrag, dass der Bagel für mich wie kein anderes Gericht zu New York gehört? Das gleiche könnte ich eigentlich auch über den Hot Dog sagen (…wobei der vielleicht eher nach Chicago gehört. Warum, könnt ihr hier nachlesen). In New York gibt es so viele Hot Dog-Stände wie es im Ruhrgebiet und Rheinland Büdchen gibt.

Passenderweise war der Hot Dog auch das erste Streetfood, das wir in New York gegessen haben – allerdings etwas ungeplant. Dazu eine kleine Geschichte:

An unserem ersten Tag in New York hat es in Strömen geregnet. Und wenn ich sage in Strömen, dann meine ich das auch. Das einzig vernünftige war, ein Museum zu besuchen und so landeten wir klatschnass im MoMa – so wie Hunderte anderer Menschen. Immerhin hatten unsere Klamotten in den vier Stunden, in denen wir uns der modernen Kunst widmeten, Zeit zu trocknen. Als wir nach draußen kamen, schien die Sonne und ich war erleichtert (ich hatte schon die Sorge, dass nach unserem Südtirol-Urlaub auch diese Reise ins Wasser fallen würde…).

Meine erste Mission: einen Waffle & Dingers Foodtruck fürs Mittagessen finden. Über die hatte ich im „New York Street Food“ viel gelesen und wollte unbedingt die im Buch vorgeschlagene Waffel mit Chili sin Carne probieren. Da Foodtrucks jeden Tag woanders stehen, muss man sich vorher im Internet informieren, wo man wann einen findet. Irgendwie hatte ich mir nur sehr wage die Adresse aufgeschrieben und wir irrten etwas planlos die 5th Avenue entlang des Central Parks rauf und runter. Da ich die ganz Zeit über nach einem gelben Foodtruck Ausschau hielt, übersah ich fast den kleinen Imbissstand von Waffles & Dingers. Was wiederum nicht sooo schlimm war, denn er hatte keine Waffeln mit Chili sin carne.

Waffles and Bangers

Stattdessen entschieden wir uns für einen Hot Dog auf die Hand mit dem wir durch den Central Park schlendern wollten. Ich schätze, wir wurden da übers Ohr gehauen, denn wir haben 7 Dollar für den Hot Dog bezahlt. 7 Dollar! Pro Hot Dog! Blöd. Allerdings: Wir haben uns für eine Chili con Carne-Soße als Topping entschieden, die echt lecker war. Das hat etwas entschädigt. Und außerdem hatten wir ja einen schönen Ausblick. Den zahlt man bestimmt mit, redeten wir uns den Preis schön…

Centralpark1 

Im „New York Street Food“ gibt es leider kein Rezept für einen „Chili-Dog“ (so hieß das Teil), dafür aber ein Rezept für eine Zwiebel-Sauce – angeblich nach einem Rezept von Arthur Schwartz, einem New Yorker Gastrokritiker. Dass ein vermeintlicher Gourmet in seinem Rezept Fertigsoße benutzt, finde ich ja etwas komisch. Aber sie hat ganz gut geschmeckt, wenn auch nicht so gut wie die Chili-Soße, die ich versucht habe freischnauze nachzukochen. Wir haben beide Varianten zu Hause bei einem schönen USA-Foto-Abend mit der Familie ausprobiert. Entscheidet selbst, welche besser ist.

Eure Julia

Hotdog_Chilisoße Hotdog_Zwiebelsoße
Hot Dog-Chilisoße
(für 8 Hot Dogs)

8 Hot Dog-Brötchen
8 Bockwürstchen
500g Hackfleisch (gemischt)
400g Chili-Bohnen (Dose)
500g passierte Tomaten
1 EL Cumin
1 EL Paprikapulver
1 TL – 1 EL Chili-Pulver (je nachdem wie scharf euer Chili-Dog werden soll)
Salz

Das Fleisch in einer beschichteten Pfanne kross anbraten (es soll ruhig richtig braun werden, so dass es ein bisschen Röstaroma bekommt).

Die Chili-Bohnen und die passierten Tomaten sowie die Gewürze hinzugeben, gut vermengen und mindestens 3 Stunden auf kleiner Flamme köcheln lassen bis alles schön eingekocht und das Fleisch schön weich geworden ist.


Hot Dog-Zwiebelsoße
(für 8 Hot Dogs)

8 Hot Dog-Brötchen
8 Bockwürstchen
3 große (milde, süße) Zwiebeln, geschält und in Ringe geschnitten
500g passierte Tomaten
200ml Chilisoße, Fertigprodukt*
1 TL Paprikapulver
½ TL Oregano
½ TL Tabasco (geht auch ohne)
Olivenöl
Salz

* Steht so, ohne nähere Angabe, im Buch. Wir haben die von Alnatura genommen.

Die Zwiebeln in dem Öl bei geringer Hitze schmoren lassen, nicht braten und nicht anbrennen lassen (dauert etwa 15 Minuten).

Die restlichen Zutaten hinzugeben und die Sauce etwa 30 Minuten köcheln lassen.

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“New York Street Food”
Bagels

BagelsBagels gehören für mich wie kaum ein anderes Gericht zu New York. Ich esse morgens ja gerne herzhaft, daher hab ich mir zum Frühstück häufiger einen Bagel gegönnt und wirklich viele Varianten durchprobiert. In dem Buch „New York Street Food“ gibt es tatsächlich ein Bagel-Rezept – also nicht wie in den meisten Büchern eine Anregung, wie man sie belegt, sondern wie man sie zubereitet. Das besondere an ihnen ist nämlich, dass man sie, bevor sie gebacken werden, kocht. Wusstet ihr das?

Wir haben den „besten“ Bagel aber nicht in der vorgeschlagenen Top-Bagel-Adresse „Russ & Daughters“ gegessen. Unseren Favoriten gab‘s direkt bei uns um die Ecke in der Upper Westside auf dem Broadway: Lenny’s Bagel. Der Kaffee ist furchtbar und man sitzt dort auch nicht sonderlich nett (die meisten Gäste nehmen die Bagels mit nach Hause, die Schlange war immer lang), aber die Bedienung war total freundlich und man konnte sich den Bagel nach Herzenslust belegen lassen. Und mit Belag ist nicht so eine mickrige Scheibe gemeint, wie auf dem Bagel im Kölner Hauptbahnhof. Ich hab mir mal die Mühe gemacht und die Schichten gezählt: 6 Scheiben Putenbrust, 3 Streifen Bacon. Von nix kommt nix, pflegt meine Mutter immer zu sagen… So ein Bagel hat dafür aber den ganzen Tag gereicht :-) Musste er auch, wir waren schließlich von morgens bis abends unterwegs…
Hier ein paar Impression vom Times Square:  

New York Times Square Naked Cowboy
(Der Typ isst vermutlich nicht so viele Bagels… ;-) )

New York Times Square Broadway Bites New York Times Square   New York Times Chrysler Building

Herr Löffelgenuss hat sich mal an dem Bagel-Rezept aus dem Buch versucht. Und tadaaaa! Es ist gelungen!

Viel Spaß beim Nachbacken!
Eure Julia

Bagel

Zutaten
(für 8 Bagels)

500g Weizenmehl (Typ 550)
300ml warmes Wasser
1,5 EL Zucker
1,5 TL Salz
Öl

Die Hefe zusammen mit dem Zucker in 100ml Wasser geben und etwa 5 Minuten quellen lassen (nicht umrühren). Nach den 5 Minuten solange rühren bis sich die Hefe und der Zucker aufgelöst haben.

Das Mehl in eine große Schüssel füllen, in die Mitte eine Vertiefung drücken und die Hefe-Zucker-Wasser-Mischung hinein schütten. Die Hälfte des restlichen Wassers ebenfalls hinzugeben. Alles gut vermischen und dann das Salz hinzu geben.

Nun so viel Wasser hinzugeben bis ein fester, feuchter Teig entsteht (variiert laut Rezept je nach Wetter und Klima, aber in etwa sollen es 300ml sein) und den Teig dann gut durchkneten bis er glatt und schön elastisch ist (Herr Löffelgenuss hat dafür ein Handrührgerät mit Knethaken genutzt).

Eine Schüssel mit Öl ausstreichen, den Teig hineinlegen und wenden, so dass er rundherum mit Öl befeuchtet ist. Die Schüssel mit einem feuchten Küchentuch abdecken und den Teig bei Zimmertemperatur eine gute Stunde gehen lassen (er wächst dann auf die doppelte Größe an). Dann den Teig flach drücken und noch mal 10 Minuten gehen lassen.

Den Teig nun in 8 gleichgroße (!) Portionen teilen (Herr Löffelgenuss hat dafür mit einer Küchenwaage gearbeitet) und zu Kugeln rollen. Einen Finger in etwas Mehl tauchen und damit in den Teigballen drücken bis ein Ring entsteht. Das Loch so vergrößern, dass es etwa ein Drittel des Bagel-Durchmessers hat.

Die Bagels nun auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen, mit einem feuchten Küchentuch bedecken und 10 Minuten ruhen lassen.

Den Backofen auf 220 Grad vorheizen.

Einen großen Topf mit leicht gesalzenem Wasser zum Kochen bringen. Die Bagels sollten alle genügend Platz haben, dass sie „schwimmen“ können, daher entweder mehrere Töpfe gleichzeitig nutzen oder die Bagels nacheinander kochen.

Die Bagels in das kochende Wasser geben und etwa zwei Minuten (nicht mehr und nicht viel weniger, steht im Rezept) von jeder Seite kochen lassen (also den Bagel einmal umdrehen). Herausnehmen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.

Anschließend die Bagels etwa 20 Minuten im Ofen backen bis sie eine hellgoldene Farbe bekommen. Abkühlen lassen.

Vorm Servieren die Bagels der Länge nach aufschneiden und toasten und nach Belieben belegen.

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“New York Street Food”
Green Smoothies

GreenSmoothie

Smoothie-Läden gibt es in den USA wirklich an jeder Ecke, nicht nur in New York. Eine ziemlich tolle Sache so ein Vitaminkick auf die Schnelle (vor allem, wenn man den ganzen Tag zu Fuß unterwegs ist…). Ich bin direkt dem Grünen Smoothie verfallen, der auch in dem kulinarischen Reiseführer „New York Street Food“ vorgestellt wird. Ihr wisst ja, ich stehe nicht so sehr auf süße Sachen, da ist dieser eher herzhafte Drink für mich genau richtig.
Praktisch, dass unsere Gastgeberin in New York ebenfalls auf Grüne Smoothies stand und mir den Tipp gab, dass es direkt um die Ecke von unserem Apartment einen Laden gibt, der wirklich gute „grüne Energie-Bomben“ herstellt. So gab es für mich zum Start in den Tag erst mal einen Grünen Smoothie to go :-) Ohne den hätte ich vermutlich nicht so viele Kilometer zurücklegen können… Belohnt wurden wir aber mit tollen Eindrücken, wie hier zum Beispiel vom Empire State Building: 

  New York City Empire State Building  New York City Empire State Building New York City Empire State Building bei NachtNew York City Empire State Building bei Nacht 
So richtig neu war der Grüne Smoothie für mich allerdings nicht. Letztes Jahr tauchten Rezepte dafür in diversen Foodblogs auf und auch ich habe mich schon an einen grünen Smoothie gewagt. Allerdings unter dem Titel „Grüne Gazpacho“, weil meiner doch sehr herzhaft war und ein bisschen wie eine Gazpacho schmeckte…

Die Autoren von „New York Street Food“ schlagen folgendes Grundrezept vor, das in einem Standmixer zu einem sämigen Getränk gemischt wird:

Zutaten
(für 2 große Smoothies)

2 Handvoll frischer Blattspinat, geputzt und harte Stile entfernt
nach Geschmack Petersilie, Minze oder Koriander (ich hab ne Handvoll frische Minze und ein paar Blätter Koriander genommen)
1 reife Banane, geschält
½ Grapefruit (hab ich weggelassen)
100ml Orangensaft (ich hab 300ml frisch gepressten genommen)
100ml Milch

Zusätzlich hab ich noch einen Apfel (Granny Smith) und eine halbe (geschälte) Schlangengurke dazu gegeben.

In den USA hab ich noch diverse Zutaten probiert: Gut gefallen hat mir der Smoothie wahlweise noch mit Sellerie, mit Mandelmilch oder mit frischem Ingwer.

Lasst eurer Kreativität freien Lauf!
Eure Julia

P.s.: Ich musste gerade laut lachen: Wisst ihr, dass smoothie im Englischen auch „aalglatter Bursche“ heißt? Ich stelle mir gerade einen smoothie mit einem Smoothie vor… hihi…

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“New York Street Food”
Key Lime Pie

Steve's Authentic Key Lime Pie 1

Wie ihr wisst, esse ich ja nicht so gerne süße Sachen. Aber als ich in dem Buch „New York Street Food“ (und im Internet) die Geschichte über Steve Tarpin und seine Key Lime Pie Bakery las, wusste ich, dass ich das unbedingt probieren muss. „Steve Tarpin, der ursprünglich aus Florida stammt, backt seine Limettentarte in einem alten Lagerhaus in Red Hook. Er beliefert die feinsten Hotels und Restaurants in New York“, heißt es in dem kulinarischen Reiseführer.

Es war schon ein kleines Abendteuer bis wir die Bäckerei gefunden haben. Wenn man zuvor durch das beschauliche Brooklyn Heigths geschlendert ist, wirkt Red Hook fast ein bisschen unheimlich: Man läuft unter Autobahnbrücken hindurch, vorbei an Werkstätten und über leergefegte Bürgersteine durch ein Industriegebiet. Da ich sichergehen wollte, dass wir uns dort nicht verlaufen, fragte ich ein paar Mal nach der Adresse, Pier 40. Die Antwort war immer die gleiche: „Ahhh, you’re looking for Steve’s? That’s awesome!“ Also auf jeden Fall eine gute Idee. ;-)

Steve's Authentic Key Lime Pie 2

Steve's Authentic Key Lime Pie 3

Und tatsächlich – ich hatte ein breites Grinsen auf dem Gesicht als wir ankamen. Eine Location nach meinem Geschmack: Ein altes Fabrikgebäude in einem Industriegebiet direkt am Wasser, alles recht unerschlossen und etwas abgerockt. Aber die Bäckerei sieht wirklich süß aus. Sie haben sich auf Besuch vor Ort eingestellt und einen netten kleinen Verkaufsladen hergerichtet mit bunten Bänken und Tischen davor.
Mein Fazit als Süßspeisen-Kritiker: Dieses kleine Stückchen Limettentarte schmeckt tatsächlich ein bisschen nach Florida und Sonne.

Also falls ihr mal in Brooklyn sein, unbedingt vorbeischauen!

 
Zurück sind wir, wie Jaqueline im Buch empfiehlt, mit dem kostenlosen Ikea-Wassertaxi (mit Blick auf die Skyline und Miss Liberty!) zurück nach Manhattan gefahren. Ein toller Tipp, ein tolles Erlebnis!

New York City Water TaxiNew York City Freiheitsstatue New York City Skyline

Hach, ich habe schon wieder Sehnsucht…
Eure Julia

“New York Street Food”
Salted Beef Tacos

Salted Beef Taco

Weiter geht’s mit meinen kulinarischen Reiseskizzen…

Diese Salted Beef Tacos haben wir ebenso wie die „Pupusa“ in Red Hook, Brooklyn, an einem der Foodtrucks gekauft. Quasi als Nachspeise ;-) 

Ich esse sehr gerne Mexikanisch, aber leider viel zu selten. Das habe ich bei diesem Gericht mal wieder gemerkt. Dieses Gericht verursacht eine Geschmacksexplosion in eurem Mund! Erst mal schmecken Maismehl-Tacos viiiel besser als die Tacos, die mit Weizenmehl zubereitet werden. Dann: Der Eisbergsalat und die Tomaten geben eine saftige Frische und das Fleisch ist dadurch, dass es über Nacht in Salzwasser gebadet hat und anschließend in einem leckeren Sud gar gekocht wurde, unheimlich aromatisch und zart. Das gewisse Etwas geben die Tomatillo-Salsa und der frische Koriander. Die Limetten sind dann fürs Feuerwerk zuständig. Leute, Leute, ich könnte das jeden Tag essen…

Es war also klar, dass ich dieses Gericht zu Hause ausprobieren muss. Das Rezept stammt (leicht abgewandelt) aus „New York Street Food“. Als wir die Tacos am Wochenende nach unserer Rückkehr aus den USA ausprobierten, schwelgten wir in Erinnerungen. Köstlich!! 

Nur zwei Dinge würde ich beim nächsten Mal anders machen: Ich würde die Tacos selber backen (aus Maismehl) und auch die Tomatillo-Salsa selbst zubereiten. Dafür war an dem Wochenende einfach keine Zeit. Aber das Gericht kommt mit Sicherheit noch mal auf die Hand!

Guten Appetit!
Eure Julia

Salted Beef Tacos

Zutaten
(für 4 kleine Portionen)

Achtung! Ich sag’s direkt vorweg, falls euch das Wasser schon im Mund zusammenläuft: Das Fleisch muss mindestens 24 Stunden in einem Salzsud ziehen.

500g Rinderbrust
2 Liter Wasser
4 EL Salz
3 EL Zucker
1EL Chilipulver
1 TL Pfeffer (grob gemahlen)
1 TL Kreuzkümmel

Tacos*
Eisbergsalat, in Streifen geschnitten
2 Tomaten, fein gewürfelt
1 Handvoll Korianderblätter, grob gezupft
2 Limetten, geviertelt

Für die Salsa:**
500g grüne Dosentomaten (Tomatillos)
1 Zwiebel, fein gehackt
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
3 grüne Serrano-Chilischoten, geröstet und fein gehackt
½ TL Oregano
1 TL Salz
2 EL Öl
etwas Wasser

* Ich habe, wie gesagt, fertig gebackene Tacos gekauft. Die sind zwar auch aus Maismehl, aber mir haben sie nicht so gut geschmeckt. Irgendwie künstlich… Ich kann mir auch gut vorstellen, dass man kleine Mais-Tortillas anstelle von Tacos nimmt. 

** Die Salsa hab ich leider nicht selbstgekocht. Ich hab auf die Schnelle keine grünen Dosentomaten (Tomatillos) gefunden. Dafür gab’s im Kaufhof-Supermarkt (der eigentlich sehr verlässlich ist, wenn’s um exotische Zutaten geht) eine Salsa, die mehr oder weniger die gleichen Zutaten verwendet wie im Rezept beschrieben. Ich will die Soße aber unbedingt noch mal selber machen, auch wenn ich dafür grüne Dosentomaten im Internet bestellen muss…

Das Fleisch muss mindestens 24 Stunden in einem Sud aus 1 Liter Wasser, 4 gut gehäuften EL Salz, 3 EL Zucker und ½ TL frisch gemahlenem Pfeffer ziehen. Wir haben nur 12 Stunden Geduld gehabt. Ich meine, es hätte auf jeden Fall noch einen Hauch besser geschmeckt, wenn man es länger hätte ziehen lassen… 

Das Wasser soll man aufkochen und dann vollständig abkühlen lassen. Erst dann das Fleisch hinzugeben und an einem kalten Ort 24 Stunden ziehen lassen.

Am nächsten Tag nehmt ihr das Fleisch aus dem Topf, schüttet die Flüssigkeit weg und spült das Fleisch gut ab. Dann setzt ihr abermals einen Liter Wasser auf, gebt das Fleisch, 1 EL Chilipulver, 1 TL Kreuzkümmel und 1 TL frisch gemahlenen Pfeffer hinzu und lasst den Sud einmal aufkochen. Dann die Hitze reduzieren und mindestens 90 Minuten garen lassen (wir haben es fast zwei Stunden köcheln lassen, danach war es schön weich).

Wenn das Fleisch gar ist, lasst ihr es auskühlen und schneidet dann davon möglichst dünne Scheiben. 

Das Rezept für die Salsa gebe ich so wieder, wie es im Buch steht, übernehme aber keine Gewähr, da ich sie, wie gesagt, nicht nachgekocht habe:

Zwiebeln und Knoblauch in 1 EL Öl anschwitzen. Die grünen Tomaten in Stücke geschnitten hinzufügen, mitschoren und mit etwas Wasser bedecken. Oregano hineingeben und die Mischung eine Stunde bei geringer Hitze leicht köcheln lassen bis das Wasser verdampft ist. 

Den Topfinhalt mit den Chilischoten in einen Standmixer füllen und pürieren. Die Tomatenmischung in einen Topf mit dem restlichen Öl geben und fünf Minuten erwärmen. Mit Salz würzen und abkühlen lassen.

Am Tisch kann sich dann jeder seinen eigenen Taco befüllen: erst mit ein paar Streifen Eisberg-Salat, einigen Tomatenwürfeln, dem Fleisch, ein paar Löffeln von der Salsa, einigen Blättern Koriander und ein paar Spritzern Limettensaft.

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“New York Street Food”
Pupusa

Foodtrucks Red Hook
Dieses Gericht mit dem komischen Namen (ich hab beim ersten Mal Pupser USA gelesen…) musste ich unbedingt vor Ort ausprobieren, da gab’s gar keine Diskussion. Die Geschichte zu den Foodtrucks in Red Hook beschreibt Jaqueline Goossens in „New York Street Food“ so nett, dass ich das einfach überprüfen musste. Seitdem bin ich von der ganzen Foodtruck-Szene total begeistert.

Die Tradition der lateinamerikanischen ball field vendors in Red Hook – quasi die Vorläufer der Foodtrucks – sei schon 1974 entstanden, schreibt Jaqueline. „Die ersten Verkäufer boten ihre Waren auf Klapptischen an den Sportplätzen von Red Hook an. Alles ging ziemlich locker zu und niemand besaß eine Genehmigung.“ Anfangs ließ die Stadt sie gewähren, aber nachdem immer mehr Menschen kamen, um die leckeren lateinamerikanischen Köstlichkeiten zu probieren, kamen auch die Lebensmittelinspekteure und der Fortbestand der Imbissstände habe auf der Kippe gestanden. Es durften nur noch Speisen von professionellen Foodtrucks verkauft werden. (Noch viel mehr über Red Hook steht in dem Buch, aber das kann und darf ich ja hier nicht alles abtippen…).

Für Samstag planten wir also einen Ausflug nach Red Hook ein. Auch wenn es uns einen halben Tag Sightseeing „raubte“, muss ich sagen, dass der Besuch von Red Hook mein persönliches Highlight in New York war. Auch, weil wir daraus einen richtig schönen Ausflug gemacht haben:
Wir sind vom Brooklyn Bridge Park aus mit der Fähre nach Williamsburg gefahren (toller Blick auf Manhattan!), wo wir erst mal über einen Flohmarkt geschlendert sind. Das war schon echt nett, weil’s nicht so touristisch war. Dort hab ich dann allerdings fast ne Krise bekommen, weil es dort lauter Foodstände mit den köstlichsten Sachen gab. Aber ich musste für die Foodtrucks in Red Hook ja noch Platz lassen und habe mich auf eine frische Mango-Limonade beschränkt. Vom Flohmarkt aus schlenderten wir weiter durch Williamsburg, ein Stadtteil von Brooklyn, der uns sehr gut gefallen hat.
Hier einige Impressionen:

Brooklyn Brooklyn, Williamsburg Flohmarkt in Williamsburg, BrooklynBrooklyn Williamsburg

Von dort ging’s weiter nach Red Hook. Ich war total aus dem Häuschen als ich sah, dass es dort genau so aussieht wie auf den Fotos im Buch. Und der Foodtruck mit den Pupusa war auch da! Ich reihte mich direkt in die Schlange ein, um diese Spezialität aus El Salvador zu bestellen und beobachtete akribisch, wie die junge Frau den Pfannkuchen zubereitete. Ich wählte als Füllung Bohnenmus und Käse. Herr Löffelgenuss bestellte sich an einem anderen lateinamerikanischen Foodtruck einen gemischten Teller, auf dem alle möglichen interessanten, leckeren Dinge lagen, und wir trafen uns an den roten Tischen, an denen schon zahlreiche andere Leute aßen. Ich will ja gar nicht schon wieder so viel schwärmen, aber dieses Pupusa-Ding war sowas von lecker! Ich hab mich vor Freude gar nicht mehr eingekriegt. ;-)

Pupusa

Zum Glück gibt’s ein Rezept im Buch, das ich auch direkt ausprobiert hab. Allerdings enthält es einen entscheidenden (Übersetzungs?)-Fehler: Für den Teig sind 500g Maismehl angegeben. Mit Maismehl, so wie man es in Deutschland kaufen kann, funktioniert das nicht, wie ich am Ende frustriert feststellen musste. Maismehl besitzt nämlich kaum Klebstoffe, so dass der Teig total bröselt. Nach einer ersten Recherche im Internet stellte ich fest, dass man für Pupusa „Masa Harina“ benutzt, was zwar auch mit Maismehl übersetzt wird, aber eine bestimmte Art von Maismehl ist (das zu erklären, würde jetzt hier zu weit führen…). Abgesehen davon, dass deswegen meine Pupusa viel zu sehr nach Maismehl geschmeckt haben waren die Füllung und die Dips dazu köstlich. Ich habe das Rezept aus dem Buch etwas abgewandelt und außerdem noch Bohnenmus dazu serviert. Es fehlt ein bisschen das Outdoor-Flair, aber aufm Sofa isses auch lecker. ;-)

Eure Julia

Pupusa

Zutaten
(für 8 Portionen)

Für den Teig:
500g Masa Harina (kein Maismehl! Masa Harina gibt’s in lateinamerikanischen Supermärkten oder im Internet)
400-450ml lauwarmes Wasser
Salz
Öl

Für die Füllung:
300g Mozzarella
2 EL Frischkäse
1 EL Sauerrahm
1 Bund Lauchzwiebeln, fein gehackt

Für den Krautsalat:
½ Rotkohl, geputzt und in feine Streifen geschnitten
1 Möhre, geputzt und fein geraspelt
3-5 Jalapeño-Chili (aus dem Glas), grob gehackt
4 EL Essig
1 EL Zucker
1 TL Oregano
1 TL Salz

Für die Tomatensalsa:
5 Romanatomaten, gehäutet, entkernt und fein gehackt
3-5 Jalapeño-Chili (aus dem Glas), grob gehackt
1 Zwiebel, fein gehackt
3 EL gehackte Korianderstile
etwas Wasser
2 EL Öl
Salz, Pfeffer

Für das Bohnenmus:
1 Dose Chili-Bohnen
1 Zwiebel, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
Saft einer Limette
2 EL Öl

Für den Teig Mehl und Wasser mit einer Prise Salz mischen und mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten. Abdecken und Beiseite stellen.

Für die Füllung den Mozzarella fein hacken und mit dem Frischkäse, dem Sauerrahm und den Lauchzwiebeln gut vermengen.

Für die Salsa die Zwiebeln in etwas Öl langsam bei kleiner Hitze glasig dünsten. Die Tomaten, die Chili, die Korianderstile und etwas Wasser hinzu geben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und bei mittlerer Hitze (und offenem Deckel) etwa 30 Minuten einkochen lassen.

Für das Bohnenmus die Bohnen in einer Küchenmaschine zu Püree verarbeiten.
Die Zwiebeln und den Knoblauch in etwas Öl bei geringer Hitze glasig dünsten. Das Bohnenpüree sowie den Limettensaft hinzugeben und bei mittlerer Hitze etwa 15 Minuten köcheln lassen. Gelegentlich umrühren, damit das Bohnenpüree nicht am Boden festbackt.

So, jetzt wird’s spannend. Die Pupusa zu formen ist nicht so einfach, aber mit ein bisschen Übung wird’s schon klappen. Bevor’s losgeht, knetet den Teig mit den Händen noch mal gut durch. Er sollte sich gut formen bzw. auseinanderziehen lassen.
Pro Pupusa benutzt ihr etwa eine golfballgroße Menge Teig (vielleicht ein klein bisschen mehr) und verarbeitet den Teig mit den Händen zu einer Kugel. Gebt etwas Öl in eure Handinnenfläche und formt darin aus dem Bällchen einen flachen Pfannkuchen indem ihr mit der anderen Hand den Teig etwas flach drückt. In die Wölbung gebt ihr etwa 1 EL von der Käsemischung, verschließt dann vorsichtig den Teig und formt aus dem Bällchen behutsam wieder einen flachen Pfannkuchen, den ihr von beiden Seiten mit etwas Öl einreibt.

Die Pfannkuchen werden dann bei mittlerer Hitze in einer beschichteten Pfanne von jeder Seite etwa 4 Minuten gebacken bis sie goldbraun sind.

Im Internet findet man zahlreiche Videos, wie man Pupusa zubereitet. Das war ganz hilfreich…

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“New York Street Food”
Pastrami-Sandwich

Katz Delicatessen Pastrami Sandwich

Den ersten kulinarischen Tipp, den wir aus „New York Street Food“ ausprobiert haben (den allerdings auch jeder andere Reiseführer gibt…), war ein „Pastrami-Sandwich“ bei Katz’s Delicatessen. Ihr wisst schon, da wo Harry und vor allem Sally….

Pastrami ist ein geräuchertes und gewürztes Stück Fleisch, das in dünne Scheiben geschnitten und als Sandwich serviert wird. Was soll ich sagen? Ich probiere ja gerne mir unbekannte Gerichte aus und freue mich immer, wenn ich etwas entdecke, das mich staunen lässt. Dieses Pastrami….! Der Hammer! So etwas habe ich noch nie geschmeckt. Das Fleisch ist so weich wie Butter, und das meine ich ernst. Ich habe noch nie ein so zartes Fleisch gegessen. Und dann der Geschmack!
Als Beilage gibt es sauer eingelegte Gurken. Auch die haben anders geschmeckt, als ich sie kenne, irgendwie knoblauchmäßig. Sehr lecker.

Bevor ich den Beitrag in „New York Street Food“ gelesen habe, wusste ich überhaupt nicht, wie Pastrami zubereitet wird oder was das genau ist. Leider ist es eines der Rezepte aus dem Buch, das ich nicht nachkochen kann: Das Fleisch wird 20 Tage gepökelt (das traue ich mir nicht zu) und anschließend drei (!) Tage in einem Räucherofen geräuchert (hab ich nicht – weder Ofen noch die Zeit). Schade. Aber so oder so: So gut wie bei Katz‘s würde ich es sowie nicht hinbekommen. Wir haben in einem anderen Laden noch mal ein Pastrami-Sandwich gegessen, aber das hat nicht annähernd so gut geschmeckt wie bei Katz‘s.

Vielleicht liegt das auch an der Atmosphäre. Die ist im Katz‘s nämlich auch sehr nett: An den Wänden hängen Unmengen Fotos von Prominenten, die das Restaurant besucht haben (natürlich auch eins von Harry und Sally). Gegenüber ist eine lange Theke, an der man sein Essen bestellt. Es ist wuselig und laut und irgendwie cool.

Katz Delicatessen Katz Delicatessen Katz Delicatessen

Da ich das Gericht nicht nachgekocht hab, gibt’s auch leider kein Rezept dazu. Dafür aber im nächsten Beitrag: Weiter geht’s mit „Pupusa“, einem Nationalgericht aus El Salvador, das wir in Red Hook gegessen haben.

Eure Julia

Kulinarischer Reisebericht und Rezension: „New York Street Food“

 
New York Street Food CoverHeute möchte ich euch ein ganz besonderes Buch vorstellen – ein Kochbuch, das gleichzeitig auch ein kulinarischer Reiseführer ist: „New York Street Food“ von Tom Vandenberghe, Jacqueline Goossens und Luk Thys, das im vergangenen Jahr im Hädecke Verlag erschienen ist. Gleichzeitig gestatte ich euch einen kulinarischen Einblick in unsere Hochzeitreise :-)

Unsere Flitterwochen haben wir in New York City und Neuengland verbracht. Kurz vor Reisebeginn lese ich in der Kochzeitschrift „Sweet Paul“ über das Buch „New York Street Food“ und bin angefixt. Das ist der perfekte Reiseführer für mich als Foodbloggerin, denke ich, und frage im Verlag an, ob sie mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung stellen können. Das trudelt dann auch prompt ein paar Tage später bei mir ein. Da es bis zur Reise nur noch ein paar Tage sind, verschlinge ich das Buch noch am selben Tag auf dem Sofa und plane den kulinarischen Teil unserer Reise.

Auf dem Rückflug reift in meinem Kopf die Idee, das Buch in Form eines kulinarischen Reiseberichts vorzustellen – unserer Reise! Macht euch auf was gefasst, der Bericht verlangt euch einiges ab: Er ist lang (es gibt einfach sooo viel zu erzählen), ihr bekommt Fernweh (das tut weh) und Hunger (dagegen gibt’s ein paar Rezepte). Und ein kleines Highlight hab ich auch noch für euch: Da mir die Fotos im Buch so gut gefallen, hab ich spontan den Fotografen Luk Thys angeschrieben und um ein kleines exklusives Interview gebeten.

Na dann man los… 

Das Buch im Tablet-Format hat 215 Seiten und obwohl es kein Hardcover hat, ist es erstaunlich stabil, was vermutlich am festen Papier und einer guten Verarbeitung liegt.
Beim ersten Durchblättern bekomme ich sofort Gänsehaut und werde vor lauter Vorfreude ganz hibbelig: Bilder von Foodtrucks, schlemmenden New Yorkern, appetitlichen Gerichten. Was mir sofort auffällt: keine Fotos von klassischen Sehenswürdigkeiten, stattdessen atmosphärische Bilder, die kochende Menschen zeigen, Märkte, belebte Straßen – es fühlt sich an, als würde man direkt nach New York gebeamt. Hinzu kommt, dass es keine Hochglanzfotos sind und die  Fotos „ungestylt“ sind – alle wirken wie Schnappschüsse und vermitteln mir den Eindruck, hinter dem Fotografen zu stehen und die Szenen zu beobachten.

Konzept und Layout

New York Street Food Karte

Im Untertitel von „New York Street Food“ steht: „Kulinarische Reiseskizzen mit mehr als 60 Rezepten“. Das beschreibt das Konzept schon mal ganz gut. Das Buch enthält Rezepte, die gleichzeitig auch „Ausflugsziel“ sind, das heißt zu jedem Rezept gibt es einen Tipp, wo man das Gericht in New York probieren kann (praktischerweise mit einem Stadtplan in der Umschlagsseite).

In der Einleitung heißt es: „Um alle Street-Food-Küchen dieser Welt zu besuchen, fliegen Sie einfach direkt nach New York. (…) Das Street-Food-Angebot in New York spiegelt die vielfältigen Essenskulturen der hier lebenden Nationalitäten wider.“ Dem kann ich nur beipflichten. Ich habe während unserer USA-Reise selten so authentisch, vielfältig und kreativ gegessen wie dort. Ich war in Mexiko, El Salvador, China, Japan, Italien, Texas, Louisiana… und das alles in ein paar Tagen. ;-) „Die US-amerikanische Küche kann nicht auf eine lange kulinarische Tradition und Stellung zurückblicken“, schreibt Tom weiter. „Hemmungslos werden gänzlich verschieden Zutaten miteinander kombiniert. Daraus entstehen überraschende Gerichte und grenzüberschreitende Kombinationen.“ Sowas liebe ich ja!

Neben den Rezepten erzählen Tom und Jaqueline ein bisschen was über die Geschichte des Street Food und der Foodtrucks, über die Stadt, über einige Street Food Verkäufer und über die Entstehung des Buches.
Den Text von Tom finde ich ein bisschen schwierig zu lesen. Er zieht sich auf knapp zehn Seiten wie ein roter Faden durch das Buch – leider auch in roter Schrift, was auf Dauer echt anstrengend zu lesen ist. Dafür aber sehr spannend! Er erzählt von all den Straßenverkäufern, die er getroffen hat, ihren Geschichten und Gerichten…
Die Texte von Jaqueline kommen häppchenweise thematisch daher und sind so etwas angenehmer zu lesen. Der Bericht über Red Hook hat mir besonders gut gefallen, davon berichte ich an anderer Stelle noch.

Pro Rezept gibt es eine Doppelseite: auf der einen Seite das Rezept, auf der anderen Fotos vom Gericht. Eigentlich bin ich ja kein Freund von verschiedenen Schriftarten, -größen und -farben in einer Publikation, aber hier geht das Konzept voll auf. Die Layouterinnen Natasja Billiau bzw. Julia Graff (deutsche Ausgabe) haben für jedes Rezept eine besonders gestaltete Überschrift gewählt. Mal fette, mal gestreifte oder gepunktete Buchstaben, mal kursiv, auch farblich jeweils anders gestaltet, die deutsche Übersetzung unter dem amerikanischen Titel dann nochmal in einer anderen Schriftart. Das bringt Unruhe in das Buch, die aber sehr wohl zum Thema passt.

New York Street Food Doppelseite Rezept

Neben Zutatenliste und Anleitung beinhaltet jedes Rezept noch zwei weitere Elemente: Zum einen liest man kleine Anmerkungen der Autoren, zum Beispiel „Unter der Brücke von Jackson Heigths entdeckte ich diesen sättigenden und preisgünstigen Snack“ bei den Scallion Pancakes oder kurze Tipps wie „Als Füllung eignen sich auch hart gekochte Eier, Rosinen oder Oliven“ bei den Papas Rellenas. Das gibt den Rezepten eine persönliche Note, sowas mag ich.

Das zweite Elemente sind Hinweise, wo man das Gericht essen kann: der Namen der nächstgelegenen Subway Station ist angegeben, die Preiskategorie und ein Hinweis auf die Adresse. Hier muss ich ein großes Veto einlegen und Kritik üben:

New York Street Food Hinweise

1. Das, was die Autoren hier als Subway Station bezeichnen, ist eher der Stadtteil. Die Haltestelle muss man sich dann selbst raussuchen. Zumindest die Subway-Linie hätte man angeben können. Schade. So ist diese Info eher überflüssig.  

2. Die Preise zu den Gerichten vor Ort in Stufen von 0 bis 15 Euro anzugeben, finde ich unnötig. Wenn Reiseführer das machen, weil sie zwischen günstigem Streetfood und teurer Sterneküche unterscheiden, ist das nützlich. Aber ob ich jetzt 5 oder 7 Dollar zahle ist mir ehrlich gesagt egal, wenn ich schon dabei bin, New York kulinarisch zu entdecken.

3. Die Adresse selbst muss man im hinteren Teil nachschlagen. Das ist unpraktisch, weil man dann hin und her blättern muss. Warum nicht die Adresse einfach auf die Seite schreiben? Hätte man sicherlich mit einem kleinen Stadtplanausschnitt hübsch gestalten können…

Die Fotos

Meine Leser wissen: Ich bin ein sehr visueller Typ und ich liebe gute Foodfotos. Sind sie ansprechend, sind sie der Hauptgrund für mich, ein Rezept nachzukochen.

Die Fotos von Luk Thys zeichnen sich durch eine Besonderheit aus: Sie sind allesamt nicht im Kochstudio gestylt und fotografiert worden, sondern „aus der Hand“ auf der Straße. Daher beeindruckt es mich um so mehr, dass die Gerichte trotzdem so aussehen, als würde ich gerne direkt zugreifen – obwohl viele in Plastikschälchen, Alufolie oder Papier daherkommen. Das zeigt mir mal wieder, wie wichtig Licht, Komposition, Farben, Strukturen etc. sind. Hach, bei Luk würde ich gerne mal in die Foto-Schule gehen…

New York Street Food Beispiel Foodfoto

Ist ein Gericht mal nicht so fotogen (der Oxtail Stew zum Beispiel), wird aus dem Foto eine Fotokollage gemacht, mit Fotos von Menschen oder Läden, die den Blick vom Essen weglenken. Überhaupt sind es nicht immer ganzseitige Fotos vom Gericht. Die Gerichte wirken attraktiv (auf mich), weil sie eingebettet sind in Kollagen von essenden Menschen, Gebäuden, Zutaten, Details etc.

Dass ein Buch über New York Street Food nicht nur mit Foodfotos auskommt ist klar. Man braucht auch den New York-Aspekt. Nach dem Empire State, Miss Liberty oder (meinem Favoriten) der Brooklyn Bridge, sucht man aber vergeblich. Und das ist gut so. Als Leser wird man durch die Fotos mittenhinein gezogen in das New Yorker Leben abseits von Tourismus-Pfaden. Man sieht Anzugträger, die in Schlagen vor Foodtrucks stehen (haben wir nahe der Wall Street auch beobachtet) oder junge Leute, die im Bryant Park lunchen. Damit man nicht vergisst, dass man in New York ist, sind immer mal wieder ein paar Elemente dabei, die einen daran erinnern: zum Beispiel die gelben Taxen oder halt doch das Empire – aber nicht als Hochglanzfoto wie man es aus Reiseführern kenn, sondern versteckt hinter einer Häuserfassade. Und natürlich immer wieder Foodtrucks, kleine Garküchen oder mobile Essensstände, die man genau so tatsächlich an jeder Straßenecke in New York antrifft.

New York Street Food Impressionen

Rezepte und kulinarische Reiseziele

Das Buch enthält 60 Rezepte und somit auch 60 Empfehlungen, wo man in New York Street Food kosten kann. Ich hätte ja nur zu gerne alles ausprobiert, aber wir hatten ja nur fünf Tage Zeit für diese Wahnsinnsstadt und Herr Löffelgenuss war schon sehr geduldig und hat meinen Wunsch, dieses und jenes zu probieren, heroisch ertragen.

In den folgenden Beiträgen berichte ich euch von den Empfehlungen aus dem Buch, denen wir gefolgt sind (nicht immer an den vorgeschlagenen Orten) und stelle euch einige Gerichte vor, die wir zu Hause nachgekocht haben (die Gerichte mit Sternchen sind inklusive Rezept).

Los geht’s nächsten Montag mit dem Pastrami-Sandwich. Dann gibt’s alle drei Tage einen neuen Bericht. Den krönenden Abschluss bildet dann das Interview mit dem Foodfotografen Luk Thys.

Ich wünsche euch viel Spaß mit meinen kulinarischen Reiseskizzen und würde mich sehr über euer Feedback freuen! Die Vorbereitung der Street Food-Reihe hat total viel Spaß gemacht und ist mir zu einer Herzensangelegenheit geworden…, bin ein bisschen aufgeregt, wie ihr es findet… ;-)

Eure Julia

P.s. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass ich für die Rezension kein Geld bekomme, oder?

Kichererbsen mit Süßkartoffeln

Kichererbsen mit Süßkartoffeln

Meine Freundin S. hat recht, es ist schon merkwürdig: Da kleben lauter Post-Its in meinem Ottolenghi-Kochbuch, nur an diesem Rezept nicht. Im Nachhinein kann ich nicht verstehen, warum nicht… Aber zum Glück hat S. sich dieses Rezept für ihr Geburtstagsessen ausgesucht (ja ja, ich verschenke mittlerweile Kochabende zum Geburtstag ;-)). Das Rezept (etwas abgewandelt) stammt aus Ottolenghis „The Cookbook“. Vermutlich verdrehen jetzt einige von euch die Augen „Schon wieder dieser Ottolenghi!“. Genau. Und es wird auch nicht das letzte Rezept von ihm hier in meinem Foodblog sein. Bis jetzt war wirklich jedes seiner Gerichte großartig!

Dieses passt ganz hervorragend zum Blogevent “Vegetarisches Soulfood“. Das Gericht ist quasi Soulfood at its best! Wohlig wärmend, vegetarisch, sättigend, der Seele schmeichelnd: Kichererbsen in einer orientalisch anmutenden, würzigen Soße mit Tomaten und Blattspinat, darauf ein paar in Honig weich gekochte Süßkartoffeln. Das Tüpfelchen auf dem i: etwas Minze-Joghurt.

Sabine Schlimm, die auf “Schmeckt nach mehr” bloggt, hat zu dem Event aufgerufen, weil sie selbst ein Kochbuch mit vegetarischen “Seelenfutter”-Gerichten veröffentlicht hat. Sie beschäftigt sich mit der Frage, warum wir gerne essen, was wir gerne essen, und was Essen mit Identität zu tun hat. Über diese Fragen habe ich damals in meiner Abschlussarbeit an der Uni auch lange nachgedacht und tue es heute noch gerne. Und ich bin immer noch der Meinung, dass im Aphorismus “Sag mir, was du isst und ich sag dir, wer du bist.” von Jean Anthelme Brillat-Savarin, einem großen Gastrosophen, viel Warhheit steckt. Darüber könnte ich euch stundenlang was erzählen, vor allem über die afroamerikanische Küche, die eigentlich die wahre Soulfood-Küche hervorgebracht hat, aber ich schätze, das würde viel zu weit führen…

Für heute also “nur” ein Rezept für ein Gericht, das ich persönlich unter dem Begrifff Soulfood abgespeichert habe.

Guten Appetit!
Eure Julia

Zutaten
(für 5-6 Portionen)

2 Dosen Kichererbsen (abgießen und abspülen)
2 Dosen stückige Tomaten
150-200g Blattspinat
2 Zwiebeln, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
2 EL Tomatenmark
1 TL Koriandersamen, grob mörsern
2 EL Cumin-Pulver
2 EL Koriander-Pulver
1 TL Tandoori-Gewürz
1 TL Kurkuma
10g frischer Koriander, Blätter grob gehackt
2 TL Zucker
Salz, Pfeffer
Olivenöl

1-2 Süßkartoffeln (insg. ca. 500g)
2 EL Honig
1 EL Butter
½ TL Salz

100g griechischer Joghurt
1 Knoblauchzehe, sehr fein gehackt
1 unbehandelte Zitrone
1 EL Olivenöl
2 TL getrocknete Minze (z. Bsp. frische Blätter einfach selbst trocknen)

Zwiebeln und Knoblauch in etwas Olivenöl anbraten. Koriandersamen, Koriander-Pulver, Cumin, Tandoori und Kurkuma hinzugeben und eine Weile mitrösten (Achtung: soll nicht anbrennen!). Das Tomatenmark hinzugeben und ebenfalls noch mal kurz anbraten.
Die Dosentomaten und die Kichererbsen hinzugeben und einmal aufkochen lassen. Mit Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken und etwa 30 Minuten köcheln lassen.
Kurz vor dem Servieren den Blattspinat und den Großteil der Korianderblätter hinzugeben und einige Minuten ziehen lassen.

In der Zwischenzeit die Süßkartoffeln schälen und würfeln. In einem Topf 500ml Wasser mit der Butter und dem Honig zum Kochen bringen. Die Süßkartoffeln hinzugeben und solange kochen bis sie weich sind. Am Ende das Wasser abgießen.

Für die Joghurt-Soße die Zitrone waschen und die Schale abreiben, anschließend die Zitrone pressen. Die Hälft des Zitronensafts und den Zitronenabrieb (der ganzen Zitrone) zum Joghurt geben. Ebenso wie das Olivenöl und die (klein gebröselte) Minze. Alles gut vermischen.

Zum Anrichten die Kichererbsen auf einen Teller geben. Dahinauf einige Stücke Süßkartoffeln, ein paar Korianderblätter und zum Abschluss einen Teelöffel Joghurtsoße.

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Bulgursalat
mit Cranberries und Entenbrust

Bulgursalat

Kennt ihr Cranberries? Hier sind sie noch nicht sooo populär, aber in den USA trifft man sie an jeder Ecke und in vielen Gerichten. Ich hatte schon lange vor, mal mit dieser Frucht, die übrigens aus der Gattung der Heidelbeeren stammt, zu kochen. Aber irgendwie hab ich sie vor allem als Zutat für Süß- und Backwaren abgespeichert, die ja nicht so mein Ding sind.

Als ich dann mal ein bisschen recherchiert habe, war ich erstaunt, wie viele herzhafte Rezepte es mit Cranberries gibt! Da war die Wahl gar nicht so einfach… Ich hab mich schließlich für dieses Rezept hier entschieden, da ich im Moment total auf Orangen stehe. Herr Löffelgenuss war natürlich von der Idee angetan, dass der Salat mit Entenbrust serviert wird… ;-)
Eine gute Wahl: Das Gericht hat uns sehr gut geschmeckt. Die leichte Säure der Cranberries passt perfekt zu der Süße der gegrillten Paprika und zur knusprig gebratenen Entenbrust.

Mit dem Rezept nehme ich an der Blogparade „Cranberry-Rezepte“ von Gabriele teil. Sie steckt hinter dem Blog „USA kulinarisch“. Den mag ich, weil er zeigt, dass Amerika sehr wohl eine kulinarische Tradition hat. Viele denken ja Amerikanische Küche = Fastfood. Das ist totaler Quatsch. Ich war gerade erst wieder in den USA und musste einmal mehr feststellen, dass ich selten in so kurzer Zeit so viele, kreative, leckere Gerichte probiert habe wie dort. Aber davon will ich euch ein andermal berichten (ich plane gerade eine kulinarische Berichterstattung unserer Flitterwochen, die wir in New York City und Neuengland verbracht haben). Heute gibt’s also ein orientalisch angehauchtes Gericht mit einer sehr amerikanische Frucht (übrigens typisch für die USA: die Kombination von Zutaten und Kochtraditionen verschiedener Länder…).

Guten Appetit!
Eure Julia

Zutaten
(für 6 Portionen)

Zubereitungszeit: ca. 1,5 Stunden

3 rote, frische Paprika
400ml Gemüsebrühe
1 TL Currypulver
200g Bulgur
2 Bio-Orangen
3 Frühlingszwiebeln
1 kleiner Bund glatte Petersilie (etwa 30g)
80g getrocknete Cranberries
1 EL (hochwertiges) Olivenöl
Salz, Pfeffer
1 Entenbrustfilet (ca. 350g)
3 EL Pflanzenöl zum Anbraten der Entenbrust
ein Stück Alufolie

Die Paprika waschen, halbieren und das Kerngehäuse entfernen.
Mit der Schnittseite nach unten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und bei 220 Grad im Backofen grillen (oder Ober- und Unterhitze nutzen) bis die Haut schwarz wird und Blasen wirft.
Etwas auskühlen lassen und vorsichtig die schwarze Haut entfernen. Die Paprika in Streifen schneiden.

Die Gemüsebrühe mit 1 TL Currypulver aufkochen und den Bulgur hinzugeben. Zugedeckt auf der ausgeschalteten Herdplatte etwa 15 Minuten quellen lassen. Auskühlen lassen.

Eine der Orangen heiß waschen, abtrocknen und etwa 1 TL Schale abreiben. Diese Orange schälen (auch das Weiße entfernen) und aus der Frucht Orangenfilets schneiden.
Die andere Orange auspressen.

Den Bulgur mit etwa 2 EL Olivenöl, dem Saft der Orange, Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Frühlingszwiebel putzen, die Wurzeln und das dunkle Grün wegschneiden. Die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden.

Die Petersilie waschen, die Blätter abzupfen und grob hacken.

Die Cranberries, die Paprikastreifen, die Frühlingszwiebeln, die Petersilie und die Orangenfilets vorsichtig unter den Bulgur mischen.

Den Backofen auf 100 Grad vorheizen (vielleicht könnt ihr die Wärme von den Paprika noch nutzen…).

Die Hautseite der Entenbrust über Kreuz einschneiden (nicht zu tief!), beide Seiten salzen und pfeffern. Zuerst mit der Hautseite nach unten in etwas Öl bei sehr hoher Hitze kurz anbraten (etwa 2 Minuten), wenden und die Fleisch-Seite ebenfalls noch mal etwa 2 Minuten scharf anbraten.

Das Stück Fleisch auf die Alufolie legen und so einpacken, dass das Fleisch versteckt ist, aber die Hautseite oben rausguckt.

Bei 100 Grad (Ober-/Unterhitze) auf mittlerer Schiene etwa 40-45 Minuten garen. Das Fleisch sollte durchgegart, aber noch zart rosa sein. Ich dachte immer, das ist kompliziert. Aber das hier war meine erste Entenbrust und sie ist direkt geglückt. ;-)

Die Entenbrust in dünne Scheiben schneiden.

Den Bulgursalat auf einem Teller anrichten, die Entenbrust-Scheiben darauf verteilen.
Das Rezept hab ich bei „Essen und Trinken“ entdeckt.

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